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Verhandlung: Mein Wille geschehe!

Vor Gericht, mit dem Chef, am Küchentisch – das Leben ist Verhandlungssache. Durchzusetzen, was einem wichtig ist, erfordert vor allem: Technik. Und die kann man lernen.

Quelle: ZEIT Wissen

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EU-Gutachten: Fehler bei Verlängerung von AKW-Laufzeiten in Belgien

Zwei Atomreaktoren im belgischen Doel sollen nach Willen der belgischen Regierung bis 2025 in Betrieb bleiben. Bei der Laufzeitverlängerung sind aber offenbar EU-Regeln nicht beachtet worden. (Mehr in: SPIEGEL ONLINE – Wissenschaft)

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Vom Werden und Vergehen der High Plains

Einem Buckel des Erdmantels war es zu verdanken, dass sich am Fuss der Rocky Mountains die High Plains bildeten, die für die Biodiversität und die US-Landwirtschaft von grösster Wichtigkeit sind. ETH-Geologe Sean Willett untersuchte mit Kollegen der Universität Nevada, wie sich diese aussergewöhnliche Landschaft entwickelt.
Quelle: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft

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Farben: Pink als Wille und Vorstellung

Mädchen mögen Pink, Jungen Blau: Das lernen wir schon im Kindergarten. Teils sind die Präferenzen biologisch erklärbar. Trotzdem ist die Farbwahl nicht vorbestimmt. (Mehr in: ZEIT ONLINE: Mehr aus Forschung und Wissenschaft)

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Datenschutz: Google speichert Geodaten von Kunden auch gegen deren Willen

Nutzer sind vor der Sammelwut von Google nicht sicher, auch wenn sie das Speichern ihrer Geodaten abstellen. Das haben Wissenschaftler der Princeton University bestätigt. (Mehr in: ZEIT ONLINE: Alles digital)

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Reinhold Messner: Kann man Willensstärke trainieren?

Der Bergsteiger Reinhold Messner gilt als extrem stur. Was er sich in den Kopf gesetzt hat, macht er auch – mit vollem Einsatz, nicht nur im Gebirge. Ein Weg zum Glück? (Mehr in: ZEIT ONLINE: Mehr aus Forschung und Wissenschaft)

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Koalitionsvertrag: Der Wille ist da, der Weg fehlt aber noch

Im Koalitionsvertrag steht viel darüber, was die regierenden Parteien für die Digitalisierung tun „wollen“ und „werden“. Setzen sie ihre Pläne diesmal besser um als 2013? (Mehr in: ZEIT ONLINE: Alles digital)

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Warum der Chef immer Schuld ist

Ein Angestellter erhält für positive Konsequenzen seines Handelns deutlich mehr Lob als sein Boss. In einem Experiment von Bochumer und Kölner Forschern kam nun heraus, dass bei der Zuschreibung von Lob und Tadel – anders als bislang angenommen – scheinbar der soziale Status der handelnden Person entscheidend ist und nicht die Tatsache, wie viel Einfluss eine Person auf die Situation genommen hat. Die Ergebnisse beschreiben die Philosophen Prof. Dr. Albert Newen und Pascale Willemsen von der Ruhr-Universität Bochum gemeinsam mit Prof. Dr. Dr. Kai Kaspar von der Universität zu Köln in der Zeitschrift „Philosophical Psychology“.
Quelle: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft

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Machbarkeitsstudie zeigt, dass Tollwut in Afrika beseitigt werden kann

Das Schweizerische Tropen- und Public Health-Institut hat zusammen mit europäischen und afrikanischen Partnern eine Massenimpfung von Hunden im Tschad durchgeführt und die Auswirkungen von Tollwut auf Menschen bestimmt. Dabei wurde eine bio-mathematische Methode zur Einschätzung der Übertragungsdynamik von Tollwut angewendet. Das Forschungsteam kommt zum Schluss, dass eine wirksame Tollwutbekämpfung mit dem politischen Willen und den notwendigen finanziellen Mitteln in Afrika machbar ist.
Quelle: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft

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EU-Finanzminister fordern stärkere Besteuerung von Apple und Co.

Initiative

EU-Finanzminister fordern stärkere Besteuerung von Apple und Co.

Geht es nach dem Willen der EU-Finanzminister, sollen Internetkonzerne wie Amazon und Google in Zukunft stärker besteuert werden. Die internationalen Steuerregeln müssten für das Internet-Zeitalter fitgemacht werden.

(Mehr in: COM! – Das Computer Magazin)

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Weltklimakonferenz: Klimakanzlerin ohne Kleider

Auf dem Bonner Gipfel bekräftigt Angela Merkel den deutschen Willen zum Klimaschutz. Doch in Berlin handelt sie nicht danach. Ihre Glaubwürdigkeit steht auf dem Spiel. (Mehr in: ZEIT ONLINE: Mehr aus Forschung und Wissenschaft)

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Philosophie: "Vergesst den freien Willen!"

Das Bewusstsein sagt uns, wer wir sind. Gleichzeitig ist es erschreckend einfach zu manipulieren. Werden wir je seine Bedeutung verstehen? Vier Forscher diskutierten. (Mehr in: ZEIT ONLINE: Mehr aus Forschung und Wissenschaft)

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Die großen Fragen an die Wissenschaft: Was ist das Bewusstsein?

Was ist das Ich? Und was macht einen Menschen aus? Vier Forscher haben über Realität und Illusion, die Seele und den freien Willen debattiert. Das Liveblog zum Nachlesen (Mehr in: ZEIT ONLINE: Mehr aus Forschung und Wissenschaft)

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EU-Staaten planen Allianz gegen Niedrigsteuern für Internet-Riesen

Neues europäisches Modell

EU-Staaten planen Allianz gegen Niedrigsteuern für Internet-Riesen

Die Staaten der Europäischen Union sollen nach dem Willen Brüssels eine Allianz gegen Niedrigsteuern für Internet-Konzerne schließen. Die Staats- und Regierungschefs sollen das Vorhaben bereits bei ihrem Treffen in Tallinn vorantreiben.

(Mehr in: COM! – Das Computer Magazin)

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Wohin soll’s gehen?

Mit neuen Technologien greifen wir in die Natur ein und formen sie nach unserem Willen. Doch damit ist auch unsere Verantwortung so groß wie nie zuvor. Eine Hilfe für den moralischen Kompass.

(Mehr in: Technology Review)

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Charlie Gard: Sollen Richter entscheiden, was lebenswert ist?

