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Apfelabfälle werden zur Ressource der Lebensmittelindustrie: Studie aus den Labors der unibz

Natürliche Antioxidantien, die dank innovativer Technologie aus überkritischem Kohlendioxid und Abfällen der Apfelverarbeitung gewonnen werden: dies ist das Forschungsergebnis von Prof. Matteo Scampicchio, Dr. Giovanna Ferrentino und ihrem Team an der Fakultät für Naturwissenschaften und Technik der Freien Universität Bozen (Südtirol-Italien).
Quelle: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft

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Florale Schneckenpost – Nicht-heimische Schnecken gelangen über Blumenhandel nach Europa

Görlitz, 13.02.2018. Ein internationales Team aus Senckenberg-Wissenschaftlern und Forschenden des Naturhistorischen Museums Göteborg und des Königlich Belgischen Instituts für Naturwissenschaften hat auf eine potentielle Einschleppungsroute nordamerikanischer Tierarten hingewiesen. Sie fanden verschiedene nicht-heimische Schneckenarten, die mit dem Import von Salal, einem Bindegrün für Blumensträuße, nach Schweden gelangten. Das Wissenschaftler-Team empfiehlt in seiner kürzlich im Fachjournal „Folia Malacologica“ erschienenen Studie den Import von Zierpflanzen nach Europa stärker zu kontrollieren, um die Gefahr durch potentielle neue invasive Arten zu verringern.
Quelle: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft

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Naturstoff aus dem Meer: Promovendin der TH Köln entdeckt neuen onkologischen Wirkstoff

Brustkrebspatientinnen, die am sogenannten Triple-Negativen Subtyp erkranken, haben nur eine geringe Aussicht auf Heilung. Eine neue Behandlungsform für diese und andere Krebsformen könnte ein Naturstoff aus einer Weichkoralle sein. Julia Sperlich von der Fakultät für Angewandte Naturwissenschaften der TH Köln konnte den Stoff jetzt erstmals im Labor an aggressiven metastasierenden Brustkrebszellen erfolgreich testen. Ihre Arbeit ist Teil des Forschungsprojekts „Neue Wirkstoffe aus dem Meer“, gefördert durch das Programm „FH Struktur“ des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen.
Quelle: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft

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Studie zum Gewürztraminer: Glyphosat zur Unkrautbekämpfung hat Folgen für den Most

Schlechte Nachrichten für Weinbauern, die Glyphosat verwenden: Das Unkrautvertilgungsmittel kann sich negativ auf die Qualität des Mosts auswirken. Zu diesem Schluss sind Forscher der Fakultät für Naturwissenschaften und Technik der Freien Universität Bozen gekommen, die die Vergärung von Gewürztraminer-Trauben studiert haben.
Quelle: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft

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Schimpansen belohnen Gefälligkeiten

Für uns Menschen ist es eine Selbstverständlichkeit: Wir belohnen andere als Zeichen unserer Dankbarkeit. Wissenschaftler der Max-Planck-Institute für evolutionäre Anthropologie und für Mathematik in den Naturwissenschaften in Leipzig haben nun ähnliche soziale Verhaltensweisen auch bei Schimpansen nachgewiesen. In einem Verhaltensexperiment belohnt ein Tier ein anderes mit Futter, wenn dieses ihm zuvor geholfen hat. Offenbar hat nicht erst der Mensch aus diesem Grund kooperiert, schon der Vorfahr von Mensch und Schimpanse hat offenbar aus einer ähnlichen Motivation heraus untereinander geteilt. Die Studie zeigt, warum Schimpansen dies tun und bestätigt Ergebnisse aus der Spieltheorie.
Quelle: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft

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Naturwissenschaften als Kultur

Erste europäische Regionalkonferenz der „International History, Philosophy and Science Teaching Group“ in Flensburg
Quelle: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft

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Ist das noch Bio oder schon Chemie?

„Physik die, die Wissenschaft von den Naturerscheinungen im Bereich der unbelebten Materie sowie von deren Eigenschaften, […]“ so beginnt der erste Satz im Eintrag meines Lexikons. Das ist eine schöne Definition. Sie greift genau das auf, was sich Laien bei der Abgrenzung der Naturwissenschaften voneinander vorstellen: Biologie ist alles, was belebt ist. Chemie ist irgendwie künstlich, meist giftig. Auf keinen Fall eine Naturerscheinung, sondern von Menschen gemacht. Nur die Physik vereint Natur mit unbelebt.

