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Astronomie: Neues Superteleskop stellt Hubble in den Schatten

Das gigantische Teleskop „E-ELT“ soll 15 Mal schärfere Bilder aus dem Weltall liefern als Hubble – obwohl es durch die Luftschicht der Erdatmosphäre hindurch ins All blickt. Das gelingt mit einem Trick.
Quelle: WELT ONLINE – Wissenschaft

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Astronomie: Raumteleskop Hubble entdeckt neuen Pluto-Mond

Klein, aber oho: Pluto ist zwar nur ein Zwergplanet, aber er hat fünf Monde. Der fünfte Trabant Plutos wurde jetzt erneut vom Weltraumteleskop Hubble entdeckt – wie schon drei andere zuvor.
Quelle: WELT ONLINE – Wissenschaft

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Neuer Planetentyp: Hubble enthüllt von Wasser dominierte Supererde

Mit dem „Hubble“-Weltraumteleskop haben US-amerikanische Astronomen einen neuen Planetentyp erspäht: eine Wasserwelt. Sie ist 40 Lichtjahre von der Erde entfernt.
Quelle: WELT ONLINE – Wissenschaft

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Astronomie: Teleskop "Hubble" entdeckt bislang fernste Galaxie

Astronomische Sensation: Das Teleskop „Hubble“ hat eine Galaxie entdeckt, deren Licht 13,2 Milliarden Jahre zur Erde unterwegs war.
Quelle: WELT ONLINE – Wissenschaft

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Weltraumteleskop: "Hubble" sichtet bisher älteste Galaxie

US-Astronomen sind mithilfe des Weltraumteleskops „Hubble“ womöglich Bilder von der ältesten und von der Erde am weitesten entfernten Galaxie des Alls gelungen. Diese stammt aus einer Zeit kurz nach dem Urknall.
Quelle: stern.de – Wissenschaft & Gesundheit

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Weltraum-Mysterium: Schwarzes Loch erleuchtet grüne Wolke

Eine grüne Wolke gilt als eines der mysteriösesten Objekte im All. Jetzt hat das Weltraumteleskop „Hubble“ die merkwürdige Erscheinung ins Visier genommen – und eine Erklärung ermöglicht. Die Ursache des gespenstischen Leuchtens liegt demnach außerhalb der Wolke.
Quelle: SPIEGEL ONLINE – Wissenschaft

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Weltraumteleskop: Kostenexplosion bedroht "Hubble"-Nachfolger

Das James-Webb-Weltraumteleskop wird bei weitem teurer als geplant. Die Nasa muss erneut fast 1,5 Milliarden Dollar mehr ausgeben, um den Nachfolger des berühmten „Hubble“-Teleskops ins All zu bringen. Inzwischen erscheint das gesamte Projekt gefährdet.
Quelle: SPIEGEL ONLINE – Wissenschaft

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Weltraumteleskop: Nasa ringt mit ruinösen Kosten für Hubble-Ersatz

Es sollte der ganze Stolz der Nasa sein: Das Weltraumteleskop „James Webb“ – hundert Mal stärker als „Hubble“. Doch nun explodieren die Kosten.
Quelle: WELT ONLINE – Wissenschaft

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Nochmals 1,5 Milliarden Dollar mehr – Hubble-Ersatz wird teurer als geplant

Nasa, Esa

Die Kosten für das Nasa-Teleskop, das den berühmten Vorgänger Hubble ersetzen soll, schießen durch die Decke. Laut einer internen Studie der US-Raumfahrtbehörde wird das James Webb Weltraumteleskop nochmals 1,5 Milliarden Dollar teurer als geplant.


Quelle: Wissenschaft | RP ONLINE

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Galaxie bei z=8,6 entdeckt

ResearchBlogging.org Am vergangenen Montag erfuhr ich per Facebook über eine am folgenden Tag stattfindende Online-Pressekonferenz bei ESO (European Southern Observatory). Anlass sei eine spektuläre Entdeckung im frühen Universum. Ich war ziemlich neugierig zu erfahren, um was es sich handeln könnte. Gerüchte über eine bevorstehende, herausragende Entdeckung in der extragalaktischen Astronomie mit ESO Teleskopen waren mir nicht bekannt.

Zwei Tage später erhielt ich eine ESO Pressemitteilung per Email [1]. In der Tat, die angekündigte Entdeckung ist in der Tat herausragend: der Nachweis der weitentferntesten Galaxie, bei einer Rotverschiebung von z=8,6 mit dem VLT (Very Large Telescope). Diese Rotverschiebung entspricht weniger als 600 Millionen Jahre nach dem Urknall. Im Gegensatz zum bisherigen Rekordhalter, einem Gamma-Strahlenausbruch bei z~8,0 (siehe dieses Blog von mir), handelt es sich hierbei um eine ’normale‘ Galaxie. Der amerikanische Forscher Matthew D. Lehnert vom Observatorium Paris-Meudon und sein internationales Team stellten dieses Forschungsergebnis in der neuesten Ausgaben des renommierten, britischen Fachmagazins Nature vor [2]. Wie wurde dieses Objekt nun entdeckt und dessen Entfernung einwandfrei bestimmt?

Im vergangenen Jahr stellte verschiedene Forscherteams eine Vielzahl von Galaxien als Kandidaten mit Rotverschiebungen von ungefähr z~8-9. Nur Dank der bei der letzten Servicemission des Hubble Space Telescope (HST) installierten, extrem empfindlichen Kamera WFCAM3 war dies möglich. Basierend auf der sogenannten Lymanbreak-Technique (siehe diesen Post von mir über Details dieser Methode) und mit Hilfe von zwei Nahinfrarot-Filtern, dem Y, mit einer zentralen Wellenlänge von 1050 Nanometer (nm), und dem J, mit einer zentralen Wellenlänge von 1250 nm, wählten Wissenschaftler diese Galaxien aus. Leider ist es aber alleine mit photometrischen Methode wie dieser nicht möglich die exakte Entfernung dieser Objekte zu bestimmen. Dafür ist die Identifizierung einiger bekannten atomaren Linie nötig. Dies ist jedoch nur mit spektroskopische Beobachtungen möglich.

