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Chaos Communication Congress in Leipzig: Hacker ist nicht gleich Krimineller mit Kapuzenpulli

Was tun gegen die Datensammelwut der IT-Branche? Ein Vorschlag für mehr digitale Ethik beim CCC lautet: nicht die menschlichen Schwächen der User ausnutzen! (Mehr in: ZEIT ONLINE: Alles digital)

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Digitalisierung: Nein, Ethik kann man nicht programmieren

Ethik kann man in Code festschreiben und künstliche Intelligenz ist in 20 Jahren besser als der Mensch? Nein. Sechs Digitalisierungsmythen, über die wir reden müssen (Mehr in: ZEIT ONLINE: Alles digital)

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Ethik und autonomes Fahren: Einer muss sterben – nur wer?

Fahrer oder Kind, Arzt oder Obdachloser, Frau oder Mann? Nur einer kann einen Unfall überleben. Forscher haben Millionen Menschen befragt, wie selbstfahrende Autos künftig entscheiden sollen. (Mehr in: SPIEGEL ONLINE – Wissenschaft)

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Pränataldiagnostik: Ethikratchef für Trisomiebluttest als Kassenleistung

Bundestagsabgeordnete fordern eine Debatte über vorgeburtliche Bluttests, die das Down-Syndrom frühzeitig erkennen. Gerade wird geprüft, ob sie zur Kassenleistung werden. (Mehr in: ZEIT ONLINE: Mehr aus Forschung und Wissenschaft)

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Warnung vor Hybris bei CO2-Entzug

Um die im Paris-Abkommen vereinbarten Temperaturziele einhalten zu können, muss die Menschheit große Mengen CO2 wieder aus der Atmosphäre herausholen. Die dafür notwendigen CO2-Entnahmetechnologien, häufig als „negative Emissionen“ bezeichnet, sind jedoch mit Risiken behaftet. Ihre ethischen Konsequenzen sollten deshalb sowohl in der Ethik als auch in den Klimawissenschaften berücksichtigt werden. Das empfehlen Forscher um Dominic Lenzi vom Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC).
Quelle: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft

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SAP gründet Ethikbeirat für Künstliche Intelligenz

KI-Leitlinien

SAP gründet Ethikbeirat für Künstliche Intelligenz

SAP ruft ein Gremium für die Umsetzung von Ethikrichtlinien im Umgang mit KI ein. Der Expertenkreis soll dazu beitragen, dass Unternehmen Entscheidungen trotz KI-Unterstützung ohne Vorurteile oder Diskriminierung treffen können.

(Mehr in: COM! – Das Computer Magazin)

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IBM will KI mit ethischen Grundsätzen schaffen

Künstliche Moralvorstellung

IBM will KI mit ethischen Grundsätzen schaffen

IBM will Künstlicher Intelligenz ein Ethik-Verständnis verpassen. In Zusammenarbeit mit dem MIT Media Lab hat das Unternehmen deshalb eine neue KI-Entscheidungsmethode entwickelt, die Inhalte nach Nutzerpräferenzen, aber auch moralischen Vorgaben ausgibt.

(Mehr in: COM! – Das Computer Magazin)

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Über das Labor hinausdenken: Aufruf zu mehr Ethik in der vorklinischen Forschung

Oft führen vermeidbare Fehler in der präklinischen Forschung dazu, dass Studien an Patientinnen und Patienten durchgeführt werden, die hohe Risiken und geringe Erfolgsaussichten aufweisen. Professor Ulrich Dirnagl und Professor Daniel Strech vom Berliner Institut für Gesundheitsforschung (BIH) und der Charité – Universitätsmedizin Berlin appellieren gemeinsam mit einem internationalen Autorenteam an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, sich in höherem Maße mit ihrer ethischen Verantwortung für Patientinnen und Patienten auseinanderzusetzen und für eine verbesserte Qualität in der präklinischen Forschung einzutreten.
Quelle: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft

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Kopf lebt ohne Körper

Dem Neurowissenschaftler Nenad Sestan ist es gelungen, Schweinehirne zu reanimieren und am Leben zu erhalten. Höchste Zeit für eine Ethikdebatte?