Es ist gar nicht so einfach, die drei großen Naturwissenschaften1, Biologe, Chemie und Physik, voneinander abzugrenzen. Die meisten Menschen kennen diese Wissenschaften aus der Schule und haben eine klare Vorstellung davon, welches Wissen diesen Fächern zuzuordnen ist. Biologie behandelt Wissensgebiete wie Atmung, Kommunikation von Insekten, Bienchen und Blümchen, kurz: Alles was lebt. Chemie behandelt im Wesentlichen was passiert, wenn zwei Flüssigkeiten zusammengekippt werden. Seltener: Wenn eine Flüssigkeit mit einem Feststoff in Kontakt kommt.

Wenn naturwissenschaftliche Laien sagen, sie möchten keine Chemie im Essen haben oder sie bevorzugen natürliche Medizin auf biologischer Basis, verstehe ich was gemeint ist. Ich schüttle dennoch meinen Kopf, denn das Weltbild hinter diesen Vorstellungen ist naiv. Es drückt die Hoffnung aus, die Natur sorge schon irgendwie für ihre Geschöpfe. Was die Pflanzenwelt an Nahrungsmittel oder Medikamente hervorbringt, könne nicht schlecht sein. Erst der Mensch verdirbt die Natur durch chemischen Eingriff.

Naiv ist diese Sicht, weil aus naturwissenschaftlicher Sicht nichts dafür spricht, dass die Natur gut ist. Im Gegenteil: Viele Pflanzen und Pilze haben Abwehrmechanismen gegen Fressfeinde entwickelt, also auch gegen uns. Sie sind giftig, ungenießbar oder einfach nur bitter. Diese Abwehrmechanismen sind oft chemische Giftstoffe, die ganz natürlich von Pflanzen oder Pilzen gebildet werden. Chemie im Bio.

Die Grenze zwischen Biologie und Chemie ist konstruiert.2 Was in einem Organismus abläuft lässt sich chemisch oder biologisch erklären. Damit liegt der Unterschied eher in der Herangehensweise. Die Biologie untersucht biochemische Vorgänge auf historischer Grundlage. Ihre Fragestellung ist: Wie hat sich ein Merkmal entwickelt? Sie untersucht Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Organismen, die auf eine gemeinsame Entwicklungsgeschichte zurückzuführen sind. Die Chemie untersucht dieselben biochemischen Vorgänge auf Grundlage von Bindungsmodellen und Gleichgewichtsreaktionen. Sie erklärt Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Organismen aus vergleichbar ablaufenden chemischen Prozessen im Zellinneren und Änderungen im chemischen Verhalten mutierter Proteine.

Bio und Chemie sind Seiten derselben Medaille. Genießen Sie ihre Chemie im Essen. Ohne würde es nicht schmecken.

(Mehr in: Quantenwelt)

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Ist das noch Bio oder schon Chemie?

„Physik die, die Wissenschaft von den Naturerscheinungen im Bereich der unbelebten Materie sowie von deren Eigenschaften, […]“ so beginnt der erste Satz im Eintrag meines Lexikons. Das ist eine schöne Definition. Sie greift genau das auf, was sich Laien bei der Abgrenzung der Naturwissenschaften voneinander vorstellen: Biologie ist alles, was belebt ist. Chemie ist irgendwie künstlich, meist giftig. Auf keinen Fall eine Naturerscheinung, sondern von Menschen gemacht. Nur die Physik vereint Natur mit unbelebt.

Es ist gar nicht so einfach, die drei großen Naturwissenschaften1, Biologe, Chemie und Physik, voneinander abzugrenzen. Die meisten Menschen kennen diese Wissenschaften aus der Schule und haben eine klare Vorstellung davon, welches Wissen diesen Fächern zuzuordnen ist. Biologie behandelt Wissensgebiete wie Atmung, Kommunikation von Insekten, Bienchen und Blümchen, kurz: Alles was lebt. Chemie behandelt im Wesentlichen was passiert, wenn zwei Flüssigkeiten zusammengekippt werden. Seltener: Wenn eine Flüssigkeit mit einem Feststoff in Kontakt kommt.

Wenn naturwissenschaftliche Laien sagen, sie möchten keine Chemie im Essen haben oder sie bevorzugen natürliche Medizin auf biologischer Basis, verstehe ich was gemeint ist. Ich schüttle dennoch meinen Kopf, denn das Weltbild hinter diesen Vorstellungen ist naiv. Es drückt die Hoffnung aus, die Natur sorge schon irgendwie für ihre Geschöpfe. Was die Pflanzenwelt an Nahrungsmittel oder Medikamente hervorbringt, könne nicht schlecht sein. Erst der Mensch verdirbt die Natur durch chemischen Eingriff.