Abb. 2: 1-dimensionales Spektrum von UDFy-38135539 [2,3] mit der identifizierten Wasserstofflinie der Lyman-Reihe. Im Vergleich dazu ist das Himmelsspektrum in grau gezeigt.

Oft zeigen die Forscher in ihren Publikation nur das so genannte eindimensionale Spektrum: Wellenlänge gegen Strahlungsintensität. Die Identifizierung bzw. ob man einer Linie glauben schenken kann oder nicht basiert jedoch eigentlich fast immer auf dem so genannten 2-dimensionalen Spektrum. Die beiden Dimension sind dabei die Wellenlänge und die räumliche Richtung (=Längsrichtung des Spaltes). Das in der Veröffentlichung gezeigte 2d Spektrum schaut ziemlich überzeugend aus, siehe Abbildung 3. Das 1d Spektrum entsteht dabei einfach aus der Aufsummierung in räumlicher Richtung.

Die entdeckte Galaxie strahlte ihr Licht in der Epoche der so genannten Reionisation des Universums aus. In dieser Zeitspanne ionisierten die erste Galaxien den neutralen Wasserstoff erneut Schritt für Schritt. Berechnungen dieser Arbeit zeigen, dass die Strahlungsintensität der beobachteten Galaxie nicht alleine ausreichend war um den Nebel aus neutralen Wasserstoff in iherer Umgebung transparent zu machen, sondern weitere, schwächere und masseärmere Quellen in der Umgebung von UDFy-38135539 nötig waren.  

Abb. 3: 2-dimensionales Spektrum von UDFy-38135539.

Das internationale Forscherteam stellte seinen Artikel auch in das astronomischen Preprint Webarchiv astroph [3]. Besonders gut gefiel mir, dass die Wissenschaftler ESO baten die Roh- und Kalibrationsdaten sofort freizugeben, im Gegensatz zu der üblichen Sperrfrist von einem Jahr. Über das ESO Archiv kann jeder diese Daten herunterladen und analysieren. Auch richtete sie einen Webpage ein, auf der noch weitere Informationen wie zum Beispiel die reduzierten Daten zu finden sind. Dieses vorbildliche Vorgehen dieser Wissenschaftler gewährleistet wichtige wissenschaftliche Grundsätze wie Transparenz und Reproduzierbarkeit.

An dieser Stelle möchte ich auch auf das komplentäre und erfolgreiche Zusammenspiel zweier Schwergewichte der Teleskopszene HST (Imaging) und VLT (Spektroskopie) hinweisen. Bemerkenswert ist aus meiner Sicht desweiteren, dass es somit schon mit der heutigen Generation von 10m Teleskopen möglich ist, astronomische Objekte bei extremen Entfernungen eindeutig zu bestimmen. Jedoch werden die Forscher erst mit den geplanten 30m Teleskopen in der Lage sein grosse Sample zu erstellen und die Eigenschaften der gesamten Population im Detail zu studieren. Auch die Quellen in der Umgebung von UDFy-38135539, die für eine Transparenz des Wasserstoff-Nebels sorgte, sollten dann mit der kommenden Generation von Teleskopen identifiziert werden können.

Bis zum nachsten Blog,

Euer Helmut Dannerbauer

Quellen:

[1]: ESO Pressemitteilung 1041 vom 20. Oktober 2010

[2]: Lehnert, M. D., Nesvadba, N. P. H., Cuby, J.-G., Swinbank, A. M., Morris, S., Clement, B., Evans, C. J., Bremer, M. N. & Basa, S., Nature, 20th October, 467, 942, ‚Spectroscopic confirmation of a galaxy at z=8.6‘

[3]: astro-ph/1010.4312
    

Lehnert, M., Nesvadba, N., Cuby, J., Swinbank, A., Morris, S., Clément, B., Evans, C., Bremer, M., & Basa, S. (2010). Spectroscopic confirmation of a galaxy at redshift z = 8.6 Nature, 467 (7318), 940-942 DOI: 10.1038/nature09462

alt

(Mehr in: Galaxienentwicklung)

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Galaxie bei z=8,6 entdeckt

ResearchBlogging.org Am vergangenen Montag erfuhr ich per Facebook über eine am folgenden Tag stattfindende Online-Pressekonferenz bei ESO (European Southern Observatory). Anlass sei eine spektuläre Entdeckung im frühen Universum. Ich war ziemlich neugierig zu erfahren, um was es sich handeln könnte. Gerüchte über eine bevorstehende, herausragende Entdeckung in der extragalaktischen Astronomie mit ESO Teleskopen waren mir nicht bekannt.

Zwei Tage später erhielt ich eine ESO Pressemitteilung per Email [1]. In der Tat, die angekündigte Entdeckung ist in der Tat herausragend: der Nachweis der weitentferntesten Galaxie, bei einer Rotverschiebung von z=8,6 mit dem VLT (Very Large Telescope). Diese Rotverschiebung entspricht weniger als 600 Millionen Jahre nach dem Urknall. Im Gegensatz zum bisherigen Rekordhalter, einem Gamma-Strahlenausbruch bei z~8,0 (siehe dieses Blog von mir), handelt es sich hierbei um eine ’normale‘ Galaxie. Der amerikanische Forscher Matthew D. Lehnert vom Observatorium Paris-Meudon und sein internationales Team stellten dieses Forschungsergebnis in der neuesten Ausgaben des renommierten, britischen Fachmagazins Nature vor [2]. Wie wurde dieses Objekt nun entdeckt und dessen Entfernung einwandfrei bestimmt?