Der europäische Menschenrechtsgerichtshof gibt Ärzten recht, die ein todkrankes Kind sterben lassen wollen – gegen den Willen der Eltern. Das wirft viele Fragen auf. (Mehr in: ZEIT ONLINE: Mehr aus Forschung und Wissenschaft)

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Schadstoffe: EU schränkt Luftverschmutzung durch Kraftwerke ein

Gegen den Willen Deutschlands haben die EU-Staaten strengere Auflagen für Kohlekraftwerke durchgesetzt. Die Vorgaben sollen die Luftqualität verbessern und Gesundheitsrisiken senken. (Mehr in: SPIEGEL ONLINE – Wissenschaft)

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Augenbewegungen halten Türen für selbstbestimmtes Leben offen

Eine aktuelle Studie der Klinik für Neurologie des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden belegt, dass Patienten, die im fortgeschrittenen Stadium der Amyotrophen Lateralsklerose (ALS) unter dem Locked-in-Syndrom (LIS) leiden, ihre Lebensqualität erheblich besser einschätzen als ihre nächsten Angehörigen. Daraus folgern die Dresdner Wissenschaftler, dass sich Ärzte insbesondere bei Fragen zu lebenserhaltenden oder -ver­längernden Maßnahmen nicht uneingeschränkt auf den durch die Angehörigen geäußerten mutmaßlichen Willen der Betroffenen verlassen können.
Quelle: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft

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Sigmund Jähn: Held wider Willen

Bejubelt, verehrt und trotzdem im Westen unbekannt: Zum 80. Geburtstag von Sigmund Jähn, dem ersten Deutschen im All. (Mehr in: ZEIT ONLINE: Mehr aus Forschung und Wissenschaft)

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Freier (Wille) als gedacht

Warum sich freier Wille und das bislang wichtigste Gegen-Experiment der Hirnforschung nicht widersprechen müssen, erklärt ein neues Modell von Freiburger Forschern
Quelle: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft

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Nachhaltige Lebensmittel – Mehrwert für Kunden und Gesellschaft

Pressemitteilung vom 13. Juli 2016

Mit dem Fachbuch „CSR und Lebensmittelwirtschaft“ legt der CBS-Professor Dr. Christoph Willers als Buchherausgeber ein weiteres wissenschaftliches Werk der Nachhaltigkeitsreihe im Springer Verlag (Reihenherausgeber CBS-Professor Dr. René Schmidpeter) vor.
Quelle: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft

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Geflüchtete: Großer Wille zu studieren oder zu arbeiten, aber auch hohe Hürden

Universität Bielefeld veröffentlicht Ergebnisse einer Umfrage unter Geflüchteten

Wie viele Geflüchtete wollen studieren? Welche Hürden stehen ihnen dabei im Weg? Und in welchen Bereichen möchten sie gerne arbeiten? Nach aktuellem Kenntnisstand gab es bisher zum Bildungsstand und zu den Bildungsinteressen – auch bundesweit – keine umfassende Datenbasis. Der Arbeitskreis Interkulturelles von Bielefeld 2000plus an der Universität Bielefeld stellt nun erstmals Ergebnisse aus einer Umfrage unter geflüchteten Menschen in Bielefeld und Umgebung vor. Das Ergebnis: Der Wille zu studieren oder zu arbeiten ist sehr groß, die Hürden aber auch.
Quelle: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft

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Neurowissenschaft: Dunkel ist schneller als hell

„Da hat sich doch etwas bewegt?“ Jeder kennt die Situation: man blickt in Richtung eines Geräuschs, kann aber beim besten Willen kein Objekt erkennen. Erst dessen Bewegung, und sei sie minimal, erlaubt dessen Wahrnehmung. Forscher der Ruhr-Universität Bochum haben dieses Phänomen untersucht und konnten zum ersten Mal zeigen, dass gleichzeitige Lichtänderungen zwischen Objektgrenzen und Hintergrund Aktivitätswellen in der visuellen Großhirnrinde auslösen. Diese könnten ein empfindliches Signal zur Wahrnehmung von Bewegung sein. Die Ergebnisse der Wissenschaftler wurden in „The Journal of Neuroscience“ veröffentlicht.
Quelle: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft

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Pariser Klima-Abkommen: „Alle sitzen in einem Boot – aber keiner weiß, wie kräftig er rudern muss!“

„Eine beeindruckende Leistung, ein Dokument des guten Willens“ ist für den international renommierten Umweltökonomen Prof. Dr. Alfred Endres das Abkommen zur Klimastabilisierung als Ergebnis der UN-Klimakonferenz in Paris 2015. Der Inhaber des Lehrstuhls für Volkswirtschaftslehre, insbesondere Wirtschaftstheorie an der FernUniversität in Hagen kritisiert jedoch, dass der Vertrag dort zu unpräzise ist, wo es um die konkreten Maßnahmen geht.
Quelle: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft

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Neues Medikament gegen Blutgerinnungsstörungen zugelassen

Das Medikament „VONVENDI von Baxalta Incorporated, einem globalen biopharmazeutischen Unternehmen, wurde kürzlich von der US-Arzneimittelbehörde FDA zugelassen. Es ist der erste und bislang einzige rekombinante Wirkstoff zur Behandlung der von-Willebrand-Krankheit und bietet den Betroffenen zum ersten Mal seit mehr als 10 Jahren eine neue therapeutische Option.
Quelle: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft

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Wie frei ist der Wille wirklich?

Berliner Wissenschaftler prüfen Grundmuster von Entscheidungen
Unser Wille ist freier als bislang angenommen. In computergestützten Experimenten haben Hirnforscher der Charité – Universitätsmedizin Berlin Entscheidungsabläufe am Beispiel von Bewegungen untersucht. Die entscheidende Frage: Lassen sich Prozesse im Gehirn wieder stoppen, wenn sie einmal angestoßen sind? Die Forscher kommen zu dem Schluss: Ja, bis zu einem gewissen Punkt, dem „point of no return“. Die Ergebnisse der Studie sind im aktuellen Fachmagazin PNAS* veröffentlicht.
Quelle: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft

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Uno-Gipfel in Paris: Wie die Deutschen das Klimawunder verhandeln

Überraschung bei den Uno-Verhandlungen: Viele Staaten scheinen willens, eine endgültige Abkehr von Kohle, Öl und Gas zu beschließen. Hinter dem Wandel stecken deutsche Diplomaten. (Mehr in: SPIEGEL ONLINE – Wissenschaft)

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Plädoyer für die Freiheit des Willens

“Ich ist nicht Gehirn” – mit dem prägnanten Titel seines neuen Buches wendet sich Prof. Dr. Markus Gabriel vom Institut für Philosophie der Universität Bonn gegen die gängige Vorstellung, dass unser Denkorgan mit dem menschlichen Geist gleichzusetzen ist. Er plädiert gegen jegliche Form von „Neurozentrismus“ und bricht leidenschaftlich eine Lanze für die Existenz des freien Willens. Das Werk erscheint am 6. November im Ullstein-Verlag.
Quelle: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft

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Suizidbeihilfe: Die Rückkehr von „Medizinfrau“ und „Medizinmann“?

Im Zuge der Palliativ- und Sterbehilfe-Gesetzgebungsverfahren diskutiert die Öffentlichkeit über den freien Willen der Einzelnen, selbstbestimmtes Sterben und Würde des Menschen. Aber spielen nicht auch ganz andere (Hinter-)Gründe entscheidende Rollen? Eine veränderte Einstellung von Gesellschaft und Staat zum Leben und damit zum Sterben?

Es geht aber auch um das Arztbild unserer Gesellschaft, um das Selbstverständnis von Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen und ihrer Beschäftigten. Und um die Fundamentalnorm: „Du sollst nicht töten!“

Mit den ethischen Aspekten haben sich die beiden Philosophen Prof. Thomas Sören Hoffmann und Marcus Knaup von der FernUniversität befasst.
Quelle: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft

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KORREKTUR: Neue Studie „So geht Einheit“

In der heute Morgen versandten Pressemeldung hat sich im ersten Absatz leider ein missverständlicher Satz eingeschlichen. Bitte diese Fassung verwenden.