(Mehr in: Technology Review)

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Hirnforschung: Hier wachsen Gehirne

Menschliches Gewebe, im Labor gezüchtet: Besonders mit Gehirnzellen klappt das gut. Spätestens wenn diese Zellen anfangen zu denken, wird es Zeit für eine Ethikdebatte. (Mehr in: ZEIT ONLINE: Mehr aus Forschung und Wissenschaft)

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Hirnforschung: Hier wachsen Gehirne

Menschliches Gewebe, im Labor gezüchtet: Besonders mit Gehirnzellen klappt das gut. Spätestens wenn diese Zellen anfangen zu denken, wird es Zeit für eine Ethikdebatte. (Mehr in: ZEIT ONLINE: Mehr aus Forschung und Wissenschaft)

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Ist Ethik eine Wissenschaft?

Nach einigen Jahren im Ausland, wo ich zu beschäftigt zum Bloggen war, melde ich mich zurück. Auch in Zukunft soll es um “gute” Geschäfte gehen – “gut” im moralischen Sinn. Oder um schlechte Geschäfte. Weil … Weiterlesen (Mehr in: KosmoLogs)

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Ethik: Darf ich die Dienste der Gig Economy nutzen?

Die Internet-Job-Wirtschaft schafft neuartige Arbeitsplätze, doch der Preis dafür ist womöglich zu hoch. Eine Betrachtung.

(Mehr in: Technology Review)

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Altindische Texte und die Logik der Computer-Ethik

Können wir einer Maschine Ethik beibringen? In einem Informatik-Projekt der TU Wien untersucht man nun alte Sanskrit-Texte und beschreibt ethische Regeln mit den Methoden der Logik.
Quelle: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft

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Ethik: Darf ich das Erbgut meiner Kinder entschlüsseln lassen?

Als das menschliche Genom 2001 sequenziert war, galt das als Sensation. Inzwischen ist die Erbgutentschlüsselung fast eine Routineangelegenheit. Eltern stehen vor schwierigen Entscheidungen.

(Mehr in: Technology Review)

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Vom Gesundheitswesen zur Kriegsführung: Über die Regulierung der Neurotechnologie

Ethiker der Universität Basel haben speziell für den Bereich der Neurotechnologie ein Rahmenkonzept erarbeitet, das zum Schutz vor einer missbräuchlichen militärischen Nutzung beitragen soll. Die Forscher halten ein völliges Verbot von Dual-Use-Technologien ethisch nicht zu rechtfertigen. Sie fordern jedoch Bestimmungen, um die geistige Privatsphäre und psychische Integrität der Menschen zu schützen. Die Zeitschrift Neuron hat die Studie veröffentlicht.
Quelle: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft

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Umweltethik auch für Kinder? „Wichtige Lücke geschlossen“

Sächsische Landesstiftung Natur und Umwelt entwickelte neue Lehrmaterialien – DBU förderte
Quelle: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft

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Umstrittener Versuch: Forscher befreien menschliche Embryonen von Erbkrankheit

Dürfen Forscher das Erbgut von Menschen über Generationen hinweg verändern? Ein erfolgreiches Experiment aus den USA zeigt: Schon bald könnte das möglich sein. Ethiker sind alarmiert. (Mehr in: SPIEGEL ONLINE – Wissenschaft)

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Autonome Autos können Ethik

Menschen handeln in Extremsituationen instinktiv. Dieses Handeln kann von autonomen Autos simuliert werden, sagen Osnabrücker Forscher in einer neuen Studie.

(Mehr in: Technology Review)

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Human Remains aus kolonialem Kontext

Vor dem Hintergrund aktueller Debatten um Human Remains aus kolonialem Kontext hat Prof. Dr. Dr. Uwe Koch-Gromus, Dekan der Medizinischen Fakultät Hamburg, im Jahr 2016 das Institut für Geschichte und Ethik der Medizin des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) und das Medizinhistorische Museum Hamburg beauftragt, zu prüfen, ob sich auch in Sammlungen des UKE Human Remains aus kolonialem Kontext befinden.
Quelle: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft

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Ethikkommission: "Was passiert, wenn wir 200 Jahre leben?"