Im vergangenen Jahr stellte verschiedene Forscherteams eine Vielzahl von Galaxien als Kandidaten mit Rotverschiebungen von ungefähr z~8-9. Nur Dank der bei der letzten Servicemission des Hubble Space Telescope (HST) installierten, extrem empfindlichen Kamera WFCAM3 war dies möglich. Basierend auf der sogenannten Lymanbreak-Technique (siehe diesen Post von mir über Details dieser Methode) und mit Hilfe von zwei Nahinfrarot-Filtern, dem Y, mit einer zentralen Wellenlänge von 1050 Nanometer (nm), und dem J, mit einer zentralen Wellenlänge von 1250 nm, wählten Wissenschaftler diese Galaxien aus. Leider ist es aber alleine mit photometrischen Methode wie dieser nicht möglich die exakte Entfernung dieser Objekte zu bestimmen. Dafür ist die Identifizierung einiger bekannten atomaren Linie nötig. Dies ist jedoch nur mit spektroskopische Beobachtungen möglich.

Ein Forscherteam um den amerikanischen Astronomen Matthew D. Lehnert stellte jedoch fest, dass es mit dem Nahinfrarotspektrograohen SINFONI am VLT prinzipiell möglich sei die Wasserstofflinie in diesen Galaxien bei einer Rotverschiebung von z~8 Galaxien nachzuweisen und somit die Rotverschiebung eindeutig zu bestimmen. UDFy-38135539 schien ihnen der robusteste Kandidat zu sein (Abbildung 1) und reichten einen sogenannten DDT (Directory’s Discretionary Time) Beobachtungsantrag bei der ESO ein. Der Antrag wurde sogleich genehmigt und kurze Zeit später fanden dann die erfolgreichen Beobachtungen statt.

Der vielversprechenste z~8 Kandidat wurde für insgesamt 16 Stunden (davon 14,8 Stunden on-source Integrationszeit) im Service Mode (siehe Post zu diesem Thema) mit SINFONI am VLT beobachtet. Tatsächlich entdeckten die Forscher bei 1161,6 nm eine Linie mit einer Signifikanz von 6 Sigma (=Signal-zu-Rausch Verhältnis von 6), siehe Abbildung 2. Sie konnten einwandfrei zeigen, dass es sich nicht um Rauschen sondern um die Wasserstofflinie der Lyman-Reihe (bei 121,6 nm im Ruheraum) handelt. Zum Beispiel konnten die Astrophysiker einen weiteren Kandidaten für die beobachtete Linie, einen Liniendoublet des einfach ionisierten Sauerstoff (bei 373 nm) bei einer weitaus niedrigeren Rotverschiebung von z=2,12, nachvollziehbar ausschliessen. Die Entdeckung wurde auch dadurch begünstigt, dass es in diesem beobachteten Teil des Spektrums keine starke Himmelslinien gibt (siehe Abbildung 2), die eine Linienidentizierung stark erschwert hätte. Ähnlich zur Milchstrasse bewegt sich die Sternentstehungsrate bei dieser jungen Galaxie bei einigen wenigen Sonnenmassen pro Jahr.

Abb. 2: 1-dimensionales Spektrum von UDFy-38135539 [2,3] mit der identifizierten Wasserstofflinie der Lyman-Reihe. Im Vergleich dazu ist das Himmelsspektrum in grau gezeigt.

Oft zeigen die Forscher in ihren Publikation nur das so genannte eindimensionale Spektrum: Wellenlänge gegen Strahlungsintensität. Die Identifizierung bzw. ob man einer Linie glauben schenken kann oder nicht basiert jedoch eigentlich fast immer auf dem so genannten 2-dimensionalen Spektrum. Die beiden Dimension sind dabei die Wellenlänge und die räumliche Richtung (=Längsrichtung des Spaltes). Das in der Veröffentlichung gezeigte 2d Spektrum schaut ziemlich überzeugend aus, siehe Abbildung 3. Das 1d Spektrum entsteht dabei einfach aus der Aufsummierung in räumlicher Richtung.

Die entdeckte Galaxie strahlte ihr Licht in der Epoche der so genannten Reionisation des Universums aus. In dieser Zeitspanne ionisierten die erste Galaxien den neutralen Wasserstoff erneut Schritt für Schritt. Berechnungen dieser Arbeit zeigen, dass die Strahlungsintensität der beobachteten Galaxie nicht alleine ausreichend war um den Nebel aus neutralen Wasserstoff in iherer Umgebung transparent zu machen, sondern weitere, schwächere und masseärmere Quellen in der Umgebung von UDFy-38135539 nötig waren.  

Abb. 3: 2-dimensionales Spektrum von UDFy-38135539.

Das internationale Forscherteam stellte seinen Artikel auch in das astronomischen Preprint Webarchiv astroph [3]. Besonders gut gefiel mir, dass die Wissenschaftler ESO baten die Roh- und Kalibrationsdaten sofort freizugeben, im Gegensatz zu der üblichen Sperrfrist von einem Jahr. Über das ESO Archiv kann jeder diese Daten herunterladen und analysieren. Auch richtete sie einen Webpage ein, auf der noch weitere Informationen wie zum Beispiel die reduzierten Daten zu finden sind. Dieses vorbildliche Vorgehen dieser Wissenschaftler gewährleistet wichtige wissenschaftliche Grundsätze wie Transparenz und Reproduzierbarkeit.

An dieser Stelle möchte ich auch auf das komplentäre und erfolgreiche Zusammenspiel zweier Schwergewichte der Teleskopszene HST (Imaging) und VLT (Spektroskopie) hinweisen. Bemerkenswert ist aus meiner Sicht desweiteren, dass es somit schon mit der heutigen Generation von 10m Teleskopen möglich ist, astronomische Objekte bei extremen Entfernungen eindeutig zu bestimmen. Jedoch werden die Forscher erst mit den geplanten 30m Teleskopen in der Lage sein grosse Sample zu erstellen und die Eigenschaften der gesamten Population im Detail zu studieren. Auch die Quellen in der Umgebung von UDFy-38135539, die für eine Transparenz des Wasserstoff-Nebels sorgte, sollten dann mit der kommenden Generation von Teleskopen identifiziert werden können.

