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Fields-Medaillen 2018: Mathe = Männersache?

Tausende Mathematiker treffen sich auf einem Kongress, um ihre größten Talente auszuzeichnen. Und wie fast immer sind es nur Männer, die die renommierte Fields-Medaille bekommen. Warum? (Mehr in: SPIEGEL ONLINE – Wissenschaft)

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Professor über Peter Scholze als Schüler: "So jemanden habe ich noch nie erlebt"

Mit 16 Jahren besuchte Fields-Preisträger Peter Scholze schon Seminare an der Uni. Sein damaliger Betreuer erinnert sich an das mathematische Ausnahmetalent, das alle überragte. (Mehr in: SPIEGEL ONLINE – Wissenschaft)

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Fields-Medaillen für Mathematiker: Deutschland kann mit Sieg rechnen

Anfang August treffen sich Tausende Mathematiker in Rio zur Vergabe der Fields-Medaillen, der höchste Preis ihres Fachgebiets. Als Topfavorit gilt das Bonner Ausnahmetalent Peter Scholze. (Mehr in: SPIEGEL ONLINE – Wissenschaft)

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Walgesänge: So klingt es, wenn Grönlandwale improvisieren

Mit Unterwassermikrofonen kundschaften Forscher den Gesang von Grönlandwalen aus. Ihr Ergebnis: Die Tiere verfügen über beachtliches Improvisationstalent – und können selbst mit einigen Vogelarten mithalten. (Mehr in: SPIEGEL ONLINE – Wissenschaft)

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Verborgene Talente: Mit Bleistift und Papier Wärme in Strom umwandeln

Thermoelektrische Materialien können Wärmeunterschiede zur Stromerzeugung nutzen. Nun gibt es eine preiswerte und umweltfreundliche Lösung, um sie mit einfachsten Zutaten herzustellen: Ein normaler Bleistift, Kopierpapier und ein leitfähiger Kunststofflack reichen aus, um eine Temperaturdifferenz über den thermoelektrischen Effekt in Strom umzuwandeln. Dies hat nun ein Team am Helmholtz-Zentrum Berlin demonstriert.
Quelle: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft

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Das Plantronics Voyager 8200 UC im Praxis-Check

Ein Headset für alle Fälle?

Das Plantronics Voyager 8200 UC im Praxis-Check

Mit dem Voyager 8200 UC hat Plantronics einen Kopfhörer für den Einsatz im Büro und unterwegs entwickelt. Im Praxis-Check muss das Multitalent beweisen, wo seine Stärken liegen.

(Mehr in: COM! – Das Computer Magazin)

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Einstige Talentschmiede: Warum Russland die Top-Mathematiker fehlen

Perelman, Kolmogorow, Markow – die Sowjetunion hat viele Mathegenies hervorgebracht. Heute ist der Glanz der einstigen Kaderschmiede verblasst – aus ganz unterschiedlichen Gründen. (Mehr in: SPIEGEL ONLINE – Wissenschaft)

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"Vogel des Jahres 2018": Es ist ein Star

Der Star ahmt Hundebellen ebenso nach wie Alarmanlagen oder Klingeltöne. Es ist aber nicht sein Talent, das ihn zum „Vogel des Jahres 2018“ macht. Zudem hat das Tier einen schlechten Ruf bei Winzern. (Mehr in: SPIEGEL ONLINE – Wissenschaft)

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Wladimir Wojewodski: Sein größter Fehler machte ihn zum Rebell

Wladimir Wojewodski war ein Ausnahmetalent. Seine Vision: Die Mathematik mithilfe von Computern sicherer machen. Nun ist er mit 51 Jahren gestorben. Eine Würdigung (Mehr in: ZEIT ONLINE: Mehr aus Forschung und Wissenschaft)

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Wladimir Wojewodski: Sein größter Fehler machte ihn zum Rebellen

Wladimir Wojewodski war ein Ausnahmetalent. Seine Vision: Die Mathematik mithilfe von Computern sicherer machen. Nun ist er mit 51 Jahren gestorben. Eine Würdigung (Mehr in: ZEIT ONLINE: Mehr aus Forschung und Wissenschaft)

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Neue Passwort-Empfehlungen aus den USA

Mindestens acht Zeichen

Neue Passwort-Empfehlungen aus den USA

Passwörter schützen Daten, Zahlungsinformationen und private Bilder im Internet. Talentierte Hacker knacken viele Passwörter allerdings im Handumdrehen. Kreative Passphrasen schützen davor besser als komplizierte Zahlen-Buchstaben-Sonderzeichen-Monster.

(Mehr in: COM! – Das Computer Magazin)

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Kakadus passen auf ihre Werkzeuge auf

Nur wenige Tierarten so wie Neukaledonische Krähen oder einige Primaten können Werkzeuge benutzen. Noch weniger können sie sich selbst herstellen. Eine Vogelart, der Goffin-Kakadu schafft es dagegen, sich diese beiden Fähigkeiten ohne Erbanlagen selbst beizubringen. Forschende der Vetmeduni Vienna und der Universität Wien zeigten nun, dass die schlaue Papageienart ein weiteres Talent beim Umgang mit Werkzeugen hat. Die Studie wurde im Fachjournal Animal Behaviour veröffentlicht.
Quelle: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft

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Lenovo Thinkpad X1 Tablet im Test

Multitalent mit kurzer Ausdauer

Lenovo Thinkpad X1 Tablet im Test

Vielseitig, schnell, top ausgestattet – das Lenovo-Tablet Thinkpad X1 erfreut Business-Nutzer. Einzig das relativ hohe Gewicht sowie die schwachbrüstige Akkulaufzeit sorgten im Test für Kritik.

(Mehr in: COM! – Das Computer Magazin)

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Quiz: Sind Sie ein Mathe-Crack?

Diese zehn Aufgaben sollten Sie schaffen, wenn Sie als Mathetalent durchgehen wollen. Begabte Schüler der Klassenstufen 11 bis 13 machen das mit links – wie sieht’s bei Ihnen aus? (Mehr in: SPIEGEL ONLINE – Wissenschaft)

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Benq BL2710PT im Test

Multitalent

Benq BL2710PT im Test

Der Stromspar-Monitor BL2710PT von Benq punktete mit umfangreicher Ausstattung und vielen Funktionen. Die Bildqualität im HD-Modus via VGA kann allerdings nicht überzeugen.