Naiv ist diese Sicht, weil aus naturwissenschaftlicher Sicht nichts dafür spricht, dass die Natur gut ist. Im Gegenteil: Viele Pflanzen und Pilze haben Abwehrmechanismen gegen Fressfeinde entwickelt, also auch gegen uns. Sie sind giftig, ungenießbar oder einfach nur bitter. Diese Abwehrmechanismen sind oft chemische Giftstoffe, die ganz natürlich von Pflanzen oder Pilzen gebildet werden. Chemie im Bio.

Die Grenze zwischen Biologie und Chemie ist konstruiert.2 Was in einem Organismus abläuft lässt sich chemisch oder biologisch erklären. Damit liegt der Unterschied eher in der Herangehensweise. Die Biologie untersucht biochemische Vorgänge auf historischer Grundlage. Ihre Fragestellung ist: Wie hat sich ein Merkmal entwickelt? Sie untersucht Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Organismen, die auf eine gemeinsame Entwicklungsgeschichte zurückzuführen sind. Die Chemie untersucht dieselben biochemischen Vorgänge auf Grundlage von Bindungsmodellen und Gleichgewichtsreaktionen. Sie erklärt Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Organismen aus vergleichbar ablaufenden chemischen Prozessen im Zellinneren und Änderungen im chemischen Verhalten mutierter Proteine.

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Wissenschaft, ein Kinderspiel

Kinder sind bekanntlich neugierig und lieben es neues auszuprobieren. Schon öfter habe ich mir Gedanken gemacht, welche Möglichkeiten es gibt, Kinder an Naturwissenschaften heranzuführen. Hierzu habe ich nun einen aktuellen Linktipp gefunden. In dem Blog Groß-Stadt-Ansichten berichtet eine Biochemikerin und Mutter über einen Wissenschafts-Kindergeburtstag:

Viel Spaß beim lesen, staunen und nachmachen!

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Die Kriegsspiele der Kleinlibellen

Fliegende Insekten beurteilen Kräfte und Fähigkeiten des Gegners, bevor sie einen Kampf beginnen

Die Kriegsspielstrategien der Kleinlibellen sind kürzlich online in der Fachzeitschrift „The Science of Nature – Naturwissenschaften“ erschienen. Um diese Ergebnisse zu erzielen, bündelten zwei Forschungsgruppen ihre Energien: Ein Team unter Leitung von Rhainer Guillermo-Ferreira in Brasilien und ein weiteres unter Leitung von Stanislav Gorb von der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU).
Quelle: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft

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Welträtsel oder Wissenschaft

Die Welt könnte so einfach sein. Wenn sich der Raum streng euklidisch verhalten würde und alle Winkel- und Längenverhältnisse mit einfacher Mittelstufenmathematik berechenbar wären, bräuchte es keine komplizierten, nichtlinearen Gleichungen der allgemeinen Relativitätstheorie um den Kosmos zu beschreiben. Wenn die Atome klassische Teilchen wären, mal glatt und rund, mal rau, kantig und mit Häkchen versehen, die miteinander nach Newtons Gesetzen Stöße vollführen und aneinander binden, brauchten wir keine Quantentheorien mit rätselhaften Verschränkungen und Unbestimmtheitsrelationen.

Vereinfachte Weltmodelle gibt es viele und nach wie vor gibt es überzeugte Kritiker der Relativitätstheorie und der Quantenmechanik, die einfache Welterklärungsmodelle feilbieten und die moderne Physik zu einem großen Betrug erklären. Ich beginne langsam zu verstehen, was diese selbsternannten Kritiker antreibt und warum der Dialog mit ihnen so schwer, meistens sogar aussichtslos ist.

Hilfreich für dieses Verständnis war das Buch Einsteins Gegner: Die öffentliche Kontroverse um die Relativitätstheorie in den 1920er Jahren1 2 der Wissenschaftshistorikerin Milena Wazeck. Obwohl sich Wazeck in diesem Werk auf die frühe Kritik an die Relativitätstheorie beschränkt, scheint es mir immer noch aktuell. Die Argumente, mit denen Alternativwissenschaftler Einsteins Relativitätstheorie und Teile der Quantenmechanik ablehnen, haben sich in fast einem Jahrhundert kaum geändert.

Wazeck bezeichnet die Kritiker der Relativitätstheorie als Welträtsellöser und weist damit bereits auf den wesentlichen Unterschied zur etablierten Wissenschaft hin: Ihr völlig anderes Verhältnis zur Metaphysik und zum Wahrheitsbegriff.

