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Wie Lärchen den hohen Norden Sibiriens erobern

Rekonstruktion der Entwicklung riesiger Lärchenwälder Sibiriens: Verbreitungsgrenzen verschiedener Lärchenarten nicht überwiegend vom Klima bestimmt
Quelle: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft

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Verkauf an Großaquarien: Tierschützer kritisieren "Wal-Gefängnis" in Russland

Im Nordosten Sibiriens werden laut Greenpeace rund hundert Wale in Gefangenschaft gehalten – sie sollen an Großaquarien verkauft werden. Journalisten gelang es, die Anlage zu fotografieren. (Mehr in: SPIEGEL ONLINE – Wissenschaft)

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Tauender Permafrostboden führt zu steigenden Treibhausgasemissionen der sibirischen Flüsse

Permafrostböden speichern große Mengen an gefrorenem Kohlenstoff und spielen eine wichtige Rolle bei der Regulierung des Erdklimas. In einer in „Nature Geoscience“ veröffentlichten Studie zeigen Forscher der Humboldt-Universität zu Berlin (HU) in Zusammenarbeit mit einem internationalen Team, dass die Treibhausgasemissionen von Flüssen in Gebieten Sibiriens, in denen der Permafrost auftaut, am höchsten sind.
Quelle: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft

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Fehlender Frost: Forscher finden Fohlen-Fossil

Immer häufiger gibt der tauende Permafrostboden in Sibirien Fossile frei – der Fund eines perfekt konservierten Fohlens schürt wieder Hoffnungen, ausgestorbene Tiere zu klonen. (Mehr in: SPIEGEL ONLINE – Wissenschaft)

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Mutter Neandertalerin, Vater Denisovaner!

Bis vor etwa 40.000 Jahren lebten wenigstens zwei Homininen-Gruppen in Eurasien – Neandertaler im Westen und Denisovaner im Osten. Forschende am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie (MPI-EVA) in Leipzig sequenzierten nun das Genom eines Individuums aus Sibirien und entdeckten, dass die Mutter dieser vorgeschichtlichen Frau eine Neandertalerin und ihr Vater ein Denisovaner gewesen ist.
Quelle: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft

Posted in Technologie

Ein schwimmendes Kernkraftwerk für Sibirien

Seit Jahrzehnten treiben kleine Kernreaktoren in Flugzeugträgern, Eisbrechern und U-Booten durch die Weltmeere. Die gleiche Technologie legt nun die Basis für schwimmende Kernkraftwerke, die entlegene Regionen mit Strom versorgen sollen.

(Mehr in: Technology Review)

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Elfenbein im Permafrostboden: Die Mammutgräber von Sibirien

In der Wildnis Russlands liegt ein Schatz verborgen: Millionen Mammutstoßzähne, von der Kälte konserviert. Die Suche nach dem Elfenbein ist gefährlich – doch der Verkauf extrem lukrativ. (Mehr in: SPIEGEL ONLINE – Wissenschaft)

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Klimawandel: Die Arktis glüht

Am Nordpol ist es so warm, Forschern gehen für ihre Grafiken die Rottöne aus. Das Eis wächst so langsam, wie nie zuvor gemessen. Gleichzeitig friert Sibirien zu. (Mehr in: ZEIT ONLINE: Mehr aus Forschung und Wissenschaft)

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Vogelgrippe: H5N8-Erreger kommt offenbar mit Zugvögeln aus Russland

Wildtiere aus Zentralrussland, Sibirien und der Mongolei haben offenbar den neuen Vogelgrippe-Erreger nach Europa gebracht. Die Situation könnte sich weiter verschärfen. (Mehr in: ZEIT ONLINE: Mehr aus Forschung und Wissenschaft)

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Nach Anthrax-Ausbruch: 250.000 Rentiere sollen in Sibirien getötet werden

(Mehr in: RSS-Feed Wissenschaft – die neusten Meldungen zum Thema Wissenschaft von STERN.DE)