Ärzte wollen das Altern aufhalten. Erste Medikamente, die das könnten, werden ausprobiert. Nur, was macht das mit uns? Ein Gespräch mit Medizinethikerin Christiane Woopen (Mehr in: ZEIT ONLINE: Mehr aus Forschung und Wissenschaft)

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Autonomes Fahren: Die Automatik der Ethik

In der Diskussion um Roboterautos nehmen knifflige Ethikfragen einen weiten Raum ein. Aber nüchtern betrachtet gehören sie nicht zu den großen zu lösenden Problemen der Programmierer.

(Mehr in: Technology Review)

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Zukunft: „Ein Mensch, der nicht hofft, verzichtet auf seine Freiheit“

Viele Menschen sorgen sich um die Zukunft. Dabei sollten sie Geduld mit ihr haben, sagt der Bioethiker Giovanni Maio. Feste Erwartungen könnten nur enttäuscht werden. (Mehr in: ZEIT ONLINE: Mehr aus Forschung und Wissenschaft)

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Eingriff ins menschliche Erbgut: „Das wird man nicht verantworten können“

Der Deutsche Ethikrat streitet über Eingriffe in die DNA des Menschen: Theoretisch ließen sich Gene so verändern, dass manipuliertes Erbgut an Kinder und Enkel weitergegeben wird. Doch die Versuche sind umstritten. (Mehr in: SPIEGEL ONLINE – Wissenschaft)

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Crispr: „Menschenzüchtung muss tabu bleiben“

Bald wird der Mensch die Natur mit der Gentechnik Crispr kontrollieren. Doch es besteht die Gefahr, Risiken zu unterschätzen, sagt Ethikrat-Mitglied Sigrid Graumann. (Mehr in: ZEIT ONLINE: Mehr aus Forschung und Wissenschaft)

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re:publica: Ein Königreich für eine KI-Ethik

Künstliche Intelligenzen können gefährlich einseitig entscheiden, warnt die Forscherin Kate Crawford. Ihre Beispiele sind teils belustigend, teils beunruhigend. (Mehr in: ZEIT ONLINE: Alles digital)

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„Nationale Egoismen in der Flüchtlingskrise aufgeben“

Sozialethikerin gegen Grenzschließungen – Einigung auf ethische Maßstäbe und gemeinsames Einwanderungsrecht in Europa gefordert
Quelle: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft

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Gentechnik und Ethik: Das Unantastbare ist antastbar geworden

Konsens beim Gen-Gipfel in Washington: Führende Forscher haben sich geeinigt, eine neue Methode zum Verändern des Erbguts vorerst nicht bei menschlichen Keimzellen anzuwenden. Dennoch wirft allein die Möglichkeit viele Fragen auf. (Mehr in: SPIEGEL ONLINE – Wissenschaft)

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Ethik: Geht gar nicht klar!

„Gib ab! Nicht hauen! Entschuldige dich!“ Durch langes Üben lernen wir, sozial verträglich zu handeln. Ist Moral nur Kultur-Produkt oder gibt es naturgegebene Normen? (Mehr in: ZEIT ONLINE: Mehr aus Forschung und Wissenschaft)

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Streitfall „Personalisierte Medizin“: Bochumer Medizinethiker veröffentlichen kritische Analyse

Medizin für die Menschen?

Die sogenannte Personalisierte Medizin hat in den vergangenen Jahren große Hoffnungen geweckt. Vor allem bestimmte Krebserkrankungen sollen sich durch Analyse bestimmter biologischer Marker und gezielter Therapien besser behandeln lassen. Gleichzeitig ist der Ansatz Gegenstand einer kontroversen Debatte. Einer der Kritikpunkte: Bislang profitieren nur kleine Patientengruppen von dem enormen Aufwand an Ressourcen. In einem umfassenden englischsprachigen Sammelband, der im renommierten Ashgate Verlag erschienen ist, haben Bochumer Medizinethiker nun eine kritische Analyse aus den Blickwinkeln unterschiedlicher Disziplinen vorgelegt.
Quelle: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft

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Wichtige Forscher fordern Moratorium für genmanipulierte Babys

In der Debatte um gezielte DNA-Veränderungen an menschlichen Embryos melden sich Ethik-Experten und Nobelpreisträger aus den USA zu Wort: Bis zur Klärung wichtiger Fragen soll es ausschließlich Grundlagenforschung geben.

