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Caroline Herschel: Die deutsche Sternenfängerin

Caroline Herschel sollte Sängerin werden, doch die Geheimnisse des Universums faszinierten sie mehr: An der Seite ihres Bruders wurde die Deutsche zur angesehenen Astronomin. Doch am Ende ihres Lebens überwog die Bitterkeit. (Mehr in: SPIEGEL ONLINE – Wissenschaft)

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Herschel entdeckt fünf gelenste Submillimetergalaxien

ResearchBlogging.org

Mit Hilfe des Infrarotobservatoriums Herschel entdeckte ein internationales Forscherteam, dem ich auch angehöre, systematisch fünf so genannte gelenste Submillimetergalaxien im frühen Universum. Das amerikanische Wissenschaftsfachmagazin Science veröffentliche vor einigen Tagen, am 5. November 2010 [1,2], diese bahnbrechende Entdeckung mit nicht weniger als 89 Autoren. Dies ist bisher eines der herausragenden Ergebnisse der extragalaktischen Astronomie dieser Mission.

Diese Beobachtungen sind Teil des Herschel Open Time Key Project H-ATLAS (PI: S. Eales, Cardiff, und L. Dunne Nottingham).  Diesem Proramm sind insgesamt 600 Stunden Beobachtungszeit mit den beiden Instrumenten PACS und SPIRE an Bord von Herschel zugesprochen worden und es ist dies die grösste Himmelsdurchmusterung mit Herschel. Im Rahmen der Science Demonstration Phase (SDP) im Herbst 2009 beobachteten wir mit den Herschel Instrumenten PACS und SPIRE ein 16 Quadratgrad grosses Gebiet. In diesem Feld sind einige Tausend Infrarotgalaxien zu sehen. Diese Galaxien strahlen (fast) ihre gesamte Energie im Infraroten aus. In diesem Galaxientyp gibt es sehr intensive Sternentstehung über einige wenige Hundertmillionen Jahre mit Sternentstehungsraten von bis zu einigen Tausend Sonnenmassen pro Jahr. Die prominentesten Vertreter mit der höchsten Sternentstehungsrate sind die so genannten Submillimetergalaxien. Sie liegen bei Rotverschiebungen von z~1 bis 4, dies entspricht einige, wenige Milliarde Jahre nach dem Urknall. Aufgrund der Roverschiebung ist diese Strahlung aber nicht im Infraroten sondern im längerwelligen Submillimeterbereich nachweisebar, deshalb auch die Bezeichnung Submillimetergalaxien. Die räumliche Auflösung mit Herschel SPIRE beträgt 18″ bei 250, 25″ bei 350 und 36″ bei 500 Mikrometern. Diese Galaxien sind somit allesamt Punktquellen in den Herschel SPIRE Aufnahmen.

Eines der Ziele der H-ATLAS Kollaboration ist die Suche nach den hellsten Submillimetergalaxien im jungen Universum. Verschiedene Theorien sagen voraus, dass die hellsten Mitglieder dieser Galaxienpopulation allesamt gelenste Galaxien sein müssten. Auch der Erstautor dieser Arbeit, Mattia Negrello von der Open University in Grossbritannien, arbeitete in den letzten Jahren an Galaxienentwicklungsmodellen zur genauen Vorhersage der Anzahl dieser Quellen. Mit Hilfe der drei SPIRE Filter und unter Annahme einer unteren Flussgrenze wählten wir zunächst 11 Kandidaten aus. Alle Quellen wurden in den drei SPIRE Filter signifikant nachgewiesen. Nach einem Abgleich mit Daten im Optischen und Radio Bereich und weiteren Analysen blieben fünf vielversprechende Galaxien übrig. Diese Anzahl würde mit der vorhergesagten Häufigkeit von gelensten Submillimetergalaxien von Mattia Negrello übereinstimmen. Die Übereinstimmung von Theorie und Beobachtung schien schon einmal sehr vielversprechend zu sein, siehe Abbildung 1.

Abbildung 5: Am Beispiel ID81 wird der Gravitationslinseneffekt illustriert.

An dieser Stelle möchte ich erwähnen, dass die Herschel Daten von dem hier besprochenen SDP Feld, seit kurzem öffentlich zugänglich sind. Die gesamte Himmelsdurchmusterung wird sich auf insgesamt 550 Quadratgrad, über verschiedene Himmelsregionen verteilt, erstrecken. Wir erwarten deshalb noch eine grössere Anzahl von Objekten dieser Art zu entdecken. Dies wird uns dann erlauben die Eigenschaften der gesamten Population mit einer soliden Statistik intensiv analysieren und dadurch stichaltige Schlussfolgerungen ableiten zu können. 

 

Bis zum nächsten Blog,

 

Euer Helmut Dannerbauer 

Quelle:

[1]: M. Negrello et al., Science, November 5th 2010, 330, 800, ‚The Detection of a Submillimeter-Bright, Strongly Lensed Galaxies‘

[2]: M. Negrello et al., astro-ph/1011.1255, (gleicher Artikel wie in Science)

[3]: Pressemitteilung von ESA SciTech, NASA, Open University und Herschel Frankreich

 

Negrello, M., Hopwood, R., De Zotti, G., Cooray, A., Verma, A., Bock, J., Frayer, D., Gurwell, M., Omont, A., Neri, R., Dannerbauer, H., Leeuw, L., Barton, E., Cooke, J., Kim, S., da Cunha, E., Rodighiero, G., Cox, P., Bonfield, D., Jarvis, M., Serjeant, S., Ivison, R., Dye, S., Aretxaga, I., Hughes, D., Ibar, E., Bertoldi, F., Valtchanov, I., Eales, S., Dunne, L., Driver, S., Auld, R., Buttiglione, S., Cava, A., Grady, C., Clements, D., Dariush, A., Fritz, J., Hill, D., Hornbeck, J., Kelvin, L., Lagache, G., Lopez-Caniego, M., Gonzalez-Nuevo, J., Maddox, S., Pascale, E., Pohlen, M., Rigby, E., Robotham, A., Simpson, C., Smith, D., Temi, P., Thompson, M., Woodgate, B., York, D., Aguirre, J., Beelen, A., Blain, A., Baker, A., Birkinshaw, M., Blundell, R., Bradford, C., Burgarella, D., Danese, L., Dunlop, J., Fleuren, S., Glenn, J., Harris, A., Kamenetzky, J., Lupu, R., Maddalena, R., Madore, B., Maloney, P., Matsuhara, H., Michaowski, M., Murphy, E., Naylor, B., Nguyen, H., Popescu, C., Rawlings, S., Rigopoulou, D., Scott, D., Scott, K., Seibert, M., Smail, I., Tuffs, R., Vieira, J., van der Werf, P., & Zmuidzinas, J. (2010). The Detection of a Population of Submillimeter-Bright, Strongly Lensed Galaxies Science, 330 (6005), 800-804 DOI: 10.1126/science.1193420

