Posted in WissenschaftAktuell

EU-Gutachten: Fehler bei Verlängerung von AKW-Laufzeiten in Belgien

Zwei Atomreaktoren im belgischen Doel sollen nach Willen der belgischen Regierung bis 2025 in Betrieb bleiben. Bei der Laufzeitverlängerung sind aber offenbar EU-Regeln nicht beachtet worden. (Mehr in: SPIEGEL ONLINE – Wissenschaft)

Posted in WissenschaftAktuell

Vom Werden und Vergehen der High Plains

Einem Buckel des Erdmantels war es zu verdanken, dass sich am Fuss der Rocky Mountains die High Plains bildeten, die für die Biodiversität und die US-Landwirtschaft von grösster Wichtigkeit sind. ETH-Geologe Sean Willett untersuchte mit Kollegen der Universität Nevada, wie sich diese aussergewöhnliche Landschaft entwickelt.
Quelle: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft

Posted in WissenschaftAktuell

Farben: Pink als Wille und Vorstellung

Mädchen mögen Pink, Jungen Blau: Das lernen wir schon im Kindergarten. Teils sind die Präferenzen biologisch erklärbar. Trotzdem ist die Farbwahl nicht vorbestimmt. (Mehr in: ZEIT ONLINE: Mehr aus Forschung und Wissenschaft)

Posted in Technologie

Datenschutz: Google speichert Geodaten von Kunden auch gegen deren Willen

Nutzer sind vor der Sammelwut von Google nicht sicher, auch wenn sie das Speichern ihrer Geodaten abstellen. Das haben Wissenschaftler der Princeton University bestätigt. (Mehr in: ZEIT ONLINE: Alles digital)

Posted in WissenschaftAktuell

Reinhold Messner: Kann man Willensstärke trainieren?

Der Bergsteiger Reinhold Messner gilt als extrem stur. Was er sich in den Kopf gesetzt hat, macht er auch – mit vollem Einsatz, nicht nur im Gebirge. Ein Weg zum Glück? (Mehr in: ZEIT ONLINE: Mehr aus Forschung und Wissenschaft)

Posted in ScienceBeitraege

BepiColombo vor dem Start – Fliegender Wechsel in Maryland

Dann also begann das neue Semester. Wo gerade noch Ruhe in den Fluren herrschte, strömte eine neue Generation an wissbegierigen jungen Menschen durch die Korridore, willens, wieder die alten Grundsatzfragen zu stellen – z.B. nach  … Weiterlesen (Mehr in: BrainLogs)

Posted in ScienceBeitraege

Dressur des demokratischen Willens – Wenn Computeralgorithmen Wahlen entscheiden

Die Mechanismen öffentlicher Aufmerksamkeitserregung und Empörung besitzen eine nicht immer einfach nachvollziehbare Dynamik. Verständlich ist dagegen, dass die Geschäftspraxis der Firma Cambridge Analytica starke öffentliche Abwehrreaktionen hervorrufen. Die Kommentare in Print- und Onlinemedien sind selten … Weiterlesen (Mehr in: BrainLogs)

Posted in Technologie

Koalitionsvertrag: Der Wille ist da, der Weg fehlt aber noch

Im Koalitionsvertrag steht viel darüber, was die regierenden Parteien für die Digitalisierung tun „wollen“ und „werden“. Setzen sie ihre Pläne diesmal besser um als 2013? (Mehr in: ZEIT ONLINE: Alles digital)

Posted in ScienceBeitraege

Indonesien: Land der Vielfalt – Erlebnisbericht

Als Astronomin einmal an einer juristischen Fakultät zu arbeiten: Das hatte ich beim besten Willen nicht erwartet, als ich damals mein Studium begann. In unserer akademischen Kultur war ich – aus Gründen der Jobfindung – … Weiterlesen (Mehr in: BrainLogs)

Posted in WissenschaftAktuell

Warum der Chef immer Schuld ist

Ein Angestellter erhält für positive Konsequenzen seines Handelns deutlich mehr Lob als sein Boss. In einem Experiment von Bochumer und Kölner Forschern kam nun heraus, dass bei der Zuschreibung von Lob und Tadel – anders als bislang angenommen – scheinbar der soziale Status der handelnden Person entscheidend ist und nicht die Tatsache, wie viel Einfluss eine Person auf die Situation genommen hat. Die Ergebnisse beschreiben die Philosophen Prof. Dr. Albert Newen und Pascale Willemsen von der Ruhr-Universität Bochum gemeinsam mit Prof. Dr. Dr. Kai Kaspar von der Universität zu Köln in der Zeitschrift „Philosophical Psychology“.
Quelle: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft

Posted in ScienceBeitraege

Gibt es den freien Willen? Und: Was ist Realität?