(Mehr in: Technology Review)

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Organspende: Ist der Hirntod wirklich der Tod eines Menschen?

Diese Frage hat der Ethikrat erneut gestellt – und ist sich laut seinem Bericht uneins. Zugleich herrscht Konsens, dass Hirntoten Organe entnommen werden dürfen. (Mehr in: ZEIT ONLINE: Mehr aus Forschung und Wissenschaft)

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„Zwischen Arztroman, Medical Manga und Dr. House“ – Tagung über Medizin und Popkultur in Ulm

Wie werden medizinische Themen in Comics, Büchern, Filmen oder Computerspielen visualisiert? Wie findet die Welt des Medizinischen in der heutigen Populärkultur ihren Niederschlag? Antworten auf diese Frage verspricht die Ulmer Tagung „Medical Images and Medical Narratives in Late Modern Popular Culture“, die am 11. und 12. September in der Ulmer Villa Eberhardt stattfindet. Organisiert wird die „2nd International Conference on Medical Imaging and Philosophy“ vom Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin der Universität Ulm. Zu dieser öffentlichen Tagung sind Medienvertreter herzlich eingeladen.
Quelle: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft

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Kopieren und Moral

Internationale Tagung am Zentrum für interdisziplinäre Forschung der Universität Bielefeld sucht eine Ethik des Kopierens

Den einen gehen die gesetzlichen Beschränkungen des Kopierens längst nicht weit genug, die anderen nutzen die bestehenden technischen Möglichkeiten ohne jedes Unrechts-bewusstsein. Wie könnte eine gerechte Abwägung zwischen diesen Positionen aussehen? Dieser Frage widmet sich vom 8. bis zum 11. Juli eine internationale Tagung am Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF) der Universität Bielefeld unter dem Titel „The Ethics of Copying“ (Die Ethik des Kopierens).
Quelle: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft

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Welträtsel oder Wissenschaft

Die Welt könnte so einfach sein. Wenn sich der Raum streng euklidisch verhalten würde und alle Winkel- und Längenverhältnisse mit einfacher Mittelstufenmathematik berechenbar wären, bräuchte es keine komplizierten, nichtlinearen Gleichungen der allgemeinen Relativitätstheorie um den Kosmos zu beschreiben. Wenn die Atome klassische Teilchen wären, mal glatt und rund, mal rau, kantig und mit Häkchen versehen, die miteinander nach Newtons Gesetzen Stöße vollführen und aneinander binden, brauchten wir keine Quantentheorien mit rätselhaften Verschränkungen und Unbestimmtheitsrelationen.

Vereinfachte Weltmodelle gibt es viele und nach wie vor gibt es überzeugte Kritiker der Relativitätstheorie und der Quantenmechanik, die einfache Welterklärungsmodelle feilbieten und die moderne Physik zu einem großen Betrug erklären. Ich beginne langsam zu verstehen, was diese selbsternannten Kritiker antreibt und warum der Dialog mit ihnen so schwer, meistens sogar aussichtslos ist.

Hilfreich für dieses Verständnis war das Buch Einsteins Gegner: Die öffentliche Kontroverse um die Relativitätstheorie in den 1920er Jahren1 2 der Wissenschaftshistorikerin Milena Wazeck. Obwohl sich Wazeck in diesem Werk auf die frühe Kritik an die Relativitätstheorie beschränkt, scheint es mir immer noch aktuell. Die Argumente, mit denen Alternativwissenschaftler Einsteins Relativitätstheorie und Teile der Quantenmechanik ablehnen, haben sich in fast einem Jahrhundert kaum geändert.