(Mehr in: COM! – Das Computer Magazin)

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Krähen auf Futtersuche: Heute benutze ich den Fleischkratzer

Nicht nur der Heimwerker kann mit Werkzeug umgehen. Auch Vögel sind dazu in der Lage. Ein Experiment zeigt jetzt: Haiwaiikrähen sind echte Naturtalente. (Mehr in: SPIEGEL ONLINE – Wissenschaft)

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Selbstverwirklichung: Das Geheimnis der Resonanz

Sich neu entdecken, seine Talente, sein Selbstbewusstsein – wie geht das? Vielleicht mit dem Draht zur Welt, der Resonanz. Klingt esoterisch? Ist es aber gar nicht. (Mehr in: ZEIT ONLINE: Mehr aus Forschung und Wissenschaft)

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QNAP TS-563 Business-NAS im Test

Multi-Talent

QNAP TS-563 Business-NAS im Test

Der Business-NAS TS-563 von QNAP kombiniert ein funktionsreiches Webinterface mit einem attraktiven Preis. Maximal ist die Lösung auf 168 TByte Speicher skalierbar.

(Mehr in: COM! – Das Computer Magazin)

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Seagate Enterprise NAS HDD im Test

Spezialtalent

Seagate Enterprise NAS HDD im Test

Mit 8 TByte bietet die für den NAS-Einsatz konzipierte Seagate Enterprise NAS HDD derzeit viel Kapazität für relativ wenig Geld. Im Test muss der Speicher zeigen, ob er neben viel Platz auch andere Qualitäten hat.

(Mehr in: COM! – Das Computer Magazin)

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Verriss des Monats: Das Ohr des Bauchs

Wenn es darum geht, sich von der Konkurrenz abzusetzen, wird auch unter der Gürtellinie gearbeitet. Ein kleines Talentiergerät für Ungeborene versucht es dabei mit Musik.

(Mehr in: Technology Review)

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YouTube: Et kütt, wie et klickt

Zehn Milliarden Klicks im Monat: Die sogenannten Multi-Channel-Netzwerke sind die Fußballvereine des Internets, YouTuber wie Simon Unge die Talente, um die geworben wird. (Mehr in: ZEIT ONLINE: Alles digital)

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Paul Ehrlich: Seine magischen Kugeln halfen wirklich

Paul Ehrlich war pedantisch und genial, ein Multitalent der medizinischen Forschung. Was kaum einer weiß: Ohne seine Ideen wären moderne Arzneimittel undenkbar. (Mehr in: ZEIT ONLINE: Mehr aus Forschung und Wissenschaft)

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„Cities: Skylines“: Mit Pixelhäusern den Studentenkredit abzahlen

Talent trifft Arbeitslosigkeit trifft Modding-Kultur: Bryan Shannon bastelt neue Gebäude für die Städtebausimulation „Cities: Skylines“. Die Community belohnt ihn dafür. (Mehr in: ZEIT ONLINE: Alles digital)

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Verriss des Monats: Die Demokratisierung des Goldes

Durch die Digitalisierung war ein maßgeblicher menschlicher Talentbereich vom Verfall bedroht: das Angeben – bis jetzt. Nun hilft die Firma Apple, dass es wieder aufwärts geht.

(Mehr in: Technology Review)

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Methadon: Allroundtalent gegen Hirntumoren

Schmerzmittel sorgt für mögliche Therapieverbesserung
Quelle: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft

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100.000 Euro Start-Up-Förderung für Berliner Wissenschaftlerinnen

Mit den Start-Up-Preisen 2014 fördert die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie gemeinsam mit dem Kompetenznetz Rheuma innovative Forschungsprojekte talentierter Jungwissenschaftler. Je 50.000 Euro erhalten die Berliner Wissenschaftlerinnen Dr. rer. nat. Julia Polansky-Biskup aus dem Deutschen Rheuma-Forschungszentrum und Dr. med. Christina Zielinski aus der Charité. Die Fördermittel sind einem „unconditional grant“ des forschenden Pharmaunternehmens Pfizer zu verdanken.
Quelle: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft

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Kunst: Vielleicht ist das ein echter Neandertaler

Unscheinbare Kerben in einer Steinplatte? Weit gefehlt. Forscher sind überzeugt: Hier schlug ein Neandertaler Kunst in Kalk. So viel Talent hatten ihm wenige zugetraut. (Mehr in: ZEIT ONLINE: Mehr aus Forschung und Wissenschaft)

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Der Countdown läuft

Technology Review schreibt dieses Jahr zum zweiten Mal den Talentwettbewerb „Die besten Innovatoren unter 35“ aus. Die Bewerbungsfrist endet am 22. August.

(Mehr in: Technology Review)

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Niedrige Löhne als Entwicklungschance – Reformen in Kambodscha

KambodschaIm vornehmen Hotel Cambodian in der Landeshauptstadt Pnom Penh wurde heute am 10. Oktober ein wichtiger Baustein für die zukünftige Landesentwicklung des südostasiatischen Königreiches gelegt. Das dänische Unternehmen Go4 Bunker, ein Hersteller für Lösungen in der Gas- und Ölförderung gründet mithilfe eines chinesischen Partners ein neues Unternehmen, dass vor der Küste Kambodschas im Golf von Thailand zahlreiche Öl- und Gasvorkommen nutzbar machen will. Die Milliardeninvestition alleine wäre schon ein großer Erfolg für die kambodschanische Wirtschaft. Die Investoren haben sich allerdings dazu verpflichtet die wirtschaftliche Entwicklung des Landes zu unterstützen, indem sie die Regierung in den Vorbereitungen für die Errichtung der ASEAN Freihandelszone massiv unterstützen, die 2015 nach dem Vorbild der EU in Südostasien errichtet werden soll.
 

von Textilien zu High-Tech – der Klassische Entwicklungspfad

Steigender Löhne in China, Vietnam und Thailand führten in den vergangenen Jahren zu einer Neustrukturierung der Wirtschaftsregion Südostasien. Zahlreiche Produktionsbetriebe wurden über Landesgrenzen in Regionen mit geringeren Produktionskosten verlagert. Arbeitsintensive Industriezweige wie die Textil- oder die Elektronikindustrie sind von dieser Entwicklung relativ früh betroffen, da ein Großteil der Produktionskosten auf Löhne entfällt.