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Nordpolarmeer: Eisbären belagern Wissenschaftler

Auf einer kleinen Insel in Sibirien haben Eisbären die Unterkunft einer Gruppe Wetterforscher umzingelt. Ein Hund überlebte den Angriff nicht, die Menschen bekamen Hilfe aus der Luft. (Mehr in: SPIEGEL ONLINE – Wissenschaft)

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Russland: Zwölfjähriger an Milzbrand gestorben

Jahrelang war Anthrax in Sibirien inaktiv, nun haben milde Temperaturen zu einem Ausbruch geführt. Der Gouverneur rief den Notstand aus, 70 Menschen werden behandelt. (Mehr in: ZEIT ONLINE: Mehr aus Forschung und Wissenschaft)

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„Tatort“-Faktencheck: Fliegenpilz-Dröhnung durch Urin?

Im „Tatort“ aus Münster sammelt Thiels Vater Fliegenpilze und behauptet, dass Menschen in Sibirien den Urin von halluzinierenden Schamanen tranken, um selbst high zu werden. Wirklich? (Mehr in: SPIEGEL ONLINE – Wissenschaft)

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Kosmodrom Wostotschnij: Putins Weltraumbahnhof hat ein Problem

Das Kosmodrom in Sibirien ist ein Prestigeprojekt von Wladimir Putin. Nun soll die erste Rakete starten. Doch es wird noch Jahre dauern, bis Menschen von hier ins All fliegen. (Mehr in: SPIEGEL ONLINE – Wissenschaft)

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Eismumie: Sasha, das Wollnashorn

Wollnashörner sind ausgestorben. Im Frostboden Sibiriens haben Jäger ein kleines Exemplar entdeckt. Jetzt gibt es erste Erkenntnisse über sein Leben. (Mehr in: SPIEGEL ONLINE – Wissenschaft)

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Spektakulärer Fund in Sibirien: Wollnashorn schlummerte 45.000 Jahre im sibirischen Permafrostboden

(Mehr in: RSS-Feed Wissenschaft – die neusten Meldungen zum Thema Wissenschaft von STERN.DE)

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Wie die Taiga das Weltklima verändert

Botanikerin der Universität Jena analysiert die Folgen von Waldbränden in Sibirien
Quelle: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft

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Raumfahrt: Russische Rakete über Sibirien abgestürzt

Zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen muss die russische Raumfahrt den Absturz einer Rakete verkraften. Auf der ISS misslang ein Manöver – der Motor sprang nicht an. (Mehr in: ZEIT ONLINE: Mehr aus Forschung und Wissenschaft)

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Raumfahrt: Russische Trägerrakete soll in Sibirien abgestürzt sein

Sie sollte einen mexikanischen Satelliten ins All bringen, stürzte aber kurz nach dem Start ab: Laut einem Bericht der russischen Nachrichtenagentur Interfax ist eine Proton-M-Trägerrakete im Süden Sibiriens niedergegangen. (Mehr in: SPIEGEL ONLINE – Wissenschaft)

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Video: Riesiger Krater in Sibirien: Mysteriöses Erdloch gibt Forschern weiter Rätsel auf

Ein Durchmesser von 80 bis 100 Meter – das ist kein Fußballplatz, sondern ein mysteriöses Erdloch auf der sibirischen Halbinsel Yamal. Woher es stammt? Ein sogenannter Pingo soll schuld sein. (Mehr in: RSS-Feed Wissenschaft – die neusten Meldungen zum Thema Wissenschaft von STERN.DE)

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Sibirischer Sensationsfund: Sascha, das Wollnashorn aus dem Eis

Über Jahrtausende steckte der Kadaver eines kleinen Wollnashorns im Permafrostboden Sibiriens. Nun haben Jäger die gut erhaltenen Überreste entdeckt. (Mehr in: RSS-Feed Wissenschaft – die neusten Meldungen zum Thema Wissenschaft von STERN.DE)

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Sibirischer Sensationsfund: Sascha, das Wollnashorn aus dem Eis