 

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(Mehr in: Galaxienentwicklung)

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Herschel entdeckt fünf gelenste Submillimetergalaxien

ResearchBlogging.org

Mit Hilfe des Infrarotobservatoriums Herschel entdeckte ein internationales Forscherteam, dem ich auch angehöre, systematisch fünf so genannte gelenste Submillimetergalaxien im frühen Universum. Das amerikanische Wissenschaftsfachmagazin Science veröffentliche vor einigen Tagen, am 5. November 2010 [1,2], diese bahnbrechende Entdeckung mit nicht weniger als 89 Autoren. Dies ist bisher eines der herausragenden Ergebnisse der extragalaktischen Astronomie dieser Mission.

Diese Beobachtungen sind Teil des Herschel Open Time Key Project H-ATLAS (PI: S. Eales, Cardiff, und L. Dunne Nottingham).  Diesem Proramm sind insgesamt 600 Stunden Beobachtungszeit mit den beiden Instrumenten PACS und SPIRE an Bord von Herschel zugesprochen worden und es ist dies die grösste Himmelsdurchmusterung mit Herschel. Im Rahmen der Science Demonstration Phase (SDP) im Herbst 2009 beobachteten wir mit den Herschel Instrumenten PACS und SPIRE ein 16 Quadratgrad grosses Gebiet. In diesem Feld sind einige Tausend Infrarotgalaxien zu sehen. Diese Galaxien strahlen (fast) ihre gesamte Energie im Infraroten aus. In diesem Galaxientyp gibt es sehr intensive Sternentstehung über einige wenige Hundertmillionen Jahre mit Sternentstehungsraten von bis zu einigen Tausend Sonnenmassen pro Jahr. Die prominentesten Vertreter mit der höchsten Sternentstehungsrate sind die so genannten Submillimetergalaxien. Sie liegen bei Rotverschiebungen von z~1 bis 4, dies entspricht einige, wenige Milliarde Jahre nach dem Urknall. Aufgrund der Roverschiebung ist diese Strahlung aber nicht im Infraroten sondern im längerwelligen Submillimeterbereich nachweisebar, deshalb auch die Bezeichnung Submillimetergalaxien. Die räumliche Auflösung mit Herschel SPIRE beträgt 18″ bei 250, 25″ bei 350 und 36″ bei 500 Mikrometern. Diese Galaxien sind somit allesamt Punktquellen in den Herschel SPIRE Aufnahmen.

Eines der Ziele der H-ATLAS Kollaboration ist die Suche nach den hellsten Submillimetergalaxien im jungen Universum. Verschiedene Theorien sagen voraus, dass die hellsten Mitglieder dieser Galaxienpopulation allesamt gelenste Galaxien sein müssten. Auch der Erstautor dieser Arbeit, Mattia Negrello von der Open University in Grossbritannien, arbeitete in den letzten Jahren an Galaxienentwicklungsmodellen zur genauen Vorhersage der Anzahl dieser Quellen. Mit Hilfe der drei SPIRE Filter und unter Annahme einer unteren Flussgrenze wählten wir zunächst 11 Kandidaten aus. Alle Quellen wurden in den drei SPIRE Filter signifikant nachgewiesen. Nach einem Abgleich mit Daten im Optischen und Radio Bereich und weiteren Analysen blieben fünf vielversprechende Galaxien übrig. Diese Anzahl würde mit der vorhergesagten Häufigkeit von gelensten Submillimetergalaxien von Mattia Negrello übereinstimmen. Die Übereinstimmung von Theorie und Beobachtung schien schon einmal sehr vielversprechend zu sein, siehe Abbildung 1.

Abbildung 1: Die vorhergesagte aufsummierte Anzahl verschiedener Galaxientypen (y-Achse) ist gegen die Flussdichte (in milli-Jansky, mJy) bei 500 Mikrometer aufgetragen. Bei Flussdichten von  >=50 mJy ist klar zu sehen, dass die Anzahl der nachgewiesenen Galaxien im SPIRE Band bei 500 Mikrometern von gelensten Submillimetergalaxien dominiert sein würde (schwarze Linie), welches durch unsere Beobachtungen (schwarze, gefüllte Kreise) bestätigt wird [1,2].

Nach Bekanntmachung dieser 5 vielversprechenden Quellen (siehe Abbildung 2) in unserem Konsortium begannen an verschiedensten Teleskopen auf der ganzen Welt sehr intensive, kurzfristig beantragte Beobachtungskampagnen. Ich war an diesen Kampagnen mitbeteiligt. Als PI (Principal Investigator) stellte ich einen so genannten DDT (Directors‘ Discretionary Time) Beobachtungsantrag für das IRAM 30m Telekskop, um mit dem Instrument MAMBO photometrische Messpunkte bei 1.2mm dieser 5 Quellen zu bekommen. Der Antrag wurde genehmigt und schon kurz darauf begannen die Beobachtungen. Zur Abschätzung einer ungefähren Rotverschiebung war dieser Messpunkt unbedingt nötig. Zusammen mit den Herschel SPIRE Messpunkten kann eine photometrische Rotverschiebung mit einer Messungenauigkeit von z=+-0.3 abgeleitet werden. Diese Genauigkeit erlaubte uns dann gezielt nach dem giftigen Kohlenmonoxid Molekül zu suchen und somit die Entfernung der beobachteten Galaxie verlässlich zu bestimmen. Diese spektroskopischen Beobachtungen wurden mit verschiedenen Millimeterteleskope weltweit durchgeführt, stark daran war auch das IRAM Plateau de Bure Interferometer beteiligt. Für alle 5 Quellen konnten erfolgreich spektroskopische Rotverschiebungen gemessen werden. Zwei Quellen liegen bei Rotverschiebungen grösser als z>2,5 (2,7 Milliarden Jahre nach dem Urknall). 

Abbildung 2: Herschel SPIRE 3-Farbenbild von dem 16 Qudratgrad grossen SDP Feld zusammengesetzt aus Aufnahmen bei 250, 350 und 500 Mikorometern. In Insets sind die 5 entdeckten gelensten Submillimetergalaxien dargestellt [3]. 