Kaum zwei Wochen nachdem die hehren Neujahrs-Vorsätze gefasst wurden, heisst es schon wieder allenthalben: “Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach” [1]. Aber sind wir überhaupt selbst verantwortlich für unsere Willensschwäche? Können wir … Weiterlesen (Mehr in: BrainLogs)

Posted in ScienceBeitraege

Schau mir in die Augen – Hypnose in der Medizin

Viele Mysterien ranken sich um den schlafähnlichen Trancezustand namens Hypnose. Manche werden sich an alte Filme erinnert fühlen, in denen die Bösewichte Uhren pendeln und Unschuldigen ihren Willen aufzwingen. Andere wiederum denken an die zahlreichen … Weiterlesen (Mehr in: BrainLogs)

Posted in WissenschaftAktuell

Machbarkeitsstudie zeigt, dass Tollwut in Afrika beseitigt werden kann

Das Schweizerische Tropen- und Public Health-Institut hat zusammen mit europäischen und afrikanischen Partnern eine Massenimpfung von Hunden im Tschad durchgeführt und die Auswirkungen von Tollwut auf Menschen bestimmt. Dabei wurde eine bio-mathematische Methode zur Einschätzung der Übertragungsdynamik von Tollwut angewendet. Das Forschungsteam kommt zum Schluss, dass eine wirksame Tollwutbekämpfung mit dem politischen Willen und den notwendigen finanziellen Mitteln in Afrika machbar ist.
Quelle: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft

Posted in Technologie

EU-Finanzminister fordern stärkere Besteuerung von Apple und Co.

Initiative

EU-Finanzminister fordern stärkere Besteuerung von Apple und Co.

Geht es nach dem Willen der EU-Finanzminister, sollen Internetkonzerne wie Amazon und Google in Zukunft stärker besteuert werden. Die internationalen Steuerregeln müssten für das Internet-Zeitalter fitgemacht werden.

(Mehr in: COM! – Das Computer Magazin)

Posted in WissenschaftAktuell

Weltklimakonferenz: Klimakanzlerin ohne Kleider

Auf dem Bonner Gipfel bekräftigt Angela Merkel den deutschen Willen zum Klimaschutz. Doch in Berlin handelt sie nicht danach. Ihre Glaubwürdigkeit steht auf dem Spiel. (Mehr in: ZEIT ONLINE: Mehr aus Forschung und Wissenschaft)

Posted in WissenschaftAktuell

Philosophie: "Vergesst den freien Willen!"

Das Bewusstsein sagt uns, wer wir sind. Gleichzeitig ist es erschreckend einfach zu manipulieren. Werden wir je seine Bedeutung verstehen? Vier Forscher diskutierten. (Mehr in: ZEIT ONLINE: Mehr aus Forschung und Wissenschaft)

Posted in WissenschaftAktuell

Die großen Fragen an die Wissenschaft: Was ist das Bewusstsein?

Was ist das Ich? Und was macht einen Menschen aus? Vier Forscher haben über Realität und Illusion, die Seele und den freien Willen debattiert. Das Liveblog zum Nachlesen (Mehr in: ZEIT ONLINE: Mehr aus Forschung und Wissenschaft)

Posted in Technologie

EU-Staaten planen Allianz gegen Niedrigsteuern für Internet-Riesen

Neues europäisches Modell

EU-Staaten planen Allianz gegen Niedrigsteuern für Internet-Riesen

Die Staaten der Europäischen Union sollen nach dem Willen Brüssels eine Allianz gegen Niedrigsteuern für Internet-Konzerne schließen. Die Staats- und Regierungschefs sollen das Vorhaben bereits bei ihrem Treffen in Tallinn vorantreiben.

(Mehr in: COM! – Das Computer Magazin)

Posted in ScienceBeitraege

Das Wahl-Paradoxon, Statistische Mechanik und Wählerwille

Sie wissen noch nicht, welche Partei Sie am 24. September wählen werden? Macht nichts, es spielt keine Rolle. Bei 61,5 Millionen Wahlberechtigten macht Ihre Stimme einen Unterschied von 1,6·10-5 Prozent. Das ist nichts. Sie werden … Weiterlesen (Mehr in: BrainLogs)

Posted in Technologie

Wohin soll’s gehen?

Mit neuen Technologien greifen wir in die Natur ein und formen sie nach unserem Willen. Doch damit ist auch unsere Verantwortung so groß wie nie zuvor. Eine Hilfe für den moralischen Kompass.

(Mehr in: Technology Review)

Posted in ScienceBeitraege

Nochmal Willensfreiheit: Ist es nicht gerade das Wollen, das uns unfrei macht?

content Tun zu können, was man will, ist eine knappe Beschreibung unserer alltäglichen “Freiheit”: die ungehinderte Ausführung der eigenen Handlungsabsichten, Abwesenheit von Zwang oder Behinderung. Die meisten dieser Handlungen folgen dabei vermutlich guten und schlechten Gewohnheiten; … Weiterlesen (Mehr in: BrainLogs)

Posted in ScienceBeitraege

Durch welches Wollen bestimme ich meinen Willen, wenn dieser “frei” wäre?

content Die Frage nach der Willensfreiheit ist ein zentrales Fokusthema für die öffentliche Diskussion um die Hirnforschung und sie bietet immer wieder Anlass für aufgeregte Debatten. Hier soll kurz diskutiert werden, warum die Vorstellung eines “freien” … Weiterlesen (Mehr in: BrainLogs)

Posted in WissenschaftAktuell

Charlie Gard: Sollen Richter entscheiden, was lebenswert ist?

