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Post aus Japan: Nippons Testskandal erreicht die Fundamente Olympias

Ein führender Hersteller von Dämpfern für die Erdbebensicherung hat bei der Materialabnahme geschummelt. Auch olympische Gebäude sind in betroffen. Es ist nicht der erste Fall.

(Mehr in: Technology Review)

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Cyberattacke bei Eröffnungsfeier der Winterspiele

Pyeongchang

Cyberattacke bei Eröffnungsfeier der Winterspiele

Auf die Server der Olympia-Organisatoren wird während der Eröffnungsfeier der Winterspiele ein Hacker-Angriff verübt. Die Hintergründe sind weiter unklar.

(Mehr in: COM! – Das Computer Magazin)

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Maryam Mirzakhani: Die begnadete Kuli-Kritzlerin

Keine Frau vor ihr gewann die Fields-Medaille, keine Iranerin vor ihr die Mathe-Olympiade. Nie zuvor starb eine Ausnahme-Mathematikerin so jung wie nun Maryam Mirzakhani. (Mehr in: ZEIT ONLINE: Mehr aus Forschung und Wissenschaft)

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E-Sport: Olympia braucht E-Sport – nicht umgekehrt

Sportverbände und Politik in Deutschland können den Einfluss von E-Sport nicht länger ignorieren. Es ist an der Zeit, ihm die nötige Akzeptanz zu verschaffen. (Mehr in: ZEIT ONLINE: Alles digital)

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Post aus Japan: Nippon entdeckt die Internetsicherheit

Besser spät als nie. Später als die meisten anderen Länder rüstet der Pionier des mobilen Internets in Sachen Cybersecurity auf. Doch nun drückt das Land aufs Tempo, auch aus Angst vor blamablen Attacken während der Olympiade 2020.

(Mehr in: Technology Review)

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Post aus Japan: Der flüsternde Toyota-Bus

In Tokio nehmen diesen Monat zwei Brennstoffzellenbusse den Liniendienst auf. Sie sind der Vorbote einer größeren Flotte. Denn Japan und seine Autohersteller wollen die Olympiade 2020 als Schaufenster für modernste Technik nutzen.

(Mehr in: Technology Review)

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Post aus Japan: Herbergen wie Zuhause

Japan rüstet seine traditionelle Hotelindustrie vor der Olympiade technisch auf. Selbst kleinste Ryokan wollen mehrsprachig um Touristen werben – dank des Einsatzes künstlicher Intelligenz.

(Mehr in: Technology Review)

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Antikes Griechenland: Ein Menschenopfer für Zeus

Die Geschichten von brutalen Menschenopfern im alten Griechenland galten als Mär. Nun aber haben Archäologen unweit von Olympia ein menschliches Skelett gefunden – in der Mitte eines Altars. (Mehr in: SPIEGEL ONLINE – Wissenschaft)

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Genetik: Geborene Sieger

Keine Frage: Wer bei Olympia aufs Treppchen steigt, hat jahrelang richtig hart trainiert. Doch selbst das beste Training kann vergebens sein, wenn das Sportlergen fehlt. (Mehr in: ZEIT ONLINE: Mehr aus Forschung und Wissenschaft)

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Grünes Wasser in Olympiabecken: Wasserstoffperoxid ließ die Algen wachsen

Algen lassen den Pool der Turmspringer bei den olympischen Spielen in sattem Grün erstrahlen. Warum konnten sie sich dermaßen schnell vermehren? Jetzt gibt es endlich die Antwort. (Mehr in: SPIEGEL ONLINE – Wissenschaft)

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Olympia: Alles im grünen Bereich

Azurblau schillerte der Pool der olympischen Turmspringer in Rio – bis Dienstagnachmittag. Dann war das Wasser giftgrün. Warum? Die gute Nachricht: Am Urin liegt’s nicht. (Mehr in: ZEIT ONLINE: Mehr aus Forschung und Wissenschaft)

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The International: Lieber „Dota“ als „Doppelpass“

Olympia, Fußball oder E-Sport? Wenn ab heute die besten „Dota 2“-Spieler der Welt in Seattle aufeinandertreffen, fällt unserem Autor die Entscheidung leicht. (Mehr in: ZEIT ONLINE: Alles digital)

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Satellitenbild der Woche: So sieht Olympia von oben aus

Die Sportstätten der Olympischen Spiele sind in ganz Rio verteilt. Da kann man schnell die Orientierung verlieren. Schön, wenn ein Blick aus dem All Überblick verschafft. (Mehr in: SPIEGEL ONLINE – Wissenschaft)

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Amazonas: Umweltbehörde verhindert Brasiliens größten Staudamm

Kurz vor Olympia haben Umweltschützer und Indigene in Brasilien einen wichtigen Sieg errungen. Ein geplanter Staudamm von der Größe New Yorks darf nicht errichtet werden. (Mehr in: ZEIT ONLINE: Mehr aus Forschung und Wissenschaft)

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Paralympics: Die wahren Olympia-Helden von Rio

Sie stehen im Schatten der Olympischen Spiele: die Paralympics. Warum die dort teilnehmenden Sportler uns Zuschauern großen Respekt abringen sollten, zeigt dieses Video. (Mehr in: ZEIT ONLINE: Mehr aus Forschung und Wissenschaft)

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Strom-Doping für Olympia

Einige Läufer bei den kommenden Olympischen Spielen haben sich mit Hilfe einer neuen Technologie vorbereitet: Gezielte leichte Stromstöße an den motorischen Cortex sollen ihre Leistung verbessern.