Berlin, 22. Juli 2015
Am Anfang stand ein politischer Willensakt. Die Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten vor 25 Jahren ist insgesamt eine Erfolgsgeschichte. Doch die Jahre der Teilung und die Umbrüche der Nachwendezeit haben Spuren hinterlassen. In vielen Bereichen bestehen nach wie vor Unterschiede zwischen Ost und West. Bis die beiden einst getrennten Teile wirklich zusammengewachsen sind, wird es wohl mindestens eine weitere Generation dauern.
Quelle: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft

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Unser Wille ist freier als gedacht“ – Wie unser Bewusstsein das Unbewusste kontrolliert

Sind wir Sklaven unseres Unbewussten und können nichts dagegen tun? Hirnforscher sagen: Nein! Unser Bewusstsein kontrolliert unbewusste Prozesse im Gehirn. Der Wille und die automatische Verarbeitung arbeiten Hand in Hand, nicht gegeneinander. Das hat eine Forschergruppe an der Universität Ulm um den Psychologen Professor Markus Kiefer herausgefunden.
Quelle: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft

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Wegwerfmenschen

altIn wenigen Jahren jährt sich die Abschaffung der Sklaverei in den USA zum 150ten mal. Menschen in Ketten, die zur Arbeit gezwungen werden, wirken nur noch wie ein unrühmliches Kapitel aus den Geschichtsbüchern. Dies ist allerdings ein Trugschluss, denn heutzutage leben mehr Menschen in sklavenähnlichen Verhältnissen als jemals zuvor in der Menschheitsgeschichte. Ob als Kinderarbeiter auf den Kakaoplantagen der Elfenbeinküste, als Zwangsprostituierte in den Bordellen Thailands oder als Haushaltshilfen in Indien. Diese Menschen haben eins gemeinsam: ihnen wird die freie Entscheidung über ihr Leben mit Gewalt genommen. Ihre Arbeitskraft wird ausgebeutet, als wären sie ein Verbrauchsgegenstand. Zurück bleiben Leid, Elend und Verzweiflung. Sie sind Wegwerfmenschen.

Sklaverei in der modernen Welt

Der 26. Juli 1833 markiert einen Wendepunkt in der Menschheitsgeschichte. Die britische Regierung verabschiedete nach jahrelangen Auseinandersetzungen den Slavery Abolition Act, der alle im Kolonialreich lebenden Sklaven die Freiheit zurückgab. Frankreich verabschiedete sich von der Sklaverei 1848, die Vereinigten Staaten folgten 1865. Sklaverei sollte eigentlich eine unrühmliche Geschichte längst vergangener Tage sein.
Obwohl die Sklaverei heute weltweit geächtet wird, schätzt das US-State Department, dass mehr als 27 Millionen Menschen in Verhältnissen leben, die als Sklaverei bezeichnet werden können. Die hohe Zahl ist erschütternd, da sie doppelt so hoch ist wie die Anzahl sämtlicher Menschen, die zwischen dem 16. und 19. Jahrhundert von den Kolonialmächten in Afrika versklavt wurden.

Laut internationaler Charta ist Sklaverei eine Situation, in der sich eine Person oder deren Arbeitskraft im Besitz eines Dritten befindet und diese Person keine Freiheit über ihr eigenes Leben ausüben kann. Die Sklaverei nimmt heute aber unterschiedlichste Formen an, so dass eine eindeutige Definition unmöglich ist. Die Grenzen zwischen den unterschiedlichen Formen von Zwangsarbeit, Ausbeutung oder Schuldknechtschaft sind häufig fließend. Unterm Strich lässt sich aber festhalten, dass Menschen, die sich in diesen Abhängigkeitsverhältnissen befinden, unter der Androhung von Gewalt gezwungen werden, eine bestimmte Tätigkeit gegen den eigenen Willen auszuüben.
Heutige sklavenähnliche Arbeitsverhältnisse sind häufig davon geprägt, dass Menschen durch Schulden in starke Abhängigkeiten gelangen. Die erzwungene Arbeitsleistung ist dabei meistens eine Form der Schuldentilgung, die finanziell, religiös oder gesellschaftlich begründet wird. Da die Sklaverei weltweit geächtet wird, bewegen sich diese Menschen zudem ausschließlich in der Illegalität und damit im informellen Arbeitssektor. Rechtsansprüche auf eine angemessene Entlohnung, medizinische Versorgung oder eine legale Anerkennung ihrer Arbeitsleistung besteht nur in den seltensten Fällen.

Weltweit mehr als 9 Millionen Kindersklaven

Die International Labour Organisation schätzt, dass weltweit mehr als neun Millionen Kindersklaven existieren. Diese Zahl entspricht in etwa der Bevölkerung von Schweden. Im Jahr 2002 wurden 5,7 Millionen Mädchen und Jungen zur Arbeit und 1,8 Millionen zur Prostitution gezwungen. Zusätzlich wurden ca. 1,2 Millionen Kinder verkauft oder gehandelt. Diese Statistiken beruhen nur auf groben Schätzungen, da diese Geschäfte ausschließlich in der Schattenwirtschaft stattfinden. Seit dem Ausbruch der Finanzkrise ist zudem ein ansteigender Trend in diesem Bereich zu beobachten.
Um auf dem globalen Markt konkurrenzfähig zu sein, drücken gerade Textilproduzenten und landwirtschaftliche Betriebe ihre Produktionskosten, indem Kinder in der Produktion zum Einsatz kommen. Als Lohn tilgen sie häufig die Schulden ihrer Familien. In Indien gibt es Fälle, in denen sich Familien bereits in der dritten Generation in Schuldknechtschaft bei einem Großgrundbesitzer befinden. Aber auch der Menschenhandel ist in einigen Regionen der Erde noch vorhanden. Preise für Kinderarbeiter in Haiti bewegen sich beispielsweise zwischen USD 30 und 50 (link). An der Gewalt, die diesen Kindern zugefügt wird, sterben jährlich mehr als 50.000. Die Tendenz ist steigend, da viele Kinder in Fabriken schuften, in denen hochgiftige Chemikalien ihren Einsatz in der Produktion finden.

Vor wenigen Jahren war ich für das indische Kinderhilfswerk Deepalaya tätig, das Schulen und Jugendeinrichtungen für Straßenkinder in Neu Delhi betreibt. Viele von den betreuten Kindern stammen aus ländlichen Regionen und sind durch Schlepperbanden in die indische Hauptstadt gelangt. Mit rosigen Aussichten wurden viele Kinder in die Textilproduktion oder in die Schrottentwertung gelockt, in der sie dann täglich bis zu 14 Stunden schufteten. Nach nur wenigen Jahren waren viele von ihnen gesundheitlich so geschädigt, dass ihre körperliche und geistige Entwicklung stark eingeschränkt ist. Körperliche Behinderungen als Folge der Gewalt und der Mangelernährung sind leider keine Seltenheit. Nachdem sie den Fabrikbesitzern nicht mehr dienlich sind, werden sie dann einfach in den Slums der Stadt ausgesetzt. Wegwerfmenschen.
   
In Nepal, Indien und Pakistan haben sich zahlreiche Organisationen gebildet, die diese Kinder vermitteln. Aufgrund hoher Geburtenraten und weit verbreiteter Armut auf dem Land geben Familien ihr viertes oder fünftes Kind in die Obhut dieser Schlepperbanden. Als Bezahlung für das Leben ihres Kindes erhalten die Eltern kleinere Geldbeträge oder Saatgut. Diese Kinder verlieren in dem Moment der Übergabe ihren rechtlichen Status, da ihre legalen Dokumente wie Geburtsurkunden oder Ausweise zerstört werden oder in den Besitz der Schlepperorganisationen übergehen. Ohne Dokumente werden die Kinder häufig in Regionen fern der eigenen Heimat verschleppt und dort zur Arbeit gezwungen.