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Euer Helmut Dannerbauer

Quellen:

[1]: ESO Pressemitteilung 1041 vom 20. Oktober 2010

[2]: Lehnert, M. D., Nesvadba, N. P. H., Cuby, J.-G., Swinbank, A. M., Morris, S., Clement, B., Evans, C. J., Bremer, M. N. & Basa, S., Nature, 20th October, 467, 942, ‚Spectroscopic confirmation of a galaxy at z=8.6‘

[3]: astro-ph/1010.4312
    

Lehnert, M., Nesvadba, N., Cuby, J., Swinbank, A., Morris, S., Clément, B., Evans, C., Bremer, M., & Basa, S. (2010). Spectroscopic confirmation of a galaxy at redshift z = 8.6 Nature, 467 (7318), 940-942 DOI: 10.1038/nature09462

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Galaxie bei z=8,6 entdeckt

ResearchBlogging.org Am vergangenen Montag erfuhr ich per Facebook über eine am folgenden Tag stattfindende Online-Pressekonferenz bei ESO (European Southern Observatory). Anlass sei eine spektuläre Entdeckung im frühen Universum. Ich war ziemlich neugierig zu erfahren, um was es sich handeln könnte. Gerüchte über eine bevorstehende, herausragende Entdeckung in der extragalaktischen Astronomie mit ESO Teleskopen waren mir nicht bekannt.

Zwei Tage später erhielt ich eine ESO Pressemitteilung per Email [1]. In der Tat, die angekündigte Entdeckung ist in der Tat herausragend: der Nachweis der weitentferntesten Galaxie, bei einer Rotverschiebung von z=8,6 mit dem VLT (Very Large Telescope). Diese Rotverschiebung entspricht weniger als 600 Millionen Jahre nach dem Urknall. Im Gegensatz zum bisherigen Rekordhalter, einem Gamma-Strahlenausbruch bei z~8,0 (siehe dieses Blog von mir), handelt es sich hierbei um eine ’normale‘ Galaxie. Der amerikanische Forscher Matthew D. Lehnert vom Observatorium Paris-Meudon und sein internationales Team stellten dieses Forschungsergebnis in der neuesten Ausgaben des renommierten, britischen Fachmagazins Nature vor [2]. Wie wurde dieses Objekt nun entdeckt und dessen Entfernung einwandfrei bestimmt?

Im vergangenen Jahr stellte verschiedene Forscherteams eine Vielzahl von Galaxien als Kandidaten mit Rotverschiebungen von ungefähr z~8-9. Nur Dank der bei der letzten Servicemission des Hubble Space Telescope (HST) installierten, extrem empfindlichen Kamera WFCAM3 war dies möglich. Basierend auf der sogenannten Lymanbreak-Technique (siehe diesen Post von mir über Details dieser Methode) und mit Hilfe von zwei Nahinfrarot-Filtern, dem Y, mit einer zentralen Wellenlänge von 1050 Nanometer (nm), und dem J, mit einer zentralen Wellenlänge von 1250 nm, wählten Wissenschaftler diese Galaxien aus. Leider ist es aber alleine mit photometrischen Methode wie dieser nicht möglich die exakte Entfernung dieser Objekte zu bestimmen. Dafür ist die Identifizierung einiger bekannten atomaren Linie nötig. Dies ist jedoch nur mit spektroskopische Beobachtungen möglich.

Ein Forscherteam um den amerikanischen Astronomen Matthew D. Lehnert stellte jedoch fest, dass es mit dem Nahinfrarotspektrograohen SINFONI am VLT prinzipiell möglich sei die Wasserstofflinie in diesen Galaxien bei einer Rotverschiebung von z~8 Galaxien nachzuweisen und somit die Rotverschiebung eindeutig zu bestimmen. UDFy-38135539 schien ihnen der robusteste Kandidat zu sein (Abbildung 1) und reichten einen sogenannten DDT (Directory’s Discretionary Time) Beobachtungsantrag bei der ESO ein. Der Antrag wurde sogleich genehmigt und kurze Zeit später fanden dann die erfolgreichen Beobachtungen statt.

Der vielversprechenste z~8 Kandidat wurde für insgesamt 16 Stunden (davon 14,8 Stunden on-source Integrationszeit) im Service Mode (siehe Post zu diesem Thema) mit SINFONI am VLT beobachtet. Tatsächlich entdeckten die Forscher bei 1161,6 nm eine Linie mit einer Signifikanz von 6 Sigma (=Signal-zu-Rausch Verhältnis von 6), siehe Abbildung 2. Sie konnten einwandfrei zeigen, dass es sich nicht um Rauschen sondern um die Wasserstofflinie der Lyman-Reihe (bei 121,6 nm im Ruheraum) handelt. Zum Beispiel konnten die Astrophysiker einen weiteren Kandidaten für die beobachtete Linie, einen Liniendoublet des einfach ionisierten Sauerstoff (bei 373 nm) bei einer weitaus niedrigeren Rotverschiebung von z=2,12, nachvollziehbar ausschliessen. Die Entdeckung wurde auch dadurch begünstigt, dass es in diesem beobachteten Teil des Spektrums keine starke Himmelslinien gibt (siehe Abbildung 2), die eine Linienidentizierung stark erschwert hätte. Ähnlich zur Milchstrasse bewegt sich die Sternentstehungsrate bei dieser jungen Galaxie bei einigen wenigen Sonnenmassen pro Jahr.

Abb. 2: 1-dimensionales Spektrum von UDFy-38135539 [2,3] mit der identifizierten Wasserstofflinie der Lyman-Reihe. Im Vergleich dazu ist das Himmelsspektrum in grau gezeigt.