Weitreichende Verlagerungsbewegungen lassen sich derzeit in China beobachten. Steigernde Löhne und hohe Umweltauflagen haben dazu geführt, dass immer mehr Betriebe ihre Produktionsstätten in der Volksrepublik schließen und diese in benachbarte Niedriglohnländer verlagern. Davon sind nicht nur kleinere Betriebe betroffen, sondern die gesamte Wirtschaftsstruktur des Landes. So kündigte beispielsweise der taiwanesische Elektronikgigant Foxconn vor wenigen Wochen die Schaffung von mehr als einer Millionen Arbeitsplätzen in Indonesien an. Ein Großteil dieser wird aber nicht neu geschaffen, sondern aus Fabriken in China verlagert. Indonesien bietet neben niedrigen Mindestlöhnen auch geringere Umweltauflagen. Für Betriebe, die nur mit einer Rendite von wenigen Prozent kalkulieren gibt es keine Alternative, um stabile Preise auf dem Weltmarkt anzubieten.

Von diesen internationalen Verlagerungstendenzen profitieren insbesondere landwirtschaftlich geprägte arme Länder, da sie eine Vielzahl von günstigen Arbeitskräften zur Verfügung stellen können. Der Startschuss der Industrialisierung macht dabei meist die Textilindustrie, da diese sehr anfällig für Lohnschwankungen ist und gleichzeitig geringe technologische Kenntnisse in der Produktion voraussetzt. Aufgrund der Anfälligkeit gegenüber Lohnsteigerungen bleiben den betroffenen Ländern nur wenige Jahre, um ihre Wirtschaft zu reformieren und attraktiv für ausländische Investitionen zu werden.

Kambodscha – der Sprung in den globalen Wettbewerb

Niedrige Löhne und geringe Umweltauflagen in Kambodscha tragen derzeit dazu bei, dass große Textilkonzerne Produktionsstätten im Land errichten. Noch vor wenigen Jahren war Kambodscha nur für den verlustreichen Bürgerkrieg und fantastische Tempelanlagen in Ankor Wat bekannt. Doch nahezu unbemerkt hat sich das 14 Millionen Einwohner zählende Königreich aufgemacht, Armut zu bekämpfen und dabei Wohlstand zu schaffen. Es verwundert nicht, dass die Textilindustrie der wichtigste Wirtschaftszweig im Land ist, das noch vor wenigen Jahren hauptsächlich landwirtschaftlich geprägt war. Bereits 2008 waren in dem südostasiatischen Land schon mehr als 340.000 Menschen in der Textilindustrie beschäftigt(link). Die Asian Development Bank schätzt die durchschnittlichen Wachstumsraten in diesem Sektor auf 7-10% im Jahr. Diese Entwicklung wird Schätzungen zufolge bis spätestens 2015 stabil bleiben.
Ein knappes Zeitfenster also für die kambodschanische Regierung, um langfristige Reformen in Wirtschaft und Gesellschaft auf den Weg zu bringen. Die sprudelnden Steuererlöse aus dem Textilsektor und der Tourismusindustrie müssen also sinnvoll angelegt werden. Wegweisende Schritte in der Korruptionsbekämpfung und im Arbeitsrecht hat die Regierung bereits verabschiedet. Laut Transparency Internation ist das Königreich aber noch immer eines der korruptesten Regime der Welt. Bei genauerer Betrachtung scheint sich in diesem Bereich aber einiges zu tun. Es bleibt abzuwarten, wie sich die staatliche Administration entwickeln wird.

Im gesamten Land herrscht allerdings Aufbruchsstimmung. Der aktuelle Weltentwicklungsbericht der Weltbank listet Kambodscha als eines der wenigen Länder auf, in denen nahezu Vollbeschäftigung herrscht. 2010 betrug die offizielle Arbeitslosenquote nur 1.7% (4% Jugendarbeitslosigkeit), welches im Vergleich zu den Nachbarländern ein fantastischer Wert darstellt. Von den etwa 8 Millionen Menschen im arbeitsfähigen Alter sind allerdings zwei Drittel im informellen Sektor beschäftigt. Aus diesen unsicheren Beschäftigungsverhältnissen drängen die Menschen massiv in den formalen Arbeitsmarkt, hauptsächlich in die Fabriken der Textilindustrie, die diese Arbeitskräfte dankend annimmt.
Die Steuern aus dem Textilsektor lassen im ganzen Land neue Entwicklungsprogramme entstehen, die darauf abzielen die Armut in den ländlichen Regionen zu verringern. Noch immer leben 60% der Kambodschaner auf dem Land und sind direkt oder indirekt abhängig von der landwirtschaftlichen Produktion. Genau darauf zielt die neue landesweite Entwicklungsstrategie. Der General Director der kambodschanischen Nationalbank Nguon Sokha wird auf channelasia.com mit den Worten zitiert.

„One of the priorities of the government is to develop the agriculture sector. At the moment, growth is driven by garment sector, tourism sector and construction. Cambodia is an agriculture land so we need to develop based on our natural resource.“

Und in der Tat scheint diese Strategie zu fruchten. Die Asian Development Bank schätzt, dass der landwirtschaftliche Sektor in Kambodscha in diesem Jahr um 6,5% wachsen wird. Ein solches Wachstum über eine mittelfristige Zeitspanne kann insbesondere für die Landbevölkerung den Unterschied zwischen Hunger und Wohlstand bedeuten. Vor allem, da viele ländliche Gebiete immer noch stark vom Dengue-Fieber und der Malaria betroffen sind und beide Krankheiten sich durch bessere hygienische Verhältnisse und Abwassersysteme einfach minimieren lassen. Ist diese Entwicklung auch über 2015 erfolgreich, stehen dem Land gute Zeiten bevor. Denn mit der Schaffung eines riesigen Binnenmarktes in Südostasien werden auch die Löhne in der ganzen Region dem Wettbewerb ausgesetzt. Die Textilindustrie wird dann aller Wahrscheinlichkeit nach ihre Zelte abbrechen und neue Niedriglohnländer suchen. Wirtschaftliche Reformen in Birma zielen bereits darauf ab, ausländische Investitionen aus diesem Sektor anzuziehen.