Der europäische Menschenrechtsgerichtshof gibt Ärzten recht, die ein todkrankes Kind sterben lassen wollen – gegen den Willen der Eltern. Das wirft viele Fragen auf. (Mehr in: ZEIT ONLINE: Mehr aus Forschung und Wissenschaft)

Posted in WissenschaftAktuell

Schadstoffe: EU schränkt Luftverschmutzung durch Kraftwerke ein

Gegen den Willen Deutschlands haben die EU-Staaten strengere Auflagen für Kohlekraftwerke durchgesetzt. Die Vorgaben sollen die Luftqualität verbessern und Gesundheitsrisiken senken. (Mehr in: SPIEGEL ONLINE – Wissenschaft)

Posted in ScienceBeitraege

Weil es wichtig ist, was du tust! Wie Sinn motiviert und Lebensfreude schafft

Michaela Brohm-Badry Sinn-Erleben hängt stark mit dem Leistungswillen und intrinsischer Motivation zusammen. Erlebter Sinn stärkt darüber hinaus das Wohlbefinden, die Arbeitszufriedenheit und die Lebensfreude. Daher sollten wir für unsere Lebens- und Arbeitskontexte Antworten auf die … Weiterlesen (Mehr in: BrainLogs)

Posted in WissenschaftAktuell

Augenbewegungen halten Türen für selbstbestimmtes Leben offen

Eine aktuelle Studie der Klinik für Neurologie des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden belegt, dass Patienten, die im fortgeschrittenen Stadium der Amyotrophen Lateralsklerose (ALS) unter dem Locked-in-Syndrom (LIS) leiden, ihre Lebensqualität erheblich besser einschätzen als ihre nächsten Angehörigen. Daraus folgern die Dresdner Wissenschaftler, dass sich Ärzte insbesondere bei Fragen zu lebenserhaltenden oder -ver­längernden Maßnahmen nicht uneingeschränkt auf den durch die Angehörigen geäußerten mutmaßlichen Willen der Betroffenen verlassen können.
Quelle: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft

Posted in WissenschaftAktuell

Sigmund Jähn: Held wider Willen

Bejubelt, verehrt und trotzdem im Westen unbekannt: Zum 80. Geburtstag von Sigmund Jähn, dem ersten Deutschen im All. (Mehr in: ZEIT ONLINE: Mehr aus Forschung und Wissenschaft)

Posted in ScienceBeitraege

Was trägt die Hirnforschung zur Kunst bei? Eine Einladung zum Selberlernen

Willensfreiheit, Moral, Lügendetektion… Das sind nur einige Beispiele für die Felder, in denen sich in den letzten Jahren einige Hirnforscherinnen und Hirnforscher mit weitreichenden Aussagen hervorgetan haben. Nicht weniger als eine Revolution unserer normativen Ordnung … Weiterlesen (Mehr in: BrainLogs)

Posted in ScienceBeitraege

Klimakonferenz in Marrakesch: im Rausch der guten Vorsätze

Die Klimakonferenz 2016 in Marrakesch ist zu Ende. Sie zeigt vor allem, wie entschlossen die Staaten die grausame Wirklichkeit ignorieren, und statt dessen ihren festen Willen feiern, irgendwann aktiv zu werden. Selbst die Journalisten ließen … Weiterlesen (Mehr in: BrainLogs)

Posted in ScienceBeitraege

Wie Selbstoptimierung die Motivation zerstört – und wie man sie zurückgewinnt

Michaela Brohm

Michaela Brohm Blog Selbstoptimierung

Diese wunderbare Botschaft: Erfolg ist simpel, planbar und messbar. Sich Ziele setzen und permanent selbst evaluieren! Am besten mit Trackern auf dem Smartphone oder am Handgelenk. To-Do-Tracker, Abnehm-Tracker, Essens-, Trink- und Sport-Tracker. Und jeden Abend einfach klicken, ob wir unsere Tagesziele auch wirklich erreicht haben. Das motiviert, so die gängige Hypothese, die recht unempirisch daher kommt. Vielmehr scheint es motivationstheoretisch umgekehrt plausibel: Motivation wird durch Tracking eher zerstört – zumindest gilt dieses wohl für intrinsisch motivierte Handlungen.

Motivationsforscher unterscheiden oft zwischen intrinsischer und extrinsischer Motivation. Als „intrinsisch“ wird eine Motivation bezeichnet, wenn die mit ihr verknüpfte Handlung um „ihrer selbst willen ausgeführt wird und nicht wegen (antizipierter) positiver Konsequenzen (Verstärkung). Letzteres bezeichnen wir als extrinsische Motivation“ (Rudolph 2014).

Intrinsische Motivation geht mit der Freude am jeweiligen Tun, mit Interesse an der Sache einher, sie bedarf also keinerlei „intrapsychischer Anstöße, Versprechungen oder Drohungen“ (Deci/Ryan 1993, S. 225), sie ist demnach „autotelisch“ (Csikzentmihaly 1975) und beinhaltet „Neugier, Exploration, Spontaneität und Interesse an den unmittelbaren Gegebenheiten der Umwelt. Evident wird sie im Bestreben, eine Sache voll und ganz zu beherrschen (White 1959) oder im Assimilationsprozess (vgl. Piaget 1971)“ (Deci/Ryan, 1993, S. 225). Eine Sache voll und ganz zu beherrschen – es geht demnach bei der intrinsischen Motivation primär um das Gefühl der Wirksamkeit. Die Wirksamkeit (Kompetenzerleben) ist neben der Autonomie und der sozialen Zugehörigkeit nach Deci/Ryan (1993) einer der stärksten Handlungsenergien.

Ein intrinsisch motiviertes Verhalten wird daher auch nicht mit instrumenteller Absicht durchgeführt „um eine von der Handlung separierte Konsequenz zu erlangen“ (ebd.) – letzteres gilt aber für extrinsisch motivierte Handlungen: Man tut etwas mit einem Grund, der außerhalb des eigenen Selbst liegt (Belohnung, Anerkennung, Abwendung von Nachteilen usw.).