Über Jahrtausende steckte der Kadaver eines kleinen Wollnashorns im Permafrostboden Sibiriens. Nun haben Jäger die gut erhaltenen Überreste entdeckt. (Mehr in: RSS-Feed Wissenschaft – die neusten Meldungen zum Thema Wissenschaft von STERN.DE)

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Fotos aus der Tiefe: Forscher klettern in Sibiriens mysteriösen Krater

Riesige Krater in Sibirien haben im Sommer weltweit Aufsehen erregt. Jetzt sind Forscher in eines der Erdlöcher geklettert, um seine Entstehung zu enträtseln. Der Energiekonzern Gazprom soll bereits ein Geschäft wittern. (Mehr in: SPIEGEL ONLINE – Wissenschaft)

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Vogelgrippe in den Niederlanden: 43.000 Legehennen müssen getötet werden

Der nächste Vogelgrippe-Fall in den Niederlanden: 43.000 Legehennen müssen getötet werden. Forscher vermuten mittlerweile, dass die nach Europa eingeschleppten Viren in Sibirien auf Zugvögel übertragen wurden. (Mehr in: SPIEGEL ONLINE – Wissenschaft)

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Erdloch in Sibirien: Forscher untersuchen 40-Meter-Krater

Erstmals haben Forscher einen mysteriösen 40-Meter-Krater untersucht, der in Sibirien entdeckt wurde. An Aliens oder einen Meteoriten glauben sie nicht. Sie halten das Loch für ein Naturphänomen. (Mehr in: RSS-Feed Wissenschaft – die neusten Meldungen zum Thema Wissenschaft von STERN.DE)

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Loch in Sibirien: Mysteriöser Krater enthält hohe Methan-Konzentration

Das Rätsel um den Krater in Sibirien scheint gelöst: Messungen haben den Verdacht erhärtet, dass eine Methanexplosion das Loch in die Erde gerissen hat. Und es ist nicht das einzige. (Mehr in: SPIEGEL ONLINE – Wissenschaft)

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80-Meter-Krater: Rätselraten um riesiges Loch in Sibirien

Es ist 80 Meter im Durchmesser und so tief, dass man aus der Luft den Boden nicht sieht: In Sibirien hat sich ein gigantisches Loch aufgetan. Laut Medienberichten soll nun ein Forscherteam das rätselhafte Phänomen untersuchen. (Mehr in: SPIEGEL ONLINE – Wissenschaft)

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Goldrausch in der Arktis

Es ist schon einige Monate her, da bestätigte der Weltklimarat eine längst bekannte Tatsache: die Temperaturen werden global ansteigen. Alle Modelle zeigen, dass der Klimawandel regional höchst unterschiedlich ausfallen wird. Insbesondere in den nördlichen Polarregionen werden milde Sommer und nicht mehr ganz so kalte Winter die Regel werden. Die Auswirkungen auf die fragilen Ökosysteme im hohen Norden sind nicht abzusehen. Während die medialen Diskussionen noch immer um die Frage kreisen, wie ein Ansteigen der globalen Temperaturen abzuwenden ist, bereiten sich Investoren und Unternehmen bereits auf einen wahren Goldrausch vor. In Canada, Russland, Norwegen, Island und den USA eröffnen sich gerade Möglichkeiten, die sprudelnde Gewinne bedeuten können.
Im vergangenen Sommer habe ich mit großem Interesse die Nachrichtenlage in der Arktis verfolgt. Und die hatten es in sich. Nicht ohne Grund reagierte Russland so heftig auf die Proteste von Greenpeace, die gegen eine Ausweitung der Öl- und Gasförderung in der Barent See protestierten, denn die Industrie hat großes in der Region vor. Eine Bedrohung für die fragilen Ökosysteme sei die Rohstoffförderung, so Greenpeace. Durch höhere Temperaturen tauen die Permafrostböden auf und zahlreiche Rohstoffquellen werden für die Industrie nutzbar.