Oft zeigen die Forscher in ihren Publikation nur das so genannte eindimensionale Spektrum: Wellenlänge gegen Strahlungsintensität. Die Identifizierung bzw. ob man einer Linie glauben schenken kann oder nicht basiert jedoch eigentlich fast immer auf dem so genannten 2-dimensionalen Spektrum. Die beiden Dimension sind dabei die Wellenlänge und die räumliche Richtung (=Längsrichtung des Spaltes). Das in der Veröffentlichung gezeigte 2d Spektrum schaut ziemlich überzeugend aus, siehe Abbildung 3. Das 1d Spektrum entsteht dabei einfach aus der Aufsummierung in räumlicher Richtung.

Die entdeckte Galaxie strahlte ihr Licht in der Epoche der so genannten Reionisation des Universums aus. In dieser Zeitspanne ionisierten die erste Galaxien den neutralen Wasserstoff erneut Schritt für Schritt. Berechnungen dieser Arbeit zeigen, dass die Strahlungsintensität der beobachteten Galaxie nicht alleine ausreichend war um den Nebel aus neutralen Wasserstoff in iherer Umgebung transparent zu machen, sondern weitere, schwächere und masseärmere Quellen in der Umgebung von UDFy-38135539 nötig waren.  

Abb. 3: 2-dimensionales Spektrum von UDFy-38135539.

Das internationale Forscherteam stellte seinen Artikel auch in das astronomischen Preprint Webarchiv astroph [3]. Besonders gut gefiel mir, dass die Wissenschaftler ESO baten die Roh- und Kalibrationsdaten sofort freizugeben, im Gegensatz zu der üblichen Sperrfrist von einem Jahr. Über das ESO Archiv kann jeder diese Daten herunterladen und analysieren. Auch richtete sie einen Webpage ein, auf der noch weitere Informationen wie zum Beispiel die reduzierten Daten zu finden sind. Dieses vorbildliche Vorgehen dieser Wissenschaftler gewährleistet wichtige wissenschaftliche Grundsätze wie Transparenz und Reproduzierbarkeit.

An dieser Stelle möchte ich auch auf das komplentäre und erfolgreiche Zusammenspiel zweier Schwergewichte der Teleskopszene HST (Imaging) und VLT (Spektroskopie) hinweisen. Bemerkenswert ist aus meiner Sicht desweiteren, dass es somit schon mit der heutigen Generation von 10m Teleskopen möglich ist, astronomische Objekte bei extremen Entfernungen eindeutig zu bestimmen. Jedoch werden die Forscher erst mit den geplanten 30m Teleskopen in der Lage sein grosse Sample zu erstellen und die Eigenschaften der gesamten Population im Detail zu studieren. Auch die Quellen in der Umgebung von UDFy-38135539, die für eine Transparenz des Wasserstoff-Nebels sorgte, sollten dann mit der kommenden Generation von Teleskopen identifiziert werden können.

Bis zum nachsten Blog,

Euer Helmut Dannerbauer

Quellen:

[1]: ESO Pressemitteilung 1041 vom 20. Oktober 2010

[2]: Lehnert, M. D., Nesvadba, N. P. H., Cuby, J.-G., Swinbank, A. M., Morris, S., Clement, B., Evans, C. J., Bremer, M. N. & Basa, S., Nature, 20th October, 467, 942, ‚Spectroscopic confirmation of a galaxy at z=8.6‘

[3]: astro-ph/1010.4312
    

Lehnert, M., Nesvadba, N., Cuby, J., Swinbank, A., Morris, S., Clément, B., Evans, C., Bremer, M., & Basa, S. (2010). Spectroscopic confirmation of a galaxy at redshift z = 8.6 Nature, 467 (7318), 940-942 DOI: 10.1038/nature09462

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AG Tagung 2010: ALMA am Horizont

Bald ist es nun soweit: im kommenden Jahr sind die ersten Beobachtungen mit ALMA geplant. Zunächst „nur“ mit 16 Antennen (Durchmesser von 12m), aber schon mit dieser Anzahl von Antennen wird  dieses Teleskop das leistungsstärkste im Millimeterbereich sein. Im Rahmen des Mottos „Zooming In: The Cosmos at high resolution“ der diesjährigen Herbsttagung der AG (siehe auch die Posts von Jan Hattenbach über die diesjährige AG Tagung und den Besuch von Carolin Liefke am Effelsberger Radioteleskop) gab es auch einen zweitägigen Splinter über interferometrische Beobachtungen im (sub)mm und cm-Bereich: Sub-mm Interferometry: the ALMA horizon (incl. EVLA, eMERLIN). Die Wissenschaftler Frank Bertoldi (Uni Bonn), Vernesa Smolcic (Uni Bonn) und Chris Carilli (NRAO) organisierten diesen Zusammentreffen, an dem auch ich teilnahm.

Der Grossteil der Vorträge war auf Galaxien im jungen Universum fokussiert. Allgemeinere Vorträge über gegenwärtige und zukünftige mm-Teleskope, ihre Instrumente und Technologien rundeten das Programm ab. Sehr gut gefiel mir, dass die Organisatoren auch Experten aus dem Ausland einluden. Der ESO Wissenschaftler Dr. Leonardo Testi eröffnete dieses Meeting mit einem Vortrag über den Status von ALMA. Dabei erfuhr ich, dass 7 Antennen schon einsatzbereit seien und es tatsächlich im nächsten Jahr mit den ersten wissenschaftlichen Beobachtungen losgehen sollte.