Ich habe eine Zeit lang leidenschaftlich Cello gespielt. Hin und wieder hatte ich keine Lust zu üben und kam so auf die glorreiche Idee, einen Musiktracker zu nutzen, mit dem ich Übezeiten für Tonleitern und einzelne Stücke festhalten konnte – die Bedienung der Start- und Stoptasten durchbrach immer wieder den Übefluss (Flow-Unterbrechung). Es ergaben sich genaue Übeprofile und ich war glücklich über die farbigen Balken auf dem Handy (Belohnung). Und übte ich mal nicht, mahnte mich dieser kleine Haken an der APP: Los jetzt! (externale Kontrolle).

Und, oh Wunder: Es funktionierte, die Motivation stieg – zunächst. Die Übezeiten wurden immer wichtiger: Gestern fast 50 Minuten – gut! Heute über eine Stunde – sehr gut! Nach einigen Wochen jedoch, hatte ich immer weniger Lust, bis ich schließlich ganz aufhörte („Keine Zeit!“ „Zu viel zu tun!“).

Heute habe ich eine Ahnung davon, was passiert ist: Ich hatte meine intrinsische Motivation systematisch zerstört. Meiner Kenntnis nach gibt es zwar noch keine einzige Studie über die Effekte des Trackings auf die intrinsische Motivation, aber die Grundlagenforschung in diesem Bereich ist aufschlussreich und lässt uns plausibel annehmen, dass deren Ergebnisse in unserem Kontext brauchbar sind. „Intrinsisch motivierte Handlungen“ so Deci/Ryan, „ repräsentieren den Prototyp selbstbestimmten Verhaltens. Das Individuum fühlt sich frei in der Auswahl und Durchführung seines Tuns. Das Handeln stimmt mit der Auffassung von sich selbst überein. Die intrinsische Motivation erklärt, warum Personen frei von äußerem Druck und inneren Zwängen nach einer Tätigkeit streben, in der sie engagiert tun können, was sie interessiert“ (ebd., 1993, S. 226).

Nun ist es aber so, dass die intrinsische Motivation abnimmt, wenn der Person extrinsische Belohnungen für das geliebte Verhalten verabreicht werden. Geld, Auszeichnungen, materielle Geschenke usw. wirken kontraproduktiv: In zahlreichen Studien wurde nachgewiesen, dass die Versuchspersonen nachdem sie regelmäßig für ein Verhalten belohnt wurden, welches sie zuvor gerne und häufig gezeigt hatten, dieses Verhalten nach der Belohnungsphase viel seltener zeigen als zuvor („Korrumpierungseffekt“). Berühmt wurde eine Studie an Kindern, die zuvor gerne malten. Als man sie aber für jedes Bild mit Geld belohnte stellte sich nach dem Versuch heraus, dass ihre Lust zu malen stark nachgelassen hatte.

Deci und Ryan (vgl. ebd.) erklären den Korrumpierungseffekt dadurch, dass die extrinsische Belohnung das Gefühl der Selbstbestimmung unterminiere und sich die Person somit kontrolliert fühle. Und Kontrolle wiederum nimmt der Person das für die Motivation so wichtige Gefühl der Selbstbestimmung, der Autonomie also. Menschen haben ein starkes Bedürfnis nach Freiheit – diese ist Grundbedingung der intrinsischen Motivation und je stärker die Freiheit eingeschränkt wird, desto geringer die Motivation.

Dieses gilt aber nur dann, wenn die kontrollierenden Maßnahmen (das Tracking in unserm Fall) von der Person selbst auch wirklich als Druck, als externe Kontrolle, erlebt werden. Rückmeldungen hingegen, die als selbstständigkeitfördernd oder die Wahlfreiheit fördernd erlebt werden, zeigen diese Korrumpierungseffekte nicht oder in geringerem Maße. Zu den Zerstörern zählen insbesondere materielle Belohnungen, Bewertungen (insbes. negative Bewertungen), aufgezwungene Ziele und besonders Auszeichnungen, da sie als eher kontrollierend wahrgenommen werden (Deci/Ryan S. 230). Ist die Belohnung hingegen unerwartet und unregelmäßig, stellen sich auch keine negativen Effekte ein, da man ja nicht um der Belohnung willen gehandelt hat – aber welche APP kann das schon, uns spontan mit Lob überraschen?

Das Angebot von Wahlmöglichkeiten und die Äußerung anerkennender Gefühle (positives Feedback) steigern hingegen die intrinsische Motivation eher, da sie als autonomiefördernd erlebt werden.

Was bedeutet das für unsere trackingbasierten Selbstoptimierung? Also zunächst: Tun wir etwas nicht gerne, ist es also nicht intrinsisch motiviert, schaden Tracker wohl nicht. Tendenziell können sie sogar eher das eigene Verhalten tatsächlich aufrechterhalten oder sogar vorübergehend steigern. Wer ungern seinen Schreibtischstapel abarbeitet findet beim tracken einzelner Arbeitsvorgänge vielleicht Unterstützung.

Mögen wir aber eine Tätigkeit wirklich sehr, lieben wir es tatsächlich zu arbeiten, zu joggen, zu musizieren, Akten zu bearbeiten oder sonstwas, spricht vieles dafür, dass die Sache gefährlich werden könnte, denn das Tracken kann von uns als extrinsische Selbstbelohnung interpretiert werden, die uns durch den Druck, den die Apps aufbauen dazu bringt, nicht mehr das eigentliche Tun zu lieben, sondern uns auf die extrinsischen Belohnungen (Sternchen, Pfeile, Herzchen, statistische Erledigungswerte, geschlossene Kreise usw.) zu fixieren. Und das wäre das Ende des autotelischen Handelns und das Ende des Interesses und der Freude daran.