Aber auch anderen Meldungen hatten zeigen, wie sich die Interessenlage in der Region entwickelt. China und Indien sind beispielsweise dem Arktischen Rat beigetreten und besitzen nun Beobachterstatus. Und dass, obwohl diese Länder ihre Grenzen fern ab der Arktis haben. Dafür bestehen große wirtschaftliche Interessen im Nordpolarmeer. Und als Wirtschaftshandelsmacht des 21. Jahrhundert kann man es sich nicht leisten, diesem Spiel fern zu bleiben.
Auch hat das erste Containerschiff die Nordostpassage von China nach Rotterdam durchquert. Es sind diese vereinzelten Meldungen, die oberflächlich betrachtet nur wenig gemeinsam haben. Doch sie zeigen, dass sich in der Arktis große Veränderungen anbahnen und eine neue Ära beginnt. Höhere Temperaturen drängen Eisschilde und Permafrostböden in großem Maßstab nach Norden. Ungesehen haben sich bereits alle großen politischen und ökonomischen Akteure in Stellung gebracht. Während die ökologischen Folgen durch diesen fundamentalen Wandel noch gar nicht abschätzbar sind, wachsen die wirtschaftlichen Interessen bereits in den Himmel. Schon lange liegen Pläne für die wirtschaftliche Nutzung in den Schubladen der arktischen Anrainerstaaten. Zwei zentrale Themen sind es, die in den nächsten Jahren (Dekaden) die Entwicklung der Region maßgeblich beeinflussen werden: Rohstoffe und Handelsrouten.

Der Schatz im Boden
Unter den Permafrostböden liegen wahre Schätze. Die Menschheit war bisher noch nicht in der Lage, größere Rohstoffvorkommen in der Arktis auszubeuten. Der U.S. Geological Survey schätzt, dass sich fast ein Viertel aller unentdeckten Erdöl- und –gasvorkommen in den Gebieten der Arktis befinden.
Bereits heute produziert die Arktis schon große Mengen an Öl und Gas. Die beiden  Hotspots der Exploration liegen in Westsibirien und in Alaska. Die Arktischen Erdöl- und Gasfelder produzieren aktuell 10,5% der globalen Erdölfördermenge und 25,5% der weltweiten Erdgasproduktion. Doch es liegt noch viel mehr unter den Permafrostböden. Die Arktis könnte sich zu einer zweiten Golfregion entwickeln.
Durch den starken Anstieg der Temperaturen in dieser Region wird es möglich sein, Vorkommen auszubeuten, die vorher nur unter höchsten technischen Einsatz nutzbar waren. Durch geringere Temperaturen und längere Sommer interessieren sich mittlerweile alle großen Rohstoffproduzenten für Lizenzen im hohen Norden.