(Mehr in: Technology Review)

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Olympia: Wie krank macht uns Rio?

Zika, Dengue, Malaria – alles Infekte, die Brasiliens Moskitos verbreiten. Sie fürchten sich nicht mal vor Wurmparasiten? Fahren Sie ruhig hin. Aber lesen Sie vorher das, (Mehr in: ZEIT ONLINE: Mehr aus Forschung und Wissenschaft)

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Olympia: Kein Athlet müsste wegen Zika zu Hause bleiben

Olympia wäre der Höhepunkt ihrer Karriere. Doch aus Angst vor Zika fahren einige Sportler nicht nach Brasilien. Wie gefährlich ist das Virus? Das Wichtigste im Überblick (Mehr in: ZEIT ONLINE: Mehr aus Forschung und Wissenschaft)

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IOC: #Olympia ist tabu

Verbotene Hashtags, zensierte Facebook-Seiten: Das IOC schreibt Athleten und Sponsoren vor, was sie jetzt noch posten dürfen und droht mit Sanktionen. Was soll das? (Mehr in: ZEIT ONLINE: Alles digital)

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Zika: WHO sieht keine Gefahr für Olympische Spiele

Es bleibt dabei: Die Weltgesundheitsorganisation teilt die Sorge von Forschern nicht, das Virus könnte sich durch Olympia ausbreiten. Die Vorkehrungen reichten aus. (Mehr in: ZEIT ONLINE: Mehr aus Forschung und Wissenschaft)

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WHO: Keine Olympia-Verlegung wegen Zika nötig

(Mehr in: RSS-Feed Wissenschaft – die neusten Meldungen zum Thema Wissenschaft von STERN.DE)

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Olympia: Zika ist längst international

Die Olympischen Spiele sollten wegen Zika abgesagt werden, fordern Forscher. Die WHO widerspricht, das Virus breite sich eh aus. Stimmt, ist aber kein Grund zur Panik. (Mehr in: ZEIT ONLINE: Mehr aus Forschung und Wissenschaft)

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Zika-Virus: Wissenschaftler fordern Verlegung von Olympischen Spielen in Rio

Olympia in Rio sei unverantwortlich, schreiben über 150 Wissenschaftler in einem offenen Brief. Es bestehe das Risiko einer weltweiten Verbreitung des Zika-Virus. Die Weltgesundheitsorganisation beschwichtigt. (Mehr in: SPIEGEL ONLINE – Wissenschaft)

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Olympia in Rio: Tausende tote Fische am Segelrevier

Nahe dem olympischen Segelgewässer in Rio sind Tausende Fische verendet. Die Regierung gibt zu, ihr Säuberungsziel nicht zu erreichen. Ein deutscher Segler hat sich in dem Gewässer bereits infiziert. (Mehr in: SPIEGEL ONLINE – Wissenschaft)

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Olympia 2024: Erstes umfassendes Nachhaltigkeitskonzept für Hamburg

Die Bewerbungsgesellschaft und die Stadt Hamburg stellen heute das Nachhaltigkeitskonzept zur Bewerbung um die Olympischen und Paralympischen Spiele 2024 in der Hansestadt vor. Das Öko-Institut und die Sporthochschule Köln haben
Quelle: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft

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Mit Olympia kam die NSA

Die NSA hat Griechenland während der Olympischen Spiele 2004 zunächst unterstützt und danach offenbar Politiker ausspioniert. Das lassen neue Snowden-Dokumente vermuten. (Mehr in: ZEIT ONLINE: Alles digital)

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Der Architekt Frei Otto ist tot.

Prof. Dr. Ing. Frei Otto, der große Gestalter des Leichtbaus mit „natürlichen Konstruktionen”, starb nach Angaben seiner Familie am Montag, den 09. März 2015, im Alter von 89 Jahren. Er schuf unter anderem die Zeltdachkonstruktion des Münchner Olympiastadions.
Quelle: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft

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Satellitenbilder: Olympia von ganz oben

Unzählige Fernsehkameras haben die Olympioniken von Sotschi im Blick – doch nicht nur die: Satelliten blicken aus dem All auf die Sportstätten. Hier sind die faszinierendsten Bilder. (Mehr in: SPIEGEL ONLINE – Wissenschaft)

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Olympische Winterspiele: Saarbrücker Historiker ist Experte für die Kulturgeschichte des Sports

Professor Wolfgang Behringer hat die Kulturgeschichte des Sports vom antiken Olympia bis heute erforscht – auch den Wintersport und die junge Geschichte der Olympischen Winterspiele. Jahrelang hat er Material gesammelt und ausgewertet, viele Quellen, die bis dahin in Archiven schlummerten wie Briefwechsel, Tagebücher, Memoiren. Was er herausfand, offenbart eine erstaunliche Sportlichkeit und Sportbegeisterung durch die Jahrhunderte und alle Bevölkerungsschichten. Dabei hinterfragt er kritisch auch die aktuellen sportlichen Entwicklungen.
Quelle: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft

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Deutsche Forscher errichten Teile des antiken Zeus-Tempels von Olympia wieder

Der Zeus-Tempel von Olympia gilt als Höhepunkt der dorischen Baukunst und beherbergte einst die große Zeusstatue, eines der Sieben Weltwunder. Heute lassen sich der Aufbau und die Dimension des Tempels anhand des Ruinenfelds nur noch von Experten erfassen. Deshalb führte das Deutsche Archäologische Institut nach einem 1992 erarbeiteten Masterplan in den letzten Jahren zahlreiche Restaurierungsmaßnahmen und partielle Wiedererrichtungen unter Verwendung der originalen, erhaltenen Bauteile (sog. Anastilosis) durch.
Quelle: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft

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Methodik: Mathematik brächte Deutschland bei Olympia auf Platz 5

Mit Mathematik kann sich jeder seine sportlichen Fähigkeiten schönrechnen: Mit anderen Ranking-Methoden nämlich wäre Deutschland bei Olympia auf dem fünften Platz gelandet.
Quelle: WELT ONLINE – Wissenschaft

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London 2012 – Was von den Spielen übrig bleibt?

altDie olympischen Spiele in London sind nun fast vorüber. Bisher waren es fesselnde und gut organisierte Spiele. Wenn die olympische Fackel am Abend des 12. August erlischt, werden sich viele Engländer fragen, was von den Spielen neben den sportlichen Erfolgen bleiben wird. Die Organisatoren erhoffen sich eine nachhaltige Wirkung auf die Stadtentwicklung Londons und eine Revitalisierung des sozialschwachen East Ends, dem zentralen Austragungsort der Spiele.

Großereignisse und Stadtentwicklung

In den vergangenen Jahren nutzten viele Städte Veranstaltungen und Großereignisse als Mittel der Stadtentwicklung. Die Wahl des sportlichen oder kulturellen Ereignisses reicht dabei von Landesgartenschauen bis hin zu globalen Events wie Expo, Fußball-WM, Messen und eben auch den Olympischen Spielen. Im Falle der Spiele nutzte fast jede Stadt diese Gelegenheit, um einen globalen Status zu erringen oder die eigene Stadtstruktur massiv umzugestalten. Barcelona 1992 errichtete beispielsweise neue Stadtviertel für Kreativbetriebe und Athen 2004 restaurierte zentrale historische Bauwerke.

Das Interesse der Stadtverwaltungen an den Olympischen Spielen ist groß, da die Vorteile eines solchen Ereignisses auf der Hand liegen. Die Vorbereitung der Ausrichtung muss in einem relativ kurzen Zeitraum geschehen; lange Planfeststellungsverfahren wie beispielsweise bei Stuttgart 21 sind bei der Umsetzung nicht praktikabel. London erhielt den Zuschlag für die Spiele 2005 und realisierte in den vergangenen sieben Jahren städtebauliche Maßnahmen, die unter normalen Umständen mehrere Dekaden veranschlagt hätten. Und gänzlich ohne große Proteste der lokalen Bevölkerung. Laut Boris Braun und Valerie Viehoff sind Großereignisse zeitlich befristete Kristallisationspunkte der Stadterneuerung. International gefestigte Marken wie die Olympischen Spiele, die Fußball Weltmeisterschaft oder die Weltausstellung übertragen ihr Image auf die Ausrichtungsorte und werden von der lokalen Bevölkerung allgemein akzeptiert.
Der werbewirksame Effekt der Olympischen Spiele ist gewaltig. Die Organisatoren erwarten sich eine langfristige Steigerung der städtischen Attraktivität, mehr Investitionen und Touristen.  Großveranstaltungen wirken bei einer richtigen Planung wie Konjunkturprogramme, die neue Arbeitsplätze und höhere Steuereinnahmen generieren. Für das Stadtmarketing sind Großveranstaltungen heute unverzichtbar geworden, weshalb Weltstädte wie London, Paris und New York immer wieder auf den Bewerberlisten solcher Ereignisse zu finden sind.

London 2012 – Was bleibt?

Die Gesamtinvestitionen der britischen Regierung, um die Olympischen Spiele und die Paralympics in London auszurichten, beliefen sich auf 20,1 Mrd. Pfund. Damit ist das Investitionsvolumen höher als für die Spiele in Athen (ca. 17 Mrd. US$) und Sydney (ca. 4 Mrd. US$). Einzig die Spiele in Beijing waren teurer (ca. 44 Mrd. US$). Die Stadtverwaltung von London sieht das Geld aber gut angelegt, da die Spiele Teil des Stadtentwicklungskonzeptes sind. Der ehemalige Bürgermeister Ken Livingston (2000 – 2008) beschrieb es im Evening Standard 2008 wie folgt: „I didn’t bid for the Olympics because I wanted three weeks of sport. I bid for the Olympics because it’s the only way to get the billions of pounds out of the Government to develop the East End, to clean the soil, put in infrastructure and build housing.”