Plausibilitätsannahmen folgend können wir also festhalten, dass Sport-Watches oder ähnliches gut sind für denjenigen, der NICHT gerne rennt, rudert oder schwimmt. Aber für leidenschaftliche Sportler sind sie ab dem Moment eine Gefahr, ab dem sie als selbstbelohnendes Kontrollinstrumente empfunden werden. („Oh je, der Bewegungskreis ist heute noch nicht geschlossen, und gestanden habe ich auch nicht genug“). Und das Ding fliegt nach einigen Monaten samt unserer Restmotivation in die Ecke. Das Gleiche gilt für alle anderen Tracker wohl auch: Auch wenn dringend empirische Forschung in diesem Bereich notwendig ist, so können wir doch aus  heutigem Kenntnisstand ganz klar ableiten: Selbst das zarteste Pflänzchen intrinsischer Motivation nimmt Schaden, wenn wir daran ziehen. Selbstoptimierungsinstrumente sollten keinesfalls bei Tätigkeiten eingesetzt werden, die wir mögen, die wir lieben, für die wir brennen. 

Irgendwann hatte ich kaum noch Lust zum Celloüben. Ich habe dann damit aufgehört, mein Cellospiel zu vermessen. Vollkommen damit aufgehört. Irgendwann spiele ich heute einfach los. Einfach so. Und ganz allmählich kommt meine Lust am Üben zurück und ich liebe es wieder zunehmend, um der Entwicklungsgefühle und der Klänge selbst willen. Als der große Cellist Pablo Casals im Alter von 93 Jahren gefragt wurde, warum er noch immer drei Stunden am Tag Cello übe, antwortete er schlicht: „I’m beginning to notice some improvement.“ – was für eine Fokussierung auf Wirksamkeit!

Wie schön es ist, ohne Tracker am Arm einfach frei in Sonne und Wind durch die Felder zu laufen und ohne To-Do-Tracker einfach so selbstbestimmt und im Rausch zu arbeiten, das wissen wir noch aus einer anderen Zeit. Es geht darum, uns Zonen der puren Freude zu erhalten und sie vor übergriffigen Selbstoptimierungszwängen standhaft zu verteidigen. Zumindest bei Tätigkeiten, die uns wirklich Freude bereiten. Zumindest das.

Foto: © tashatuvango/Shotshop.com

Literatur

Csikzentmihaly, M.: Beyond boredom and anxiety. San Francisco 1975

Deci, E. /Ryan R.: Die Selbstbestimmungstheorie der Motivation und ihre Bedeutung für die Pädagogik. In: Z.f.Päd, 39. Jg. 1993, Nr. 2., S. 223-238.

Piaget, J.: Biology and knowledge. Chicago 1971.

Rudolph, U. (2014): Intrinsische Motivation. In: Wirtz, M. A. (Hrsg.): Dorsch – Lexikon der Psychologie. 16., vollst. überarb. Auflage. Bern: Hans Huber.

White, R. W.: Motivation reconsidered: The concept of competence. Psychological Review 66 (1959), S. 297-333.

weitere Literatur und Vorträge zu Thema

(Mehr in: BrainLogs)

Posted in ScienceBeitraege

Was Darwin über die Evolution der Religion schrieb – Meine erste Radioproduktion beim Deutschlandfunk

Gestern morgen warf ich mit etwas Herzklopfen das iPod an: Denn zum ersten Mal ging eine Radiosendung in den Stream, zu der ich nicht nur Interview- oder Textbeiträge geliefert hatte. Vielmehr hatte ich auf Einladung der ermutigenden Silvia Becker von der katholischen Hörfunkarbeit beim Deutschlandfunk erstmals als Autor ein eigenes Stück produziert – und den Text im Tonstudio komplett mit Regie, Technikerin und einem Schauspieler als Stimme Darwins aufgenommen. Dieser Rollenwechsel war eine intensive und gute Erfahrung!

Wenn Sie das Ergebnis interessiert, können Sie es in der ARDmediathek zum Hören (als mp3) bis Anfang Febuar 2017 abrufen oder untenstehend lesen.

DLFBlumeEvolutionReligionDarwin0716

Evolution und Religion – Charles Darwin als Theologe

Blume:
Der Vortragssaal der Universität Tübingen war randvoll mit Biologinnen und Biologen aus europäischen Ländern von Island bis Israel. Die European Society for Evolutionary Biology (ESEB) hatte ihre Jahrestagung 2011 in Baden-Württemberg ausgerichtet und eine Idee der Organisatoren war es gewesen, eine Vorlesung zum Thema „Die Evolution der Religion“ anzubieten. Wir wussten nicht, ob überhaupt jemand kommen würde.

Doch sie kamen und kamen. Mein Herz pochte, als ich zum Rednerpult ging. Oft und gerne hatte ich als Religionswissenschaftler vor Kolleginnen und Kollegen der Biologie gesprochen; doch diesmal war vieles anders und alles auf Englisch.

Ich eröffnete meinen Vortrag mit der Ankündigung, dass ich ihnen zur „Evolution der Religion“ die Überlegungen eines Theologen vorstellen würde. Skepsis und Entsetzen machte sich auf den Gesichtern breit; die meisten Biologinnen und Biologen haben von Religionsgelehrten selten Gutes gehört. Doch dann ließ ich hinter mir das Bild des Gelehrten aufscheinen – und die Zurückhaltung, die im Raum quasi physisch zu spüren war, ging in Überraschung und schließlich Gelächter über. Denn hinter und über mir schaute niemand Geringeres in den Saal als der Begründer der Evolutionsbiologie selbst: Charles Darwin!

