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Erfolgreiche zweite Experimentrunde mit Wendelstein 7-X

Neue Stellarator-Rekorde erreicht / nächste Umbau-Phase plangemäß begonnen

Die von Juli bis November an der Fusionsanlage Wendelstein 7-X im Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) in Greifswald gelaufenen Experimente brachten höhere Werte für die Dichte und den Energieinhalt des Plasmas sowie lange Entladungsdauern bis zu 100 Sekunden – Rekordergebnisse für Anlagen vom Typ Stellarator. Inzwischen hat die nächste Runde des schrittweisen Ausbaus von Wendelstein 7-X begonnen. Sie soll die Anlage fit machen für höhere Heizleistungen und längere Entladungen. Wendelstein 7-X, die weltweit größte Fusionsanlage vom Typ Stellarator, soll die Kraftwerkseignung dieses Bautyps untersuchen.
Quelle: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft

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Greifswalder Forscher weisen Wirksamkeit einer plasmamedizinischen Kombinationsbehandlung nach

Das Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie (INP) gehört weltweit zu den Wegbereitern der Plasmamedizin. Ein Team von Wissenschaftlern hat dort in den vergangenen Monaten untersucht, welche zusätzliche Wirkung der Einsatz von gepulsten elektrischen Feldern – in Kombination mit kaltem Plasma – entfaltet.
Quelle: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft

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Greifswalder Wissenschaftler können Transfusionssicherheit bei neuem Medikament wieder herstellen

Das „New England Journal of Medicine“ veröffentlicht den Erfolg

Für die Behandlung von Patienten mit einer bestimmten Form von Blutkrebs gibt es seit kurzem ein neues Medikament, welches die bisherige Chemotherapie durch eine Immunabwehrtherapie ersetzt, die viel weniger Nebenwirkungen hat. Allerdings bindet sich das Medikament auch an die roten Blutzellen. Das führt zu zahlreichen Problemen.
Quelle: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft

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Der historische Stadtraum im Herzen von Nürnberg wird interaktiv erlebbar

Im Nürnberger Rathaus werden Anfang Juli die Ergebnisse des innovativen Forschungsprojektes TOPORAZ (Nürnberger Topographie in Raum und Zeit) präsentiert. Ein interdisziplinäres Wissenschaftler-Netzwerk, an dem FIZ Karlsruhe als Leibniz-Institut für Informationsinfrastruktur sowie die Universitäten Greifswald, Köln und Darmstadt beteiligt waren, hat Neuland betreten. Dreidimensionale digitale Modelle rekonstruieren den Nürnberger Stadtraum von der Barockzeit bis zur Gegenwart. Sie wurden mit zahlreichen historischen Quellen und Bildern vernetzt.
Quelle: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft

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Fusionsanlage Wendelstein 7-X erreicht Weltrekord

Stellarator-Rekord für Fusionsprodukt / Erste Bestätigung der Optimierung

Höhere Temperaturen und Dichten des Plasmas, längere Pulse und den weltweiten Stellarator-Rekord für das Fusionsprodukt hat Wendelstein 7-X in der zurückliegenden Experimentierrunde erreicht. Zudem fand man erste Bestätigungen für das Wendelstein 7-X zugrundeliegende Optimierungskonzept. Wendelstein 7-X im Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) in Greifswald, die weltweit größte Fusionsanlage vom Typ Stellarator, soll die Kraftwerkseignung dieses Bautyps untersuchen.
Quelle: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft

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Ressourcenschonende und umweltfreundliche Kombination von Chemo- und Biokatalyse

Enzyme als natürliche Biokatalysatoren werden schon länger vielfältig für chemische Synthesen genutzt. Ein aktueller Trend in der Biotechnologie ist die direkte Kombination solcher Verfahren mit chemokatalytischen Reaktionen zur Entwicklung umweltfreundlicher und ressourcenschonender Verfahren. In der neuen Fachzeitschrift Nature Catalysis würdigt ein Übersichtsartikel dieses sich rasch entwickelnde Forschungsgebiet. Der Beitrag eines internationalen Autorenteams entstand unter der Federführung von Prof. Dr. Uwe Bornscheuer von der Universität Greifswald.
Quelle: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft

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100 Beine, 1000 Funktionen – Diversität und Variabilität der Hundertfüßerbeine