In allen fünf Fällen ist auf der Herschel Position ein optisches Gegenstück zu sehen. Wir beobachteten diese Quellen im Submillimeterbereich auch bei wesentlich höherer räumlicher Auflösung von einer Bogensekunde oder besser mit dem SMA (Submillimeter Array) Interferometer auf Hawaii. Unsere Analyse zeigte dabei, dass die im optischen Wellenlängenbereich zusehende Galaxie nicht für die Strahlung im Submillimeterbereich zuständig ist und bei wesentlich niedrigeren Rotverschiebungen liegt, siehe Abbildung 3 und 4.

Abbildung 3: Spektrale Energieverteilung (Flussdichte gegen beobachtete Wellenlänge in Mikrometer) der fünf gelensten Submillimetergalaxien. Die beobachtete Strahlung im Optischen kommt von der Vordergrundgalaxien (in blau) und die Strahlung im Infraroten und Submillimeter von der Hintergrundgalaxie, der gelensten Submillimetergalaxie (in rot) [1,2].

Auch die beobachtete „Verformung“ im Submillimeterbereich zum Beispiel im Fall von ID81, die als Einsteinring interpretiert werden kann, deutet stark darauf hin, dass die mit Herschel SPIRE entdeckten Galaxien von denen im Optischen zu sehenden Vordergrundgalaxien durch den Gravitationslinseneffekt verstärkt und verformt worden sind, siehe Abbildung 4. Es handelt sich somit bei unseren fünf Galaxien um die lang gesuchten gelensten Submillimetergalaxien. Die 100% Erfolgsquote dieser neu entwickelten Methode zeigt das grosse Potential Gravitationslinsen im Submillimeterbereich zu finden.

Abbildung 4: Links Herschel-SPIRE Aufnahme von ID81 und rechts ein Komposit aus einer optischen KECK (blau)  und einer hochauflösenden SMA (rot) Aufnahme. Das Komposit veranschaulicht, dass die Millimeterstrahlung nicht von der optischen Quellen (blau) kommen kann.

Dank der durch den Gravitationslinseneffekt (siehe Abbildung 5) auftretende Vergrösserung der Hintergrundgalaxien ist es möglich im Detail diese Galaxien zu studieren, was bei nicht gelensten Objekten nicht so einfach möglich wäre. Zum Beispiel beträgt der Vergrösserungsfaktor im Falle von ID81 ~18-31. Abbildung 2 macht ziemlich deutlich, dass tatsächlich riessige Himmelsgebiete durchmustert werden müssen um eine gewisse Anzahl dieser Quellen zu finden. In der Pre-Herschel Zeit war es nicht möglich grosse Gebiete wie mit nun Herschel zu beobachten. Einmal wurde so ein ähnliches Objekt zufällig gefunden. Ich kann mich auch noch sehr gut an die Winterschule „Cold Universe“ in Saas Fee im März 2002 erinnern, in der einer der Entdecker der Submillimetergalaxien, Andrew Blain (Caltech), auf den Gravitationslinseneffekt im Submillimeterwellenlängenbereich hinwies und dies mich damals sehr beeindruckte. Es dauerte aber dann nochmals 8 Jahre bis dieser Effekt tatsächlich beobachtet wurde. Das ich dabei Teil des Entdeckerteams sein würde, mit einem Science Artikel noch dazu, hätte ich mir damals nicht unbedingt träumen lassen.

Abbildung 5: Am Beispiel ID81 wird der Gravitationslinseneffekt illustriert.

An dieser Stelle möchte ich erwähnen, dass die Herschel Daten von dem hier besprochenen SDP Feld, seit kurzem öffentlich zugänglich sind. Die gesamte Himmelsdurchmusterung wird sich auf insgesamt 550 Quadratgrad, über verschiedene Himmelsregionen verteilt, erstrecken. Wir erwarten deshalb noch eine grössere Anzahl von Objekten dieser Art zu entdecken. Dies wird uns dann erlauben die Eigenschaften der gesamten Population mit einer soliden Statistik intensiv analysieren und dadurch stichaltige Schlussfolgerungen ableiten zu können. 

 

Bis zum nächsten Blog,

 

Euer Helmut Dannerbauer 

Quelle:

[1]: M. Negrello et al., Science, November 5th 2010, 330, 800, ‚The Detection of a Submillimeter-Bright, Strongly Lensed Galaxies‘

[2]: M. Negrello et al., astro-ph/1011.1255, (gleicher Artikel wie in Science)

[3]: Pressemitteilung von ESA SciTech, NASA, Open University und Herschel Frankreich

 

Negrello, M., Hopwood, R., De Zotti, G., Cooray, A., Verma, A., Bock, J., Frayer, D., Gurwell, M., Omont, A., Neri, R., Dannerbauer, H., Leeuw, L., Barton, E., Cooke, J., Kim, S., da Cunha, E., Rodighiero, G., Cox, P., Bonfield, D., Jarvis, M., Serjeant, S., Ivison, R., Dye, S., Aretxaga, I., Hughes, D., Ibar, E., Bertoldi, F., Valtchanov, I., Eales, S., Dunne, L., Driver, S., Auld, R., Buttiglione, S., Cava, A., Grady, C., Clements, D., Dariush, A., Fritz, J., Hill, D., Hornbeck, J., Kelvin, L., Lagache, G., Lopez-Caniego, M., Gonzalez-Nuevo, J., Maddox, S., Pascale, E., Pohlen, M., Rigby, E., Robotham, A., Simpson, C., Smith, D., Temi, P., Thompson, M., Woodgate, B., York, D., Aguirre, J., Beelen, A., Blain, A., Baker, A., Birkinshaw, M., Blundell, R., Bradford, C., Burgarella, D., Danese, L., Dunlop, J., Fleuren, S., Glenn, J., Harris, A., Kamenetzky, J., Lupu, R., Maddalena, R., Madore, B., Maloney, P., Matsuhara, H., Michaowski, M., Murphy, E., Naylor, B., Nguyen, H., Popescu, C., Rawlings, S., Rigopoulou, D., Scott, D., Scott, K., Seibert, M., Smail, I., Tuffs, R., Vieira, J., van der Werf, P., & Zmuidzinas, J. (2010). The Detection of a Population of Submillimeter-Bright, Strongly Lensed Galaxies Science, 330 (6005), 800-804 DOI: 10.1126/science.1193420

 

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Herschel entdeckt fünf gelenste Submillimetergalaxien

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Mit Hilfe des Infrarotobservatoriums Herschel entdeckte ein internationales Forscherteam, dem ich auch angehöre, systematisch fünf so genannte gelenste Submillimetergalaxien im frühen Universum. Das amerikanische Wissenschaftsfachmagazin Science veröffentliche vor einigen Tagen, am 5. November 2010 [1,2], diese bahnbrechende Entdeckung mit nicht weniger als 89 Autoren. Dies ist bisher eines der herausragenden Ergebnisse der extragalaktischen Astronomie dieser Mission.