Ja, es ist wahr. In den meisten Kurzbiografien wird Charles Darwin als „Naturforscher“ vorgestellt. Und bis heute treffe ich auf großes Erstaunen, wenn ich darauf aufmerksam mache, dass der bedeutendste Wissenschaftler des 19. Jahrhunderts einen einzigen Studienabschluss erworben hatte – den eines Bachelors in christlich-anglikanischer Theologie! Darwin schnitt als zehntbester seines Jahrgangs in Cambridge ab und wäre beinahe Landpfarrer geworden. Doch er erbte von seinem Vater ein beträchtliches Vermögen. Und auch Darwins Ehefrau Emma brachte nicht nur ihren christlichen Glauben, sondern auch ein eigenes Vermögen in den Haushalt ein. So kam es, dass Darwin sein Leben lang als wohlhabender „Privatierund Familienvater, als Buchautor und als „Citizen Scientist“ – als ehrenamtlicher Bürgerwissenschaftler – wirken konnte. Im damals sehr interdisziplinären Theologiestudium hatte er die Fähigkeiten erworben, die es ihm ermöglichten, die bedeutendste wissenschaftliche Theorie zur Geschichte des Lebens zu entdecken.

Aber war Darwin denn nicht ein Gegner der Religion, wie sowohl religiöse Fundamentalisten als auch atheistische Religionskritiker immer wieder behaupten?

Oh nein, ganz und gar nicht. Noch in hohem Alter von 70 Jahren, drei Jahre vor seinem Tod, schrieb Darwin einem fragenden Studenten:

Darwin:
„Es scheint mir absurd zu bezweifeln, dass ein Mensch ein entschiedener Theist und ein Evolutionär sein kann. […] In meinen extremsten Schwankungen bin ich nie ein Atheist in dem Sinne gewesen, dass ich die Existenz Gottes geleugnet hätte.“

Blume:
Tatsächlich hatten Darwins spätere Zweifel am christlichen Glauben am wenigsten mit seinen wissenschaftlichen Entdeckungen zu tun. Allerdings konnte er nicht glauben, dass sein Vater und viele seiner nichtreligiösen, aber gutherzigen Freunde in die Hölle wandern würden, wie es die meisten Prediger damals noch lehrten. Und er rang mit der Theodizee-Frage – der Frage, wie ein guter Gott so viel Leid auf der Welt geschehen lassen konnte. Tagebuchaufzeichnungen belegen, dass ihn vor allem die lange Krankheit und der qualvolle Tod seiner Tochter Annie schwer bedrückten. Nach ihrer Beerdigung begleitete er seine Familie noch zum sonntäglichen Kirchgang, nahm aber selbst nie wieder an einem Gottesdienst teil.

Dem christlichen Kollegen und Freund Asa Gray schrieb Darwin:

Darwin:
„Im Hinblick auf die theologische Sicht der Frage; dies ist mir immer schmerzhaft. – Ich bin verunsichert. – Ich hatte nicht die Absicht, atheistisch zu schreiben. Aber ich räume ein, dass ich nicht sehen kann, nicht so klar, wie andere es tun und wie ich es wünschen sollte zu tun, dass es Beweise für Design und Güte auf allen Seiten um uns gebe. Es scheint mir zu viel Elend in der Welt zu geben. […] Auf der anderen Seite kann ich in keiner Weise zufrieden sein, dieses wundervolle Universum und vor allem die Natur des Menschen zu betrachten und zu schließen, dass alles nur Resultat roher Kraft sein würde. Ich tendiere dazu, alles als aus designten Gesetzen resultierend zu betrachten, deren Details, ob gut oder schlecht, dem zur Ausarbeitung überlassen wurde, was wir Zufall nennen. Nicht dass diese Haltung mich vollständig befriedigen würde. Ich empfinde sehr stark, dass dieses ganze Thema zu schwierig für den menschlichen Intellekt ist. Ein Hund könnte ebenso über den Geist Newtons spekulieren. – Lasst jeden Menschen hoffen und glauben, was er kann.“

Blume:
Schließlich erkannte Darwin: Wenn sich der Mensch tatsächlich in seiner Evolutionsgeschichte zu den heutigen Formen entwickelt hatte – dann musste auch die Religion selbst darin entstanden sein! Evolution und Religion waren also nicht nur keine Widersprüche; die Evolution selbst hatte auch den Glauben an höhere Wesen und schließlich an Gott hervorgebracht!

Entsprechend nahm Darwin in sein zweites Hauptwerk – „Die Abstammung des Menschen“ von 1871 – ein eigenes Unterkapitel und mehrere weitere Thesen zur Evolution des Gottesglaubens auf. Er setzte sich dabei mit den Thesen bekannter Theologen, Völkerkundler und Religionswissenschaftler auseinander und entwarf eine Annahme, die sich inzwischen in Grundzügen bestätigt hat!

Demnach sei der Glaube an „unsichtbare und spirituelle Wesenheiten“ aus den normalen sozialen Wahrnehmungen der Menschen entstanden, die damit auch ihre Lebens- und Traumwelt ausdeuteten. Über den Glauben an Geister und Ahnen sei es schließlich zum Glauben an viele Gottheiten und schließlich zur „höchsten Form“ der Religion gekommen: dem Glauben an einen einzigen, guten und gerechten Gott!