Es wird sich zeigen, ob die Gewinne aus der Öl- und Gasindustrie in den kommenden Jahren dazu beitragen den Lebensstandard in Kambodscha zu erhöhen. Die Dänen von Go4 Bunker zielen darauf ab junge kambodschanische Talente nachhaltig zu schulen, damit das technologische Wissen des Textilsektors nicht mit den Fabriken verschwindet, sondern im Land bleibt. Es sind nur noch drei Jahre, damit alle notwendigen Entwicklungsimpulse zu initiieren. Viel Zeit ist dies nicht.

 

Foto: www.pixelio.de

Der Beitrag Niedrige Löhne als Entwicklungschance – Reformen in Kambodscha erschien zuerst auf GEO-LOG.

(Mehr in: GEO-LOG)

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Niedrige Löhne als Entwicklungschance – Reformen in Kambodscha

KambodschaIm vornehmen Hotel Cambodian in der Landeshauptstadt Pnom Penh wurde heute am 10. Oktober ein wichtiger Baustein für die zukünftige Landesentwicklung des südostasiatischen Königreiches gelegt. Das dänische Unternehmen Go4 Bunker, ein Hersteller für Lösungen in der Gas- und Ölförderung gründet mithilfe eines chinesischen Partners ein neues Unternehmen, dass vor der Küste Kambodschas im Golf von Thailand zahlreiche Öl- und Gasvorkommen nutzbar machen will. Die Milliardeninvestition alleine wäre schon ein großer Erfolg für die kambodschanische Wirtschaft. Die Investoren haben sich allerdings dazu verpflichtet die wirtschaftliche Entwicklung des Landes zu unterstützen, indem sie die Regierung in den Vorbereitungen für die Errichtung der ASEAN Freihandelszone massiv unterstützen, die 2015 nach dem Vorbild der EU in Südostasien errichtet werden soll.
 

von Textilien zu High-Tech – der Klassische Entwicklungspfad

Steigender Löhne in China, Vietnam und Thailand führten in den vergangenen Jahren zu einer Neustrukturierung der Wirtschaftsregion Südostasien. Zahlreiche Produktionsbetriebe wurden über Landesgrenzen in Regionen mit geringeren Produktionskosten verlagert. Arbeitsintensive Industriezweige wie die Textil- oder die Elektronikindustrie sind von dieser Entwicklung relativ früh betroffen, da ein Großteil der Produktionskosten auf Löhne entfällt.

Weitreichende Verlagerungsbewegungen lassen sich derzeit in China beobachten. Steigernde Löhne und hohe Umweltauflagen haben dazu geführt, dass immer mehr Betriebe ihre Produktionsstätten in der Volksrepublik schließen und diese in benachbarte Niedriglohnländer verlagern. Davon sind nicht nur kleinere Betriebe betroffen, sondern die gesamte Wirtschaftsstruktur des Landes. So kündigte beispielsweise der taiwanesische Elektronikgigant Foxconn vor wenigen Wochen die Schaffung von mehr als einer Millionen Arbeitsplätzen in Indonesien an. Ein Großteil dieser wird aber nicht neu geschaffen, sondern aus Fabriken in China verlagert. Indonesien bietet neben niedrigen Mindestlöhnen auch geringere Umweltauflagen. Für Betriebe, die nur mit einer Rendite von wenigen Prozent kalkulieren gibt es keine Alternative, um stabile Preise auf dem Weltmarkt anzubieten.

Von diesen internationalen Verlagerungstendenzen profitieren insbesondere landwirtschaftlich geprägte arme Länder, da sie eine Vielzahl von günstigen Arbeitskräften zur Verfügung stellen können. Der Startschuss der Industrialisierung macht dabei meist die Textilindustrie, da diese sehr anfällig für Lohnschwankungen ist und gleichzeitig geringe technologische Kenntnisse in der Produktion voraussetzt. Aufgrund der Anfälligkeit gegenüber Lohnsteigerungen bleiben den betroffenen Ländern nur wenige Jahre, um ihre Wirtschaft zu reformieren und attraktiv für ausländische Investitionen zu werden.

Kambodscha – der Sprung in den globalen Wettbewerb

Niedrige Löhne und geringe Umweltauflagen in Kambodscha tragen derzeit dazu bei, dass große Textilkonzerne Produktionsstätten im Land errichten. Noch vor wenigen Jahren war Kambodscha nur für den verlustreichen Bürgerkrieg und fantastische Tempelanlagen in Ankor Wat bekannt. Doch nahezu unbemerkt hat sich das 14 Millionen Einwohner zählende Königreich aufgemacht, Armut zu bekämpfen und dabei Wohlstand zu schaffen. Es verwundert nicht, dass die Textilindustrie der wichtigste Wirtschaftszweig im Land ist, das noch vor wenigen Jahren hauptsächlich landwirtschaftlich geprägt war. Bereits 2008 waren in dem südostasiatischen Land schon mehr als 340.000 Menschen in der Textilindustrie beschäftigt(link). Die Asian Development Bank schätzt die durchschnittlichen Wachstumsraten in diesem Sektor auf 7-10% im Jahr. Diese Entwicklung wird Schätzungen zufolge bis spätestens 2015 stabil bleiben.
Ein knappes Zeitfenster also für die kambodschanische Regierung, um langfristige Reformen in Wirtschaft und Gesellschaft auf den Weg zu bringen. Die sprudelnden Steuererlöse aus dem Textilsektor und der Tourismusindustrie müssen also sinnvoll angelegt werden. Wegweisende Schritte in der Korruptionsbekämpfung und im Arbeitsrecht hat die Regierung bereits verabschiedet. Laut Transparency Internation ist das Königreich aber noch immer eines der korruptesten Regime der Welt. Bei genauerer Betrachtung scheint sich in diesem Bereich aber einiges zu tun. Es bleibt abzuwarten, wie sich die staatliche Administration entwickeln wird.