Diese Beobachtungen sind Teil des Herschel Open Time Key Project H-ATLAS (PI: S. Eales, Cardiff, und L. Dunne Nottingham).  Diesem Proramm sind insgesamt 600 Stunden Beobachtungszeit mit den beiden Instrumenten PACS und SPIRE an Bord von Herschel zugesprochen worden und es ist dies die grösste Himmelsdurchmusterung mit Herschel. Im Rahmen der Science Demonstration Phase (SDP) im Herbst 2009 beobachteten wir mit den Herschel Instrumenten PACS und SPIRE ein 16 Quadratgrad grosses Gebiet. In diesem Feld sind einige Tausend Infrarotgalaxien zu sehen. Diese Galaxien strahlen (fast) ihre gesamte Energie im Infraroten aus. In diesem Galaxientyp gibt es sehr intensive Sternentstehung über einige wenige Hundertmillionen Jahre mit Sternentstehungsraten von bis zu einigen Tausend Sonnenmassen pro Jahr. Die prominentesten Vertreter mit der höchsten Sternentstehungsrate sind die so genannten Submillimetergalaxien. Sie liegen bei Rotverschiebungen von z~1 bis 4, dies entspricht einige, wenige Milliarde Jahre nach dem Urknall. Aufgrund der Roverschiebung ist diese Strahlung aber nicht im Infraroten sondern im längerwelligen Submillimeterbereich nachweisebar, deshalb auch die Bezeichnung Submillimetergalaxien. Die räumliche Auflösung mit Herschel SPIRE beträgt 18" bei 250, 25" bei 350 und 36" bei 500 Mikrometern. Diese Galaxien sind somit allesamt Punktquellen in den Herschel SPIRE Aufnahmen.

Eines der Ziele der H-ATLAS Kollaboration ist die Suche nach den hellsten Submillimetergalaxien im jungen Universum. Verschiedene Theorien sagen voraus, dass die hellsten Mitglieder dieser Galaxienpopulation allesamt gelenste Galaxien sein müssten. Auch der Erstautor dieser Arbeit, Mattia Negrello von der Open University in Grossbritannien, arbeitete in den letzten Jahren an Galaxienentwicklungsmodellen zur genauen Vorhersage der Anzahl dieser Quellen. Mit Hilfe der drei SPIRE Filter und unter Annahme einer unteren Flussgrenze wählten wir zunächst 11 Kandidaten aus. Alle Quellen wurden in den drei SPIRE Filter signifikant nachgewiesen. Nach einem Abgleich mit Daten im Optischen und Radio Bereich und weiteren Analysen blieben fünf vielversprechende Galaxien übrig. Diese Anzahl würde mit der vorhergesagten Häufigkeit von gelensten Submillimetergalaxien von Mattia Negrello übereinstimmen. Die Übereinstimmung von Theorie und Beobachtung schien schon einmal sehr vielversprechend zu sein, siehe Abbildung 1.

Abbildung 1: Die vorhergesagte aufsummierte Anzahl verschiedener Galaxientypen (y-Achse) ist gegen die Flussdichte (in milli-Jansky, mJy) bei 500 Mikrometer aufgetragen. Bei Flussdichten von  >=50 mJy ist klar zu sehen, dass die Anzahl der nachgewiesenen Galaxien im SPIRE Band bei 500 Mikrometern von gelensten Submillimetergalaxien dominiert sein würde (schwarze Linie), welches durch unsere Beobachtungen (schwarze, gefüllte Kreise) bestätigt wird [1,2].

Nach Bekanntmachung dieser 5 vielversprechenden Quellen (siehe Abbildung 2) in unserem Konsortium begannen an verschiedensten Teleskopen auf der ganzen Welt sehr intensive, kurzfristig beantragte Beobachtungskampagnen. Ich war an diesen Kampagnen mitbeteiligt. Als PI (Principal Investigator) stellte ich einen so genannten DDT (Directors‘ Discretionary Time) Beobachtungsantrag für das IRAM 30m Telekskop, um mit dem Instrument MAMBO photometrische Messpunkte bei 1.2mm dieser 5 Quellen zu bekommen. Der Antrag wurde genehmigt und schon kurz darauf begannen die Beobachtungen. Zur Abschätzung einer ungefähren Rotverschiebung war dieser Messpunkt unbedingt nötig. Zusammen mit den Herschel SPIRE Messpunkten kann eine photometrische Rotverschiebung mit einer Messungenauigkeit von z=+-0.3 abgeleitet werden. Diese Genauigkeit erlaubte uns dann gezielt nach dem giftigen Kohlenmonoxid Molekül zu suchen und somit die Entfernung der beobachteten Galaxie verlässlich zu bestimmen. Diese spektroskopischen Beobachtungen wurden mit verschiedenen Millimeterteleskope weltweit durchgeführt, stark daran war auch das IRAM Plateau de Bure Interferometer beteiligt. Für alle 5 Quellen konnten erfolgreich spektroskopische Rotverschiebungen gemessen werden. Zwei Quellen liegen bei Rotverschiebungen grösser als z>2,5 (2,7 Milliarden Jahre nach dem Urknall). 

Abbildung 2: Herschel SPIRE 3-Farbenbild von dem 16 Qudratgrad grossen SDP Feld zusammengesetzt aus Aufnahmen bei 250, 350 und 500 Mikorometern. In Insets sind die 5 entdeckten gelensten Submillimetergalaxien dargestellt [3]. 

In allen fünf Fällen ist auf der Herschel Position ein optisches Gegenstück zu sehen. Wir beobachteten diese Quellen im Submillimeterbereich auch bei wesentlich höherer räumlicher Auflösung von einer Bogensekunde oder besser mit dem SMA (Submillimeter Array) Interferometer auf Hawaii. Unsere Analyse zeigte dabei, dass die im optischen Wellenlängenbereich zusehende Galaxie nicht für die Strahlung im Submillimeterbereich zuständig ist und bei wesentlich niedrigeren Rotverschiebungen liegt, siehe Abbildung 3 und 4.

Abbildung 3: Spektrale Energieverteilung (Flussdichte gegen beobachtete Wellenlänge in Mikrometer) der fünf gelensten Submillimetergalaxien. Die beobachtete Strahlung im Optischen kommt von der Vordergrundgalaxien (in blau) und die Strahlung im Infraroten und Submillimeter von der Hintergrundgalaxie, der gelensten Submillimetergalaxie (in rot) [1,2].