Shell hat bereits 5 Milliarden US $ in Explorationsvorhaben in der Chukchi See (Alaska) investiert, während die schottische Firma Cairn Energy mehr als 1 Milliarde in Grönland ausgibt. In Russland stehen bereits Gazprom und Rosneft davor, Milliardenschwere Investitionen zu tätigen, um schwer erreichbare Öl- und Gasfelder auszubeuten. Als Partner dienen ConocoPhillips, ExxonMobile, Eni, Statoil und andere. Es sind bereits alle wichtigen Player vor Ort und teilen sich diesen Schatz untereinander auf.
Aber nicht nur die traditionelle Erdöl- und Gasförderung ist in der Arktis zu beobachten. In Sibirien, Alaska und Canada werden derzeit neue Fracking-Methoden im großen Stil getestet. Großer Gegenwind aus der Bevölkerung ist nicht zu erwarten, denn diese Regionen sind zumeist nur spärlich besiedelt.
Ein regelrechter Goldrausch nach wertvollen Mineralien und Erzen ist derzeit von Alaska bis Russland im Gange. Die weltweit produktivste Zink-Mine befindet sich bereits in Nordalaska und die produktivste Nickelmine in Nordrussland. Die aktuellen Rohstoffförderzahlen sind beeindruckend. Bereits heute produziert die Arktis 40% des globalen Palladiums, 20% aller Diamanten, 15% des Platins und 11% des Cobalts. In Alaska sind schon mehr als 100 Lagerstätten seltener Erden entdeckt worden, deren Nutzung aktuell vorbereitet werden. Steigen die Temperauren in der Region weiter an, werden mit der Zeit immer mehr Lagerstätten ökonomisch und technisch nutzbar. Sollte der nächste Sommer so warm werden wie der vergangene, werden wir 2014 von zahlreichen Investitionsvorhaben großer Rohstoffunternehmen in der Arktis hören.
Gleichzeitig spielt sich aber auch eine ökologische Katastrophe ab. Die borealen Nadelwälder, die aktuell noch 8% der globalen Waldfläche ausmachen, wandern nach Norden. Da irgendwann das Land endet, bedeutet dies, dass große Waldflächen einfach verschwinden. Und mit ihnen zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Dass die Unternehmen nicht gerade zimperlich im Umgang mit unberührten Waldgebieten sind, zeigt die Ölschieferförderung in Canada. Für die Förderung dieser Ölsande werden große Waldflächen unberührten Waldes gerodet. Rücksicht auf die empfindlichen Ökosysteme wird selten genommen.

Handelsrouten
Die Schifffahrtsroute durch das Nordpolarmeer beflügelt schon sehr lange den Welthandel. Durch eine eisfreie Nordostpassage sinkt die Transportzeit zwischen Shanghai und Rotterdam von derzeit 48 auf 35 Tage. Für den globalen Handel eine enorme Kostenersparnis. Die schwierige politische Situation in Somalia und in Ägypten könnte so wenigstens im Sommer umgangen werden, da die arktischen Anrainerstaaten derzeit politisch und finanziell noch relativ sicher sind. Bei dieser Gelegenheit möchte ich den sehenswerten Film Captain Phillips empfehlen, der die Piraterie am Horn von Afrika eindrucksvoll darstellt.
Bereits 2010 sind zum ersten Mal in der Geschichte vier kommerzielle Schiffe durch die Nordwestpassage der kanadischen Arktis gefahren. 2011 waren es bereits 34 Schiffe und im arktischen Sommer 2012 schon 46. Ähnliche Beobachten lassen sich auf der Nordostpassage machen. Russland bereitet sich derzeit intensiv auf einen anwachsenden Seeverkehr vor. Das russische Ministerium für Transport hat eine Behörde in Moskau geschaffen, die die Wasserwege vor den Küsten Nordrusslands überwachen soll. Aktuell stellt die Behörde zwar nur wenige Genehmigungen aus und versorgt Schiffe mit aktuellen Wetterinformationen, doch es wird aufgerüstet. Vor den Küsten Russlands entsteht ein engmaschiges Netz modernen Wetter- und Navigationsbojen.

Das vollkommende Abschmelzen der Polkappen liegt zwar noch in weiter Ferne, doch es scheint bei anhaltendem Trend möglich, dass die Arktis ab 2035 in den Sommermonaten relativ eisfrei sein wird. 2012 war bereits der wärmste Sommer seit Aufzeichnungsbeginn in Grönland, Nordkanada und Alaska. Aufgrund der geographischen Lage, könnten sich Städte wie Reykjavik und Anchorage in globale Rohstoffhandels- und Finanzplätze verwandeln. Die Dubai‘s und Singapore’s des 21. Jahrhundert.

Der Managing Director of CargoMetrics und Mitbegründer der Nichtregierungsorganisation ArcticCircle hat im letzten Jahr einen vielbeachteten Artikel in der Foreign Affairs geschrieben. Eine seiner Grundaussagen lautete: „Like it or not, the Arctic is open for business, and governments and investors have every reason to get in on the ground floor“.

Der Beitrag Goldrausch in der Arktis erschien zuerst auf GEO-LOG.