Besonders erschreckend ist dabei die hohe Anzahl von Kindern, die als Zwangsprostituierte in den Bordellen der Großstädte gelangen. Die thailändische Regierung hat vor ein paar Jahren festgestellt, dass das Eintrittsalter von Prostituierten immer weiter absinkt. Die weit verbreitete Angst vor HIV/AIDS und anderen Geschlechtskrankheiten verleitet die Freier zur naiven Annahme, dass eine Übertragung dieser Krankheiten vermieden werden kann, wenn besonders junge Prostituierte zum Einsatz kommen. Immer wieder geistern Schauergeschichten durch die Medien, wie die der jungen Dalyn. Die BBC berichtete vor ein paar Jahren, dass das junge Mädchen über Wochen in einem Käfig im Keller eines kambodschanischen Bordells eingesperrt, geschlagen und missbraucht wurde, bis sie einwilligte als Prostituierte zu arbeiten. Ein weiterer Fall beschäftigte sich mit Eltern in Ghana, die ihre Kinder für umgerechnet USD 50 an Plantagenbesitzer verkaufen. Perspektivlos schuften diese dann auf den Kakaoplantagen des Landes. Armut, der Mangel an ökonomischen Alternativen und ein Gesellschaftsbild, welches besonders den Mädchen keine Bildung oder Freiheit in der Gestaltung ihres Lebens zugesteht, sind meist die Ursachen für die Versklavung von Kindern.

Insbesondere die Finanzkrise von 2008 und der damit einhergehenden Wirtschaftseinbruch in vielen strukturschwachen Regionen in Afrika, Asien und Südamerika hat in der Folge die Zahl der erzwungenen Beschäftigungsverhältnisse erhöht. Psychische und physische Folgen drücken sich besonders in Analphabetismus, Lernschwächen und dem Alkohol- und Drogenmissbrauch aus. Professor Paulo Pinheiro, der Verantwortliche der UN Studie „Violence Against Children“ , sieht in der Vermeidung von Kinderarbeit den besten Weg, Gewalt an Kindern zu verhindern. Dafür müssen allerdings alle Staaten in die Pflicht genommen werden, damit die Verantwortlichen von sklavenähnlichen Abhängigkeitsverhältnissen hart bestrafen werden, denn, so führt es die ehemalige UN-Menschenrechtskommissarin Louise Arbour aus, Gewalt gegen Kinder ist durch nichts in der Welt zu rechtfertigen.

Internationale Verpflichtung

Trotz internationalen Vereinbarungen von Regierungen, Herstellern und Produzenten gegen Kinderarbeit auf den betroffenen Kakaoplantagen in Ghana und der Elfenbeinküste im Jahre 2001, hat sich die Zahl der arbeitenden Kinder nicht gravierend verändert. Ein historisch niedriger Kakaopreis veranlasste die Plantagenbesitzer sogar vermehrt auf billige Arbeitskräfte zurück zugreifen, wie die BBC im Jahre 2006 berichtete. Um die erzwungene Arbeit in der Kakaoindustrie zu verringern, haben sich die großen Produzenten wie Cadbury, Nestle und Kraft Foods aber dazu verpflichtet bis 2020 nur noch Kakao zu verwenden, der ein Fair Trade Siegel besitzt, welches Kinderarbeit in der Produktion ausschließt. Der Verbraucher muss allerdings auch bereit sein, höherer Preise für Schokolade zu akzeptieren. Insbesondere in den vergangenen Jahren scheint sich da wenigstens in Europa einiges getan zu haben (link).

Auch in der Textilproduktion wächst der Druck auf internationale Produzenten. Organisationen wie Anti-Slavery International, Free the Slaves und Stop the Traffik engagieren sich für Mindeststandards in der Textilproduktion. Demzufolge haben sich viele internationale Unternehmen dazu verpflichtet, nicht mehr bei Zulieferern einzukaufen, in denen Menschen und vor allem Kinder unter Zwang arbeiten. Dass diese Standards nicht immer eingehalten werden, zeigten in den vergangenen Wochen die Fälle Takko und KIK. Aber der Druck der westlichen Konsumenten wächst, je häufiger diese Themen in den Medien auftauchen.

Ein hartes Vorgehen gegen Kinderarbeit und Sklavenarbeit ist derzeit in Brasilien zu beobachten. Alle Unternehmen, die gewisse Produktionsstandards nicht einhalten, werden auf einer öffentlichen „dirty list“ vermerkt. Diese Unternehmen müssen hohe Geldstrafen bezahlen und verlieren die Möglichkeit, sich an öffentlichen Ausschreibungen zu beteiligen. Es wird sich zeigen, ob dieses Vorgehen erfolgreich ist und gleichzeitig Vorbildcharakter für andere Staaten besitzt.

Weitere Artikel

1. More slaves now than at any other time in history

2. Nigeria: Child Labour On the Increase

3. The world of modern child slavery

4. Globalization’s Ugly Side: Sex Slavery

Foto: www.pixelio.de

Der Beitrag Wegwerfmenschen erschien zuerst auf GEO-LOG.

(Mehr in: GEO-LOG)

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Wegwerfmenschen

altIn wenigen Jahren jährt sich die Abschaffung der Sklaverei in den USA zum 150ten mal. Menschen in Ketten, die zur Arbeit gezwungen werden, wirken nur noch wie ein unrühmliches Kapitel aus den Geschichtsbüchern. Dies ist allerdings ein Trugschluss, denn heutzutage leben mehr Menschen in sklavenähnlichen Verhältnissen als jemals zuvor in der Menschheitsgeschichte. Ob als Kinderarbeiter auf den Kakaoplantagen der Elfenbeinküste, als Zwangsprostituierte in den Bordellen Thailands oder als Haushaltshilfen in Indien. Diese Menschen haben eins gemeinsam: ihnen wird die freie Entscheidung über ihr Leben mit Gewalt genommen. Ihre Arbeitskraft wird ausgebeutet, als wären sie ein Verbrauchsgegenstand. Zurück bleiben Leid, Elend und Verzweiflung. Sie sind Wegwerfmenschen.

Sklaverei in der modernen Welt

Der 26. Juli 1833 markiert einen Wendepunkt in der Menschheitsgeschichte. Die britische Regierung verabschiedete nach jahrelangen Auseinandersetzungen den Slavery Abolition Act, der alle im Kolonialreich lebenden Sklaven die Freiheit zurückgab. Frankreich verabschiedete sich von der Sklaverei 1848, die Vereinigten Staaten folgten 1865. Sklaverei sollte eigentlich eine unrühmliche Geschichte längst vergangener Tage sein.
Obwohl die Sklaverei heute weltweit geächtet wird, schätzt das US-State Department, dass mehr als 27 Millionen Menschen in Verhältnissen leben, die als Sklaverei bezeichnet werden können. Die hohe Zahl ist erschütternd, da sie doppelt so hoch ist wie die Anzahl sämtlicher Menschen, die zwischen dem 16. und 19. Jahrhundert von den Kolonialmächten in Afrika versklavt wurden.