Die Beine der Hundertfüßer (Chilopoda) dienen mit wenigen Ausnahmen sämtlich der Fortbewegung. Das letzte Beinpaar jedoch entwickelte im Laufe der Evolution bei den mehr als 3.000 verschiedenen Spezies eine ganze Reihe unterschiedlichster Funktionen. Das ist das Ergebnis einer wissenschaftlichen Analyse von Wissenschaftlern der Universität Greifswald, die jetzt im wissenschaftlichen Onlinejournal PeerJ (Open Access) veröffentlicht wurde.
Quelle: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft

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Umweltbedingungen beeinflussen die kognitive Leistung und das Gehirnvolumen von Spinnen

Die physische und soziale Umwelt hat selbst bei kleinen Tieren wie Springspinnen einen starken Einfluss auf die Entwicklung von Gehirn und Verhalten. Dies konnten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Hamburg und der Universität Greifswald in verschiedenen Studien nachweisen. Die Ergebnisse der aktuellen Untersuchungen wurden jetzt in den internationalen Fachzeitschriften Animal Cognition und Journal of Zoology veröffentlicht.
Quelle: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft

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Bis in den Tod – Tanten opfern sich für den Nachwuchs ihrer Schwestern

Bei einer sozialen Spinne opfern sich unverpaarte Weibchen für den Nachwuchs anderer Weibchen in der Gruppe. Sie helfen bei der aufwändigen Pflege der Jungen, und werden am Ende zu deren Mahlzeit. Zu diesem Schluss kommt eine Untersuchung der Universität Greifswald, die in enger Kooperation mit der Universität Aarhus in Dänemark durchgeführt wurde. Die Ergebnisse der Studie wurden jetzt in der internationalen Fachzeitschrift Animal Behaviour veröffentlicht.
Quelle: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft

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Forschungsanlage in Greifswald: Kernfusionsexperiment «Wendelstein» in bedeutender Phase

(Mehr in: RSS-Feed Wissenschaft – die neusten Meldungen zum Thema Wissenschaft von STERN.DE)

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Wendelstein 7-X: Aufrüstung nach erfolgreicher erster Experimentierrunde

Ertragreiches wissenschaftliches Programm / Ausbau im Plasmagefäß ist in vollem Gange

Nach rund 2200 Plasma-Pulsen seit Betriebsbeginn im Dezember 2015 ging die erste Experimentierkampagne an der Forschungsanlage Wendelstein 7-X im Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) in Greifswald im März erfolgreich zu Ende. Zurzeit laufen Umbauten im Plasmagefäß, um die Anlage fit für höhere Heizleistung und längere Pulse zu machen. Wendelstein 7-X, die weltweit größte Fusionsanlage vom Typ Stellarator, soll die Kraftwerkseignung dieses Bautyps untersuchen.
Quelle: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft

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Seltener Goldschakal bei Greifswald entdeckt

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Tier aus Südeuropa: Goldschakal streunt durch Vorpommern

Die Tiere sind eigentlich in Südosteuropa heimisch. Doch nun ist ein seltener Goldschakal bei Greifswald in eine Fotofalle getappt. (Mehr in: SPIEGEL ONLINE – Wissenschaft)

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Bahnbrechende Entdeckung des ersten kunststoffabbauenden Bakteriums

Ein Forschungsteam aus Japan beschreibt in der jüngsten Ausgabe der Zeitschrift „Science“ (11. März 2016) den ersten bekannten Mikroorganismus, der in der Lage ist, den Kunststoff PET abzubauen und komplett stofflich zu verwerten (DOI: 10.1126/science.aad6359). Die Bedeutung dieser Entdeckung wurde von Prof. Dr. Uwe Bornscheuer (Universität Greifswald) in einem „Perspectives“-Beitrag, der gleichzeitig in Science erschien (DOI: 10.1126/science.aaf2853), als bahnbrechend gewürdigt und eingeordnet.
Quelle: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft

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Fusionsanlage Wendelstein 7-X erzeugt erstes Wasserstoff-Plasma

Bundeskanzlerin schaltet Plasma ein / Beginn des wissenschaftlichen Experimentierbetriebs