In der etablierten Wissenschaft spielt die Suche nach der tiefsten, endgültigen Wahrheit keine Rolle. Je nach Geschmack suchen wir falsifizierbare Theorien3, passende Konstrukte4 oder einfach praktikable Methoden um Messergebnisse zu errechnen5.6 Das bedeutet nicht, dass Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler keine Vorstellung über den Wahrheitsgehalt ihrer Theorien haben dürfen. Es kann bei der Theorienentwicklung sehr hilfreich sein, wenn die Forscherin oder der Forscher eine klare Vorstellung hat, wie die Welt aufgebaut ist.7 Für die wissenschaftliche Arbeit spielt der Wahrheitsbegriff jedoch keine Rolle. Es geht in der etablierten Wissenschaft darum, mit Theorien die gemessenen oder beobachteten Daten adäquat abzubilden.

Welträtsellöser/innen suchen dagegen primär nach der Weltformel, der letzten Wahrheit. Typische Welträtsellöser sind überzeugt, diese Wahrheit gefunden zu haben. Wazeck ordnet das Welträtsellösertum der 1920er Jahre grob in drei Kontexte ein: Okkultismus, Lebensreform und Monismus.

Aus okkultistischer Sicht ist die etablierte Wissenschaft abzulehnen, weil sie auf Reproduzierbarkeit und Intersubjektivität Wert legt. Die Entdeckung der Röntgenstrahlung hat esoterischen Strömungen Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts Hoffnung gegeben: Wenn es mit der von Wilhelm Konrad Röntgen entdeckten X-Strahlung, eine bis dahin unentdeckte Strahlung gibt, die für Menschen nicht wahrnehmbar ist, warum sollte es dann nicht andere Strahlungen geben, die nur von besonders sensitiven Menschen nutzbar ist? Warum sollte man so nicht Phänomene wie Hellsicht, Telekinese, Astrologie erklären?

Okkultisten nehmen Einzelberichte und Geheimwissen ungeprüft als Wahrheit an. Sie erkennen die Forderung der Wissenschaft nicht an, dass ein Phänomen verifizierbar sein muss, bevor eine Erklärung notwendig ist. In den Bereich okkultistisch motivierter Welträtsellöser lässt sich heute die Schwache Quantentheorie des Harald Walach einordnen.

Die Lebensreform-Bewegung nahm an dier zunehmend materialistischen Ausrichtung der Wissenschaft Anstoß. Auch wenn Vertreter/innen der Lebensreform hauptsächlich alternative Heilmethoden gegen die von ihnen als Schulmedizin bezeichnete wissenschaftlich fundierte Medizin durchsetzten wollten, gingen aus ihr auch Kritiker der Naturwissenschaften hervor. Kritiker aus diesem Kontext kritisieren die Naturwissenschaften dafür, dass sie sich nur mit dem materiellen Teil der Welt beschäftigen und geistliches außen vor lassen. Oft setzen sie ein Lebensprinzip als Grundlage ihrer Wissenschaftsauffassung. Für sie ist Leben kein Phänomen, das aus komplexen biochemischen Interaktionen hervorgehen kann, sondern ein grundlegendes Prinzip, das hinter allen Naturphänomenen steht. Mechanische Gesetzmäßigkeiten gehören für sie entweder einer anderen Welt an, in der das Leben nicht erklärbar ist, oder sie sind dem Lebensprinzip untergeordnet. Ein allumfassender Weltgeist treibt die mechanischen wie die biologischen Vorgänge an.

Interessant an den Kritiken aus der Lebensreform-Bewegung ist, dass sie die Wissenschaft einerseits als zu reduktionistisch ablehnen, andererseits aber versuchen ihren eigenen Konzepten einen wissenschaftlichen Anstrich zu geben, um an die gesellschaftliche Autorität der Wissenschaften Teil haben zu können.

Monisten schließlich kritisierten die modernen Wissenschaften für ihre Spezialisierung. Die monistischen Vereinigungen der 1920er Jahre strebten nach einer Universalwissenschaft, die alle gesellschaftlichen Aspekte auf naturwissenschaftliche Grundlagen zurückführte. Diese Spielart der Kritik rekrutierte sich vorwiegend aus Ingenieuren und versuchte auch Ethik und Politik auf mechanische Grundlagen zurückzuführen.8

Es gab und gibt eine Vielzahl monistischer Alternativwissenschaften mit völlig zueinander konträren Ansätzen. Atomistische Theorien, die alle Phänomene auf die Interaktion klassischer Teilchen im Vakuum zurückführen wollen. Weltäthertheorien, die als Grundlage ein metaphysisches, alles durchdringendes Kontinuum von Urmaterie annehmen. Aber auch pantheistische Ansätze, die große Parallelen zu okkulitischen und Lebensreform-Ansätzen haben, sich aber von diesen durch ihre Ablehnung von Dualismen unterscheiden.