(Mehr in: GEO-LOG)

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Goldrausch in der Arktis

Es ist schon einige Monate her, da bestätigte der Weltklimarat eine längst bekannte Tatsache: die Temperaturen werden global ansteigen. Alle Modelle zeigen, dass der Klimawandel regional höchst unterschiedlich ausfallen wird. Insbesondere in den nördlichen Polarregionen werden milde Sommer und nicht mehr ganz so kalte Winter die Regel werden. Die Auswirkungen auf die fragilen Ökosysteme im hohen Norden sind nicht abzusehen. Während die medialen Diskussionen noch immer um die Frage kreisen, wie ein Ansteigen der globalen Temperaturen abzuwenden ist, bereiten sich Investoren und Unternehmen bereits auf einen wahren Goldrausch vor. In Canada, Russland, Norwegen, Island und den USA eröffnen sich gerade Möglichkeiten, die sprudelnde Gewinne bedeuten können.
Im vergangenen Sommer habe ich mit großem Interesse die Nachrichtenlage in der Arktis verfolgt. Und die hatten es in sich. Nicht ohne Grund reagierte Russland so heftig auf die Proteste von Greenpeace, die gegen eine Ausweitung der Öl- und Gasförderung in der Barent See protestierten, denn die Industrie hat großes in der Region vor. Eine Bedrohung für die fragilen Ökosysteme sei die Rohstoffförderung, so Greenpeace. Durch höhere Temperaturen tauen die Permafrostböden auf und zahlreiche Rohstoffquellen werden für die Industrie nutzbar.

Aber auch anderen Meldungen hatten zeigen, wie sich die Interessenlage in der Region entwickelt. China und Indien sind beispielsweise dem Arktischen Rat beigetreten und besitzen nun Beobachterstatus. Und dass, obwohl diese Länder ihre Grenzen fern ab der Arktis haben. Dafür bestehen große wirtschaftliche Interessen im Nordpolarmeer. Und als Wirtschaftshandelsmacht des 21. Jahrhundert kann man es sich nicht leisten, diesem Spiel fern zu bleiben.
Auch hat das erste Containerschiff die Nordostpassage von China nach Rotterdam durchquert. Es sind diese vereinzelten Meldungen, die oberflächlich betrachtet nur wenig gemeinsam haben. Doch sie zeigen, dass sich in der Arktis große Veränderungen anbahnen und eine neue Ära beginnt. Höhere Temperaturen drängen Eisschilde und Permafrostböden in großem Maßstab nach Norden. Ungesehen haben sich bereits alle großen politischen und ökonomischen Akteure in Stellung gebracht. Während die ökologischen Folgen durch diesen fundamentalen Wandel noch gar nicht abschätzbar sind, wachsen die wirtschaftlichen Interessen bereits in den Himmel. Schon lange liegen Pläne für die wirtschaftliche Nutzung in den Schubladen der arktischen Anrainerstaaten. Zwei zentrale Themen sind es, die in den nächsten Jahren (Dekaden) die Entwicklung der Region maßgeblich beeinflussen werden: Rohstoffe und Handelsrouten.

Der Schatz im Boden
Unter den Permafrostböden liegen wahre Schätze. Die Menschheit war bisher noch nicht in der Lage, größere Rohstoffvorkommen in der Arktis auszubeuten. Der U.S. Geological Survey schätzt, dass sich fast ein Viertel aller unentdeckten Erdöl- und –gasvorkommen in den Gebieten der Arktis befinden.
Bereits heute produziert die Arktis schon große Mengen an Öl und Gas. Die beiden  Hotspots der Exploration liegen in Westsibirien und in Alaska. Die Arktischen Erdöl- und Gasfelder produzieren aktuell 10,5% der globalen Erdölfördermenge und 25,5% der weltweiten Erdgasproduktion. Doch es liegt noch viel mehr unter den Permafrostböden. Die Arktis könnte sich zu einer zweiten Golfregion entwickeln.
Durch den starken Anstieg der Temperaturen in dieser Region wird es möglich sein, Vorkommen auszubeuten, die vorher nur unter höchsten technischen Einsatz nutzbar waren. Durch geringere Temperaturen und längere Sommer interessieren sich mittlerweile alle großen Rohstoffproduzenten für Lizenzen im hohen Norden.