Am 3. Februar 2016 wurde in der Fusionsanlage Wendelstein 7-X im Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) in Greifswald das erste Wasserstoff-Plasma erzeugt. Damit hat – nach dem Start der Anlage mit einem Helium-Plasma Anfang Dezember 2015 – der wissenschaftliche Experimentierbetrieb begonnen. Wendelstein 7-X, die weltweit größte Fusionsanlage vom Typ Stellarator, soll die Kraftwerkseignung dieses Bautyps untersuchen.
Quelle: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft

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Kernfusionsforschung in Greifswald: Sonnenmaschine erzeugt Wunderstoff

Die Menschheit ist dem Wunder der Kernfusion ein Stück näher gekommen. In einem Reaktor in Greifswald ist es gelungen, nach Helium- auch Wasserstoff-Plasma herzustellen. Sind bald alle Energieprobleme gelöst? (Mehr in: SPIEGEL ONLINE – Wissenschaft)

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Wendelstein 7-X: Wasserstoff marsch!

Das Ziel: harmlose Atomkraft. Ein Weg dahin: Kernfusion. Eine Zutat: Wasserstoff-Plasma. Genau das haben Physiker heute in Greifswald erfolgreich aufgekocht. (Mehr in: ZEIT ONLINE: Mehr aus Forschung und Wissenschaft)

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Klinikclowns verringern die Angst vor einer Operation

Durch die Zuwendung von Clowns in der Kinderchirurgie steigt der „Glückshormonspiegel“ und die Sorge sinkt

Alle Beteiligten befürworten die Fortsetzung der Pilotstudie

Ja, Klinikclowns mindern die Angst der kleinen Patienten vor einer Behandlung oder Operation. Eine vor einem halben Jahr von der Universitätsmedizin Greifswald gestartete Pilotstudie mit den Klinikclowns des Grypsnasen e.V. (grypsnasen.de) bestätigte den hilfreichen Einsatz von Humor am Krankenbett.
Quelle: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft

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Sind Clowns in der Kinderchirurgie hilfreich – was sagt die Pilotstudie?

Einladung zum Pressegespräch mit Schirmherren Dr. Eckart von Hirschhausen

Vor einem halben Jahr wurde in der Universitäts- und Hansestadt Greifswald eine in der Form bislang einzigartige Pilotstudie gestartet. Dabei handelt es sich um ein gemeinsames Projekt der Klinik für Kinderchirurgie der Universitätsmedizin Greifswald und des Instituts für Psychologie/Sozial- und Organisationspsychologie der Humboldt-Universität zu Berlin, um die Wirksamkeit von Klinikclowns in der Kinderchirurgie wissenschaftlich zu untersuchen.
Quelle: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft

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Drei Faktoren für Fusionsenergie

Nachdem ich beschrieben habe, wie einfach Fusion ist, möchte ich Ihnen die Schwierigkeiten nicht vorenthalten, die auf dem Weg zur Fusionsenergie zu bewältigen sind. Auf meinem Besuch in Greifswald fiel von Experten immer wieder der Begriff „Tripel-Produkt“. Das Tripel-Produkt, offenbar ein Produkt aus drei Faktoren, müsse für Fusion ausreichend groß sein. Auf meine Nachfrage nannten mir die Experten die drei entscheidenden Faktoren: Teilchenenergie, Dichte und Isolation des Plasmas.

Energie

Da Kernfusion durch inelastische Streuung von Atomkernen zustande kommt, ist die Bewegungsenergie der Kerne wichtig. Ausreichend viele kollidierende Kerne müssen genügend Energie haben um zu fusionieren. Hier gilt nicht der Grundsatz „je mehr desto besser“, es gibt eine optimale Energie für den Fusionsprozess.

Dargestellt ist das im Bild links. Mit zunehmender Stoßenergie wird zunächst die Fusion von Deuterium mit Tritium (D-T) immer wahrscheinlicher. Die Fusion von Deuterium unter sich (D-D) setzt erst bei höheren Energien ein und bleibt deutlich schwächer. Das ist der Grund, warum Fusionsreaktoren auf den D-T Prozess setzen. Zwischen 50 und 100 Kiloelektronenvolt (keV) Energie erreicht die Wahrscheinlichkeit für D-T-Fusion ihr Maximum. Danach nimmt sie wieder ab.