Auch die beobachtete "Verformung" im Submillimeterbereich zum Beispiel im Fall von ID81, die als Einsteinring interpretiert werden kann, deutet stark darauf hin, dass die mit Herschel SPIRE entdeckten Galaxien von denen im Optischen zu sehenden Vordergrundgalaxien durch den Gravitationslinseneffekt verstärkt und verformt worden sind, siehe Abbildung 4. Es handelt sich somit bei unseren fünf Galaxien um die lang gesuchten gelensten Submillimetergalaxien. Die 100% Erfolgsquote dieser neu entwickelten Methode zeigt das grosse Potential Gravitationslinsen im Submillimeterbereich zu finden.

Abbildung 4: Links Herschel-SPIRE Aufnahme von ID81 und rechts ein Komposit aus einer optischen KECK (blau)  und einer hochauflösenden SMA (rot) Aufnahme. Das Komposit veranschaulicht, dass die Millimeterstrahlung nicht von der optischen Quellen (blau) kommen kann.

Dank der durch den Gravitationslinseneffekt (siehe Abbildung 5) auftretende Vergrösserung der Hintergrundgalaxien ist es möglich im Detail diese Galaxien zu studieren, was bei nicht gelensten Objekten nicht so einfach möglich wäre. Zum Beispiel beträgt der Vergrösserungsfaktor im Falle von ID81 ~18-31. Abbildung 2 macht ziemlich deutlich, dass tatsächlich riessige Himmelsgebiete durchmustert werden müssen um eine gewisse Anzahl dieser Quellen zu finden. In der Pre-Herschel Zeit war es nicht möglich grosse Gebiete wie mit nun Herschel zu beobachten. Einmal wurde so ein ähnliches Objekt zufällig gefunden. Ich kann mich auch noch sehr gut an die Winterschule "Cold Universe" in Saas Fee im März 2002 erinnern, in der einer der Entdecker der Submillimetergalaxien, Andrew Blain (Caltech), auf den Gravitationslinseneffekt im Submillimeterwellenlängenbereich hinwies und dies mich damals sehr beeindruckte. Es dauerte aber dann nochmals 8 Jahre bis dieser Effekt tatsächlich beobachtet wurde. Das ich dabei Teil des Entdeckerteams sein würde, mit einem Science Artikel noch dazu, hätte ich mir damals nicht unbedingt träumen lassen.

Abbildung 5: Am Beispiel ID81 wird der Gravitationslinseneffekt illustriert.

An dieser Stelle möchte ich erwähnen, dass die Herschel Daten von dem hier besprochenen SDP Feld, seit kurzem öffentlich zugänglich sind. Die gesamte Himmelsdurchmusterung wird sich auf insgesamt 550 Quadratgrad, über verschiedene Himmelsregionen verteilt, erstrecken. Wir erwarten deshalb noch eine grössere Anzahl von Objekten dieser Art zu entdecken. Dies wird uns dann erlauben die Eigenschaften der gesamten Population mit einer soliden Statistik intensiv analysieren und dadurch stichaltige Schlussfolgerungen ableiten zu können. 

 

Bis zum nächsten Blog,

 

Euer Helmut Dannerbauer 

Quelle:

[1]: M. Negrello et al., Science, November 5th 2010, 330, 800, ‚The Detection of a Submillimeter-Bright, Strongly Lensed Galaxies‘

[2]: M. Negrello et al., astro-ph/1011.1255, (gleicher Artikel wie in Science)

[3]: Pressemitteilung von ESA SciTech, NASA, Open University und Herschel Frankreich

 

Negrello, M., Hopwood, R., De Zotti, G., Cooray, A., Verma, A., Bock, J., Frayer, D., Gurwell, M., Omont, A., Neri, R., Dannerbauer, H., Leeuw, L., Barton, E., Cooke, J., Kim, S., da Cunha, E., Rodighiero, G., Cox, P., Bonfield, D., Jarvis, M., Serjeant, S., Ivison, R., Dye, S., Aretxaga, I., Hughes, D., Ibar, E., Bertoldi, F., Valtchanov, I., Eales, S., Dunne, L., Driver, S., Auld, R., Buttiglione, S., Cava, A., Grady, C., Clements, D., Dariush, A., Fritz, J., Hill, D., Hornbeck, J., Kelvin, L., Lagache, G., Lopez-Caniego, M., Gonzalez-Nuevo, J., Maddox, S., Pascale, E., Pohlen, M., Rigby, E., Robotham, A., Simpson, C., Smith, D., Temi, P., Thompson, M., Woodgate, B., York, D., Aguirre, J., Beelen, A., Blain, A., Baker, A., Birkinshaw, M., Blundell, R., Bradford, C., Burgarella, D., Danese, L., Dunlop, J., Fleuren, S., Glenn, J., Harris, A., Kamenetzky, J., Lupu, R., Maddalena, R., Madore, B., Maloney, P., Matsuhara, H., Michaowski, M., Murphy, E., Naylor, B., Nguyen, H., Popescu, C., Rawlings, S., Rigopoulou, D., Scott, D., Scott, K., Seibert, M., Smail, I., Tuffs, R., Vieira, J., van der Werf, P., & Zmuidzinas, J. (2010). The Detection of a Population of Submillimeter-Bright, Strongly Lensed Galaxies Science, 330 (6005), 800-804 DOI: 10.1126/science.1193420

 

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Infrarot-Teleskopie: "Herschel" taucht Weltraum in neues Licht

Seit gut einem Jahr ist der Späher im Weltraum – und hat schon für manche Überraschung gesorgt: Astronomen sind vom Weltraumteleskop „Herschel“ begeistert. Im Infrarotlicht macht es Dinge sichtbar, die mit normalen Teleskopen nicht zu erkennen sind.
Quelle: stern.de – Wissenschaft & Gesundheit

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Veröffentlichung der ersten Herschel Ergebnisse

Vor einigen Tagen, am 16. Juli war es nun endlich soweit. Das Journal A&A (Astronomy & Astrophysics) veröffentlichte offiziell, in einer Herschel gewidmeten Ausgabe, die ersten Ergebnisse diesem vor etwas mehr als einem Jahr gestarteten Infrarotobservatoriums. Insgesamt 152 wissenschaftliche Artikel umfasst diese Ausgabe, die dabei das ganze astronomische Spektrum abdeckt. Der Grossteil dieser Artikel sind aber schon seit mindestens dem 10. Mai 2010 bekannt. Ab diesem Zeitpunkt war es erlaubt, die für diese Sonderausgabe vorgesehenen, akzeptierten Artikel auf der astronomischen Preprint Webpage astro-ph zu posten. Davor herschte absolute Geheimhaltung über erste wissenschaftliche Ergebnisse dieser Mission. Tatsächlich gab es ab dem 10. Mai für einige Tage eine Lawine von Herschel-Publikationen auf dieser Webpage zu bestaunen. 