Im gesamten Land herrscht allerdings Aufbruchsstimmung. Der aktuelle Weltentwicklungsbericht der Weltbank listet Kambodscha als eines der wenigen Länder auf, in denen nahezu Vollbeschäftigung herrscht. 2010 betrug die offizielle Arbeitslosenquote nur 1.7% (4% Jugendarbeitslosigkeit), welches im Vergleich zu den Nachbarländern ein fantastischer Wert darstellt. Von den etwa 8 Millionen Menschen im arbeitsfähigen Alter sind allerdings zwei Drittel im informellen Sektor beschäftigt. Aus diesen unsicheren Beschäftigungsverhältnissen drängen die Menschen massiv in den formalen Arbeitsmarkt, hauptsächlich in die Fabriken der Textilindustrie, die diese Arbeitskräfte dankend annimmt.
Die Steuern aus dem Textilsektor lassen im ganzen Land neue Entwicklungsprogramme entstehen, die darauf abzielen die Armut in den ländlichen Regionen zu verringern. Noch immer leben 60% der Kambodschaner auf dem Land und sind direkt oder indirekt abhängig von der landwirtschaftlichen Produktion. Genau darauf zielt die neue landesweite Entwicklungsstrategie. Der General Director der kambodschanischen Nationalbank Nguon Sokha wird auf channelasia.com mit den Worten zitiert.

„One of the priorities of the government is to develop the agriculture sector. At the moment, growth is driven by garment sector, tourism sector and construction. Cambodia is an agriculture land so we need to develop based on our natural resource.“

Und in der Tat scheint diese Strategie zu fruchten. Die Asian Development Bank schätzt, dass der landwirtschaftliche Sektor in Kambodscha in diesem Jahr um 6,5% wachsen wird. Ein solches Wachstum über eine mittelfristige Zeitspanne kann insbesondere für die Landbevölkerung den Unterschied zwischen Hunger und Wohlstand bedeuten. Vor allem, da viele ländliche Gebiete immer noch stark vom Dengue-Fieber und der Malaria betroffen sind und beide Krankheiten sich durch bessere hygienische Verhältnisse und Abwassersysteme einfach minimieren lassen. Ist diese Entwicklung auch über 2015 erfolgreich, stehen dem Land gute Zeiten bevor. Denn mit der Schaffung eines riesigen Binnenmarktes in Südostasien werden auch die Löhne in der ganzen Region dem Wettbewerb ausgesetzt. Die Textilindustrie wird dann aller Wahrscheinlichkeit nach ihre Zelte abbrechen und neue Niedriglohnländer suchen. Wirtschaftliche Reformen in Birma zielen bereits darauf ab, ausländische Investitionen aus diesem Sektor anzuziehen.

Es wird sich zeigen, ob die Gewinne aus der Öl- und Gasindustrie in den kommenden Jahren dazu beitragen den Lebensstandard in Kambodscha zu erhöhen. Die Dänen von Go4 Bunker zielen darauf ab junge kambodschanische Talente nachhaltig zu schulen, damit das technologische Wissen des Textilsektors nicht mit den Fabriken verschwindet, sondern im Land bleibt. Es sind nur noch drei Jahre, damit alle notwendigen Entwicklungsimpulse zu initiieren. Viel Zeit ist dies nicht.

 

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Hochbegabung: Die Studentin, die so schlau wie Einstein ist

Abi mit 15 und Auftritt beim „Superhirn“: Die Studentin Julia Wimmer ist hochbegabt. Vieles fliegt ihr zu – doch das Talent hat auch seine Schattenseiten.
Quelle: WELT ONLINE – Wissenschaft

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Mädchen haben weniger Talent?

Haben Mädchen im Schnitt weniger mathematisches Talent als Jungen? Das wurde von Professor Gerhard Roth im Interview in einem aktuellen GEO-kompakt Heft “Intelligenz, Begabung, Kreativität” (Nr. 28 – 09/11) propagiert. Der Kollege Roth ist nicht irgendwer, sondern Leiter des Instituts für Hirnforschung an der Universität Bremen, und laut GEO „einer der renommiertesten deutschen Neurowissenschaftler“. Zusätzlich argumentiert er auch als Präsident der Studienstiftung des Deutschen Volkes.

GEO Kompakt Stopper

Das GEO-Heft hat mir beim Schulvortrag an einem Gymnasium in Berlin eine entrüstete Lehrerin unter die Nase gehalten: und in der Tat, es ist ein Skandal. Der beginnt auf der sechsten Seite des Interviews, wo Herr Roth erstmal mit undifferenzierten, summarischen Urteilen seine eigenen Studienstiftler beleidigt:

Unter den Hochbegabten, mit denen ich es als Präsident der Studienstiftung des deutschen Volkes zu tun habe, befinden sich etwa fünf Prozent “Inselbegabungen”, meist für Musik und Mathematik, und die weisen zum großen Teil soziale Defizite oder Verbalisierungsschwächen auf.        

(Ob er mich auch meint? Jedenfalls habe ich mathematische Begabung mitgebracht, und bin stolz und dankbar für die Förderung durch die Studienstiftung. Meine Verbalisierungsschwächen führe ich hier vor.) Dann generalisiert er ganz unsinnig bei der nächsten Frage nach der Korrelation von mathematischer und musikalischer Begabung:

Ja, die hängen oft zusammen, das ist genetisch bedingt. Die Fähigkeiten werden von eng beieinander liegenden Hirnarealen unterhalb unseres Scheitels hervorgerufen. Diese Regionen haben, wie wir wissen, mit Raumlogik und Raumwahrnehmung zu tun. Viele große Mathematiker waren musikalisch hoch talentiert, viele große Musiker mathematisch exzellent. Einstein etwa, und umgekehrt Bach.        