Mit am meisten beeindruckte mich der Vortrag von dem britischen Astronom Tom Muxlow (Jodrell Bank Center for Astronomy, Manchester) über ein mehrere hundert Stunden umfassendes Beobachtungsprogramm eMERGE (e-MERLIN Galaxy Evolution Survey) mit dem Radiointerferometer e-MERLIN. Dieses Interferometer stellt sich aus mehreren in ganz England verteilten Radioteleskopen zusammen und wird in der Nähe von Manchester, von Jodrell Banks aus gesteuert. Das vorgestellte und auch schon akzeptierte ehrgeizige Beobachtungsprogramm von 918 Stunden umfasst einige bekannte extragalaktische Deep Fields, siehe auch Post von Carolin Liefke zum Thema Deep Fields, wie zum Beispiel das Hubble Deep Field North (HDF-N) und den Galaxienhaufen Abell2218. Eines der Hauptziele ist es einen ziemlich kompletten Zensus der Sternenstehung von (normalen) Galaxien bis zu Rotverschiebungen von 5 durchzuführen. Aufgrund der stark verbesserten Empfindlichkeiten erwarten die Wissenschaftler zum Beispiel im HDF-N die Anzahl der Anfang 2000 bekannter Radioquellen von 90 auf 5000 zu erhöhen.

Gewisse Galaxienpopulation sind in bestimmten Wellenlängenbereichen individuel nachweisbar. In den vergangenen Jahren hat sich in der extragalaktischen Astronomie, vor allem im jungen Universum, die so genannte Stacking Technik durchgesetzt. In einem Band werden für jedes Mitglied des zu untersuchenden Galaxiensample auf dessen Position Signal und Rauschen gemessen. Diese werden dann für das gesamte Sample aufaddiert. Somit ist es dann möglich für die gesamte untersuchte Population tiefer als das Rauschen zu kommen und möglicherweise dann doch die Population in dem untersuchten Wellenlängenbereich nachzuweisen. Robert Decarli (MPIA) wendete diese Methode nun zum ersten Mal auf interferometrische Daten im Millimeterbereich, vom Plateau de Bure Interferometer stammend, an und präsentierte uns einige erste, vielversprechende Ergebnisse. 

Auch ich hatte wieder die Gelegenheit meine Forschung vorzustellen und anschliessend (kontrovers) zu diskutieren. Ähnlich zu meinem Vortrag in Oxford (Link zu Kosmologs) sprach ich wieder über unsere Beobachtungen mit dem PdBI und VLA (Very Large Array) von gewöhnlichen Galaxien mit intensiver Sternentstehung im jungen Universum. 

Der Direktor von IRAM, Pierre Cox, schloss diese Veranstaltung mit einem hochinteressanten Vortrag über die Zukunft von IRAM (Institut de Radioastronomie Millimétrique) ab. Dabei stellte er Pläne vor, wie auch in der ALMA-Ära das millimeter-Interferometer Plateau de Bure konkurrenzfähig gemacht werden kann. Im Moment besteht dieses Teleskop aus 6 Antennen mit einem Durchmesser von 15 Metern und eine Erweiterung auf 15 in den nächsten Jahren ist geplant. NOEMA nennt sich diese ambitionierte Projekt. Aufgrund der kurzen Amtswege bei IRAM sollte es möglich sein immer wieder die aktuellste Empfängertechnologie an den Antennen zu haben. Das Milliardenprojekt ALMA wird dagegen die ersten Beobachtungen mit Empfänger basiered auf einer ein wenig „älteren“ Technologie durchführen und könnte in diesem Punkt möglicherweise, aufgrund einer gewissen „Entscheidungsträgheit“ von Projekten in dieser Grössenklasse, ein klein wenig hinterher hinken. 

Dieses zweitägige Meeting gefiel mir sehr gut, auch Dank der Organisatoren denen es gelang weltweit anerkannte Experten auf diesem spannenden Gebiet der Astronomie zusammenzuführen, die wichtige Themen im Hinblick auf ALMA vorstellten und darüber diskutierten. 

 

Bis zum nächsten Blog,

Euer Helmut Dannerbauer

 

alt

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AG Tagung 2010: ALMA am Horizont

Bald ist es nun soweit: im kommenden Jahr sind die ersten Beobachtungen mit ALMA geplant. Zunächst „nur“ mit 16 Antennen (Durchmesser von 12m), aber schon mit dieser Anzahl von Antennen wird  dieses Teleskop das leistungsstärkste im Millimeterbereich sein. Im Rahmen des Mottos „Zooming In: The Cosmos at high resolution“ der diesjährigen Herbsttagung der AG (siehe auch die Posts von Jan Hattenbach über die diesjährige AG Tagung und den Besuch von Carolin Liefke am Effelsberger Radioteleskop) gab es auch einen zweitägigen Splinter über interferometrische Beobachtungen im (sub)mm und cm-Bereich: Sub-mm Interferometry: the ALMA horizon (incl. EVLA, eMERLIN). Die Wissenschaftler Frank Bertoldi (Uni Bonn), Vernesa Smolcic (Uni Bonn) und Chris Carilli (NRAO) organisierten diesen Zusammentreffen, an dem auch ich teilnahm.

Der Grossteil der Vorträge war auf Galaxien im jungen Universum fokussiert. Allgemeinere Vorträge über gegenwärtige und zukünftige mm-Teleskope, ihre Instrumente und Technologien rundeten das Programm ab. Sehr gut gefiel mir, dass die Organisatoren auch Experten aus dem Ausland einluden. Der ESO Wissenschaftler Dr. Leonardo Testi eröffnete dieses Meeting mit einem Vortrag über den Status von ALMA. Dabei erfuhr ich, dass 7 Antennen schon einsatzbereit seien und es tatsächlich im nächsten Jahr mit den ersten wissenschaftlichen Beobachtungen losgehen sollte.