(Mehr in: Galaxienentwicklung)

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Veröffentlichung der ersten Herschel Ergebnisse

Vor einigen Tagen, am 16. Juli war es nun endlich soweit. Das Journal A&A (Astronomy & Astrophysics) veröffentlichte offiziell, in einer Herschel gewidmeten Ausgabe, die ersten Ergebnisse diesem vor etwas mehr als einem Jahr gestarteten Infrarotobservatoriums. Insgesamt 152 wissenschaftliche Artikel umfasst diese Ausgabe, die dabei das ganze astronomische Spektrum abdeckt. Der Grossteil dieser Artikel sind aber schon seit mindestens dem 10. Mai 2010 bekannt. Ab diesem Zeitpunkt war es erlaubt, die für diese Sonderausgabe vorgesehenen, akzeptierten Artikel auf der astronomischen Preprint Webpage astro-ph zu posten. Davor herschte absolute Geheimhaltung über erste wissenschaftliche Ergebnisse dieser Mission. Tatsächlich gab es ab dem 10. Mai für einige Tage eine Lawine von Herschel-Publikationen auf dieser Webpage zu bestaunen. 

Der Veröffentlichung der Herschel-Artikel ging vom 4. bis zum 7. Mai die Konferenz ‚Herschel First Results Symposium‘ bei ESTEC in Noordwijk voraus. Um die 400 Wissenschaftler nahmen an dieser Tagung teil. Im Vergleich zum Workshop ‚Herschel Science Demonstration Phase Initial Results Presentation Workshop in Madrid im Dezember des vergangenen Jahres (siehe auch diesen Blogartikel von mir über dieses Ereignis) konzentrierten sich die Vorträge und Poster vor allem auf die Interpretation und Analyse der gewonnen Bilder und Spektren. Gut gefiel mir, dass es zwischen den einzelnen Sitzungen genügend Zeit gab sich mit Kollegen aus aller Welt auszutauschen. Ich wohnte vielen spannenden Vorträgen bei und es war einfach toll bei diesem Meeting dabei zu sein.  Herschel hat schon jetzt die Erwartungen der Infrarotastronomen mehr als  übertroffen. Ich präsentierte auf dieser Tagung ein Poster über mein Projekt über Herschel-Beobachtungen von hochrotverschobenen Infrarotgalaxien und hatte dabei viele interessante Diskussionen mit Kollegen.  

Ich hatte in den vergangen Monaten eifrig an der wissenschaftlichen Publikation meines Projektes gearbeitet. Es ist Teil des Garantiezeit-Beobachtungsprogramm PEP (PACS Evolutionary Probe). Da jedoch pro Beobachtungsprogramm nur eine gewisse Anzahl von Publikationen für die A&A Sonderausgabe erlaubt war, wird meine Arbeit demnächst in ApJL (Astrophysical Journal Letters) erscheinen. Mein Manuskript ist schon akzeptiert und befindet sich nun seit einigen Tagen auf astro-ph. Ich werde demnächst ausführlich über meine Arbeit hier berichten. Alle akzeptierten Veröffentlichungen, die nicht in der Herschel-Ausgabe von A&A erschienen (durften), konnten ab dem 1. Juni 2010 auf astro-ph gepostet werden. Die Veröffentlichung in einem wissenschaftlichen Journal ist dann nach dem 16. Juli 2010 erlaubt, was auch auf meine Arbeit zutreffen wird. Ab jetzt gibt es auch von Seiten von ESA keine Begrenzungen mehr bezüglich Herschel Publikationen.

Noch eine kleine Anekdote zum Schluss. Am letzten Abend des Symposiums fand das obligatorische Konferenz-Dinner statt. Plötzlich verliessen einige Teilnehmer die Tische…und machten es sich an einsamen Flecken in der weiläufigen ESTEC Kantine, Veranstaltungsort des Dinners, mit ihren Laptops gemütlich und posteten ab Punkt 22:00 Uhr Herschel-Artikel auf astro-ph. Grund dafür war, dass ab eben jenen Zeitpunkt es erlaubt war Herschel-Artikel auf den Preprint Server astro-ph hochzuladen, die dann am 10. Mai erscheinen würden. Und jeder wollte natürlich soweit wie möglich ganz oben auf dieser Webpage erscheinen, da dies angeblich die Zitierungsrate positiv beeinflusst. Soweit ich mich noch erinnere ergatterte aber den heissbegehrten Platz ganz vorne eine Publikation, die absolut nichts mit Herschel zu tun hatte….

Bis zum nächsten Blog,

Euer Helmut Dannerbauer

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Veröffentlichung der ersten Herschel Ergebnisse

Vor einigen Tagen, am 16. Juli war es nun endlich soweit. Das Journal A&A (Astronomy & Astrophysics) veröffentlichte offiziell, in einer Herschel gewidmeten Ausgabe, die ersten Ergebnisse diesem vor etwas mehr als einem Jahr gestarteten Infrarotobservatoriums. Insgesamt 152 wissenschaftliche Artikel umfasst diese Ausgabe, die dabei das ganze astronomische Spektrum abdeckt. Der Grossteil dieser Artikel sind aber schon seit mindestens dem 10. Mai 2010 bekannt. Ab diesem Zeitpunkt war es erlaubt, die für diese Sonderausgabe vorgesehenen, akzeptierten Artikel auf der astronomischen Preprint Webpage astro-ph zu posten. Davor herschte absolute Geheimhaltung über erste wissenschaftliche Ergebnisse dieser Mission. Tatsächlich gab es ab dem 10. Mai für einige Tage eine Lawine von Herschel-Publikationen auf dieser Webpage zu bestaunen. 

Der Veröffentlichung der Herschel-Artikel ging vom 4. bis zum 7. Mai die Konferenz ‚Herschel First Results Symposium‘ bei ESTEC in Noordwijk voraus. Um die 400 Wissenschaftler nahmen an dieser Tagung teil. Im Vergleich zum Workshop ‚Herschel Science Demonstration Phase Initial Results Presentation Workshop in Madrid im Dezember des vergangenen Jahres (siehe auch diesen Blogartikel von mir über dieses Ereignis) konzentrierten sich die Vorträge und Poster vor allem auf die Interpretation und Analyse der gewonnen Bilder und Spektren. Gut gefiel mir, dass es zwischen den einzelnen Sitzungen genügend Zeit gab sich mit Kollegen aus aller Welt auszutauschen. Ich wohnte vielen spannenden Vorträgen bei und es war einfach toll bei diesem Meeting dabei zu sein.  Herschel hat schon jetzt die Erwartungen der Infrarotastronomen mehr als  übertroffen. Ich präsentierte auf dieser Tagung ein Poster über mein Projekt über Herschel-Beobachtungen von hochrotverschobenen Infrarotgalaxien und hatte dabei viele interessante Diskussionen mit Kollegen.  

Ich hatte in den vergangen Monaten eifrig an der wissenschaftlichen Publikation meines Projektes gearbeitet. Es ist Teil des Garantiezeit-Beobachtungsprogramm PEP (PACS Evolutionary Probe). Da jedoch pro Beobachtungsprogramm nur eine gewisse Anzahl von Publikationen für die A&A Sonderausgabe erlaubt war, wird meine Arbeit demnächst in ApJL (Astrophysical Journal Letters) erscheinen. Mein Manuskript ist schon akzeptiert und befindet sich nun seit einigen Tagen auf astro-ph. Ich werde demnächst ausführlich über meine Arbeit hier berichten. Alle akzeptierten Veröffentlichungen, die nicht in der Herschel-Ausgabe von A&A erschienen (durften), konnten ab dem 1. Juni 2010 auf astro-ph gepostet werden. Die Veröffentlichung in einem wissenschaftlichen Journal ist dann nach dem 16. Juli 2010 erlaubt, was auch auf meine Arbeit zutreffen wird. Ab jetzt gibt es auch von Seiten von ESA keine Begrenzungen mehr bezüglich Herschel Publikationen.

Noch eine kleine Anekdote zum Schluss. Am letzten Abend des Symposiums fand das obligatorische Konferenz-Dinner statt. Plötzlich verliessen einige Teilnehmer die Tische…und machten es sich an einsamen Flecken in der weiläufigen ESTEC Kantine, Veranstaltungsort des Dinners, mit ihren Laptops gemütlich und posteten ab Punkt 22:00 Uhr Herschel-Artikel auf astro-ph. Grund dafür war, dass ab eben jenen Zeitpunkt es erlaubt war Herschel-Artikel auf den Preprint Server astro-ph hochzuladen, die dann am 10. Mai erscheinen würden. Und jeder wollte natürlich soweit wie möglich ganz oben auf dieser Webpage erscheinen, da dies angeblich die Zitierungsrate positiv beeinflusst. Soweit ich mich noch erinnere ergatterte aber den heissbegehrten Platz ganz vorne eine Publikation, die absolut nichts mit Herschel zu tun hatte….

Bis zum nächsten Blog,

Euer Helmut Dannerbauer

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Kick it like Einstein: Leben wie ein Infrarotastronom in Frankreich, magnifique!

„Magnifique“ schiesst mir immer wieder durch den Kopf, wenn ich spektakuläre Bilder wie zum Beispiel vom Rosetta Nebel, die vom Weltraum-observatorium Herschel  stammen, betrachte. Die Aufnahme in Abbildung 1 kommt vom Team um meiner französischen Kollegin Frédéric Motte aus der astronomischen Abteilung SAp (Service ‚dAstrophysique) des Institutes CEA-Irfu (Commisariat à l’Énergie Atomique-Institut de recherche sur les lois fondamentales de l’Univers).

Die Mission des Infrarotsatelliten Herschelheute vor einem Jahr mit einer Ariane 5 auf seine Reise geschickt – ist bisher ein grosser Erfolg, und Frankreich spielt dabei eine tragende Rolle. Der Anteil Frankreichs an den wissenschaftlichen Instrumenten von Herschel beträgt um die 20-25%. Sieben von 42 Herschel ‚Key‘-Beobachtungsprogramme (mit mehr als 100 Stunden) leiten und koordinieren Astronomen französischer Institute, fokussiert auf Beobachtungen des Interstellaren Mediums und Sternentstehungsbieten in unserer Galaxies aber auch auf Untersuchungen von Galaxien im jungen Universum. 

(Mehr in: Galaxienentwicklung)

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Kick it like Einstein: Leben wie ein Infrarotastronom in Frankreich, magnifique!

„Magnifique“ schiesst mir immer wieder durch den Kopf, wenn ich spektakuläre Bilder wie zum Beispiel vom Rosetta Nebel, die vom Weltraum-observatorium Herschel  stammen, betrachte. Die Aufnahme in Abbildung 1 kommt vom Team um meiner französischen Kollegin Frédéric Motte aus der astronomischen Abteilung SAp (Service ‚dAstrophysique) des Institutes CEA-Irfu (Commisariat à l’Énergie Atomique-Institut de recherche sur les lois fondamentales de l’Univers).

Die Mission des Infrarotsatelliten Herschelheute vor einem Jahr mit einer Ariane 5 auf seine Reise geschickt – ist bisher ein grosser Erfolg, und Frankreich spielt dabei eine tragende Rolle. Der Anteil Frankreichs an den wissenschaftlichen Instrumenten von Herschel beträgt um die 20-25%. Sieben von 42 Herschel ‚Key‘-Beobachtungsprogramme (mit mehr als 100 Stunden) leiten und koordinieren Astronomen französischer Institute, fokussiert auf Beobachtungen des Interstellaren Mediums und Sternentstehungsbieten in unserer Galaxies aber auch auf Untersuchungen von Galaxien im jungen Universum. 

Abbildung 1: Herschel Aufnahmen mit den Instrumenten PACS und SPIRE eines Teils des Rosetta Nebels (Quelle: Herschel Konsortium PACS &SPIRE, HOBSY Program).

Bis zum nächsten Blog,

Euer Helmut Dannerbauer

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Kick it like Einstein: Leben wie ein Infrarotastronom in Frankreich, magnifique!

"Magnifique" schiesst mir immer wieder durch den Kopf, wenn ich spektakuläre Bilder wie zum Beispiel vom Rosetta Nebel, die vom Weltraum-observatorium Herschel  stammen, betrachte. Die Aufnahme in Abbildung 1 kommt vom Team um meiner französischen Kollegin Frédéric Motte aus der astronomischen Abteilung SAp (Service ‚dAstrophysique) des Institutes CEA-Irfu (Commisariat à l’Énergie Atomique-Institut de recherche sur les lois fondamentales de l’Univers).

Die Mission des Infrarotsatelliten Herschelheute vor einem Jahr mit einer Ariane 5 auf seine Reise geschickt – ist bisher ein grosser Erfolg, und Frankreich spielt dabei eine tragende Rolle. Der Anteil Frankreichs an den wissenschaftlichen Instrumenten von Herschel beträgt um die 20-25%. Sieben von 42 Herschel ‚Key‘-Beobachtungsprogramme (mit mehr als 100 Stunden) leiten und koordinieren Astronomen französischer Institute, fokussiert auf Beobachtungen des Interstellaren Mediums und Sternentstehungsbieten in unserer Galaxies aber auch auf Untersuchungen von Galaxien im jungen Universum. 

Abbildung 1: Herschel Aufnahmen mit den Instrumenten PACS und SPIRE eines Teils des Rosetta Nebels (Quelle: Herschel Konsortium PACS &SPIRE, HOBSY Program).

Bis zum nächsten Blog,

Euer Helmut Dannerbauer

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"Herschel": Weltraumteleskop blickt ins kosmische Nichts

Ein Loch im All? Naja, fast. Europas neues Weltraumteleskop „Herschel“ hat einen Bereich im Sternbild Orion unter die Lupe genommen, von dem Astronomen bisher vermuteten, dass es dort eine extrem dichte Staub- und Gaswolke gibt. Doch tatsächlich ist das Gebiet wohl einfach nur leer.
Quelle: SPIEGEL ONLINE – Wissenschaft

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Europäisches Weltraumteleskop – Herschel entdeckt "unmöglichen Stern"

Esa

Ein Jahr ist das europäische Weltraumteleskop Herschel jetzt im All. Zeit, sich mal Ergebnisse präsentieren zu lassen. Und das hat die Esa jetzt getan. Und die Bilder, die der Weltraumspäher aufnimmt, sind wirklich spektakulär. Auf einem ist sogar ein „unmöglicher Stern“ zu sehen.


Quelle: Wissenschaft | RP ONLINE

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Teleskop Herschel: Die Geburt eines unmöglichen Sterns

Vor knapp einem Jahr startete das europäische Weltraumteleskop Herschel ins All. Seitdem hat es eine Fülle von Daten geliefert, die Astronomen neue Einblicke in die Geburt von Sternen geben. Jetzt hat das Teleskop eine junge Sonne im Visier, die eigentlich nicht existieren sollte.
Quelle: stern.de – Wissenschaft & Gesundheit

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Weltraumteleskop "Herschel": So glitzert eine Sternengeburt

Das Weltraumteleskop „Herschel“ hat seine ersten wissenschaftlichen Ergebnisse produziert, und die Astronomen sind begeistert: Schon ein Jahr nach dem Start des Observatoriums bekommen sie völlig neue Erkenntnisse über die Entstehung von Sternen und Galaxien – und grandiose Bilder.
Quelle: SPIEGEL ONLINE – Wissenschaft

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Weltraum: Superteleskop stellt Sternenbeobachtung in Frage

Das neue Superteleskop Herschel wirbelt die gesamte Weltraumforschung durcheinander. Von dem Teleskop aufgenommene Bilder zeigten weit entfernte Galaxien und sternbildene Staubwolken entlang der Milchstraße – allerdings auch einen „unmöglichen“ Stern während seiner Entwicklung.
Quelle: WELT ONLINE – Wissenschaft

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Centaurus A – Blick auf die "Essensreste" einer Kannibalengalaxie

Nasa

Düsseldorf (RPO). Centaurus A ist mit einem Abstand von elf Millionen Lichtjahren die uns nächste elliptische Riesengalaxie, und eines der am genauesten untersuchten Objekte des Südhimmels. Und ein ganz schön gefräßiges dazu, eine wahre Kannibalengalaxie. Ihr ungewöhnliches Erscheinungsbild hatte bereits 1847 die Aufmerksamkeit des berühmten britischen Astronomen John Herschel auf sich gezogen, der eine Durchmusterung des Südhimmels vorgenommen und eine umfassende Liste von Nebeln erstellt hatte. …


Quelle: Wissenschaft | RP ONLINE

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Weltraumteleskop "Herschel": So wird der Satellit gesteuert

Es hat kein Steuer, kein Gaspedal und keine Bremse. Und es ist 1,5 Millionen Kilometer entfernt. Nach knapp 50-tägiger Reise ist das Weltraumteleskop „Herschel“ in seinem Zielorbit angekommen. Die europäische Weltraumagentur Esa hat die Reise verfolgt und bei Bedarf die Bahn korrigiert. Aber wie funktioniert das eigentlich?
Quelle: stern.de – Wissenschaft & Gesundheit

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Europäisches Superteleskop: Erstes "Herschel"-Bild fasziniert Forscher

Das ist Einsatzbereitschaft: Obwohl das Weltraumteleskop „Herschel“ noch nicht an seinem Arbeitsort angekommen ist, hat es bereits sein erstes Bild zur Erde gefunkt. Forscher sind begeistert von der Aufnahme, die allerdings auch noch Optimierungsmöglichkeiten erkennen lässt.
Quelle: SPIEGEL ONLINE – Wissenschaft

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Astronomie: Weltraumteleskop "Herschel" sendet erstes Bild

Das europäische Weltraum-Teleskop „Herschel“ hat seine erste Aufnahme eines Objekts im Weltall gemacht. Die Bildqualität beeindruckt selbst die Forscher, die sich seit Jahren mit dem Gerät beschäftigen. Noch sind nicht einmal alle Einstellungen des Teleskops optimiert. „Herschel“ hat das Zeug, unser Weltbild zu verändern.
Quelle: WELT ONLINE – Wissenschaft

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"Herschel" und "Planck": Flug der Superteleskope verläuft planmäßig

Seit gut 24 Stunden sind „Herschel „und „Planck“ unterwegs. Der Flug der beiden Superteleskope verlaufe bis jetzt problemlos, meldet die europäische Weltraumbehörde. Ihren Einsatzort erreichen die Sonden allerdings erst in zwei Monaten. Bis dahin gibt es noch ein paar kritische Momente.
Quelle: stern.de – Wissenschaft & Gesundheit

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"Planck" und "Herschel": Spurensuche im Doppelpack

Viel Aufwand für einen Blick zurück: Europa will das größte jemals gebaute Weltraumteleskop ins All schießen. „Herschel“ soll neue Erkenntnisse über die Kindertage des Universums bringen. Doch damit nicht genug – der Satellit „Planck“ lauscht außerdem auf das Echo des Urknalls.
Quelle: SPIEGEL ONLINE – Wissenschaft