Die Olympischen Spiele sind somit eine Fortführung des Konzeptes urban renaissance, das seit den späten 1990ern das Leitbild der Stadtrestrukturierung in London ist. Durch hohe Investitionen wurden seitdem innerstädtische Stadtviertel aufgewertet und von industriellen Altlasten befreit. Wachstum in den Bereichen Wohnungsbau, Dienstleistungen und Einzelhandel an verkehrsgünstig gelegenen Orten wurden forciert, um London eine polyzentrische Stadtstruktur zu verleihen.

Die nachhaltige Wirkung der Spiele wird also in der Revitalisierung des sozial und wirtschaftlich schwachen Londoner Ostens gesehen. Der Olympiapark befindet sich in direkter Nachbarschaft zu den Stadtvierteln Newham, Hackney, Tower Hamlets, Waltham Forest und Greenwich, die als East End zusammengefasst werden. Die dortige lokale Bevölkerung weist im Vergleich zu anderen Stadtvierteln in London ein geringeres Durchschnittseinkommen, Bildungsniveau und eine niedrigere  Lebenserwartung auf. Der derzeitige Bürgermeister Boris Johnson verspricht sich durch die Spiele eine positive Wirkung auf die Schaffung neuer Arbeitsplätzen im Umfeld des Olympiaparks. Große Hoffnungen liegen dabei auf dem Westfield Shopping Centre (Investitionsvolumen 1,7 Mrd. Pfund), das direkt am Olympiapark errichtet und bereits 2011 eröffnet wurde. Es ist das größte innerstädtische Einkaufszentrum in Europa mit 175.000 m2 Einkaufs- und 100.000 m2 Bürofläche. Die Stadtverwaltung erwartet ca. 18.000 neue Jobs, die auch nach den Spielen Bestand haben werden. Zusätzlich investierte die Stadt massiv in den Ausbau der Verkehrsnetze und in neue Bildungseinrichtungen. Im kommenden Jahr eröffnet die University of East London einen neuen Campus in kurzer Distanz zum Olympiapark. Auch das olympische Dorf wird eine Nachnutzung erfahren, hier ist eine Umwandlung in hochwertigen Wohnraum geplant.

Ob all diese Maßnahmen allerdings der lokalen Bevölkerung zugutekommen, bleibt fraglich. Im Vorfeld der Spiele wurden ca. 15.000 Arbeitsplätze, überwiegend im Niedriglohnsektor, umgesiedelt. Zusätzlich stiegen die Mieten im East End überproportional an. Mietsteigerungen um mehr als 100 % waren keine Seltenheit.

Weiternutzung der Sportstätten

Im Gegensatz zu den Spielen in Beijing wurden die Sportstätten in London so errichtet, dass ein Rückbau ohne weiteres möglich ist. Das 80.0000 Menschen umfassende Olympiastadion wird in der kommenden Saison neue Austragungsstätte des Premier League Clubs West Ham United. Aufgrund eines Baukastenprinzips ist es möglich, die Stadionkapazität auf 40.000 bzw. 25.0000 Plätze zurückzubauen. Gleiches gilt für das Schwimmstadion (17.500 auf 2.500), das nach den Spielen ein öffentliches Schwimmbad werden wird.

Welche nachhaltige Auswirkung die Spiele aber genau auf die Stadtentwicklung Londons haben, klärt 2015 ein abschließender Bericht.

Verwendete Literatur

Braun, B.; Viehoff, V. 2012: London 2012 – Olympische Spiele als Impulsgeber für die Stadterneuerung. In: Geographische Rundschau (6/2012).

Horn, M.; Gans, P. 2012: Sport als Wirtschafts- und Standortfaktor. In: Geographische Rundschau (5/2012).

Chalkley, B.; Essex, S. 1999: Urban development through hosting international events: a history of the Olympic Games. In: Planning Perspectives (14/4).

 

 

Der Beitrag London 2012 – Was von den Spielen übrig bleibt? erschien zuerst auf GEO-LOG.

(Mehr in: GEO-LOG)

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London 2012 – Was von den Spielen übrig bleibt?

altDie olympischen Spiele in London sind nun fast vorüber. Bisher waren es fesselnde und gut organisierte Spiele. Wenn die olympische Fackel am Abend des 12. August erlischt, werden sich viele Engländer fragen, was von den Spielen neben den sportlichen Erfolgen bleiben wird. Die Organisatoren erhoffen sich eine nachhaltige Wirkung auf die Stadtentwicklung Londons und eine Revitalisierung des sozialschwachen East Ends, dem zentralen Austragungsort der Spiele.

Großereignisse und Stadtentwicklung

In den vergangenen Jahren nutzten viele Städte Veranstaltungen und Großereignisse als Mittel der Stadtentwicklung. Die Wahl des sportlichen oder kulturellen Ereignisses reicht dabei von Landesgartenschauen bis hin zu globalen Events wie Expo, Fußball-WM, Messen und eben auch den Olympischen Spielen. Im Falle der Spiele nutzte fast jede Stadt diese Gelegenheit, um einen globalen Status zu erringen oder die eigene Stadtstruktur massiv umzugestalten. Barcelona 1992 errichtete beispielsweise neue Stadtviertel für Kreativbetriebe und Athen 2004 restaurierte zentrale historische Bauwerke.