Mit am meisten beeindruckte mich der Vortrag von dem britischen Astronom Tom Muxlow (Jodrell Bank Center for Astronomy, Manchester) über ein mehrere hundert Stunden umfassendes Beobachtungsprogramm eMERGE (e-MERLIN Galaxy Evolution Survey) mit dem Radiointerferometer e-MERLIN. Dieses Interferometer stellt sich aus mehreren in ganz England verteilten Radioteleskopen zusammen und wird in der Nähe von Manchester, von Jodrell Banks aus gesteuert. Das vorgestellte und auch schon akzeptierte ehrgeizige Beobachtungsprogramm von 918 Stunden umfasst einige bekannte extragalaktische Deep Fields, siehe auch Post von Carolin Liefke zum Thema Deep Fields, wie zum Beispiel das Hubble Deep Field North (HDF-N) und den Galaxienhaufen Abell2218. Eines der Hauptziele ist es einen ziemlich kompletten Zensus der Sternenstehung von (normalen) Galaxien bis zu Rotverschiebungen von 5 durchzuführen. Aufgrund der stark verbesserten Empfindlichkeiten erwarten die Wissenschaftler zum Beispiel im HDF-N die Anzahl der Anfang 2000 bekannter Radioquellen von 90 auf 5000 zu erhöhen.

Gewisse Galaxienpopulation sind in bestimmten Wellenlängenbereichen individuel nachweisbar. In den vergangenen Jahren hat sich in der extragalaktischen Astronomie, vor allem im jungen Universum, die so genannte Stacking Technik durchgesetzt. In einem Band werden für jedes Mitglied des zu untersuchenden Galaxiensample auf dessen Position Signal und Rauschen gemessen. Diese werden dann für das gesamte Sample aufaddiert. Somit ist es dann möglich für die gesamte untersuchte Population tiefer als das Rauschen zu kommen und möglicherweise dann doch die Population in dem untersuchten Wellenlängenbereich nachzuweisen. Robert Decarli (MPIA) wendete diese Methode nun zum ersten Mal auf interferometrische Daten im Millimeterbereich, vom Plateau de Bure Interferometer stammend, an und präsentierte uns einige erste, vielversprechende Ergebnisse. 

Auch ich hatte wieder die Gelegenheit meine Forschung vorzustellen und anschliessend (kontrovers) zu diskutieren. Ähnlich zu meinem Vortrag in Oxford (Link zu Kosmologs) sprach ich wieder über unsere Beobachtungen mit dem PdBI und VLA (Very Large Array) von gewöhnlichen Galaxien mit intensiver Sternentstehung im jungen Universum. 

Der Direktor von IRAM, Pierre Cox, schloss diese Veranstaltung mit einem hochinteressanten Vortrag über die Zukunft von IRAM (Institut de Radioastronomie Millimétrique) ab. Dabei stellte er Pläne vor, wie auch in der ALMA-Ära das millimeter-Interferometer Plateau de Bure konkurrenzfähig gemacht werden kann. Im Moment besteht dieses Teleskop aus 6 Antennen mit einem Durchmesser von 15 Metern und eine Erweiterung auf 15 in den nächsten Jahren ist geplant. NOEMA nennt sich diese ambitionierte Projekt. Aufgrund der kurzen Amtswege bei IRAM sollte es möglich sein immer wieder die aktuellste Empfängertechnologie an den Antennen zu haben. Das Milliardenprojekt ALMA wird dagegen die ersten Beobachtungen mit Empfänger basiered auf einer ein wenig „älteren“ Technologie durchführen und könnte in diesem Punkt möglicherweise, aufgrund einer gewissen „Entscheidungsträgheit“ von Projekten in dieser Grössenklasse, ein klein wenig hinterher hinken. 

Dieses zweitägige Meeting gefiel mir sehr gut, auch Dank der Organisatoren denen es gelang weltweit anerkannte Experten auf diesem spannenden Gebiet der Astronomie zusammenzuführen, die wichtige Themen im Hinblick auf ALMA vorstellten und darüber diskutierten. 

 

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AG Tagung 2010: ALMA am Horizont

Bald ist es nun soweit: im kommenden Jahr sind die ersten Beobachtungen mit ALMA geplant. Zunächst "nur" mit 16 Antennen (Durchmesser von 12m), aber schon mit dieser Anzahl von Antennen wird  dieses Teleskop das leistungsstärkste im Millimeterbereich sein. Im Rahmen des Mottos "Zooming In: The Cosmos at high resolution" der diesjährigen Herbsttagung der AG (siehe auch die Posts von Jan Hattenbach über die diesjährige AG Tagung und den Besuch von Carolin Liefke am Effelsberger Radioteleskop) gab es auch einen zweitägigen Splinter über interferometrische Beobachtungen im (sub)mm und cm-Bereich: Sub-mm Interferometry: the ALMA horizon (incl. EVLA, eMERLIN). Die Wissenschaftler Frank Bertoldi (Uni Bonn), Vernesa Smolcic (Uni Bonn) und Chris Carilli (NRAO) organisierten diesen Zusammentreffen, an dem auch ich teilnahm.

Der Grossteil der Vorträge war auf Galaxien im jungen Universum fokussiert. Allgemeinere Vorträge über gegenwärtige und zukünftige mm-Teleskope, ihre Instrumente und Technologien rundeten das Programm ab. Sehr gut gefiel mir, dass die Organisatoren auch Experten aus dem Ausland einluden. Der ESO Wissenschaftler Dr. Leonardo Testi eröffnete dieses Meeting mit einem Vortrag über den Status von ALMA. Dabei erfuhr ich, dass 7 Antennen schon einsatzbereit seien und es tatsächlich im nächsten Jahr mit den ersten wissenschaftlichen Beobachtungen losgehen sollte.