Laut internationaler Charta ist Sklaverei eine Situation, in der sich eine Person oder deren Arbeitskraft im Besitz eines Dritten befindet und diese Person keine Freiheit über ihr eigenes Leben ausüben kann. Die Sklaverei nimmt heute aber unterschiedlichste Formen an, so dass eine eindeutige Definition unmöglich ist. Die Grenzen zwischen den unterschiedlichen Formen von Zwangsarbeit, Ausbeutung oder Schuldknechtschaft sind häufig fließend. Unterm Strich lässt sich aber festhalten, dass Menschen, die sich in diesen Abhängigkeitsverhältnissen befinden, unter der Androhung von Gewalt gezwungen werden, eine bestimmte Tätigkeit gegen den eigenen Willen auszuüben.
Heutige sklavenähnliche Arbeitsverhältnisse sind häufig davon geprägt, dass Menschen durch Schulden in starke Abhängigkeiten gelangen. Die erzwungene Arbeitsleistung ist dabei meistens eine Form der Schuldentilgung, die finanziell, religiös oder gesellschaftlich begründet wird. Da die Sklaverei weltweit geächtet wird, bewegen sich diese Menschen zudem ausschließlich in der Illegalität und damit im informellen Arbeitssektor. Rechtsansprüche auf eine angemessene Entlohnung, medizinische Versorgung oder eine legale Anerkennung ihrer Arbeitsleistung besteht nur in den seltensten Fällen.

Weltweit mehr als 9 Millionen Kindersklaven

Die International Labour Organisation schätzt, dass weltweit mehr als neun Millionen Kindersklaven existieren. Diese Zahl entspricht in etwa der Bevölkerung von Schweden. Im Jahr 2002 wurden 5,7 Millionen Mädchen und Jungen zur Arbeit und 1,8 Millionen zur Prostitution gezwungen. Zusätzlich wurden ca. 1,2 Millionen Kinder verkauft oder gehandelt. Diese Statistiken beruhen nur auf groben Schätzungen, da diese Geschäfte ausschließlich in der Schattenwirtschaft stattfinden. Seit dem Ausbruch der Finanzkrise ist zudem ein ansteigender Trend in diesem Bereich zu beobachten.
Um auf dem globalen Markt konkurrenzfähig zu sein, drücken gerade Textilproduzenten und landwirtschaftliche Betriebe ihre Produktionskosten, indem Kinder in der Produktion zum Einsatz kommen. Als Lohn tilgen sie häufig die Schulden ihrer Familien. In Indien gibt es Fälle, in denen sich Familien bereits in der dritten Generation in Schuldknechtschaft bei einem Großgrundbesitzer befinden. Aber auch der Menschenhandel ist in einigen Regionen der Erde noch vorhanden. Preise für Kinderarbeiter in Haiti bewegen sich beispielsweise zwischen USD 30 und 50 (link). An der Gewalt, die diesen Kindern zugefügt wird, sterben jährlich mehr als 50.000. Die Tendenz ist steigend, da viele Kinder in Fabriken schuften, in denen hochgiftige Chemikalien ihren Einsatz in der Produktion finden.

Vor wenigen Jahren war ich für das indische Kinderhilfswerk Deepalaya tätig, das Schulen und Jugendeinrichtungen für Straßenkinder in Neu Delhi betreibt. Viele von den betreuten Kindern stammen aus ländlichen Regionen und sind durch Schlepperbanden in die indische Hauptstadt gelangt. Mit rosigen Aussichten wurden viele Kinder in die Textilproduktion oder in die Schrottentwertung gelockt, in der sie dann täglich bis zu 14 Stunden schufteten. Nach nur wenigen Jahren waren viele von ihnen gesundheitlich so geschädigt, dass ihre körperliche und geistige Entwicklung stark eingeschränkt ist. Körperliche Behinderungen als Folge der Gewalt und der Mangelernährung sind leider keine Seltenheit. Nachdem sie den Fabrikbesitzern nicht mehr dienlich sind, werden sie dann einfach in den Slums der Stadt ausgesetzt. Wegwerfmenschen.
   
In Nepal, Indien und Pakistan haben sich zahlreiche Organisationen gebildet, die diese Kinder vermitteln. Aufgrund hoher Geburtenraten und weit verbreiteter Armut auf dem Land geben Familien ihr viertes oder fünftes Kind in die Obhut dieser Schlepperbanden. Als Bezahlung für das Leben ihres Kindes erhalten die Eltern kleinere Geldbeträge oder Saatgut. Diese Kinder verlieren in dem Moment der Übergabe ihren rechtlichen Status, da ihre legalen Dokumente wie Geburtsurkunden oder Ausweise zerstört werden oder in den Besitz der Schlepperorganisationen übergehen. Ohne Dokumente werden die Kinder häufig in Regionen fern der eigenen Heimat verschleppt und dort zur Arbeit gezwungen.

Besonders erschreckend ist dabei die hohe Anzahl von Kindern, die als Zwangsprostituierte in den Bordellen der Großstädte gelangen. Die thailändische Regierung hat vor ein paar Jahren festgestellt, dass das Eintrittsalter von Prostituierten immer weiter absinkt. Die weit verbreitete Angst vor HIV/AIDS und anderen Geschlechtskrankheiten verleitet die Freier zur naiven Annahme, dass eine Übertragung dieser Krankheiten vermieden werden kann, wenn besonders junge Prostituierte zum Einsatz kommen. Immer wieder geistern Schauergeschichten durch die Medien, wie die der jungen Dalyn. Die BBC berichtete vor ein paar Jahren, dass das junge Mädchen über Wochen in einem Käfig im Keller eines kambodschanischen Bordells eingesperrt, geschlagen und missbraucht wurde, bis sie einwilligte als Prostituierte zu arbeiten. Ein weiterer Fall beschäftigte sich mit Eltern in Ghana, die ihre Kinder für umgerechnet USD 50 an Plantagenbesitzer verkaufen. Perspektivlos schuften diese dann auf den Kakaoplantagen des Landes. Armut, der Mangel an ökonomischen Alternativen und ein Gesellschaftsbild, welches besonders den Mädchen keine Bildung oder Freiheit in der Gestaltung ihres Lebens zugesteht, sind meist die Ursachen für die Versklavung von Kindern.

Insbesondere die Finanzkrise von 2008 und der damit einhergehenden Wirtschaftseinbruch in vielen strukturschwachen Regionen in Afrika, Asien und Südamerika hat in der Folge die Zahl der erzwungenen Beschäftigungsverhältnisse erhöht. Psychische und physische Folgen drücken sich besonders in Analphabetismus, Lernschwächen und dem Alkohol- und Drogenmissbrauch aus. Professor Paulo Pinheiro, der Verantwortliche der UN Studie „Violence Against Children“ , sieht in der Vermeidung von Kinderarbeit den besten Weg, Gewalt an Kindern zu verhindern. Dafür müssen allerdings alle Staaten in die Pflicht genommen werden, damit die Verantwortlichen von sklavenähnlichen Abhängigkeitsverhältnissen hart bestrafen werden, denn, so führt es die ehemalige UN-Menschenrechtskommissarin Louise Arbour aus, Gewalt gegen Kinder ist durch nichts in der Welt zu rechtfertigen.

Internationale Verpflichtung

Trotz internationalen Vereinbarungen von Regierungen, Herstellern und Produzenten gegen Kinderarbeit auf den betroffenen Kakaoplantagen in Ghana und der Elfenbeinküste im Jahre 2001, hat sich die Zahl der arbeitenden Kinder nicht gravierend verändert. Ein historisch niedriger Kakaopreis veranlasste die Plantagenbesitzer sogar vermehrt auf billige Arbeitskräfte zurück zugreifen, wie die BBC im Jahre 2006 berichtete. Um die erzwungene Arbeit in der Kakaoindustrie zu verringern, haben sich die großen Produzenten wie Cadbury, Nestle und Kraft Foods aber dazu verpflichtet bis 2020 nur noch Kakao zu verwenden, der ein Fair Trade Siegel besitzt, welches Kinderarbeit in der Produktion ausschließt. Der Verbraucher muss allerdings auch bereit sein, höherer Preise für Schokolade zu akzeptieren. Insbesondere in den vergangenen Jahren scheint sich da wenigstens in Europa einiges getan zu haben (link).