Das Interesse der Stadtverwaltungen an den Olympischen Spielen ist groß, da die Vorteile eines solchen Ereignisses auf der Hand liegen. Die Vorbereitung der Ausrichtung muss in einem relativ kurzen Zeitraum geschehen; lange Planfeststellungsverfahren wie beispielsweise bei Stuttgart 21 sind bei der Umsetzung nicht praktikabel. London erhielt den Zuschlag für die Spiele 2005 und realisierte in den vergangenen sieben Jahren städtebauliche Maßnahmen, die unter normalen Umständen mehrere Dekaden veranschlagt hätten. Und gänzlich ohne große Proteste der lokalen Bevölkerung. Laut Boris Braun und Valerie Viehoff sind Großereignisse zeitlich befristete Kristallisationspunkte der Stadterneuerung. International gefestigte Marken wie die Olympischen Spiele, die Fußball Weltmeisterschaft oder die Weltausstellung übertragen ihr Image auf die Ausrichtungsorte und werden von der lokalen Bevölkerung allgemein akzeptiert.
Der werbewirksame Effekt der Olympischen Spiele ist gewaltig. Die Organisatoren erwarten sich eine langfristige Steigerung der städtischen Attraktivität, mehr Investitionen und Touristen.  Großveranstaltungen wirken bei einer richtigen Planung wie Konjunkturprogramme, die neue Arbeitsplätze und höhere Steuereinnahmen generieren. Für das Stadtmarketing sind Großveranstaltungen heute unverzichtbar geworden, weshalb Weltstädte wie London, Paris und New York immer wieder auf den Bewerberlisten solcher Ereignisse zu finden sind.

London 2012 – Was bleibt?

Die Gesamtinvestitionen der britischen Regierung, um die Olympischen Spiele und die Paralympics in London auszurichten, beliefen sich auf 20,1 Mrd. Pfund. Damit ist das Investitionsvolumen höher als für die Spiele in Athen (ca. 17 Mrd. US$) und Sydney (ca. 4 Mrd. US$). Einzig die Spiele in Beijing waren teurer (ca. 44 Mrd. US$). Die Stadtverwaltung von London sieht das Geld aber gut angelegt, da die Spiele Teil des Stadtentwicklungskonzeptes sind. Der ehemalige Bürgermeister Ken Livingston (2000 – 2008) beschrieb es im Evening Standard 2008 wie folgt: „I didn’t bid for the Olympics because I wanted three weeks of sport. I bid for the Olympics because it’s the only way to get the billions of pounds out of the Government to develop the East End, to clean the soil, put in infrastructure and build housing.”

Die Olympischen Spiele sind somit eine Fortführung des Konzeptes urban renaissance, das seit den späten 1990ern das Leitbild der Stadtrestrukturierung in London ist. Durch hohe Investitionen wurden seitdem innerstädtische Stadtviertel aufgewertet und von industriellen Altlasten befreit. Wachstum in den Bereichen Wohnungsbau, Dienstleistungen und Einzelhandel an verkehrsgünstig gelegenen Orten wurden forciert, um London eine polyzentrische Stadtstruktur zu verleihen.

Die nachhaltige Wirkung der Spiele wird also in der Revitalisierung des sozial und wirtschaftlich schwachen Londoner Ostens gesehen. Der Olympiapark befindet sich in direkter Nachbarschaft zu den Stadtvierteln Newham, Hackney, Tower Hamlets, Waltham Forest und Greenwich, die als East End zusammengefasst werden. Die dortige lokale Bevölkerung weist im Vergleich zu anderen Stadtvierteln in London ein geringeres Durchschnittseinkommen, Bildungsniveau und eine niedrigere  Lebenserwartung auf. Der derzeitige Bürgermeister Boris Johnson verspricht sich durch die Spiele eine positive Wirkung auf die Schaffung neuer Arbeitsplätzen im Umfeld des Olympiaparks. Große Hoffnungen liegen dabei auf dem Westfield Shopping Centre (Investitionsvolumen 1,7 Mrd. Pfund), das direkt am Olympiapark errichtet und bereits 2011 eröffnet wurde. Es ist das größte innerstädtische Einkaufszentrum in Europa mit 175.000 m2 Einkaufs- und 100.000 m2 Bürofläche. Die Stadtverwaltung erwartet ca. 18.000 neue Jobs, die auch nach den Spielen Bestand haben werden. Zusätzlich investierte die Stadt massiv in den Ausbau der Verkehrsnetze und in neue Bildungseinrichtungen. Im kommenden Jahr eröffnet die University of East London einen neuen Campus in kurzer Distanz zum Olympiapark. Auch das olympische Dorf wird eine Nachnutzung erfahren, hier ist eine Umwandlung in hochwertigen Wohnraum geplant.