Anschaulich lässt sich dieses Verhalten so verstehen: Die Kerne stoßen einander elektrisch ab. Es braucht eine Mindestenergie, um die Abstoßung zu überwinden. Deshalb steigt die Fusionskurve zunächst an. Wenn aber die Kerne zu schnell werden, bleibt weniger Zeit für den Austausch eines Protons aus dem Deuterium Kern zum Tritium Kern. Die Kerne fliegen öfter ohne Wechselwirkung aneinander vorbei. Die Kurve nimmt bei höheren Energien wieder ab. Dort wird die Wahrscheinlichkeit für schwerere Kerne größer, die bei gleicher Energie weniger schnell sind.

In einem Plasma sind nicht alle Kerne gleich schnell. Die Bewegungsenergie der Kerne folgt einer Wahrscheinlichkeitsverteilung, der Maxwell-Boltzmann-Verteilung. Sie ist von der Temperatur des Plasmas abhängig. Die mittlere Teilchenenergie liegt in der Größenordnung von 0,0001 eV pro Grad 12, deshalb braucht ein Fusionskraftwerk 150 Millionen Grad Celsius Plasmatemperatur, um den Fusionsprozess aufrecht zu erhalten.

Dichte

Schnelle und damit energiereiche Kerne allein machen noch keine effektive Fusion. Damit genügend Energie pro Zeiteinheit erzeugt wird, müssen die Stöße zwischen den Atomkernen genügend oft erfolgen. Das lässt sich durch ausreichende Dichte des Plasmas erreichen. Die Teilchendichte im Plasmaexperiment Wendelstein 7-X liegt bei 1020 Teilchen pro Kubikmeter3. Zum Vergleich: In einem Gas bei Raumtemperatur und Normaldruck haben wir es mit 3×1025 Teilchen pro Kubikmeter zu tun. Das Plasma ist in den großen Plasmaanlagen also eher dünn.

Nun ist die Dichte allein kein gutes Maß dafür, wie schwierig es ist, ein Plasma zusammen zu halten. Druck ist da das bessere Maß. Druck ist die Kraft pro Flächeneinheit, mit der ein Plasma auseinanderzustreben versucht. Aus der Dichte ergibt sich, wie viele Teilchen den Rand des Plasmas erreichen, aus der Temperatur, mit welcher Wucht sie ankommen. Welche Kraft nötig ist um sie zurückzuhalten.

Der Druck des Plasmas liegt mit unter 5 Bar nicht all zu hoch. Eine gewöhnliche Gasflasche hält locker 200 Bar. Aber bei den hohen Teilchenenergien kann keine Wand das Plasma halten. Die Kerne würden nicht, wie bei einem kalten Gas, von den Wänden zurückgehalten werden, sondern tief ins Wandmaterial eindringen und für das Plasma verloren geben. Um das Plasma festzuhalten, muss der Gegendruck von einem starken Magnetfeld erzeugt werden, wie es nur mit supraleitender Technologie erzeugt werden kann.

Isolation

Der letzte Wert im Bunde ist die Isolation. Sie wird als eine Zeit angegeben. Diese Zeit gibt an, wie lange Energie dem Plasma erhalten bleibt.4 Es gibt eine ganze Reihe Mechanismen, die zu Energieverlusten führen können:

Unvermeidbar sind die Verluste aufgrund der thermischen Strahlung des Plasmas. Ein Plasma, das heißer als die Sonne ist, sendet Wärmestrahlung im Bereich sichtbaren und ultravioletten Lichtes. Dazu verliert ein Plasma auch Produkte aus den radioaktiven Vorgängen, die in ihm vorgehen. Neutronen verlassen das Plasma, wenn sie nicht von einem Kern eingefangen werden. Für Gammastrahlung ist ein Plasma durchsichtig, so dass sie verloren geht. Elektronen und Kerne werden zwar als geladene Produkte vom Magnetfeld zurückgehalten, können aber bei zu hoher Bewegungsenergie ebenfalls verloren gehen. Außerdem gibt es innere Verluste. Zum Beispiel durch schwere Atomkerne im Plasma, die durch inelastische Stöße Bewegungsenergie aufnehmen können. Dadurch werden sie selbst zwar angeregt, kühlen das Plasma aber ab.