Auch in der Textilproduktion wächst der Druck auf internationale Produzenten. Organisationen wie Anti-Slavery International, Free the Slaves und Stop the Traffik engagieren sich für Mindeststandards in der Textilproduktion. Demzufolge haben sich viele internationale Unternehmen dazu verpflichtet, nicht mehr bei Zulieferern einzukaufen, in denen Menschen und vor allem Kinder unter Zwang arbeiten. Dass diese Standards nicht immer eingehalten werden, zeigten in den vergangenen Wochen die Fälle Takko und KIK. Aber der Druck der westlichen Konsumenten wächst, je häufiger diese Themen in den Medien auftauchen.

Ein hartes Vorgehen gegen Kinderarbeit und Sklavenarbeit ist derzeit in Brasilien zu beobachten. Alle Unternehmen, die gewisse Produktionsstandards nicht einhalten, werden auf einer öffentlichen „dirty list“ vermerkt. Diese Unternehmen müssen hohe Geldstrafen bezahlen und verlieren die Möglichkeit, sich an öffentlichen Ausschreibungen zu beteiligen. Es wird sich zeigen, ob dieses Vorgehen erfolgreich ist und gleichzeitig Vorbildcharakter für andere Staaten besitzt.

Weitere Artikel

1. More slaves now than at any other time in history

2. Nigeria: Child Labour On the Increase

3. The world of modern child slavery

4. Globalization’s Ugly Side: Sex Slavery

Foto: www.pixelio.de

Der Beitrag Wegwerfmenschen erschien zuerst auf GEO-LOG.

(Mehr in: GEO-LOG)

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Heilpflanzen gegen Armut

altDer Berliner Verein Sarsarale engagiert sich bereits seit vielen Jahren im Süden des Senegals, um mit unkonventionellen Maßnahmen die dortige Spirale aus Krankheit und Armut zu durchbrechen. Mit dem Anbau von traditionellen Heilpflanzen sollen Krankheitsraten in der Region gesenkt und den Menschen gleichzeitig Einkommensmöglichkeiten geschaffen werden. Ein blutiger Unabhängigkeitskonflikt hat zur Folge, dass Investitionen im Gesundheitssystem ausbleiben und die Casamance ihrem Entwicklungspotential hinterherläuft.

 
Konfliktregion und Gesundheitssituation in den Casamance

Seit mehr als 30 Jahren herrscht in den Casamance, dem südlichen Teil des Senegals zwischen Gambia und Guinea-Bissau, ein blutiger Konflikt, der bereits viele tausend Opfer und zahlreiche Verletzte forderte. Nach Schätzungen der UN vertrieben die Kampfhandlungen bisher weit mehr als 100.000 Menschen aus ihrer Heimat.
Worum geht es in diesem Konflikt eigentlich genau? Die Rebellen der Unabhängigkeitsbewegung Movement des Forces Démocratiques de la Casamance (MFDC) fordern vorrangig die Unabhängigkeit der Region Casamance vom Senegal. Im Kern spielen aber auch unterschiedlich gelagerte Interessen an Bodenschätzen, Ressourcen oder Landnutzungsrechten eine gewichtige Rolle.

Die Wurzeln des Konflikts reichen bis in die Kolonialzeit des Senegals zurück, in der die Kolonialmächte Frankreich und Großbritannien willkürlich Grenzen zwischen unterschiedlichen Volksgruppen zogen. Die Entstehung des Staates Gambia ist ein Paradebeispiel für diese Absurdität. Die Grenzen Gambias wurden durch die Entfernung von Kanonenschüssen auf dem schiffbaren Bereich des Flusses Gambia bestimmt. 

Erste militärische Auseinandersetzungen in den Casamance flammten daher bereits zum Ende der französischen Kolonialzeit in den 1950ern und 1960ern auf. Eine konsistente Bewegung bildeten die Rebellen um die MFDC aber nicht, vielmehr ist diese eine vielgliedrige, oft in sich gespaltene Bewegung aus einem zivilen und militärischen Flügel, der aus Nord- und Südfront besteht. Die eigentliche militärische Bewegung etablierte sich nach der brutalen Niederschlagung von friedlichen Schülerdemonstrationen in Ziguinchor, der Hauptstadt der Casamance, am 18. Dezember 1983. Dieses Ereignis trägt seitdem den Namen „roter Sonntag“, da mehrere hundert Menschen starben. Gewaltsame Übergriffe sowohl durch staatliche Militärs als auch durch Rebellen verschärften sich seitdem und fanden einen blutigen Höhepunkt während der Amtszeit Abdou Dioufs (1980–1999) in den 90er Jahren.
Die Ziele der MFDC entfernten sich immer mehr vom Willen der lokalen Bevölkerung, die sich in weiten Teilen dem Senegal zugehörig fühlen und die den Rebellen nur einen geringen Rückhalt bieten. Die geringe Unterstützung schwindet zudem immer mehr, da die MDFC häufig Gehorsam mittels Gewalt einfordert.

Seit den senegalesischen Präsidentschaftswahlen im Frühjahr dieses Jahres begann wieder eine neue Runde der Friedensverhandlungen. Erste Gespräche zwischen senegalesischer Regierung und MFDC wurden am 13./14. Oktober in Rom geführt. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob damit der Konflikt befriedet werden kann. Denn immerhin ist der Konflikt einer der größten Entwicklungshemmnisse für die gesamte Region. 

Der langanhaltende Waffengang führte dazu, dass das Gesundheitssystem in den Casamance sehr fragil und unterfinanziert ist. Doch nicht nur im Gesundheitssystem bleibt die Region hinter ihren Möglichkeiten; der einst umsatzstarke Tourismus ist fast zum Erliegen gekommen. Wirtschaftliche Einbußen in der Landwirtschaft sind seit Jahren zu beklagen. Auch die Bereich Erziehung, Justiz und Infrastruktur liegen weit hinter anderen Regionen im Senegal zurück.
Der Mantel des Konfliktes verhinderte daher sämtliche positiven Entwicklungen der letzten Jahre. Dieser Effekt ist insbesondere bei der Malaria zu beobachten, da sich nur wenige Ärzte oder Gesundheitsorganisationen zwischen die Fronten begeben wollen.