Ob all diese Maßnahmen allerdings der lokalen Bevölkerung zugutekommen, bleibt fraglich. Im Vorfeld der Spiele wurden ca. 15.000 Arbeitsplätze, überwiegend im Niedriglohnsektor, umgesiedelt. Zusätzlich stiegen die Mieten im East End überproportional an. Mietsteigerungen um mehr als 100 % waren keine Seltenheit.

Weiternutzung der Sportstätten

Im Gegensatz zu den Spielen in Beijing wurden die Sportstätten in London so errichtet, dass ein Rückbau ohne weiteres möglich ist. Das 80.0000 Menschen umfassende Olympiastadion wird in der kommenden Saison neue Austragungsstätte des Premier League Clubs West Ham United. Aufgrund eines Baukastenprinzips ist es möglich, die Stadionkapazität auf 40.000 bzw. 25.0000 Plätze zurückzubauen. Gleiches gilt für das Schwimmstadion (17.500 auf 2.500), das nach den Spielen ein öffentliches Schwimmbad werden wird.

Welche nachhaltige Auswirkung die Spiele aber genau auf die Stadtentwicklung Londons haben, klärt 2015 ein abschließender Bericht.

Verwendete Literatur

Braun, B.; Viehoff, V. 2012: London 2012 – Olympische Spiele als Impulsgeber für die Stadterneuerung. In: Geographische Rundschau (6/2012).

Horn, M.; Gans, P. 2012: Sport als Wirtschafts- und Standortfaktor. In: Geographische Rundschau (5/2012).

Chalkley, B.; Essex, S. 1999: Urban development through hosting international events: a history of the Olympic Games. In: Planning Perspectives (14/4).

 

 

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Mädchen haben weniger Talent?

Haben Mädchen im Schnitt weniger mathematisches Talent als Jungen? Das wurde von Professor Gerhard Roth im Interview in einem aktuellen GEO-kompakt Heft “Intelligenz, Begabung, Kreativität” (Nr. 28 – 09/11) propagiert. Der Kollege Roth ist nicht irgendwer, sondern Leiter des Instituts für Hirnforschung an der Universität Bremen, und laut GEO „einer der renommiertesten deutschen Neurowissenschaftler“. Zusätzlich argumentiert er auch als Präsident der Studienstiftung des Deutschen Volkes.

GEO Kompakt Stopper

Das GEO-Heft hat mir beim Schulvortrag an einem Gymnasium in Berlin eine entrüstete Lehrerin unter die Nase gehalten: und in der Tat, es ist ein Skandal. Der beginnt auf der sechsten Seite des Interviews, wo Herr Roth erstmal mit undifferenzierten, summarischen Urteilen seine eigenen Studienstiftler beleidigt:

Unter den Hochbegabten, mit denen ich es als Präsident der Studienstiftung des deutschen Volkes zu tun habe, befinden sich etwa fünf Prozent “Inselbegabungen”, meist für Musik und Mathematik, und die weisen zum großen Teil soziale Defizite oder Verbalisierungsschwächen auf.        

(Ob er mich auch meint? Jedenfalls habe ich mathematische Begabung mitgebracht, und bin stolz und dankbar für die Förderung durch die Studienstiftung. Meine Verbalisierungsschwächen führe ich hier vor.) Dann generalisiert er ganz unsinnig bei der nächsten Frage nach der Korrelation von mathematischer und musikalischer Begabung:

Ja, die hängen oft zusammen, das ist genetisch bedingt. Die Fähigkeiten werden von eng beieinander liegenden Hirnarealen unterhalb unseres Scheitels hervorgerufen. Diese Regionen haben, wie wir wissen, mit Raumlogik und Raumwahrnehmung zu tun. Viele große Mathematiker waren musikalisch hoch talentiert, viele große Musiker mathematisch exzellent. Einstein etwa, und umgekehrt Bach.        

(Wobei aber Einstein ein miserabler Geiger gewesen sein soll, und ich über die Raumwahrnehmung von Bach nur spekulieren kann.) Aber dann geht’s weiter, und wird nur noch schlimmer. Dann kommt nämlich die Frage nach den geschlechtsspezifischen Begabungen:

In der Tat sind Jungen im räumlichen Bereich und darum mathematisch und musikalisch etwas besser talentiert, es gibt ja auch wenig bedeutende Mathematikerinnen und Komponistinnen. Selbst frühkindliche Förderung holt diese Differenz bei Mädchen offenbar nicht auf. In allen Tests schneiden sie in der räumlichen Vorstellung nicht so gut ab wie die Jungen. Deutlich besser sind Mädchen dagegen bei der Verbalisierung sowie in Hinblick auf ihre sozialen und emphatischen Fähigkeiten, also den Umgang mit anderen Menschen.        

Nächste Frage: “Hat das mit ihren Hirnstrukturen zu tun?” Antwort:        

Ja. Die beiden Sprachzentren, das Wernicke- und das Broca-Areal, sind bei Frauen, jedenfalls statistisch gesehen, größer und besser durchblutet.        

Und gleich weiter, Frage: “Ist vielleicht auch die Intelligenz je nach Geschlecht unterschiedlich entwickelt?”