Mit am meisten beeindruckte mich der Vortrag von dem britischen Astronom Tom Muxlow (Jodrell Bank Center for Astronomy, Manchester) über ein mehrere hundert Stunden umfassendes Beobachtungsprogramm eMERGE (e-MERLIN Galaxy Evolution Survey) mit dem Radiointerferometer e-MERLIN. Dieses Interferometer stellt sich aus mehreren in ganz England verteilten Radioteleskopen zusammen und wird in der Nähe von Manchester, von Jodrell Banks aus gesteuert. Das vorgestellte und auch schon akzeptierte ehrgeizige Beobachtungsprogramm von 918 Stunden umfasst einige bekannte extragalaktische Deep Fields, siehe auch Post von Carolin Liefke zum Thema Deep Fields, wie zum Beispiel das Hubble Deep Field North (HDF-N) und den Galaxienhaufen Abell2218. Eines der Hauptziele ist es einen ziemlich kompletten Zensus der Sternenstehung von (normalen) Galaxien bis zu Rotverschiebungen von 5 durchzuführen. Aufgrund der stark verbesserten Empfindlichkeiten erwarten die Wissenschaftler zum Beispiel im HDF-N die Anzahl der Anfang 2000 bekannter Radioquellen von 90 auf 5000 zu erhöhen.

Gewisse Galaxienpopulation sind in bestimmten Wellenlängenbereichen individuel nachweisbar. In den vergangenen Jahren hat sich in der extragalaktischen Astronomie, vor allem im jungen Universum, die so genannte Stacking Technik durchgesetzt. In einem Band werden für jedes Mitglied des zu untersuchenden Galaxiensample auf dessen Position Signal und Rauschen gemessen. Diese werden dann für das gesamte Sample aufaddiert. Somit ist es dann möglich für die gesamte untersuchte Population tiefer als das Rauschen zu kommen und möglicherweise dann doch die Population in dem untersuchten Wellenlängenbereich nachzuweisen. Robert Decarli (MPIA) wendete diese Methode nun zum ersten Mal auf interferometrische Daten im Millimeterbereich, vom Plateau de Bure Interferometer stammend, an und präsentierte uns einige erste, vielversprechende Ergebnisse. 

Auch ich hatte wieder die Gelegenheit meine Forschung vorzustellen und anschliessend (kontrovers) zu diskutieren. Ähnlich zu meinem Vortrag in Oxford (Link zu Kosmologs) sprach ich wieder über unsere Beobachtungen mit dem PdBI und VLA (Very Large Array) von gewöhnlichen Galaxien mit intensiver Sternentstehung im jungen Universum. 

Der Direktor von IRAM, Pierre Cox, schloss diese Veranstaltung mit einem hochinteressanten Vortrag über die Zukunft von IRAM (Institut de Radioastronomie Millimétrique) ab. Dabei stellte er Pläne vor, wie auch in der ALMA-Ära das millimeter-Interferometer Plateau de Bure konkurrenzfähig gemacht werden kann. Im Moment besteht dieses Teleskop aus 6 Antennen mit einem Durchmesser von 15 Metern und eine Erweiterung auf 15 in den nächsten Jahren ist geplant. NOEMA nennt sich diese ambitionierte Projekt. Aufgrund der kurzen Amtswege bei IRAM sollte es möglich sein immer wieder die aktuellste Empfängertechnologie an den Antennen zu haben. Das Milliardenprojekt ALMA wird dagegen die ersten Beobachtungen mit Empfänger basiered auf einer ein wenig "älteren" Technologie durchführen und könnte in diesem Punkt möglicherweise, aufgrund einer gewissen "Entscheidungsträgheit" von Projekten in dieser Grössenklasse, ein klein wenig hinterher hinken. 

Dieses zweitägige Meeting gefiel mir sehr gut, auch Dank der Organisatoren denen es gelang weltweit anerkannte Experten auf diesem spannenden Gebiet der Astronomie zusammenzuführen, die wichtige Themen im Hinblick auf ALMA vorstellten und darüber diskutierten. 

 

Bis zum nächsten Blog,

Euer Helmut Dannerbauer

 

alt

Der Beitrag AG Tagung 2010: ALMA am Horizont erschien zuerst auf Galaxienentwicklung.

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Kosmische Entdeckung: Asteroiden-Crash malt X ins All

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Viel heißer und heller als die Sonne – Britische Forscher entdecken den bislang größten Stern

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"Hubble" liefert neue atemberaubende Bilder – Unser "Auge" im All wird 20

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Astronomie: Weltraumteleskop "Hubble", das Superauge im All

Das Weltraumteleskop Hubble ist so groß wie ein Linienbus, allerdings sehr viel schneller. Mit 28.000 km/h umkreist es die Erde in 97 Minuten. Vor 20 Jahren, am 24. April 1990, wurde es von dem US-Space Shuttle Discovery in seine 600 Kilometer hohe Umlaufbahn transportiert und tags darauf ausgesetzt.
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Spektakuläre Weltraumfotos: "Hubble" übertrifft sich selbst

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Neue Berechnung – Der Kosmos ist 13,7 Milliarden Jahre alt

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Das Universum hat 13,75 Milliarden Jahre auf dem Buckel – so lautet das Ergebnis einer neuen detaillierten Studie. Forscher der Universität Bonn haben Bilder des Hubble Space Teleskops ausgewertet, gemeinsam mit Kollegen der US-Universitäten Stanford und Kalifornien.


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Leuchtphänomen: Saturn zeigt seine Polarlicht-Show im Doppelpack

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Das Weltraumteleskop Hubble hat einen Mini-Verwandten des Zwergplaneten Pluto entdeckt: Der im Durchmesser nur knapp einen Kilometer messende Winzling umkreist die Sonne in einem Abstand von 6,7 Milliarden Kilometern. Direkt sehen konnte Hubble den Zwerg allerdings nicht.
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Bilder vom jungen Sternenhaufen: Hubble späht in die stellare Kinderstube

Es ist die größte Ansammlung von Junggestirnen in unserer galaktischen Nachbarschaft. Jetzt liefert das Weltraumteleskop Hubble neue Bilder von dem Sternenhaufen R136, die so detailliert sind wie nie zuvor. Die US-Forscher freuen sich über unglaubliche Aufnahmen.
Quelle: SPIEGEL ONLINE – Wissenschaft