Die Wärmeisolierung liegt im Wendelstein 7-X im Bereich weniger Sekunden. Damit ist das der einzige Wert, der noch nicht ausreicht, um einen Fusionsprozess aufrecht zu erhalten, bei dem mehr Energie gewonnen als eingesetzt wird. Wie aber die Isolation verbessert werden kann, ist bekannt: Die meisten Verluste geschehen über die Oberfläche des Plasmas, um es besser zu isolieren, muss das Verhältnis Oberfläche zu Volumen kleiner Werden. Das ist mit größeren Plasmen zu erreichen. Fusionskraftwerke werden, wenn es sie mal geben wird, Großkraftwerke sein. Es gibt momentan keinen realistischen Ansatz, kleine und kompakte Fusionsreaktoren zu bauen. Das fusionsgetriebene Auto wird ein Traum bleiben.

Das Tripel-Produkt

Das Tripel-Produkt ist also ein Produkt aus den drei Größen Bewegungsenergie, Dichte und Isolation. Diese Größen zu multiplizieren ist deshalb sinnvoll, weil sie einander zum Teil ersetzen können. Wenn die Isolation schlecht ist, lässt sich durch höhere Dichte oder Bewegungsenergie die Energieerzeugungs-Rate erhöhen und die Temperatur dennoch halten. Bei höherer Dichte lässt sich die Fusion mit niedriger Energie aufrechterhalten. Die Wahrscheinlichkeit für Fusion nimmt zwar zusammen mit der Energie ab, aber bei höherer Dichte nimmt die Anzahl der Stöße pro Sekunde zu, so dass gleich viel Fusion erfolgt.

Dem Produkt aus Dichte und Energie sind durch die verfügbare Leistung supraleitender Magneten Grenzen gesetzt. Aus Dichte und Energie ergibt sich ein Druck, dem das Magnetfeld entgegengesetzt werden muss. Für die Isolation setzt, wie oben beschrieben, die Größe der Anlage ein Limit. Je größer desto besser.

Der Weg zum Fusionskraftwerk

Spannend bleibt die Frage, wann es erstmals Energie aus Kernfusion geben wird. Der Zeitplan wird momentan durch das Projekt ITER vorgegeben, über dessen Verspätung Alf Köhn nebenan schon berichtet hat. Erstes Plasma in ITER können wir in knapp zehn Jahren erwarten. Und die Anlage wird dann etwa 20 Jahre lang Versuche durchführen. Wie es dann weitergeht, hängt nicht nur vom physikalischen Fortschritt, sondern vor allem von der energiepolitischen Situation und der Stimmung ab. Momentan sieht es nicht so aus, als ob Großkraftwerke eine breite Unterstützung bekommen können.

Spötter sagen, die Fusionsenergie stünde immer konstant 50 Jahre vor ihrer Realisierung. Tatsächlich wurde wohl schon in den 1950er Jahren optimistisch die Jahrtausendwende als Start für Fusionsenergie angepeilt. Nun wird es wohl nicht vor 2050 soweit sein. Dennoch stehen die Fusionsforscher heute an einer ganz anderen Stelle. Mitte der 1950er Jahre war es noch völlig unklar war, wie ein Plasmaspeicher aussehen würde, wie also ein heißes Plasma sicher von Wänden ferngehalten und isoliert werden kann. Heute ist die Technologie supraleitender Magneten soweit ausgereift, dass sie zum Beispiel an Teilchen-Speicherringen wie dem Large Hadron Collider (LHC) mit großem Erfolg ein gesetzt werden. Seit den 1990er Jahren ist es zudem möglich, komplizierte Plasmakonfigurationen am Computer zu simulieren. So kann eine große Fusionsanlage zuverlässig voraus geplant werden. Technisch ist die Fusionsforschung also so weit, dass sie sich nicht mehr auf Spekulationen verlassen muss. Sie hat einen realistischen Plan.