(Wobei aber Einstein ein miserabler Geiger gewesen sein soll, und ich über die Raumwahrnehmung von Bach nur spekulieren kann.) Aber dann geht’s weiter, und wird nur noch schlimmer. Dann kommt nämlich die Frage nach den geschlechtsspezifischen Begabungen:

In der Tat sind Jungen im räumlichen Bereich und darum mathematisch und musikalisch etwas besser talentiert, es gibt ja auch wenig bedeutende Mathematikerinnen und Komponistinnen. Selbst frühkindliche Förderung holt diese Differenz bei Mädchen offenbar nicht auf. In allen Tests schneiden sie in der räumlichen Vorstellung nicht so gut ab wie die Jungen. Deutlich besser sind Mädchen dagegen bei der Verbalisierung sowie in Hinblick auf ihre sozialen und emphatischen Fähigkeiten, also den Umgang mit anderen Menschen.        

Nächste Frage: “Hat das mit ihren Hirnstrukturen zu tun?” Antwort:        

Ja. Die beiden Sprachzentren, das Wernicke- und das Broca-Areal, sind bei Frauen, jedenfalls statistisch gesehen, größer und besser durchblutet.        

Und gleich weiter, Frage: “Ist vielleicht auch die Intelligenz je nach Geschlecht unterschiedlich entwickelt?”

Das ist ein sehr interessantes Feld. Bis vor fünf Jahren ist weltweit jeder Experte, Mann oder Frau, von einem kleinen, aber robusten Intelligenzunterschied der Geschlechter ausgegangen: Die Frauen lagen vier bis sechs IQ-Punkte hinter den Männern, jedenfalls in der großen Statistik. Seit man aber Mädchen und junge Frauen intensiver fördert, verliert sich das: Der Mittelwert ist kaum noch zu unterscheiden.               

Nun könnte man aber auch sagen, dass diese Entwicklung das Ergebnis eines Artefakts ist: Würden die Jungen genauso gefördert wie vielerorts inzwischen die Mädchen, dann würden sie die wieder überholen.        

Anders gesagt: Jungs sind intelligenter (so um die 4-6 Prozent), aber das wird heutzutage durch besondere Förderung ausgeglichen. Wobei der Herr Professor Roth doch gerade noch behauptet hatte, dass das schwächere mathematische Talent bei Mädchen auch durch Förderung NICHT auszugleichen sei? Die Position ist also nicht konsistent.         

Man müsste eigentlich sofort seinen Rücktritt als Chef der Studienstiftung fordern. Dafür kommen wir aber leider (oder gottseidank) zu spät: der 69-Jährige ist am 2. Dezember 2011 durch den Juristen Professor Dr. Dr. h.c. mult. Reinhard Zimmermann abgelöst worden. Und die Position von Herrn Roth ist auch nicht die Position der Studienstiftung. Antwort auf meine Nachfrage: 

Die Studienstiftung strebt als Förderziel einen Anteil von 50 Prozent Frauen unter den Stipendiaten an (vgl. Jahresbericht 2010, Jahresüberblick unseres Generalsekretärs Dr. Gerhard Teufel, S. 19). Aktuell haben wir einen Förderanteil von 48 Prozent und arbeiten an verschiedene Maßnahmen, um diesen Anteil weiter zu erhöhen.

Die Roth’schen Thesen gehen aber auch von einem biologistischen und einseitigen Begriff von “Talent” aus. Wieso soll “mathematisches Talent” so wesentlich von “Raumlogik und Raumwahrnehmung” abhängen? Und “musikalisches Talent” genauso? Herr Roth hat offenbar nicht begriffen, wie vielfältig Mathematik ist – und wie vielfältig mathematisches Talent ist. 

Auch die statistischen Behauptungen werden in dem Interview ohne Belege und ohne Differenzierungen propagiert. Wen da Details interessieren, der findet eine solide statistische Metastudie zu mathematischen Leistungen (also auch Begabungen?) in einem Aufsatz “Debunking Myths about Gender and Mathematics Performance”, der in der Januarausgabe 2011 der Notices of the American Mathematical Society erschienen ist. Vielfältige Daten und Auswertungen zu verschiedenen populären Hypothesen und Behauptungen – etwa zu der des damaligen Harvard-Präsidenten Lawrence Summers, der 2005 die These öffentlich vortrug, Intelligenz sei bei Männern stärker gestreut als bei Frauen, und daher gäbe unter den Hochbegabten weniger Frauen. 

Und wer den Statistiken nicht traut, der kann am Beispiel lernen. Der erfolgreichste Teilnehmer an den Internationalen Mathematik-Olympiaden aller Zeiten ist Lisa Sauermann aus Dresden (vier mal Gold, einmal Silber)….     

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Mädchen haben weniger Talent?

Haben Mädchen im Schnitt weniger mathematisches Talent als Jungen? Das wurde von Professor Gerhard Roth im Interview in einem aktuellen GEO-kompakt Heft “Intelligenz, Begabung, Kreativität” (Nr. 28 – 09/11) propagiert. Der Kollege Roth ist nicht irgendwer, sondern Leiter des Instituts für Hirnforschung an der Universität Bremen, und laut GEO „einer der renommiertesten deutschen Neurowissenschaftler“. Zusätzlich argumentiert er auch als Präsident der Studienstiftung des Deutschen Volkes.

GEO Kompakt Stopper

Das GEO-Heft hat mir beim Schulvortrag an einem Gymnasium in Berlin eine entrüstete Lehrerin unter die Nase gehalten: und in der Tat, es ist ein Skandal. Der beginnt auf der sechsten Seite des Interviews, wo Herr Roth erstmal mit undifferenzierten, summarischen Urteilen seine eigenen Studienstiftler beleidigt:

Unter den Hochbegabten, mit denen ich es als Präsident der Studienstiftung des deutschen Volkes zu tun habe, befinden sich etwa fünf Prozent “Inselbegabungen”, meist für Musik und Mathematik, und die weisen zum großen Teil soziale Defizite oder Verbalisierungsschwächen auf.        