Das ist ein sehr interessantes Feld. Bis vor fünf Jahren ist weltweit jeder Experte, Mann oder Frau, von einem kleinen, aber robusten Intelligenzunterschied der Geschlechter ausgegangen: Die Frauen lagen vier bis sechs IQ-Punkte hinter den Männern, jedenfalls in der großen Statistik. Seit man aber Mädchen und junge Frauen intensiver fördert, verliert sich das: Der Mittelwert ist kaum noch zu unterscheiden.               

Nun könnte man aber auch sagen, dass diese Entwicklung das Ergebnis eines Artefakts ist: Würden die Jungen genauso gefördert wie vielerorts inzwischen die Mädchen, dann würden sie die wieder überholen.        

Anders gesagt: Jungs sind intelligenter (so um die 4-6 Prozent), aber das wird heutzutage durch besondere Förderung ausgeglichen. Wobei der Herr Professor Roth doch gerade noch behauptet hatte, dass das schwächere mathematische Talent bei Mädchen auch durch Förderung NICHT auszugleichen sei? Die Position ist also nicht konsistent.         

Man müsste eigentlich sofort seinen Rücktritt als Chef der Studienstiftung fordern. Dafür kommen wir aber leider (oder gottseidank) zu spät: der 69-Jährige ist am 2. Dezember 2011 durch den Juristen Professor Dr. Dr. h.c. mult. Reinhard Zimmermann abgelöst worden. Und die Position von Herrn Roth ist auch nicht die Position der Studienstiftung. Antwort auf meine Nachfrage: 

Die Studienstiftung strebt als Förderziel einen Anteil von 50 Prozent Frauen unter den Stipendiaten an (vgl. Jahresbericht 2010, Jahresüberblick unseres Generalsekretärs Dr. Gerhard Teufel, S. 19). Aktuell haben wir einen Förderanteil von 48 Prozent und arbeiten an verschiedene Maßnahmen, um diesen Anteil weiter zu erhöhen.

Die Roth’schen Thesen gehen aber auch von einem biologistischen und einseitigen Begriff von “Talent” aus. Wieso soll “mathematisches Talent” so wesentlich von “Raumlogik und Raumwahrnehmung” abhängen? Und “musikalisches Talent” genauso? Herr Roth hat offenbar nicht begriffen, wie vielfältig Mathematik ist – und wie vielfältig mathematisches Talent ist. 

Auch die statistischen Behauptungen werden in dem Interview ohne Belege und ohne Differenzierungen propagiert. Wen da Details interessieren, der findet eine solide statistische Metastudie zu mathematischen Leistungen (also auch Begabungen?) in einem Aufsatz “Debunking Myths about Gender and Mathematics Performance”, der in der Januarausgabe 2011 der Notices of the American Mathematical Society erschienen ist. Vielfältige Daten und Auswertungen zu verschiedenen populären Hypothesen und Behauptungen – etwa zu der des damaligen Harvard-Präsidenten Lawrence Summers, der 2005 die These öffentlich vortrug, Intelligenz sei bei Männern stärker gestreut als bei Frauen, und daher gäbe unter den Hochbegabten weniger Frauen. 

Und wer den Statistiken nicht traut, der kann am Beispiel lernen. Der erfolgreichste Teilnehmer an den Internationalen Mathematik-Olympiaden aller Zeiten ist Lisa Sauermann aus Dresden (vier mal Gold, einmal Silber)….     

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Mädchen haben weniger Talent?

Haben Mädchen im Schnitt weniger mathematisches Talent als Jungen? Das wurde von Professor Gerhard Roth im Interview in einem aktuellen GEO-kompakt Heft “Intelligenz, Begabung, Kreativität” (Nr. 28 – 09/11) propagiert. Der Kollege Roth ist nicht irgendwer, sondern Leiter des Instituts für Hirnforschung an der Universität Bremen, und laut GEO „einer der renommiertesten deutschen Neurowissenschaftler“. Zusätzlich argumentiert er auch als Präsident der Studienstiftung des Deutschen Volkes.

GEO Kompakt Stopper

Das GEO-Heft hat mir beim Schulvortrag an einem Gymnasium in Berlin eine entrüstete Lehrerin unter die Nase gehalten: und in der Tat, es ist ein Skandal. Der beginnt auf der sechsten Seite des Interviews, wo Herr Roth erstmal mit undifferenzierten, summarischen Urteilen seine eigenen Studienstiftler beleidigt:

Unter den Hochbegabten, mit denen ich es als Präsident der Studienstiftung des deutschen Volkes zu tun habe, befinden sich etwa fünf Prozent “Inselbegabungen”, meist für Musik und Mathematik, und die weisen zum großen Teil soziale Defizite oder Verbalisierungsschwächen auf.        

(Ob er mich auch meint? Jedenfalls habe ich mathematische Begabung mitgebracht, und bin stolz und dankbar für die Förderung durch die Studienstiftung. Meine Verbalisierungsschwächen führe ich hier vor.) Dann generalisiert er ganz unsinnig bei der nächsten Frage nach der Korrelation von mathematischer und musikalischer Begabung:

Ja, die hängen oft zusammen, das ist genetisch bedingt. Die Fähigkeiten werden von eng beieinander liegenden Hirnarealen unterhalb unseres Scheitels hervorgerufen. Diese Regionen haben, wie wir wissen, mit Raumlogik und Raumwahrnehmung zu tun. Viele große Mathematiker waren musikalisch hoch talentiert, viele große Musiker mathematisch exzellent. Einstein etwa, und umgekehrt Bach.        