Darwin:
„Allem Anscheine nach ist es eine richtigere und wohltuendere Ansicht, dass Fortschritt viel allgemeiner gewesen ist als Rückschritt, dass der Mensch, wenn auch mit langsamen und unterbrochenen Schritten, sich von einem niedrigeren Zustande zu dem höchsten jetzt in Kenntnissen, Moral und Religion erhoben hat. […]

Viele jetzt noch existierende, abergläubische Züge sind Überbleibsel früherer falscher religiöser Ansichten. Die höchste Form der Religion – die großartige Idee eines Gottes, welcher die Sünde hasst und die Gerechtigkeit liebt – war während der Urzeiten unbekannt.“

Blume:
Darwin ging davon aus, dass ein gemeinsamer Glaube an kulturell bestimmte höhere Wesen schon unsere Vorfahren dazu motiviert hatte, sich zu engeren Gemeinschaften zusammenzuschließen und gemeinsame Regeln zu beachten.

Im Gegensatz zu anderen behauptete er dabei nie, dass Moral erst durch Religion möglich werde – moralische Gefühle wie Liebe, Fairness und Mitgefühl hätten sich schließlich bei allen höheren Säugetieren entwickelt und seien daher auch bei allen Menschen anzutreffen. Allerdings könnten Religionen diese allgemeine Moral kulturell aufgreifen und sowohl zu „schrecklichem Aberglauben“ oder auch zu höchster Vollendung führen.

EvolutionundGottesfrageAlle Zitate aus: „Evolution und Gottesfrage. Charles Darwin als Theologe“ (Herder 2013)

Darwin:
„Gutes zu tun in Erwiderung für Böses, den Feind zu lieben, ist eine Höhe der Moralität, von der wohl bezweifelt werden dürfte, ob die sozialen Instinkte für sich selbst uns dahin gebracht haben würden. Notwendigerweise mussten diese Instinkte, in Verbindung mit Sympathie, hoch kultiviert und mit Hilfe des Verstandes, des Unterrichts, der Liebe oder Furcht Gottes erweitert werden, ehe eine solche goldene Regel je hätte erdacht und befolgt werden können.“

Blume:
Daher plädierte Darwin auch nicht dafür, Religion einfach „gut“ oder „schlecht“ zu finden, sondern er erkannte sie als einen Teil der Evolutions-, Natur- und Kulturgeschichte des Menschen. Sie prägte unsere Vergangenheit, unser Werden mit und würde auch in Zukunft eine Rolle spielen.

So beeindruckend und vorausweisend Darwins Theorien zur Evolution von Religion auch waren, so hatte der Gelehrte aus heutiger Sicht jedoch zwei wichtige Faktoren übersehen.

So erkundete er nicht, wie die Menschen sich den „gemeinsamen Glauben“ an die höheren Wesen denn gegenseitig glaubwürdig bezeugen könnten. Heute wissen wir, dass genau dafür so genannte „Credibility enhancing displays“ – Glaubwürdigkeit steigernde Signale – da sind; beispielsweise regelmäßige Gemeinschaftsgottesdienste und -rituale, Opfer sowie religiöse Kleidungs-, Verhaltens- und Speisegebote. Wer sich bereit zeigt, für seinen Glauben Kosten und Mühen, vielleicht gar Leiden oder den Tod auf sich zu nehmen, der signalisiert damit auch die Ernsthaftigkeit seines Glaubens und festigt die Gemeinschaft.

Und diese religiösen Gemeinschaften werden, zweitens, wesentlich auch von Frauen getragen. Erfolgreiche Religionsgemeinschaften zeichnen sich bis heute dadurch aus, dass sie das Leben und die Familie fördern, zum Beispiel durch Ehe- und Familienregeln, den Betrieb von Schulen, Kindergärten, Stiftungen und Krankenhäusern. Entsprechend haben Frömmere quer durch die Weltreligionen auch durchschnittlich mehr Kinder und Enkel – der Goldstandard der Evolution.

In einigen Traditionen – etwa dem katholischen Christentum oder dem Buddhismus – ist es sogar üblich, dass Einzelne aus religiöser Berufung auf eine eigene Familie verzichten, um sich ganz in den lebensförderlichen Dienst der Gemeinschaft zu stellen: etwa durch Streitschlichtung und Heilung, durch Predigt und nicht zuletzt durch Bildung und Betreuung. Von Gewalt sollen sich solche Priester, Mönche und Nonnen eigentlich fernhalten und häufig werden sie respektvoll mit Familienbezeichnungen wie Vater, Mutter oder Schwester angesprochen. Dass Papst – italienisch: Papa! – Franziskus gerade eine eigene Lehrschrift zur Bedeutung der Liebe in Familien veröffentlicht hat, ist daher gut verständlich!

Diesen Aspekt sah Darwin nicht. Er war ein Mann seiner Zeit und ging davon aus, dass die Männer in stetigem, unbarmherzigem Überlebenskampf miteinander stünden und auch der Erfolg von Religionen vor allem darin zu suchen wäre, die stärkeren Kampfgruppen hervorgebracht zu haben. Kinder bekämen die Sieger dann schon von selbst.

Doch schon zu Darwins Lebzeiten gab es eine Frau und Evolutionsforscherin, die ihm mit sehr guten Argumenten widersprach! Die 1825 geborene Antoinette Brown Blackwell (1825 – 1921) hatte sich als eine der ersten US-Amerikanerinnen überhaupt ein Theologiestudium erkämpft und wurde schließlich zur ersten Gemeindepastorin der Vereinigten Staaten. Sie führte außerdem eine glückliche Ehe und wurde sechsfache Mutter, engagierte sich für das Frauenwahlrecht, die Befreiung der Sklaven – und für die Wissenschaften.

Entsprechend war auch sie von der Evolutionstheorie begeistert – aber entsetzt, als sie sah, wie Frauen darin dargestellt wurden. Daher schrieb sie ein eigenes Buch „The Sexes throughout Nature – Die Geschlechter quer durch die Natur“. In diesem Buch wies sie darauf hin, dass Darwin und seine männlichen Kollegen übersahen, dass Evolution nur im Miteinander der Geschlechter funktioniere. So werde der Aufwand für das Aufziehen von Kindern zwischen den Eltern und anderen Personen ganz unterschiedlich verteilt, aber eben immer verteilt. Ohne die Berücksichtigung dieser Dienste am Leben könne die Evolution gar nicht verstanden werden! Brown-Blackwell schickte ein Exemplar ihres Buches an Darwin, der ihr zwar mit wenigen Sätzen dankte, es jedoch leider nie aufgriff und wohl nicht einmal las.

Heute wissen wir, dass Darwins Evolutionsforschung auch zur Religion noch besser geworden wäre, wenn auch damals schon die Stimmen der Frauen gehört worden wäre und er das Miteinander der Geschlechter stärker in den Blick genommen hätte. Es ist eben kein Zufall, das Gottes allererstes Worte an den Menschen, nach jüdischer Zählung auch sein erstes Gebot, lautet: „Seid fruchtbar und mehret euch!

Pflanzen und Tiere brauchen eine solche Aufforderung nicht, ihr Fortpflanzungsverhalten ist biologisch festgeschrieben. Doch unsere Vorfahren überschritten, als sie Menschen wurden, diese Festlegungen – und sie fragen seitdem, wofür sie eigentlich leben, wofür sie sich binden und wofür sie auch noch mühsam Leben schenken sollen.

Die Wissenschaft kennt viele religiöse Traditionen, die über Jahrhunderte hinweg kinderreich und lebendig geblieben sind. Wo immer sich jedoch der religiöse Glauben auflöste, lockerten sich auch die Gemeinschafts- und Familienstrukturen und sank die Kinderzahl bis unter die so genannte „Bestandserhaltungsgrenze“ ab. Der britische Oberrabbiner Jonathan Sacks schrieb gerade auch mit Blick auf die Evolutionsforschung dazu, Religionen stifteten den Generationen übergreifenden „Willen zum Leben“.

Charles Darwin hatte also Recht: Für religiöse Menschen gibt es keinen Grund, sich vor den Erkenntnissen der Wissenschaft und insbesondere der Evolutionsforschung zu fürchten. Religion ist ebenso wie Sprache und Musik ein Teil unserer menschlichen Natur, die wir durch Kultur lebensförderlich, aber leider auch lebensfeindlich ausgestalten können. In jedem Falle aber gilt: Die Evolution selbst hat die Religion, den Glauben an höhere Wesen und schließlich an Gott hervorgebracht.

Schluss…

…hier mit einem Video aus der Wissenssendung Quarks & Co. zum Thema Evolution und Religion:

(Mehr in: BrainLogs)

Posted in WissenschaftAktuell

Freier (Wille) als gedacht

Warum sich freier Wille und das bislang wichtigste Gegen-Experiment der Hirnforschung nicht widersprechen müssen, erklärt ein neues Modell von Freiburger Forschern
Quelle: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft

Posted in WissenschaftAktuell

Nachhaltige Lebensmittel – Mehrwert für Kunden und Gesellschaft

Pressemitteilung vom 13. Juli 2016

Mit dem Fachbuch „CSR und Lebensmittelwirtschaft“ legt der CBS-Professor Dr. Christoph Willers als Buchherausgeber ein weiteres wissenschaftliches Werk der Nachhaltigkeitsreihe im Springer Verlag (Reihenherausgeber CBS-Professor Dr. René Schmidpeter) vor.
Quelle: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft

Posted in WissenschaftAktuell

Geflüchtete: Großer Wille zu studieren oder zu arbeiten, aber auch hohe Hürden

Universität Bielefeld veröffentlicht Ergebnisse einer Umfrage unter Geflüchteten

Wie viele Geflüchtete wollen studieren? Welche Hürden stehen ihnen dabei im Weg? Und in welchen Bereichen möchten sie gerne arbeiten? Nach aktuellem Kenntnisstand gab es bisher zum Bildungsstand und zu den Bildungsinteressen – auch bundesweit – keine umfassende Datenbasis. Der Arbeitskreis Interkulturelles von Bielefeld 2000plus an der Universität Bielefeld stellt nun erstmals Ergebnisse aus einer Umfrage unter geflüchteten Menschen in Bielefeld und Umgebung vor. Das Ergebnis: Der Wille zu studieren oder zu arbeiten ist sehr groß, die Hürden aber auch.
Quelle: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft

Posted in ScienceBeitraege

Ich hasse es, wenn Microsoft Windows 10 gegen meinen Willen installiert

Das sind die typischen Räubermethoden aggressiven Verkaufens, wie sie amerikanische Firmen so lieben. Gangstermethoden – mafiöse Strukturen wie bei der Blatter-FiFa, bei den Doping-Freaks, bei den Wirtschaftsflüchtlingen der Panama Papers und und und. Es ist zum Kotzen. (Mehr in: BrainLogs)