Shell hat bereits 5 Milliarden US $ in Explorationsvorhaben in der Chukchi See (Alaska) investiert, während die schottische Firma Cairn Energy mehr als 1 Milliarde in Grönland ausgibt. In Russland stehen bereits Gazprom und Rosneft davor, Milliardenschwere Investitionen zu tätigen, um schwer erreichbare Öl- und Gasfelder auszubeuten. Als Partner dienen ConocoPhillips, ExxonMobile, Eni, Statoil und andere. Es sind bereits alle wichtigen Player vor Ort und teilen sich diesen Schatz untereinander auf.
Aber nicht nur die traditionelle Erdöl- und Gasförderung ist in der Arktis zu beobachten. In Sibirien, Alaska und Canada werden derzeit neue Fracking-Methoden im großen Stil getestet. Großer Gegenwind aus der Bevölkerung ist nicht zu erwarten, denn diese Regionen sind zumeist nur spärlich besiedelt.
Ein regelrechter Goldrausch nach wertvollen Mineralien und Erzen ist derzeit von Alaska bis Russland im Gange. Die weltweit produktivste Zink-Mine befindet sich bereits in Nordalaska und die produktivste Nickelmine in Nordrussland. Die aktuellen Rohstoffförderzahlen sind beeindruckend. Bereits heute produziert die Arktis 40% des globalen Palladiums, 20% aller Diamanten, 15% des Platins und 11% des Cobalts. In Alaska sind schon mehr als 100 Lagerstätten seltener Erden entdeckt worden, deren Nutzung aktuell vorbereitet werden. Steigen die Temperauren in der Region weiter an, werden mit der Zeit immer mehr Lagerstätten ökonomisch und technisch nutzbar. Sollte der nächste Sommer so warm werden wie der vergangene, werden wir 2014 von zahlreichen Investitionsvorhaben großer Rohstoffunternehmen in der Arktis hören.
Gleichzeitig spielt sich aber auch eine ökologische Katastrophe ab. Die borealen Nadelwälder, die aktuell noch 8% der globalen Waldfläche ausmachen, wandern nach Norden. Da irgendwann das Land endet, bedeutet dies, dass große Waldflächen einfach verschwinden. Und mit ihnen zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Dass die Unternehmen nicht gerade zimperlich im Umgang mit unberührten Waldgebieten sind, zeigt die Ölschieferförderung in Canada. Für die Förderung dieser Ölsande werden große Waldflächen unberührten Waldes gerodet. Rücksicht auf die empfindlichen Ökosysteme wird selten genommen.

Handelsrouten
Die Schifffahrtsroute durch das Nordpolarmeer beflügelt schon sehr lange den Welthandel. Durch eine eisfreie Nordostpassage sinkt die Transportzeit zwischen Shanghai und Rotterdam von derzeit 48 auf 35 Tage. Für den globalen Handel eine enorme Kostenersparnis. Die schwierige politische Situation in Somalia und in Ägypten könnte so wenigstens im Sommer umgangen werden, da die arktischen Anrainerstaaten derzeit politisch und finanziell noch relativ sicher sind. Bei dieser Gelegenheit möchte ich den sehenswerten Film Captain Phillips empfehlen, der die Piraterie am Horn von Afrika eindrucksvoll darstellt.
Bereits 2010 sind zum ersten Mal in der Geschichte vier kommerzielle Schiffe durch die Nordwestpassage der kanadischen Arktis gefahren. 2011 waren es bereits 34 Schiffe und im arktischen Sommer 2012 schon 46. Ähnliche Beobachten lassen sich auf der Nordostpassage machen. Russland bereitet sich derzeit intensiv auf einen anwachsenden Seeverkehr vor. Das russische Ministerium für Transport hat eine Behörde in Moskau geschaffen, die die Wasserwege vor den Küsten Nordrusslands überwachen soll. Aktuell stellt die Behörde zwar nur wenige Genehmigungen aus und versorgt Schiffe mit aktuellen Wetterinformationen, doch es wird aufgerüstet. Vor den Küsten Russlands entsteht ein engmaschiges Netz modernen Wetter- und Navigationsbojen.