(Wobei aber Einstein ein miserabler Geiger gewesen sein soll, und ich über die Raumwahrnehmung von Bach nur spekulieren kann.) Aber dann geht’s weiter, und wird nur noch schlimmer. Dann kommt nämlich die Frage nach den geschlechtsspezifischen Begabungen:

In der Tat sind Jungen im räumlichen Bereich und darum mathematisch und musikalisch etwas besser talentiert, es gibt ja auch wenig bedeutende Mathematikerinnen und Komponistinnen. Selbst frühkindliche Förderung holt diese Differenz bei Mädchen offenbar nicht auf. In allen Tests schneiden sie in der räumlichen Vorstellung nicht so gut ab wie die Jungen. Deutlich besser sind Mädchen dagegen bei der Verbalisierung sowie in Hinblick auf ihre sozialen und emphatischen Fähigkeiten, also den Umgang mit anderen Menschen.        

Nächste Frage: “Hat das mit ihren Hirnstrukturen zu tun?” Antwort:        

Ja. Die beiden Sprachzentren, das Wernicke- und das Broca-Areal, sind bei Frauen, jedenfalls statistisch gesehen, größer und besser durchblutet.        

Und gleich weiter, Frage: “Ist vielleicht auch die Intelligenz je nach Geschlecht unterschiedlich entwickelt?”

Das ist ein sehr interessantes Feld. Bis vor fünf Jahren ist weltweit jeder Experte, Mann oder Frau, von einem kleinen, aber robusten Intelligenzunterschied der Geschlechter ausgegangen: Die Frauen lagen vier bis sechs IQ-Punkte hinter den Männern, jedenfalls in der großen Statistik. Seit man aber Mädchen und junge Frauen intensiver fördert, verliert sich das: Der Mittelwert ist kaum noch zu unterscheiden.               

Nun könnte man aber auch sagen, dass diese Entwicklung das Ergebnis eines Artefakts ist: Würden die Jungen genauso gefördert wie vielerorts inzwischen die Mädchen, dann würden sie die wieder überholen.        

Anders gesagt: Jungs sind intelligenter (so um die 4-6 Prozent), aber das wird heutzutage durch besondere Förderung ausgeglichen. Wobei der Herr Professor Roth doch gerade noch behauptet hatte, dass das schwächere mathematische Talent bei Mädchen auch durch Förderung NICHT auszugleichen sei? Die Position ist also nicht konsistent.         

Man müsste eigentlich sofort seinen Rücktritt als Chef der Studienstiftung fordern. Dafür kommen wir aber leider (oder gottseidank) zu spät: der 69-Jährige ist am 2. Dezember 2011 durch den Juristen Professor Dr. Dr. h.c. mult. Reinhard Zimmermann abgelöst worden. Und die Position von Herrn Roth ist auch nicht die Position der Studienstiftung. Antwort auf meine Nachfrage: 

Die Studienstiftung strebt als Förderziel einen Anteil von 50 Prozent Frauen unter den Stipendiaten an (vgl. Jahresbericht 2010, Jahresüberblick unseres Generalsekretärs Dr. Gerhard Teufel, S. 19). Aktuell haben wir einen Förderanteil von 48 Prozent und arbeiten an verschiedene Maßnahmen, um diesen Anteil weiter zu erhöhen.

Die Roth’schen Thesen gehen aber auch von einem biologistischen und einseitigen Begriff von “Talent” aus. Wieso soll “mathematisches Talent” so wesentlich von “Raumlogik und Raumwahrnehmung” abhängen? Und “musikalisches Talent” genauso? Herr Roth hat offenbar nicht begriffen, wie vielfältig Mathematik ist – und wie vielfältig mathematisches Talent ist. 

Auch die statistischen Behauptungen werden in dem Interview ohne Belege und ohne Differenzierungen propagiert. Wen da Details interessieren, der findet eine solide statistische Metastudie zu mathematischen Leistungen (also auch Begabungen?) in einem Aufsatz “Debunking Myths about Gender and Mathematics Performance”, der in der Januarausgabe 2011 der Notices of the American Mathematical Society erschienen ist. Vielfältige Daten und Auswertungen zu verschiedenen populären Hypothesen und Behauptungen – etwa zu der des damaligen Harvard-Präsidenten Lawrence Summers, der 2005 die These öffentlich vortrug, Intelligenz sei bei Männern stärker gestreut als bei Frauen, und daher gäbe unter den Hochbegabten weniger Frauen. 

Und wer den Statistiken nicht traut, der kann am Beispiel lernen. Der erfolgreichste Teilnehmer an den Internationalen Mathematik-Olympiaden aller Zeiten ist Lisa Sauermann aus Dresden (vier mal Gold, einmal Silber)….     

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