Malariainfektionen und Behandlungsmöglichkeiten

Die WHO registrierte 2010 weltweit 216 Mio. Malariainfektionen, die in 655.000 Fällen tödlich endeten. Die meisten Todesfälle sind Kindern unter fünf Jahren. Am höchsten sind die Infektionsraten in Afrika südlich der Sahara. Die meisten Todesfälle ereignen sich in den afrikanischen Tropen, wobei jeder fünfte Kindstod auf Malaria zurückzuführen ist. Die Mortalität betreffenden Zahlen schwanken allerdings sehr stark, da die statistische Erfassung dieser Fälle in vielen betroffenen Staaten mangelhaft ist.
In den Casamance sind die Infektions- und Sterberaten, laut WHO, seit Jahren unverändert hoch. Die finanziellen Mittel zur Eindämmung der Malaria in dieser Region sind seit Jahren sehr gering. Einzig 2009 egagierte sich die WHO mit einem Millionenschweren Gesundheitsprogramm. Hintergrund dieses Engagements waren stark ansteigende Infektionsraten in 2008. Diese internationalen Hilfen wurden seitdem aber wieder zurückgefahren. Signifikant Veränderungen bei den Krankheitsfällen wurden jedoch nicht herbeigeführt. (siehe link)

Da Problem sind Verfügbarkeit und Kosten der Medikamente. Die medikamentöse Malariabehandlung für eine Kind kosten zwischen US$ 10 und 15. Bei durchschnittlich drei jährlichen Infektionen stoßen viele Familien, insbesondere kinderreiche, häufig an finanziellen Grenzen. 
Die Hoffnungen der WHO liegen seit einigen Jahren auf einer traditionellen Heilpflanze, die derzeit das potenteste kurative Malariamittel ist und den Wirkstoff Artemisinin enthält. Die günstigste Herstellungsmethode von Artemisinin ist die Extraktion aus den oberirdischen Pflanzenteilen der Artemisia annua. Der kommerzielle Anbau der Pflanze hat sich in Asien und Afrika als Einkommensquelle für lokale Bevölkerungsgruppen etabliert. Zahlreiche Forschungseinrichtungen, darunter auch die Bill und Melinda Gates Stiftung forschen daran, den Wirkstoffgehalt in den Pflanzen zu erhöhen. Trotz großer Erfolge ist das Angebot des Wirkstoffes in den Ländern des Südens aber geringer als die Nachfrage.
Der chinesische Beifuß (A. annua) wird als Tee seit 340 v. Chr. in der chinesischen Medizin als Therapeutikum gegen Malaria angewendet. Wildpflanzen weisen allerdings entweder einen niedrigen Artemisiningehalt auf oder lassen sich in den Tropen nicht kommerziell anbauen. Durch Hybridzüchtungen ist es allerdings gelungen hohe Konzentrationen von Artemisinin als auch Eigenschaften die den Anbau in den Tropen ermöglichen zu vereinen.

Lange galt das Wissen über die Wirksamkeit dieser Pflanze als verschollen. Erst 1968 wurde diese wiederentdeckt, als die chinesische Regierung eine systematische Suche nach Heilpflanzen aus der Traditionell Chinesischen Medizin vornahm. Denn während des Vietnamkrieges erbat die vietnamesische Regierung Hilfe bei einem Heilmittel gegen Malaria, da mehr nordvietnamesische Soldaten an Malaria verstarben als an kriegerischen Auseinandersetzungen. 1972 konnte Artesiminin zum ersten Mal isoliert und identifiziert werden. Erste klinische Tests folgten 1979.
Erst zu Beginn des 21. Jahrhunderts wurde Artemisinin offiziell von der WHO als Mittel gegen Malaria zugelassen. Der Wirkstoff wurde daraufhin von der Pharmaindustrie patentiert und der kommerzielle Anbau ausgeweitet.
Die Wildformen der A. annua sind nicht an die Umweltbedingungen in den Tropen angepasst und haben einen geringen Anteil an Artemisinin. Die NGO Anamed (Aktion natürlicher Medizin in den Tropen) gelang es 1996 einen Hybriden mit hohem Artemisingehalt und Eignung für den Anbau in den Tropen für den Vertrieb bereitzustellen.

Mit Heilpflanzen helfen

Seit einigen Jahren versucht Sarsarale mit Hilfe von freiwilligen Studenten aus dem Forschungsinstitut DITSL in Witzenhausen die Pflanze an die Umweltbedingungen im Senegal anzupassen. In den vergangenen Jahren gab es in diesem Feld große Fortschritte. Gemeinsam mit lokalen Gesundheitseinrichtungen und Ärzten werden Wirkstoffe aus der Pflanze extrahiert. Dadurch werden einerseits Krankheitsfälle gesenkt und andererseits eine Einkommensmöglichkeit für die lokale Bevölkerung geschaffen.
Aber die Vereinsarbeit konzentriert sich nicht nur auf den Anbau von Malariamitteln. Im Heilpflanzengarten in Kafountine werden zahlreiche unterschiedliche Pflanzen angebaut, die auf unterschiedliche Weise Krankheiten und Beschwerden lindern können. Solange die lokale Bevölkerung keinen Zugriff auf wirksame Medikamente hat, sind diese Heilpflanzen der einzige Weg, um die hohen Krankheitsraten in der Region zu senken und den Menschen vor Ort ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen.

Weiterführende Literatur

Clark, Kim Mahling 2011: Ripe or Rotting: Civil Society in the Casamance Conflict. In: African Conflict & Peacebuilding Review, Volume 1, Number 2, pp. 153-172.

 

Foto: pixelio.de

 

 

 

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Heilpflanzen gegen Armut

altDer Berliner Verein Sarsarale engagiert sich bereits seit vielen Jahren im Süden des Senegals, um mit unkonventionellen Maßnahmen die dortige Spirale aus Krankheit und Armut zu durchbrechen. Mit dem Anbau von traditionellen Heilpflanzen sollen Krankheitsraten in der Region gesenkt und den Menschen gleichzeitig Einkommensmöglichkeiten geschaffen werden. Ein blutiger Unabhängigkeitskonflikt hat zur Folge, dass Investitionen im Gesundheitssystem ausbleiben und die Casamance ihrem Entwicklungspotential hinterherläuft.

 
Konfliktregion und Gesundheitssituation in den Casamance

Seit mehr als 30 Jahren herrscht in den Casamance, dem südlichen Teil des Senegals zwischen Gambia und Guinea-Bissau, ein blutiger Konflikt, der bereits viele tausend Opfer und zahlreiche Verletzte forderte. Nach Schätzungen der UN vertrieben die Kampfhandlungen bisher weit mehr als 100.000 Menschen aus ihrer Heimat.
Worum geht es in diesem Konflikt eigentlich genau? Die Rebellen der Unabhängigkeitsbewegung Movement des Forces Démocratiques de la Casamance (MFDC) fordern vorrangig die Unabhängigkeit der Region Casamance vom Senegal. Im Kern spielen aber auch unterschiedlich gelagerte Interessen an Bodenschätzen, Ressourcen oder Landnutzungsrechten eine gewichtige Rolle.

Die Wurzeln des Konflikts reichen bis in die Kolonialzeit des Senegals zurück, in der die Kolonialmächte Frankreich und Großbritannien willkürlich Grenzen zwischen unterschiedlichen Volksgruppen zogen. Die Entstehung des Staates Gambia ist ein Paradebeispiel für diese Absurdität. Die Grenzen Gambias wurden durch die Entfernung von Kanonenschüssen auf dem schiffbaren Bereich des Flusses Gambia bestimmt. 

Erste militärische Auseinandersetzungen in den Casamance flammten daher bereits zum Ende der französischen Kolonialzeit in den 1950ern und 1960ern auf. Eine konsistente Bewegung bildeten die Rebellen um die MFDC aber nicht, vielmehr ist diese eine vielgliedrige, oft in sich gespaltene Bewegung aus einem zivilen und militärischen Flügel, der aus Nord- und Südfront besteht. Die eigentliche militärische Bewegung etablierte sich nach der brutalen Niederschlagung von friedlichen Schülerdemonstrationen in Ziguinchor, der Hauptstadt der Casamance, am 18. Dezember 1983. Dieses Ereignis trägt seitdem den Namen „roter Sonntag“, da mehrere hundert Menschen starben. Gewaltsame Übergriffe sowohl durch staatliche Militärs als auch durch Rebellen verschärften sich seitdem und fanden einen blutigen Höhepunkt während der Amtszeit Abdou Dioufs (1980–1999) in den 90er Jahren.
Die Ziele der MFDC entfernten sich immer mehr vom Willen der lokalen Bevölkerung, die sich in weiten Teilen dem Senegal zugehörig fühlen und die den Rebellen nur einen geringen Rückhalt bieten. Die geringe Unterstützung schwindet zudem immer mehr, da die MDFC häufig Gehorsam mittels Gewalt einfordert.