Das vollkommende Abschmelzen der Polkappen liegt zwar noch in weiter Ferne, doch es scheint bei anhaltendem Trend möglich, dass die Arktis ab 2035 in den Sommermonaten relativ eisfrei sein wird. 2012 war bereits der wärmste Sommer seit Aufzeichnungsbeginn in Grönland, Nordkanada und Alaska. Aufgrund der geographischen Lage, könnten sich Städte wie Reykjavik und Anchorage in globale Rohstoffhandels- und Finanzplätze verwandeln. Die Dubai‘s und Singapore’s des 21. Jahrhundert.

Der Managing Director of CargoMetrics und Mitbegründer der Nichtregierungsorganisation ArcticCircle hat im letzten Jahr einen vielbeachteten Artikel in der Foreign Affairs geschrieben. Eine seiner Grundaussagen lautete: „Like it or not, the Arctic is open for business, and governments and investors have every reason to get in on the ground floor“.

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Umstrittene Erweiterungspläne: Ostsee-Pipeline durch Naturschutzgebiet geplant

Seit September 2011 fließt russisches Erdgas per Pipeline direkt von den Lagerstätten in Sibirien nach Deutschland. Die Betreiber wollen die Kapazität nun bis 2018 verdoppeln. Die neue Trasse führt durch ein Naturschutzgebiet.
Quelle: SPIEGEL ONLINE – Wissenschaft

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Kohlenstoffspeicher: Permafrostböden geben Treibhausgase schneller ab

Unterschätzte Klimakiller: Einer Studie zufolge könnten die Permafrost-Gebiete in Sibirien bereits bei einer globalen Erwärmung um 1,5 Grad Celsius zu gewaltigen Treibhausgas-Schleudern werden.
Quelle: WELT ONLINE – Wissenschaft

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Projekt untersucht Schicksal Deportierter in der heutigen Republik Moldau

In den Jahren 1940 bis 1949 wurden in der heutigen Republik Moldau mehr als hunderttausend Personen – Moldauer, Deutsche, Juden, Bulgaren, Gagausen und Ukrainer – nach Sibirien verbannt. Wer von den Deportierten überlebte, kehrte erst Jahre später oder gar nicht mehr zurück. Über ihre Erfahrung, deportiert und drangsaliert worden zu sein, konnten die Betroffenen auch später in ihrem von der Partei der Kommunisten regierten Land nicht offen sprechen.
Quelle: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft

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Astrobiologie: Extrem zähe Bakterien in Sibirien entdeckt

Im Permafrost überleben Bakterien – und das trotz grimmiger Kälte und anderen unwirtlichen Bedingungen. Ihre Existenz könnte der Menschheit bei der Suche nach außerirdischem Leben helfen.
Quelle: WELT ONLINE – Wissenschaft

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Video: Bis zu minus 55 Grad: Dutzende Menschen erfrieren in Russland

Die extreme Kältewelle in weiten Teilen Russlands dauert an. Über Weihnachten mussten viele Menschen in Evakuierungszentren ausharren. In Sibirien sind bisher 123 Menschen erfroren.
Quelle: stern.de – Wissenschaft & Gesundheit

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Tierklone: Forscher hoffen auf lebende Mammutzellen

Das Mammut wieder auferstehen zu lassen, ist der Traum vieler Forscher. In Sibirien stießen Paläontologen nun auf konservierte Überreste. Sollten die Zellen noch intakt sein, bestehe eine Chance, das Urtier zu klonen.
Quelle: SPIEGEL ONLINE – Wissenschaft