Wazeck bezeichnet die Kritiker der Relativitätstheorie als Welträtsellöser und weist damit bereits auf den wesentlichen Unterschied zur etablierten Wissenschaft hin: Ihr völlig anderes Verhältnis zur Metaphysik und zum Wahrheitsbegriff.

In der etablierten Wissenschaft spielt die Suche nach der tiefsten, endgültigen Wahrheit keine Rolle. Je nach Geschmack suchen wir falsifizierbare Theorien3, passende Konstrukte4 oder einfach praktikable Methoden um Messergebnisse zu errechnen5.6 Das bedeutet nicht, dass Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler keine Vorstellung über den Wahrheitsgehalt ihrer Theorien haben dürfen. Es kann bei der Theorienentwicklung sehr hilfreich sein, wenn die Forscherin oder der Forscher eine klare Vorstellung hat, wie die Welt aufgebaut ist.7 Für die wissenschaftliche Arbeit spielt der Wahrheitsbegriff jedoch keine Rolle. Es geht in der etablierten Wissenschaft darum, mit Theorien die gemessenen oder beobachteten Daten adäquat abzubilden.

Welträtsellöser/innen suchen dagegen primär nach der Weltformel, der letzten Wahrheit. Typische Welträtsellöser sind überzeugt, diese Wahrheit gefunden zu haben. Wazeck ordnet das Welträtsellösertum der 1920er Jahre grob in drei Kontexte ein: Okkultismus, Lebensreform und Monismus.

Aus okkultistischer Sicht ist die etablierte Wissenschaft abzulehnen, weil sie auf Reproduzierbarkeit und Intersubjektivität Wert legt. Die Entdeckung der Röntgenstrahlung hat esoterischen Strömungen Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts Hoffnung gegeben: Wenn es mit der von Wilhelm Konrad Röntgen entdeckten X-Strahlung, eine bis dahin unentdeckte Strahlung gibt, die für Menschen nicht wahrnehmbar ist, warum sollte es dann nicht andere Strahlungen geben, die nur von besonders sensitiven Menschen nutzbar ist? Warum sollte man so nicht Phänomene wie Hellsicht, Telekinese, Astrologie erklären?

Okkultisten nehmen Einzelberichte und Geheimwissen ungeprüft als Wahrheit an. Sie erkennen die Forderung der Wissenschaft nicht an, dass ein Phänomen verifizierbar sein muss, bevor eine Erklärung notwendig ist. In den Bereich okkultistisch motivierter Welträtsellöser lässt sich heute die Schwache Quantentheorie des Harald Walach einordnen.

Die Lebensreform-Bewegung nahm an dier zunehmend materialistischen Ausrichtung der Wissenschaft Anstoß. Auch wenn Vertreter/innen der Lebensreform hauptsächlich alternative Heilmethoden gegen die von ihnen als Schulmedizin bezeichnete wissenschaftlich fundierte Medizin durchsetzten wollten, gingen aus ihr auch Kritiker der Naturwissenschaften hervor. Kritiker aus diesem Kontext kritisieren die Naturwissenschaften dafür, dass sie sich nur mit dem materiellen Teil der Welt beschäftigen und geistliches außen vor lassen. Oft setzen sie ein Lebensprinzip als Grundlage ihrer Wissenschaftsauffassung. Für sie ist Leben kein Phänomen, das aus komplexen biochemischen Interaktionen hervorgehen kann, sondern ein grundlegendes Prinzip, das hinter allen Naturphänomenen steht. Mechanische Gesetzmäßigkeiten gehören für sie entweder einer anderen Welt an, in der das Leben nicht erklärbar ist, oder sie sind dem Lebensprinzip untergeordnet. Ein allumfassender Weltgeist treibt die mechanischen wie die biologischen Vorgänge an.

Interessant an den Kritiken aus der Lebensreform-Bewegung ist, dass sie die Wissenschaft einerseits als zu reduktionistisch ablehnen, andererseits aber versuchen ihren eigenen Konzepten einen wissenschaftlichen Anstrich zu geben, um an die gesellschaftliche Autorität der Wissenschaften Teil haben zu können.