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Fusion ist einfach

In Wendelstein 7-X, dem Stellarator in Greifswald, brennt jetzt das erste Plasma. Ich hatte ja schon im Sommer ein bisschen zu diesem Plasmaexperiment geschrieben. In Wendelstein 7-X wird zunächst ein Helium-Plasma erzeugt, später wird dann auch mit Wasserstoff experimentiert. Fusion ist im Wendelstein jedoch nicht geplant. Dazu bräuchte es eine andere Betriebsgenehmigung. Vor allem aber ist Ziel des Experimentes, die Eigenschaften des Plasmas besser zu verstehen. Wie Fusion funktioniert ist bekannt. Fusion ist einfach:

Der Prozess, mit dem sich Fusionsenergie auf der Erde erzeugen ließe, beruht darauf, schwere und überschwere Wasserstoff-Kerne miteinander kollidieren zu lassen. Schwerer Wasserstoff besteht aus einem Proton und einem Neutron und wird auch Deuterium genannt. Überschwerer Wasserstoff, genannt Tritium, besteht aus einem Proton und zwei Neutronen.1

Was passiert, wenn Deuterium und Tritium kollidieren, ist aus Beschleunigerexperimenten gut bekannt: Bei kleinen Energien gibt es elastische Stöße. Das ist als ob man eine leichte Billardkugel mit einer 1,5 mal schwereren Kugel kollidieren lässt. Nur dass es keine feste Stoßoberfläche gibt, sondern ein abstoßendes Feld mit langer Reichweite. Beide Atomkerne sind positiv geladen, sie stoßen einander ab. Damit lässt sich Bewegungsenergie von dem einen auf den anderen übertragen, Genau wie beim Billard.

Wenn die Energie aber so groß ist, dass sich die Kerne auf die Reichweite der Starken Kernkraft nahe kommen, dann gibt es eine Kernreaktion: Das Proton des Deuteriums wird in das Tritium hineingezogen. Dabei nimmt es anständig Fahrt auf, denn es erfährt eine anziehende Kraft. Es vereint sich mit dem Tritium zu einem stabilen Helium-Kern und gibt diesem neuen Gebilde eine Menge Bewegungsenergie mit. Zurück bleibt das Neutron aus dem ehemaligen Deuterium. Dieses passt nicht in den Helium-Kern und wird ausgespien. Dabei gewinnt auch das Neutron zusätzliche Energie.

Die Kernreaktion ist also ein inelastischer Stoß. Es gibt keine Teilchenumwandlung, kein Teilchen entsteht neu oder verschwindet. Es wird lediglich ein Proton aus einem Verbund mit einem Neutron gelöst und verbindet sich mit einem Tritium zu einem stabilen Helium-Kern. Dadurch gewinnen die beiden stoßenden Teilchen Energie, die aus ihrer inneren Energie, aus ihrer Bindung kommt.

Ein Helium-Kern ist so ziemlich das stabilste System, das die Natur zu bieten hat. Es ist stark gebunden. Deuterium und Tritium sind sehr viel schwächer gebunden. Wir haben also im Produkt einen Helium-Kern mit großer negativer Bindungsenergie2 und ein freies Teilchen3. Die Ausgangsteilchen haben dagegen kleine negative Bindungsenergien4. Die Differenz der Bindungsenergien wird beim Stoß in kinetische Energie umgewandelt. Ein einfacher mechanischer Prozess.

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Fusionsanlage Wendelstein 7-X: Die Sonnenmaschine läuft

Premiere geglückt: Erstmals haben Physiker in dem Greifswalder Reaktor Wendelstein 7-X ein Plasma erzeugt – Voraussetzung für eine Kernfusion. Jetzt können sie damit beginnen, die heiße Suppe aus Atomkernen und Elektronen zu erforschen. (Mehr in: SPIEGEL ONLINE – Wissenschaft)

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Wendelstein 7-X: Heiß, heißer, Greifswald!

Eine Milliarde Euro, 100 Millionen Grad: Nach zehn Jahren Bauzeit soll Wendelstein 7-X jetzt Plasma erhitzen. Die Vision hinter dem Mega-Experiment: harmloser Atomstrom (Mehr in: ZEIT ONLINE: Mehr aus Forschung und Wissenschaft)

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Universität Greifswald verleiht Akademische Grade in historischer Aula

Die Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald verleiht am 20. November im Rahmen eines Festaktes akademische Grade. Seit dem Frühjahr wurden zwei Habilitationen und 94 Promotionen erfolgreich abgeschlossen. Den Festvortrag hält Martin Walser, Schriftsteller. Er spricht zum Thema „Über die Rechtfertigung“. Der Festakt beginnt um 11:00 Uhr in der historischen Aula. Die Medien sind herzlich eingeladen.
Quelle: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft

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Mit dem Plasma-Jet gegen den Biofilm – für sichere Zahnimplantate

Greifswalder Wissenschaftler werden heute mit dem Implantatforschungspreis ausgezeichnet

Der Implantatforschungspreis der Deutschen Gesellschaft für Parodontologie (DGParo) geht in diesem Jahr an Dr. Kathrin Duske (Foto) und Lukasz Jablonowski (Foto) von der Universitätsmedizin Greifswald. Diese international ausgeschriebene Auszeichnung wird seit 2008 von Nobel Biocare Deutschland gestiftet.
Quelle: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft

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Spinnenmännchen sichern sich Vaterschaft durch Verstümmelung ihrer Partnerinnen

Eine neue Studie von Forscherinnen und Forschern der Universität Greifswald und Białystok (Polen) zeigt, dass Spinnen ihre Vaterschaft sichern, indem die Männchen die äußeren Genitalstrukturen der Weibchen zerstören. So können beispielsweise die verstümmelten Weibchen der Radnetzspinne Larinia jeskovi nicht mehr verpaaren, obwohl sie paarungsbereit sind. Die Untersuchung zeigte, dass sich dieser Mechanismus der Vaterschaftssicherung in einem evolutionären Prozess herausgebildet hat und auch bei weiteren Spinnenarten vorhanden ist. Die Ergebnisse wurden aktuell in der Zeitschrift Current Biology veröffentlicht.
Quelle: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft

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Internetseite über die Universität Greifswald in der NS-Zeit aktualisiert

Die Internetseite über die Geschichte der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald in der Zeit des Nationalsozialismus wurde überarbeitet und ergänzt (23. September 2015). In verständlicher und übersichtlicher Form werden auf den aktualisierten Seiten die Ergebnisse des universitären Forschungsprojektes zur Greifswalder Universitätsgeschichte zwischen 1933 und 1945 präsentiert. Der noch umfangreichere Abschlussbericht erscheint als Monographie und wird am 17. Oktober 2015 in der Universität der breiten Öffentlichkeit vorgestellt.
Quelle: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft

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Asiatische Tigermücke überwintert in Süddeutschland

Mitte Juli fanden Wissenschaftler des Müncheberger Zentrums für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) und des Greifswalder Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI), Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, erneut Eier, Larven, Puppen und ausgewachsene Exemplare der Asiatischen Tigermücke Aedes albopictus im Osten Freiburgs. An gleicher Stelle stellten sie im Herbst 2014 erstmalig die Vermehrung der invasiven Stechmückenart in Deutschland fest. Die neuen Funde deuten auf eine Überwinterung und Ansiedlung der Asiatischen Tigermücke hin. Weitere Untersuchungen dazu laufen.
Quelle: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft

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Grenzübergreifende Detektivarbeit im Erbgut – nicht immer ist der Alkoholmissbrauch Schuld

Forscher aus Norwegen und Greifswald entdecken „Gen-Fusion“ als Auslöser für die chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung
Quelle: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft

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Ein wichtiger Schritt für die Neuroblastom-Forschung

Europäische Forscher finden einen „Wachstumsweg“ des gefährlichen Rückfalltumors

Erstmals haben Wissenschaftler systematisch Erst- und Rückfalltumore beim Neuroblastom untersucht. Das Neuroblastom ist mit acht Prozent Anteil der häufigste feste (solide) Tumor im Kindesalter. Dabei wurden auch Gewebeproben von Kindern, die in Greifswald in Behandlung sind, analysiert.
Quelle: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft

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Greifswalder Kernfusionsanlage soll bald Plasma erzeugen

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Die Sonne halten

Mitte April hatte ich Gelegenheit, das Plasma-Experiment Wendelstein 7-X in Greifswald zu besuchen und mir von dort arbeitenden Wissenschaftlern erklären zu lassen. Anlass genug, hier kurz über Plasmen, Stellaratoren und Wendelstein 7-X zu berichten.