Seit den senegalesischen Präsidentschaftswahlen im Frühjahr dieses Jahres begann wieder eine neue Runde der Friedensverhandlungen. Erste Gespräche zwischen senegalesischer Regierung und MFDC wurden am 13./14. Oktober in Rom geführt. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob damit der Konflikt befriedet werden kann. Denn immerhin ist der Konflikt einer der größten Entwicklungshemmnisse für die gesamte Region. 

Der langanhaltende Waffengang führte dazu, dass das Gesundheitssystem in den Casamance sehr fragil und unterfinanziert ist. Doch nicht nur im Gesundheitssystem bleibt die Region hinter ihren Möglichkeiten; der einst umsatzstarke Tourismus ist fast zum Erliegen gekommen. Wirtschaftliche Einbußen in der Landwirtschaft sind seit Jahren zu beklagen. Auch die Bereich Erziehung, Justiz und Infrastruktur liegen weit hinter anderen Regionen im Senegal zurück.
Der Mantel des Konfliktes verhinderte daher sämtliche positiven Entwicklungen der letzten Jahre. Dieser Effekt ist insbesondere bei der Malaria zu beobachten, da sich nur wenige Ärzte oder Gesundheitsorganisationen zwischen die Fronten begeben wollen.

Malariainfektionen und Behandlungsmöglichkeiten

Die WHO registrierte 2010 weltweit 216 Mio. Malariainfektionen, die in 655.000 Fällen tödlich endeten. Die meisten Todesfälle sind Kindern unter fünf Jahren. Am höchsten sind die Infektionsraten in Afrika südlich der Sahara. Die meisten Todesfälle ereignen sich in den afrikanischen Tropen, wobei jeder fünfte Kindstod auf Malaria zurückzuführen ist. Die Mortalität betreffenden Zahlen schwanken allerdings sehr stark, da die statistische Erfassung dieser Fälle in vielen betroffenen Staaten mangelhaft ist.
In den Casamance sind die Infektions- und Sterberaten, laut WHO, seit Jahren unverändert hoch. Die finanziellen Mittel zur Eindämmung der Malaria in dieser Region sind seit Jahren sehr gering. Einzig 2009 egagierte sich die WHO mit einem Millionenschweren Gesundheitsprogramm. Hintergrund dieses Engagements waren stark ansteigende Infektionsraten in 2008. Diese internationalen Hilfen wurden seitdem aber wieder zurückgefahren. Signifikant Veränderungen bei den Krankheitsfällen wurden jedoch nicht herbeigeführt. (siehe link)

Da Problem sind Verfügbarkeit und Kosten der Medikamente. Die medikamentöse Malariabehandlung für eine Kind kosten zwischen US$ 10 und 15. Bei durchschnittlich drei jährlichen Infektionen stoßen viele Familien, insbesondere kinderreiche, häufig an finanziellen Grenzen. 
Die Hoffnungen der WHO liegen seit einigen Jahren auf einer traditionellen Heilpflanze, die derzeit das potenteste kurative Malariamittel ist und den Wirkstoff Artemisinin enthält. Die günstigste Herstellungsmethode von Artemisinin ist die Extraktion aus den oberirdischen Pflanzenteilen der Artemisia annua. Der kommerzielle Anbau der Pflanze hat sich in Asien und Afrika als Einkommensquelle für lokale Bevölkerungsgruppen etabliert. Zahlreiche Forschungseinrichtungen, darunter auch die Bill und Melinda Gates Stiftung forschen daran, den Wirkstoffgehalt in den Pflanzen zu erhöhen. Trotz großer Erfolge ist das Angebot des Wirkstoffes in den Ländern des Südens aber geringer als die Nachfrage.
Der chinesische Beifuß (A. annua) wird als Tee seit 340 v. Chr. in der chinesischen Medizin als Therapeutikum gegen Malaria angewendet. Wildpflanzen weisen allerdings entweder einen niedrigen Artemisiningehalt auf oder lassen sich in den Tropen nicht kommerziell anbauen. Durch Hybridzüchtungen ist es allerdings gelungen hohe Konzentrationen von Artemisinin als auch Eigenschaften die den Anbau in den Tropen ermöglichen zu vereinen.

Lange galt das Wissen über die Wirksamkeit dieser Pflanze als verschollen. Erst 1968 wurde diese wiederentdeckt, als die chinesische Regierung eine systematische Suche nach Heilpflanzen aus der Traditionell Chinesischen Medizin vornahm. Denn während des Vietnamkrieges erbat die vietnamesische Regierung Hilfe bei einem Heilmittel gegen Malaria, da mehr nordvietnamesische Soldaten an Malaria verstarben als an kriegerischen Auseinandersetzungen. 1972 konnte Artesiminin zum ersten Mal isoliert und identifiziert werden. Erste klinische Tests folgten 1979.
Erst zu Beginn des 21. Jahrhunderts wurde Artemisinin offiziell von der WHO als Mittel gegen Malaria zugelassen. Der Wirkstoff wurde daraufhin von der Pharmaindustrie patentiert und der kommerzielle Anbau ausgeweitet.
Die Wildformen der A. annua sind nicht an die Umweltbedingungen in den Tropen angepasst und haben einen geringen Anteil an Artemisinin. Die NGO Anamed (Aktion natürlicher Medizin in den Tropen) gelang es 1996 einen Hybriden mit hohem Artemisingehalt und Eignung für den Anbau in den Tropen für den Vertrieb bereitzustellen.

Mit Heilpflanzen helfen

Seit einigen Jahren versucht Sarsarale mit Hilfe von freiwilligen Studenten aus dem Forschungsinstitut DITSL in Witzenhausen die Pflanze an die Umweltbedingungen im Senegal anzupassen. In den vergangenen Jahren gab es in diesem Feld große Fortschritte. Gemeinsam mit lokalen Gesundheitseinrichtungen und Ärzten werden Wirkstoffe aus der Pflanze extrahiert. Dadurch werden einerseits Krankheitsfälle gesenkt und andererseits eine Einkommensmöglichkeit für die lokale Bevölkerung geschaffen.
Aber die Vereinsarbeit konzentriert sich nicht nur auf den Anbau von Malariamitteln. Im Heilpflanzengarten in Kafountine werden zahlreiche unterschiedliche Pflanzen angebaut, die auf unterschiedliche Weise Krankheiten und Beschwerden lindern können. Solange die lokale Bevölkerung keinen Zugriff auf wirksame Medikamente hat, sind diese Heilpflanzen der einzige Weg, um die hohen Krankheitsraten in der Region zu senken und den Menschen vor Ort ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen.

Weiterführende Literatur

Clark, Kim Mahling 2011: Ripe or Rotting: Civil Society in the Casamance Conflict. In: African Conflict & Peacebuilding Review, Volume 1, Number 2, pp. 153-172.

 

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