Monisten schließlich kritisierten die modernen Wissenschaften für ihre Spezialisierung. Die monistischen Vereinigungen der 1920er Jahre strebten nach einer Universalwissenschaft, die alle gesellschaftlichen Aspekte auf naturwissenschaftliche Grundlagen zurückführte. Diese Spielart der Kritik rekrutierte sich vorwiegend aus Ingenieuren und versuchte auch Ethik und Politik auf mechanische Grundlagen zurückzuführen.8

Es gab und gibt eine Vielzahl monistischer Alternativwissenschaften mit völlig zueinander konträren Ansätzen. Atomistische Theorien, die alle Phänomene auf die Interaktion klassischer Teilchen im Vakuum zurückführen wollen. Weltäthertheorien, die als Grundlage ein metaphysisches, alles durchdringendes Kontinuum von Urmaterie annehmen. Aber auch pantheistische Ansätze, die große Parallelen zu okkulitischen und Lebensreform-Ansätzen haben, sich aber von diesen durch ihre Ablehnung von Dualismen unterscheiden.

Man kann gegen Wazecks Dreiteilung der Kritiker in Okkultisten, Lebensreformler und Monisten einwenden, dass eine eindeutige Zuordnung oft gar nicht möglich ist. Wazeck selbst weist auf die großen Überschneidungen in den Motivationen dieser drei Bewegungen hin. Wollte man Kritiker kategorisieren, so wäre es zielführender, eine Art Matrix aufzustellen, in der jede Alternativtheorie nach ihrer Tendenz zum Okkultismus, zum Lebensreformgedanken und nach ihrer Präferenz von dualistischen oder monistischen Ansätzen eingeteilt werden kann. Aber eine Klassifizierung ist nicht Wazecks Intension. Es geht ihr in erster Linie darum, das Spektrum an Beweggründen von Kritikbewegungen in den 1920er Jahren zu beleuchten. Das gelingt ihr mit dieser Einteilung und den dazu gegebenen Beispielen recht einleuchtend.

Für mich war die Lektüre des Buchs hilfreich, weil sie mir gezeigt hat, wo der wirkliche Konflikt zwischen Naturwissenschaften und ihren unorthodoxen Kritikern liegt. Es sind keine Kleinigkeiten. Die allermeisten Welträtsellöser werden wir nicht von der modernen Wissenschaft überzeugen können, indem wir nachweisen, dass die Relativitätstheorie mathematisch Konsistent ist. Es wird nichts bringen, Experimente zu erläutern und zu zeigen, mit welchen Theorien sie konsistent sind und welchen sie widersprechen. Und es ist auch nicht Zielführend, zu erläutern, warum wir die Relativitätstheorie einer Äthertheorie vorziehen, selbst wenn die beiden Theorien mathematisch gleich sind.

Der wesentliche Unterschied zwischen Welträtsellöser/innen und Wissenschaftler/innen liegt darin, dass erstere andere Erwartungen an Wissenschaft haben. Sie lehnen moderne Wissenschafts- und Erkenntnistheorie ab und suchen nach einer letzten Wahrheit. Nach einer Weltformel. Viele Welträtsellöser waren so überzeugt davon, das letze Prinzip, die Weltformel gefunden zu haben, dass sie sich nicht erklären konnten, warum ihnen die etablierte Wissenschaft nicht sofort beipflichtete. Daraus entwickelten sich dann die Verschwörungstheorien und die Plagiatsvorwürfe gegen Einstein.

Mein Fazit aus der Lektüre des Buches und den Erfahrungen, die ich selbst in der Diskussion über die Relativitätstheorie sammelt konnte, ist, dass Welträtsellöser/innen einfach nicht die Zielgruppe für Erklärungen der Relativitätstheorie sind. Erklären können wir Theorien denen, die grundsätzlich mit den Zielen und Methoden zeitgenössischer Naturwissenschaft einverstanden sind und Details der Theorien und Experimente verstehen wollen.9 Mit Welträtsellöser/innen müssen wir, wenn überhaupt, über Wissenschaftstheorie diskutieren.

(Mehr in: Quantenwelt)