Man kann gegen Wazecks Dreiteilung der Kritiker in Okkultisten, Lebensreformler und Monisten einwenden, dass eine eindeutige Zuordnung oft gar nicht möglich ist. Wazeck selbst weist auf die großen Überschneidungen in den Motivationen dieser drei Bewegungen hin. Wollte man Kritiker kategorisieren, so wäre es zielführender, eine Art Matrix aufzustellen, in der jede Alternativtheorie nach ihrer Tendenz zum Okkultismus, zum Lebensreformgedanken und nach ihrer Präferenz von dualistischen oder monistischen Ansätzen eingeteilt werden kann. Aber eine Klassifizierung ist nicht Wazecks Intension. Es geht ihr in erster Linie darum, das Spektrum an Beweggründen von Kritikbewegungen in den 1920er Jahren zu beleuchten. Das gelingt ihr mit dieser Einteilung und den dazu gegebenen Beispielen recht einleuchtend.

Für mich war die Lektüre des Buchs hilfreich, weil sie mir gezeigt hat, wo der wirkliche Konflikt zwischen Naturwissenschaften und ihren unorthodoxen Kritikern liegt. Es sind keine Kleinigkeiten. Die allermeisten Welträtsellöser werden wir nicht von der modernen Wissenschaft überzeugen können, indem wir nachweisen, dass die Relativitätstheorie mathematisch Konsistent ist. Es wird nichts bringen, Experimente zu erläutern und zu zeigen, mit welchen Theorien sie konsistent sind und welchen sie widersprechen. Und es ist auch nicht Zielführend, zu erläutern, warum wir die Relativitätstheorie einer Äthertheorie vorziehen, selbst wenn die beiden Theorien mathematisch gleich sind.

Der wesentliche Unterschied zwischen Welträtsellöser/innen und Wissenschaftler/innen liegt darin, dass erstere andere Erwartungen an Wissenschaft haben. Sie lehnen moderne Wissenschafts- und Erkenntnistheorie ab und suchen nach einer letzten Wahrheit. Nach einer Weltformel. Viele Welträtsellöser waren so überzeugt davon, das letze Prinzip, die Weltformel gefunden zu haben, dass sie sich nicht erklären konnten, warum ihnen die etablierte Wissenschaft nicht sofort beipflichtete. Daraus entwickelten sich dann die Verschwörungstheorien und die Plagiatsvorwürfe gegen Einstein.

Mein Fazit aus der Lektüre des Buches und den Erfahrungen, die ich selbst in der Diskussion über die Relativitätstheorie sammelt konnte, ist, dass Welträtsellöser/innen einfach nicht die Zielgruppe für Erklärungen der Relativitätstheorie sind. Erklären können wir Theorien denen, die grundsätzlich mit den Zielen und Methoden zeitgenössischer Naturwissenschaft einverstanden sind und Details der Theorien und Experimente verstehen wollen.9 Mit Welträtsellöser/innen müssen wir, wenn überhaupt, über Wissenschaftstheorie diskutieren.

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Marie Sklodowska Curie

Heute, am Weltfrauentag, möchte ich an eine großartige Wissenschaftlerin erinnern, deren Biografie ich vor Jahren gelesen habe und die mich aus vielen Gründen sehr fasziniert hat. Marie Curie hat nicht nur einige Elemente entdeckt und erstmals erkannt, dass Radioaktivität etwas ganz anderes ist als die chemischen Reaktionen, die man bis dahin kannte. Sie ist auch eine der vier Menschen, die zwei Nobelpreise verliehen bekommen haben. Und sie war eine ausgesprochen fleißige Person, die unermüdlich im Labor arbeiten konnte und kompromisslos für die Freiheit der Wissenschaft eingetreten ist.

Marie Curie wurde 1867 in Warschau, das damals unter russischer Herrschaft stand, als Marie Sklodowska geboren und ist dort zweisprachig aufgewachsen. In der Schule war Russisch vorgeschrieben, zuhause wurde heimlich Polnisch gesprochen. Sie soll schon als Schülerin auffällig selbstbewusst und brillant gewesen sein. Da Frauen damals in Wahrschau nicht studieren durften, schloss die junge Marie mit ihrer Schwester einen Pakt: Sie arbeitete nach der Schule als Gouvernante um ihrer Schwester ein Studium in Paris zu ermöglichen. Die Schwester würde sie dann nachholen, wenn sie in Paris ein Einkommen hat. Im Herbst 1891 hatte sie das endlich geschafft und Marie Curie begann das Studium der Naturwissenschaften an der Sorbonne.

Als Marie Curie 1897 ihren wissenschaftlichen Schwerpunkt wählte, waren die von Antoine-Henri Becquerel 1896 entdeckten Uranstrahlen gerade ein heißes Thema. Das wollte sie zusammen mit ihrem Ehemann Pierre Curie genauer untersuchen. Ihre Fragestellung war: Was ist es, das in der Pechblende die rätselhaften Strahlen aussendet? Sie besorgte also große Mengen schwach radioaktiver Pechblende und begann die chemischen Bestandteile dieses Erzes zu separieren. Das erste strahlende Element, das Marie Curie entdeckte, nannte sie nach ihrer Heimat Polonium. Es ist ein Zwischenprodukt des Stufenweisen Zerfalls von Uran in Blei. Ein Poloniumatom hält im Mittel nur 140 Tage und zerfällt dann unter Aussendung von Strahlung weiter in stabiles Blei. Das weitaus wichtigere Element, das Curie entdeckte, war das Radium, ein anderes Zwischenprodukt derselben Zerfallsreihe. Radium hat eine wesentlich längere Halbwertszeit von 1600 Jahren. Erst nach 1600 Jahren ist also die Hälfte einer Menge von Radiumatomen zerfallen.

Marie Curie hatte als erste die Idee, dass Uranstrahlung mit einem Prozess verbunden ist, der die bis dahin als unteilbar und ewig haltbar geltenden Elemente ineinander umwandeln konnte. Während andere den Zerfall der Elemente noch für einen chemischen Prozess hielten, prägte Marie Curie den neuen Begriff Radioaktivität für eine Kernumwandlung. Ernest Rutherford gelang es 1902, diese Hypothese endgültig zu beweisen. 1903 wurde Marie Curie gemeinsam mit Pierre Curie der Nobelpreis für Physik zu einer Hälfte verliehen. Die andere Hälfte wurde Becquerel für die ursprüngliche Entdeckung der Strahlung zugesprochen.1

Radium galt um die Jahrhundertwende geradezu als Wunderelement. Im Gegensatz zum kurzlebigen Polonium nahm seine Strahlenintensität nicht merklich ab und es konnte bestimmte Stoffe zum grünlichen Leuchten bringen. Man versprach sich von Radium allerlei Heilwirkungen und hielt es für möglich, dass eines Tages alle Wohnzimmer mit Radiumlampen erleuchtet würden. Ganz ohne den Einsatz von Elektrizität oder der Notwendigkeit Brennstoff nachzufüllen.

Marie Curie war die Entdeckerin des chemischen Verfahrens mir dem Radium separiert werden konnte. Hierfür bekam sie 1911, diesmal als alleinige Preisträgerin, den Nobelpreis für Chemie. Hätte sie das Verfahren patentieren lassen und sich Lizenzen zahlen lassen, hätte Marie Curie ein Vermögen verdienen können. Sie war aber davon überzeugt, dass die Ergebnisse wissenschaftlicher Arbeit frei sein sollten. Also verzichtete sie auf ein Patent. Ihr Verfahren sollte frei von Gebühren allen Menschen nutzen können.

Marie Curie war nicht nur der erste Mensch, der zwei Nobelpreise bekam, sie war auch 1906 nach dem Tod ihres Mannes die erste Frau, die an der Sorbonne gelehrt hat und zwei Jahre später Professorin wurde. Einer Frau eine Professur zu übertragen, traute man(n) sich 1906 noch nicht so recht. Dabei stand es außer Frage, dass Marie Curie als Nobelpreisträgerin und Entdeckerin der Radioaktivität die beste Besetzung für Pierre Curies Nachfolge war. Ihre erste Vorlesung an der Sorbonne war ein Medienereignis und bis auf den letzten Platz besetzt. Die bescheidene Madame Curie dachte aber nicht daran, diesen Ruhm auszukosten und eine Rede zu halten. Sie nahm der Lehrstoff genau dort auf, wo ihr Mann zuvor abgebrochen hatte. Vermutlich verstanden weit über die Hälfte der Anwesenden kein Wort.

Im ersten Weltkrieg stattete Marie Curie mehrere Röntgenwagen aus und fuhr selbst an die Front, um verwundeten zu helfen. Nach dem Krieg leitete sie das Radium-Institut in Paris, in dem sie auch gezielt Frauen und aus dem Ausland stammende Studierende förderte. Marie Curies Radium-institut war eines der führenden Kernforschungsinstitute weltweit. Sie bildete dort unter anderem ihre Tochter Irène Joliot-Curie aus, die 1935 zusammen mit ihrem Ehemann Frédéric Joliot den Nobelpreis für Chemie erhielt. Den Joliot-Curies gelang es erstmals, durch radioaktive Bestrahlung neue Elemente künstlich zu schaffen.

Marie Curie starb 1934 im Alter von 66 Jahren. Vermutlich an den Langzeitfolgen der von ihr entdeckten Strahlung. Ihrer jüngeren Tochter Eve verdanken wir unter anderem diesen Blogbeitrag. Sie hat eine sehr lesenswerte Biographie über ihre Mutter geschrieben: Madame Curie

(Mehr in: Quantenwelt)

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Galileo Galilei: Die Geburt einer Ethik

Vor 450 Jahren wurde Galileo Galilei geboren. Durch ihn erlangten die Naturwissenschaften ihre Deutungshoheit. Aber was fangen wir heute mit diesem Kulturgut an? (Mehr in: ZEIT ONLINE: Mehr aus Forschung und Wissenschaft)

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Plötzlich Lust auf Mathe – wie Lehrer Jugendliche motivieren

Viele Schüler verlieren in der achten, neunten Klasse das Interesse an Naturwissenschaften und Mathematik. Bildungswissenschaftler der TUM haben nun gezeigt, dass dies nicht zwangsläufig ist. Die Forscher konzipierten eine Fortbildung, bei der Lehrer ein Jahr lang trainierten, die Kommunikation im Unterricht zu ändern: Anders als in ihren Fächern üblich, ermöglichten sie offene Gespräche unter den Schülern und gaben differenziertes Feedback – und anders als üblich stieg die Motivation der Jugendlichen sogar. Die Wissenschaftler wollen jetzt nicht nur Fortbildungen weiterentwickeln, sondern haben auch die Ausbildung angehender Lehrer verändert.
Quelle: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft

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Vergleichsstudien Iglu und Timss: Jeder fünfte Grundschüler hat Probleme beim Lernen

Internationaler Vergleich: Deutschlands Grundschüler erbringen bei Tests in Lesen, Mathe und Naturwissenschaften überdurchschnittliche Leistungen. Trotzdem besteht Anlass zur Sorge.
Quelle: stern.de – Wissenschaft & Gesundheit

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Universitäten: Als Extremsprinter auf den Professorenstuhl

In der Mathematik und den Naturwissenschaften sind Professoren in Deutschland besonders jung. Die Berufung eines 24-Jährigen ohne Habilitation zeigt: Die Wege zur Professur sind sehr verschieden.
Quelle: WELT ONLINE – Wissenschaft

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Begeisterung steckt an: Neues Fortbildungskonzept bringt Naturwissenschaften spielend in Kindergärten

Klaus-Tschira-Kompetenzzentrum für frühe naturwissenschaftliche Bildung präsentiert wissenschaftliche Ergebnisse zur Kompetenzerweiterung von Erzieherinnen und Kindern
Quelle: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft

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Neue Antworten auf eine alte Frage: Forstliche Nachhaltigkeit zwischen Klimawandel und Finanzkrise

Tagung bilanziert die Ergebnisse des BMBF-Förderschwerpunktes „Nachhaltige Waldwirtschaft“

Leipzig/Hamburg. „In Deutschland ist eine andere Einstellung zum Wald und zur Waldpolitik erforderlich.“ Zu diesem Ergebnis kommen Akteure aus Forst und Holz, aus Naturwissenschaften und Sozialwissenschaften. Über fünf Jahre hinweg forschten rund 380 Experten zu vielfältigsten forst- und holzfachlichen Themen sowie zu Fragen von Wissenstransfer, Bildung und Kommunikation Gemeinsam legen sie am 9. und 10. September in Hamburg zur Tagung „Nachhaltigkeit in Forst und Holz“ neue Antworten auf die alte Frage vor:
Quelle: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft

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Insekten: Wie Bienen angreifende Hornissen ersticken

Wenn eine Biene einen Angreifer mit einem Stich abwehrt, überlebt dies das Insekt selbst nicht. Doch Bienen beherrschen die Kunst des Tötens auch noch in einer ganz anderen Form: nämlich durch Ersticken, wie japanische Forscher im Journal „Naturwissenschaften“ berichten.
Quelle: WELT ONLINE – Wissenschaft

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Innovatives Bildungszentrum für Naturwissenschaften

Effiziente Gebäudetechnik in den Unterricht integriert
Quelle: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft

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Ist die Quantenmedizin die sanfte Medizin des 21. Jahrhunderts?

Quantenphysiker als Geistheiler
Die Quantenmedizin basiert auf einem uralten empirischen Wissen. Neueste Erkenntnisse aus der Physik deuten darauf hin, dass sich hinter den Erfolgen möglicherweise nicht nur ein Placeboeffekt verbirgt.

„Wir betrachten gewöhnlich nur die Materie, weil wir sie sehen und anfassen können. Viel wichtiger sind jedoch die Wechselwirkungsquanten, welche die Materie zusammenhalten und deren Struktur bestimmen“, so hatte es der italienische Physik-Nobelpreisträger und ehemalige Generaldirektor des CERN Prof. Dr. Carlo Rubbia einmal auf den Punkt gebracht. Continue reading „Ist die Quantenmedizin die sanfte Medizin des 21. Jahrhunderts?“

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Lassen sich Träume mit Hilfe der Quantenphysik erklären?

Physiker revolutionieren unser Weltbild
Mit einer revolutionären These sorgte der Physiker Professor Efstratios Manousakis von der Florida State University in Tallahassee neuerdings für Aufsehen. So ist Manousakis wie einige seiner Kollegen davon überzeugt, dass sich die komplexen Vorgänge des Bewusstseins mit Hilfe der modernen Quantenmechanik erklären lassen. Manousakis geht allerdings noch einen Schritt weiter und behauptet, dass nicht nur unser Bewusstsein sondern auch unsere Träume als Quantenphänomen beschrieben werden können. Continue reading „Lassen sich Träume mit Hilfe der Quantenphysik erklären?“

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Brückenschlag zwischen Quantenphysik und Religion?

Quantenphysik
Das menschliche Bewusstsein könnte den Tod überdauern
Die kontroverse Diskussion um Evolution oder Schöpfung zeigt, wie schwer das Gespräch zwischen ¬Religion und Wissenschaft ¬zumindest in der Biologie ist. Auch im Darwin-Jahr 2009 hat sich daran nicht viel geändert. Dabei wären die Biologen gut beraten, einmal über den Tellerrand zu schauen. Denn in der modernen Physik sind die Forscher gerade dabei, einen historischen Brückenschlag zwischen Religion und Naturwissenschaft zu realisieren. Dies gilt insbesondere für die Quantenphysik. Continue reading „Brückenschlag zwischen Quantenphysik und Religion?“

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Astronomie: Warum Gott auf Bonsaigröße schrumpft

Existieren im Weltall Himmelskörper mit erdähnlichen Bedingungen? Was ist das große ungelöste Rätsel der Astronomie? Haben Theologen die Auseinandersetzung mit den Naturwissenschaften verloren? Zum „Jahr der Astronomie“ erläutert der Astrophysiker und Fernsehmoderator Harald Lesch, was ihn am Weltall fasziniert.
Quelle: WELT ONLINE – Wissenschaft

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29 spannende Experimente für Kinder

Grundlegende Basistechnologien mit einem Lernpaket praktisch erforschen
Spannende Versuche aus Physik, Chemie und Elektronik für junge Forscher

Poing, Februar 2009. Spiel, Spaß, Spannung – und gleichzeitig die grundlegenden Regeln aus Physik, Chemie und Elektronik lernen, mit denen unsere Welt funktioniert. Mit dem neuen „Lernpaket Experimente für Kinder“ aus dem Franzis-Verlag kein Problem. Schon Jugendliche ab elf Jahren können alle Experimente gefahrlos und völlig selbständig durchführen. Die Bauteile und ein reich bebildertes Handbuch für 29 spannende Experimente sind im Lernpaket enthalten. Continue reading „29 spannende Experimente für Kinder“

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Evolutionstheorie ein Segen für die Theologie?

(idw). In der aktuellen Debatte über die Evolutionstheorie des englischen Naturforschers Charles Darwin sieht der Philosoph und Biologe Professor Christian Kummer SJ eine „interessante Möglichkeit“, den christlichen Schöpfungsglauben und die Gottesfrage in einem neuen Horizont zu vermitteln. Continue reading „Evolutionstheorie ein Segen für die Theologie?“