(Ob er mich auch meint? Jedenfalls habe ich mathematische Begabung mitgebracht, und bin stolz und dankbar für die Förderung durch die Studienstiftung. Meine Verbalisierungsschwächen führe ich hier vor.) Dann generalisiert er ganz unsinnig bei der nächsten Frage nach der Korrelation von mathematischer und musikalischer Begabung:

Ja, die hängen oft zusammen, das ist genetisch bedingt. Die Fähigkeiten werden von eng beieinander liegenden Hirnarealen unterhalb unseres Scheitels hervorgerufen. Diese Regionen haben, wie wir wissen, mit Raumlogik und Raumwahrnehmung zu tun. Viele große Mathematiker waren musikalisch hoch talentiert, viele große Musiker mathematisch exzellent. Einstein etwa, und umgekehrt Bach.        

(Wobei aber Einstein ein miserabler Geiger gewesen sein soll, und ich über die Raumwahrnehmung von Bach nur spekulieren kann.) Aber dann geht’s weiter, und wird nur noch schlimmer. Dann kommt nämlich die Frage nach den geschlechtsspezifischen Begabungen:

In der Tat sind Jungen im räumlichen Bereich und darum mathematisch und musikalisch etwas besser talentiert, es gibt ja auch wenig bedeutende Mathematikerinnen und Komponistinnen. Selbst frühkindliche Förderung holt diese Differenz bei Mädchen offenbar nicht auf. In allen Tests schneiden sie in der räumlichen Vorstellung nicht so gut ab wie die Jungen. Deutlich besser sind Mädchen dagegen bei der Verbalisierung sowie in Hinblick auf ihre sozialen und emphatischen Fähigkeiten, also den Umgang mit anderen Menschen.        

Nächste Frage: “Hat das mit ihren Hirnstrukturen zu tun?” Antwort:        

Ja. Die beiden Sprachzentren, das Wernicke- und das Broca-Areal, sind bei Frauen, jedenfalls statistisch gesehen, größer und besser durchblutet.        

Und gleich weiter, Frage: “Ist vielleicht auch die Intelligenz je nach Geschlecht unterschiedlich entwickelt?”

Das ist ein sehr interessantes Feld. Bis vor fünf Jahren ist weltweit jeder Experte, Mann oder Frau, von einem kleinen, aber robusten Intelligenzunterschied der Geschlechter ausgegangen: Die Frauen lagen vier bis sechs IQ-Punkte hinter den Männern, jedenfalls in der großen Statistik. Seit man aber Mädchen und junge Frauen intensiver fördert, verliert sich das: Der Mittelwert ist kaum noch zu unterscheiden.               

Nun könnte man aber auch sagen, dass diese Entwicklung das Ergebnis eines Artefakts ist: Würden die Jungen genauso gefördert wie vielerorts inzwischen die Mädchen, dann würden sie die wieder überholen.        

Anders gesagt: Jungs sind intelligenter (so um die 4-6 Prozent), aber das wird heutzutage durch besondere Förderung ausgeglichen. Wobei der Herr Professor Roth doch gerade noch behauptet hatte, dass das schwächere mathematische Talent bei Mädchen auch durch Förderung NICHT auszugleichen sei? Die Position ist also nicht konsistent.         

Man müsste eigentlich sofort seinen Rücktritt als Chef der Studienstiftung fordern. Dafür kommen wir aber leider (oder gottseidank) zu spät: der 69-Jährige ist am 2. Dezember 2011 durch den Juristen Professor Dr. Dr. h.c. mult. Reinhard Zimmermann abgelöst worden. Und die Position von Herrn Roth ist auch nicht die Position der Studienstiftung. Antwort auf meine Nachfrage: 

Die Studienstiftung strebt als Förderziel einen Anteil von 50 Prozent Frauen unter den Stipendiaten an (vgl. Jahresbericht 2010, Jahresüberblick unseres Generalsekretärs Dr. Gerhard Teufel, S. 19). Aktuell haben wir einen Förderanteil von 48 Prozent und arbeiten an verschiedene Maßnahmen, um diesen Anteil weiter zu erhöhen.

Die Roth’schen Thesen gehen aber auch von einem biologistischen und einseitigen Begriff von “Talent” aus. Wieso soll “mathematisches Talent” so wesentlich von “Raumlogik und Raumwahrnehmung” abhängen? Und “musikalisches Talent” genauso? Herr Roth hat offenbar nicht begriffen, wie vielfältig Mathematik ist – und wie vielfältig mathematisches Talent ist. 

Auch die statistischen Behauptungen werden in dem Interview ohne Belege und ohne Differenzierungen propagiert. Wen da Details interessieren, der findet eine solide statistische Metastudie zu mathematischen Leistungen (also auch Begabungen?) in einem Aufsatz “Debunking Myths about Gender and Mathematics Performance”, der in der Januarausgabe 2011 der Notices of the American Mathematical Society erschienen ist. Vielfältige Daten und Auswertungen zu verschiedenen populären Hypothesen und Behauptungen – etwa zu der des damaligen Harvard-Präsidenten Lawrence Summers, der 2005 die These öffentlich vortrug, Intelligenz sei bei Männern stärker gestreut als bei Frauen, und daher gäbe unter den Hochbegabten weniger Frauen. 

Und wer den Statistiken nicht traut, der kann am Beispiel lernen. Der erfolgreichste Teilnehmer an den Internationalen Mathematik-Olympiaden aller Zeiten ist Lisa Sauermann aus Dresden (vier mal Gold, einmal Silber)….     

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Mädchen haben weniger Talent?

Haben Mädchen im Schnitt weniger mathematisches Talent als Jungen? Das wurde von Professor Gerhard Roth im Interview in einem aktuellen GEO-kompakt Heft “Intelligenz, Begabung, Kreativität” (Nr. 28 – 09/11) propagiert. Der Kollege Roth ist nicht irgendwer, sondern Leiter des Instituts für Hirnforschung an der Universität Bremen, und laut GEO „einer der renommiertesten deutschen Neurowissenschaftler“. Zusätzlich argumentiert er auch als Präsident der Studienstiftung des Deutschen Volkes.

GEO Kompakt Stopper

Das GEO-Heft hat mir beim Schulvortrag an einem Gymnasium in Berlin eine entrüstete Lehrerin unter die Nase gehalten: und in der Tat, es ist ein Skandal. Der beginnt auf der sechsten Seite des Interviews, wo Herr Roth erstmal mit undifferenzierten, summarischen Urteilen seine eigenen Studienstiftler beleidigt:

Unter den Hochbegabten, mit denen ich es als Präsident der Studienstiftung des deutschen Volkes zu tun habe, befinden sich etwa fünf Prozent “Inselbegabungen”, meist für Musik und Mathematik, und die weisen zum großen Teil soziale Defizite oder Verbalisierungsschwächen auf.        

(Ob er mich auch meint? Jedenfalls habe ich mathematische Begabung mitgebracht, und bin stolz und dankbar für die Förderung durch die Studienstiftung. Meine Verbalisierungsschwächen führe ich hier vor.) Dann generalisiert er ganz unsinnig bei der nächsten Frage nach der Korrelation von mathematischer und musikalischer Begabung:

Ja, die hängen oft zusammen, das ist genetisch bedingt. Die Fähigkeiten werden von eng beieinander liegenden Hirnarealen unterhalb unseres Scheitels hervorgerufen. Diese Regionen haben, wie wir wissen, mit Raumlogik und Raumwahrnehmung zu tun. Viele große Mathematiker waren musikalisch hoch talentiert, viele große Musiker mathematisch exzellent. Einstein etwa, und umgekehrt Bach.        

(Wobei aber Einstein ein miserabler Geiger gewesen sein soll, und ich über die Raumwahrnehmung von Bach nur spekulieren kann.) Aber dann geht’s weiter, und wird nur noch schlimmer. Dann kommt nämlich die Frage nach den geschlechtsspezifischen Begabungen:

In der Tat sind Jungen im räumlichen Bereich und darum mathematisch und musikalisch etwas besser talentiert, es gibt ja auch wenig bedeutende Mathematikerinnen und Komponistinnen. Selbst frühkindliche Förderung holt diese Differenz bei Mädchen offenbar nicht auf. In allen Tests schneiden sie in der räumlichen Vorstellung nicht so gut ab wie die Jungen. Deutlich besser sind Mädchen dagegen bei der Verbalisierung sowie in Hinblick auf ihre sozialen und emphatischen Fähigkeiten, also den Umgang mit anderen Menschen.        

Nächste Frage: “Hat das mit ihren Hirnstrukturen zu tun?” Antwort:        

Ja. Die beiden Sprachzentren, das Wernicke- und das Broca-Areal, sind bei Frauen, jedenfalls statistisch gesehen, größer und besser durchblutet.        

Und gleich weiter, Frage: “Ist vielleicht auch die Intelligenz je nach Geschlecht unterschiedlich entwickelt?”

Das ist ein sehr interessantes Feld. Bis vor fünf Jahren ist weltweit jeder Experte, Mann oder Frau, von einem kleinen, aber robusten Intelligenzunterschied der Geschlechter ausgegangen: Die Frauen lagen vier bis sechs IQ-Punkte hinter den Männern, jedenfalls in der großen Statistik. Seit man aber Mädchen und junge Frauen intensiver fördert, verliert sich das: Der Mittelwert ist kaum noch zu unterscheiden.               

Nun könnte man aber auch sagen, dass diese Entwicklung das Ergebnis eines Artefakts ist: Würden die Jungen genauso gefördert wie vielerorts inzwischen die Mädchen, dann würden sie die wieder überholen.        

Anders gesagt: Jungs sind intelligenter (so um die 4-6 Prozent), aber das wird heutzutage durch besondere Förderung ausgeglichen. Wobei der Herr Professor Roth doch gerade noch behauptet hatte, dass das schwächere mathematische Talent bei Mädchen auch durch Förderung NICHT auszugleichen sei? Die Position ist also nicht konsistent.         

Man müsste eigentlich sofort seinen Rücktritt als Chef der Studienstiftung fordern. Dafür kommen wir aber leider (oder gottseidank) zu spät: der 69-Jährige ist am 2. Dezember 2011 durch den Juristen Professor Dr. Dr. h.c. mult. Reinhard Zimmermann abgelöst worden. Und die Position von Herrn Roth ist auch nicht die Position der Studienstiftung. Antwort auf meine Nachfrage: 

Die Studienstiftung strebt als Förderziel einen Anteil von 50 Prozent Frauen unter den Stipendiaten an (vgl. Jahresbericht 2010, Jahresüberblick unseres Generalsekretärs Dr. Gerhard Teufel, S. 19). Aktuell haben wir einen Förderanteil von 48 Prozent und arbeiten an verschiedene Maßnahmen, um diesen Anteil weiter zu erhöhen.

Die Roth’schen Thesen gehen aber auch von einem biologistischen und einseitigen Begriff von “Talent” aus. Wieso soll “mathematisches Talent” so wesentlich von “Raumlogik und Raumwahrnehmung” abhängen? Und “musikalisches Talent” genauso? Herr Roth hat offenbar nicht begriffen, wie vielfältig Mathematik ist – und wie vielfältig mathematisches Talent ist. 

Auch die statistischen Behauptungen werden in dem Interview ohne Belege und ohne Differenzierungen propagiert. Wen da Details interessieren, der findet eine solide statistische Metastudie zu mathematischen Leistungen (also auch Begabungen?) in einem Aufsatz “Debunking Myths about Gender and Mathematics Performance”, der in der Januarausgabe 2011 der Notices of the American Mathematical Society erschienen ist. Vielfältige Daten und Auswertungen zu verschiedenen populären Hypothesen und Behauptungen – etwa zu der des damaligen Harvard-Präsidenten Lawrence Summers, der 2005 die These öffentlich vortrug, Intelligenz sei bei Männern stärker gestreut als bei Frauen, und daher gäbe unter den Hochbegabten weniger Frauen. 

Und wer den Statistiken nicht traut, der kann am Beispiel lernen. Der erfolgreichste Teilnehmer an den Internationalen Mathematik-Olympiaden aller Zeiten ist Lisa Sauermann aus Dresden (vier mal Gold, einmal Silber)….     

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