Ein Plasma ist in der Physik1 der vierte Aggregatzustand neben Feststoffen, Flüssigkeiten und Gasen. In Feststoffen sind die Atome so stark aneinander gebunden, dass sie sich nicht von der Stelle bewegen. In Flüssigkeiten reicht ihre Bewegungsenergie aus um aneinander vorbei zu gleiten. Die Materie kann fließen, ihre Atome verlieren aber nie den direkten Kontakt zueinander. In Gasen reicht die Energie schon aus, dass sich Atome oder Moleküle frei voneinander bewegen können. Gase breiten sich aus und nehmen den gesamten zur Verfügung stehenden Platz ein. Wird die Bewegungsenergie der Teilchen noch größer, so sind nicht mehr die Atome die kleinsten intakten Bausteine: Atomkerne2 und Elektronen können sich frei voneinander bewegen. Das ist dann ein Plasma.

Wendelstein 7-X wird voraussichtlich in diesem Jahr seinen Forschungsbetrieb aufnehmen. Neben den Studien an Plasmen selbst wird sich dabei auch zeigen, ob das Konzept des Stellarators gegenüber den weiter entwickelten Tokamaks konkurrenzfähig ist.

Plasmen sind nicht zuletzt notwendig, wenn Kernfusion als Energiequelle erschlossen werden soll. Zur Kernfusion ist Wendelstein 7-X allerdings nicht ausgelegt. Eine Anlage, die mehr Energie durch Fusion erzeugt als sie zur Aufrechterhaltung des Plasmas braucht, müsste etwa fünf mal größer sein als die Forschungsanlage Wendelstein 7-X. Das ergibt sich einfach aus dem Verhältnis von Volumen zu Oberfläche. Die Energieproduktion geschieht überall im Volumen der Maschine, während die Energieverluste fast ausschließlich über die Oberfläche auftreten. Da das Verhältnis von Oberfläche zu Volumen mit der Größe steigt, werden Fusionskraftwerke groß sein müssen.

Wendelstein 7-X wird zeigen, ob das Stellarator-Konzept geeignet ist, große Plasmamengen langfristig zu halten. Es wird auch dazu beitragen, Plasmaphysik besser zu verstehen und theoretische Plasmamodelle zu überprüfen. Ob die Forschung in Greifswald langfristig zur Energieversorgung beitragen wird, ist dann eine politische Entscheidung.

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Pilz aus Europa tötet Millionen Fledermäuse in Nordamerika

Der aus Europa stammende Pilz Pseudogymnoascus destructans verursacht in den USA und in Kanada ein Massensterben von Fledermäusen. Der Pilz löst das White-Nose-Syndrom (WNS) aus. Ein internationales Wissenschaftlerteam konnte jetzt eine genetische Verbindung nachweisen, die die europäische Herkunft des Pilzes belegt. Die Studienergebnisse wurden in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift „Current Biology“ veröffentlicht. An dem Forschungsprojekt war der Greifswalder Wissenschaftler Dr. Sébastien Puechmaille vom Zoologischen Institut und Museum federführend beteiligt.
Quelle: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft

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Neue Saison für den „Mückenatlas“ – Stechmückenbeobachtung in Deutschland geht weiter

Das Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) in Müncheberg und das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI), Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, auf der Insel Riems bei Greifswald, setzen den seit 2012 erfolgreich laufenden „Mückenatlas“ fort. Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) fördert die weitere Erforschung von Stechmücken in Deutschland für die kommenden drei Jahre. Zu den geförderten Maßnahmen gehören die Erfassung der Stechmückenarten in Deutschland durch das gezielte Aufstellen von Fallen im Bundesgebiet und das Citizen Science-Projekt Mückenatlas.
Quelle: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft

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Besatzungskinder des Zweiten Weltkriegs häufig psychisch stark belastet

In Deutschland sind mindestens 200.000 Kinder am Ende des Krieges und in der Nachkriegszeit von Soldaten der vier Besatzungsarmeen gezeugt worden. Wissenschaftler der Universitäten Leipzig und Greifswald haben in einer Studie jetzt erstmals die Bedingungen untersucht, unter denen die Besatzungskinder aufgewachsen sind – und die psychosozialen Folgen für die Betroffenen. Sie sind als „Kinder des Feindes“ häufig stigmatisiert und diskriminiert sowie über die Identität ihres Vaters im Unklaren gelassen worden. Viele von ihnen sind auch heute noch psychisch stark belastet.
Quelle: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft