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Lise Meitner: Ohne ihre Entdeckung hätte es die Atombombe nicht gegeben

Lise Meitner erkannte die Kernspaltung: ein Meilenstein, der die schlimmste aller Waffen ermöglichte. Doch davon ahnte die vor 50 Jahren verstorbene Physikerin nichts. (Mehr in: ZEIT ONLINE: Mehr aus Forschung und Wissenschaft)

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Atombombentest: Zehn Mal so stark wie die Bombe von Hiroshima

Im September testete Nordkorea eine Atombombe. Forscher schätzten nun anhand von Satelliten-, Seismografen- und Radardaten ihre Sprengkraft. (Mehr in: ZEIT ONLINE: Mehr aus Forschung und Wissenschaft)

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Gefahr aus dem All: Wie Atomwaffen Asteroiden ablenken könnten

Im Action-Streifen „Armageddon“ wird die Welt erst durch die Explosion einer Atombombe vor der Kollision mit einem gefährlichen Asteroiden gerettet. Das ist nicht ganz unrealistisch, glauben Forscher. (Mehr in: SPIEGEL ONLINE – Wissenschaft)

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Nordkorea: Atomtestgelände offenbar schwer zerrüttet

Nach dem jüngsten Test einer Atombombe in Nordkorea bebte mehrmals die Erde – jetzt scheint die Ursache gefunden: Der Boden war anscheinend eingestürzt. (Mehr in: SPIEGEL ONLINE – Wissenschaft)

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Rätselhafte Erdstöße: Erdbeben in Nordkorea hat wohl natürliche Ursache

Geoforscher geben vorsichtige Entwarnung: Das Erdbeben in Nordkorea ist wohl kein Anzeichen für einen neuen Atombombenversuch. Offenbar handelt es sich um ein Nachbeben des Kernwaffentests vom 3. September. (Mehr in: SPIEGEL ONLINE – Wissenschaft)

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Nordkorea: Was ist eine Wasserstoffbombe?

Warum ist eine H-Bombe bedrohlicher als eine Atombombe? Woher ist bekannt, was in Nordkoreas Untergrund passiert? Wie riskant sind die Waffentests? Fragen und Antworten (Mehr in: ZEIT ONLINE: Mehr aus Forschung und Wissenschaft)

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Test in Nordkorea: Was unterscheidet eine Wasserstoff- von einer herkömmlichen Atombombe?

Experten rätseln nach dem Nukleartest in Nordkorea, ob das Regime in Pjöngjang tatsächlich über eine Wasserstoffbombe verfügt. So funktioniert diese zerstörerische Waffe. (Mehr in: SPIEGEL ONLINE – Wissenschaft)

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Atomwaffen aus Nordkorea: Forschungsauftrag: Kim Jong Un ausspionieren

Geheimhaltung zwecklos. Messdaten aus Luft, Meer und Erdboden verraten Kim Jong Un. Atombomben hat der Diktator längst. Nur wie weit reichen seine Raketen? (Mehr in: ZEIT ONLINE: Mehr aus Forschung und Wissenschaft)

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NS-Zeit: Darum hatte Hitler keine Atombombe

Die Nazis hätten gewusst, wie man Nuklearwaffen baut – nur die Mittel fehlten, meinen Historiker bisher. Der Physiker Manfred Popp deutet die Originalquellen ganz anders. (Mehr in: ZEIT ONLINE: Mehr aus Forschung und Wissenschaft)

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Schnelle Neutronen, thermische Neutronen

In der Dezember-Ausgabe des „Spektrum der Wissenschaft“-Magazins findet sich ein interessanter Artikel von Manfred Popp mit der Titel „Hitlers Atombombe – Störfall der Wissenschaftsgeschichte“. Susanne Päch berichtet nebenan ausführlich über die Spurensuche zur Atombombe, die … Weiterlesen (Mehr in: BrainLogs)

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Schnelle Neutronen, thermische Neutronen

In der Dezember-Ausgabe des „Spektrum der Wissenschaft“-Magazins findet sich ein interessanter Artikel von Manfred Popp mit der Titel „Hitlers Atombombe – Störfall der Wissenschaftsgeschichte“. Susanne Päch berichtet nebenan ausführlich über die Spurensuche zur Atombombe, die es nie gab. Mir ist bei der Lektüre ein Aspekt aufgefallen, der gut zu einem Thema passt, das ich seit der Frage „Wie schnell ist langsam?“ immer wieder aufgegriffen habe: Die Geschwindigkeit von Atomen und Elementarteilchen und ihre Auswirkung.

Wesentliche Unterschiede zwischen einem Atomreaktor der ersten Generation und einer Atombombe (Uranbombe) sind die Geschwindigkeit der Neutronen und der Wirkungsquerschnitt der Spaltreaktionen.

Wirkungsquerschnitt

Was Geschwindigkeit ist wissen Sie, der Wirkungsquerschnitt ist ein Maß für die Wahrscheinlichkeit, mit der eine Teilchen- oder Kern-Reaktion abläuft. Fliegt ein Teilchen durch eine Ansammlung möglicher Reaktionspartner, so hängt die Wahrscheinlichkeit, dass eine bestimmte Reaktion eintritt, von der Dichte der Ansammlung und von dem Weg des Teilchens ab.

Beide Faktoren sind positiv: Je höher die Dichte von Reaktionspartnern, desto höher die Reaktions-Wahrscheinlichkeit. Je weiter das Teilchen durch die Wolke fliegt, desto sicherer ist eine Reaktion.

Nun ist die Einheit für eine Teilchendichte Teilchen pro Kubikzentimeter. Die Einheit für den zurückgelegten Weg ist Zentimeter. Wenn wir eine Konstante brauchen, die mit Teilchendichte und Wegstrecke multipliziert eine Wahrscheinlichkeit ergibt, dann muss diese Konstante die Einheit Quadratzentimeter haben. Quadratzentimeter bezeichnen einen Querschnitt, den Wirkungsquerschnitt. Wirkungsquerschnitt mal Teilchendichte integriert über die Wegstrecke ergibt eine einheitenlose Größe, die Reaktions-Wahrscheinlichkeit.

Reaktions-Wahrscheinlichkeiten sind Geschwindigkeitsabhängig. Ich hatte das für Fusionsreaktionen einmal herausgesucht. Bei konventionellen Atomreaktoren und Atombomben1 haben wir es mit Spaltreaktionen zu tun, die durch den Einfang von Neutronen ausgelöst werden.

Thermische Atomspaltung

Nun ist dieser Neutroneneinfang um so effektiver, je langsamer die Neutronen sind. Der Wirkungsquerschnitt langsamer Neutronen für diesen Vorgang ist größer. Um einen Reaktor effektiv zu betreiben, lohnt es sich also, die schnellen Neutronen, die bei jeder Kernspaltung auftreten, abzubremsen. Ein Atomreaktor besteht aus den Uranhaltigen Brennstäben und aus einem Moderator, der den Neutronen die Energie nimmt, sie auf seine Temperatur abkühlt und sie somit langsam macht. Die Abgebremsten Neutronen können dann wieder in die Brennstäbe eindringen und dort einen neuen Spaltprozess auslösen.

Wenn die Reaktions-Wahrscheinlichkeit jedes Neutrons gerade so groß ist, dass jede Atomspaltung im Schnitt eine weitere auslöst, ist der Reaktor kritisch.2 Die Reaktion erhält sich selbst. Zieht jede Spaltung mehr als eine nach, ist der Reaktor überkritisch. Er brennt zunehmend heftiger und heizt sich auf. Schlimmsten Falls bis zur Explosion.

Manfred Popp stellt nun klar, dass sich mit diem Konzept, thermische Neutronen zur Kettenreaktion zu verwenden, keine brauchbare Bombe bauen lässt. Und zwar, weil thermische Neutronen nicht viel schneller sind als die Atome in einem lauwarmen Gas. Sobald das Spaltmaterial warm wird und sich ausdehnt, läuft es den thermischen Neutronen davon. Die Reaktion kommt zum Erliegen.

Schnelle Atomspaltung

Unter schnellen Reaktoren habe ich mir früher immer welche vorgestellt, bei dem die Reaktion besonders schnell geht. Das Gegenteil ist der Fall. Bei schnellen Reaktoren sind die Neutronen schnell, damit ist ihre Reaktionsfreudigkeit deutlich gedämpft. Sie reagieren eher langsam. Die Neutronen selbst sind aber so schnell, dass sie die einsetzende Explosion einholen können. Nur so kann eine Atombombe effektiv funktionieren.

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Systemforschung Wissenschaftsgeschichte

Im Zusammenhang meiner Recherchen zu Hitlers Atombombe wollte ich auch einen Wissenschaftshistoriker befragen – weniger im Bezug konkreter Fragestellungen zur historischen Thematik, mehr zum Aspekt der von C. P. Snow einst als „zwei Kulturen“ bezeichneten … Weiterlesen (Mehr in: BrainLogs)

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Spurensuche: die Atombombe, die es nicht gab

Manfred Popp sagt in der jüngsten Ausgabe von „Spektrum der Wissenschaft“: Den deutschen Physikern im Dritten Reich fehlte physikalisches Grundlagenwissen und jegliches technologische Know How, eine Bombe zu bauen. Seine dezidierte Schlussfolgerung: Die deutsche Bombe … Weiterlesen (Mehr in: BrainLogs)

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Kanada: Taucher will verschollene Atombombe gefunden haben

Vor der Küste von Kanada findet ein Taucher einen mysteriösen Metallgegenstand. Seine Vermutung: Es handelt sich um eine verschwundene Atombombe. Experten sind skeptisch. (Mehr in: SPIEGEL ONLINE – Wissenschaft)

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Es ist angerichtet – die Anthropozän-Küche

Neue interkulturelle Narrative für das Anthropozän am Beispiel der Ernährung

 

Essen zieht sich durch alle unsere Lebensbereiche. Es lässt uns vom Säugling zum Erwachsenen werden und versorgt unser gesamtes System, vom Gehirn, über die Muskeln und alle sonstigen Organe und Körperteile mit Energie und lebenswichtigen Bausteinen. Der gemeinsame Genuss von Speisen ist oft das zentrale Element des Familienlebens bzw. unseres kompletten sozialen Austausches: keine Party ohne Häppchen, kein Geburtstag ohne einen Kuchen oder etwas Süßes, keine Feier ohne Festtagsessen, aber auch kaum ein Treffen mit einer guten Freundin oder einem guten Freund, bei dem wir nicht irgendetwas zu uns nehmen. Wir integrieren die Ernährung in unser Arbeitsleben, etwa indem wir uns zu Geschäftsessen treffen oder uns in der Kantine mit Kolleginnen und Kollegen austauschen. Unsere Ernährung ist eng verbunden mit unserer Gesundheit und unserem Wohlbefinden, nicht umsonst heißt es ja auch: Du bist, was du isst. Viele Menschen legen großen Wert auf ihre Küchen und deren Ausstattung, andere haben nur eine Mikrowelle, aber eine Wohnung ohne Küche ist beinahe undenkbar.Egal, in welcher Form wir unsere Nahrung zu uns nehmen, irgendwoher muss sie kommen und irgendwer muss sie produzieren. Das hat große globale Auswirkungen, meist ohne dass wir uns dessen bewusst wären. Es macht einen Unterschied, ob Sie im Supermarkt einkaufen gehen oder im Kiezladen um die Ecke, ob die Waren in der Region hergestellt wurden oder von einem Weltkonzern. Die Produktion und Weiterverarbeitung benötigen viel Fläche, immense Technik, Infrastrukturen und vor allem Energie. Auch unsere Nahrungsmittel brauchen Nährstoffe, um überhaupt entstehen zu können. So fressen Kühe Gras oder auch zunehmend Soja, dies beansprucht Bodenfläche, Wasser und wiederum Nährstoffe, die wir teils durch technische Prozesse wie das Haber-Bosch-Verfahren einfach aus der Luft gewinnen, um Stickstoffdünger zu generieren, oder für die wir mineralische Ressourcen abbauen, wie Phosphat und Kalium, und zur Ertragssteigerung auf den Feldern ausbringen.

Essen ist und bleibt ein lokaler, sehr persönlicher und oftmals auch emotionaler Akt. Gleichzeitig bekommen wir dabei die Globalisierung quasi direkt auf den Teller; verzehren Obst, Schokolade, Gewürze, Fleisch, Fisch, Getreide oder Gemüse, die teilweise rund um den Globus unterwegs waren. In der Küche haben wir also nicht nur den Kochlöffel, sondern auch den Schalthebel der Globalisierung in der Hand. Wir bestimmen mit unserem Ernährungstyp (vegan, vegetarisch, etc.), unserem Ernährungsstil (saisonal, lokal, global), unserer sozialen Wohnstruktur (ein Single kauft anders ein als eine Familie oder eine WG) und nicht zuletzt unserer Kücheneinrichtung (auch Töpfe und Teller wollen hergestellt und transportiert werden, und Gas ist eine andere Energiequelle als Strom oder Holzkohle), wie das Essen die Welt gestaltet und verändert. Die Lebensmittelindustrie ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Zugang zu gesunder Ernährung für eine rasant wachsende Weltbevölkerung gehört weiterhin zu den großen globalen Herausforderungen und ist eng verknüpft mit Themen wie Gesundheit, Armut, Gerechtigkeit und Frieden, aber auch Klimawandel, Schutz der biologischen Vielfalt und Endlichkeit der Ressourcen.

Mit diesen Themen befinden wir uns mitten im Anthropozän. Werfen wir einen ernährungstechnischen Blick zurück: Unsere Menschenart, den Homo sapiens, gibt es seit etwa 200.000 Jahren – das Thema Ernährung hat uns dabei sprichwörtlich herumgetrieben. Die meiste Zeit waren wir Jäger und Sammler, bis wir uns vor mehr als 10.000 Jahren zunehmend niederließen und begannen, das Land zu bestellen. Seitdem greifen wir kräftig in die Natur ein. Frühe Bauern schufen Acker- und Weideflächen, indem sie Wälder abholzten, damit einen natürlichen Kohlenstoffspeicher plünderten und so das Treibhausgas CO2 freisetzten. Sie fluteten Felder zum Reisanbau und produzierten im modderigen Schlamm ein weiteres Treibhausgas, das Methan. Durch gezielte Zuchtverfahren und Eliminierung aller Feinde schränkte der Mensch die natürliche Tier- und Pflanzenwelt ein, zusätzlich verfrachtete er seit den Entdeckungsreisen der frühen Neuzeit ihm nützlich erscheinende Arten, welche lokale Ökosysteme zu einem großen Teil umgestalteten.

Mit dem Beginn der Industrialisierung nahm auch die Emanzipation des Menschen von seiner eigenen Muskelkraft immer weiter zu: Unsere Vorfahren konnten sich nur mit ihren eigenen Muskeln fortbewegen. Auch Tiere müssen mit ihren Kiefer-, Zungen- oder Lippenmuskeln Pflanzen abreißen und zerkauen oder Beute fangen und diese zerkleinern. Sie graben, bauen Nester oder fällen sogar ganze Bäume. Die dafür notwendige Kraft müssen sie sich förmlich „anfressen“. Ganz anders der moderne Mensch: Er ließ sich zuerst durch Ochs, Esel und Pferd, dann durch Wasser- und Windräder und noch später durch Dampfmaschinen und andere Motoren die eigene Muskelarbeit abnehmen. Diese neuen Maschinen mussten aber wiederum selbst mit Energie gefüttert werden, zuerst mit Holz, dann mit Kohle, Erdgas und Erdöl. In der Industrialisierung begann eine wahre Kettenreaktion von sich gegen- seitig verstärkenden Entwicklungen: Durch die Förderung von fossilen Brennstoffen konnten mehr Bodenschätze abgebaut werden, mit denen man mehr Maschinen bauen konnte, die wiederum mehr Energie benötigten. Produktionsmaschinen und Transportmittel wie Eisenbahn, Autos, Schiffe und Flugzeuge eroberten die Welt. Nun müssen wir nicht mehr essen, um uns fortzubewegen oder Dinge zu produzieren. Wie wir wohl aussähen, wenn wir uns aus Muskelkraft wie in einem PKW mit 100 PS fortbewegen wollten? Mit Muskelpakete von 100 Pferden bepackt? Nicht auszudenken! Dank der fossilen Energien, die wiederum nichts anderes sind als die konservierte Energie von Lebewesen, wie Bäumen, Sträuchern oder Meeresplankton, die nicht von anderen gefressen, sondern über teilweise Hunderte von Millionen Jahren akkumulierten und durch geologische Prozesse zu Kohle, Öl und Gas umgewandelt wurden, können wir still am Schreibtisch sitzen und Tasten drücken oder eben im 100 PS-Auto durch die Gegend flitzen. Alles dank der fossilen Organismen. Selbst Bodenschätze wie der größte Teil der Eisenerzlagerstätten oder die für unsere Ernährung so notwendigen Phosphate gehen auf Organismenprozesse zurück.

Bleiben wir bei Narrativen: Der Mensch hat einen derartigen Einfluss auf das gesamte Erdsystem gewonnen, dass die Geologen in ihm eine wesentliche geologische Kraft sehen, vergleichbar mit Erdbeben, Vulkanausbrüchen und Kontinentalbewegungen. Starke Worte, aber die Fakten sprechen für sich: Nur noch knapp ein Viertel der (nicht vom Eis bedeckten) Erdoberfläche entspricht noch einer unveränderten Natur. Wir tragen Berge ab, schneiden Täler, geben den Flüssen einen neuen Lauf, erschaffen Seen oder lassen andere austrocknen; wir können sogar den Meeresspiegel heben und das Klima verändern. Jedes Jahr produzieren wir so viel Plastik, wie es der Gesamtmasse aller heute lebenden Menschen entspricht. Unsere Nutztiere und Nutzpflanzen dominieren die Biosphäre. Wir verfrachten Sediment in einem Umfang, wie es die Natur durch Abtragung und Transportprozesse nie könnte. Wir haben sogar neue Fossilien geschaffen! Die Geologen nennen sie Technofossilien: Plastikteilchen finden sich heute im Boden von Hochgebirgsseen genauso wie in Tiefseesedimenten, elementares Aluminium, Betonfragmente oder Ascheteilchen aus industriellen Verbrennungsprozessen sind als Ablagerungen weltweit nachweisbar. Radioaktive Niederschläge aus den Atombombenversuchen der Nachkriegszeit, aber auch von Tschernobyl und Fukushima sind ebenfalls charakteristisch für das menschengemachte Neue, so hieße das Anthropozän in der wörtlichen Übersetzung. Die Nacheiszeit der letzten 12.000 Jahre, das umweltstabile Holozän, ist also offensichtlich zu Ende und wurde vom Anthropozän abgelöst.

Wie soll dieses Anthropozän weitergehen? Ergibt sich aus der erschreckenden Erkenntnis, dass der Mensch fähig war, die Erde dermaßen umzugestalten, nicht auch gleichzeitig die Lösung? Sollten wir Menschen in einer Zeit, in der nicht nur die Umweltzerstörung, sondern auch das Wissen über die zugrundeliegenden Prozesse exponentiell gestiegen sind, nicht dazu fähig sein, wissensbasiert, wie behutsame Gärtner, das Anthropozän so zu gestalten, dass die planetaren Grenzen des Erdsystems nicht gefährdet werden, indem wir uns als Teil eines Gesamtsystems verstehen, das es zu erhalten gilt? Die Metapher des Gärtnerns stammt nicht von ungefähr aus dem Ernährungsbereich. Wer dauerhaft ernten will, hegt und pflegt seinen Garten und übernutzt ihn nicht. Wer dauerhaft auf dieser Erde leben will, beutet sie nicht aus, sondern gestaltet sie so, dass menschliches Handeln die eigenen Grundlagen nicht zerstört.

Aber wie sollten wir handeln, oder, um bei der Ernährung zu bleiben, wie sollten wir essen, ohne die Freude daran zu verlieren, und dabei nicht nur uns, sondern auch die Erde gesund erhalten? Nach wie vor haben wir, weltweit betrachtet, eine sehr vielfältige Ernährungs- und Essenskultur. Sollten in dieser Vielfalt nicht auch Lösungsansätze stecken? Dazu müssen wir genau hinsehen und uns in der Welt umschauen. In einem interkulturellen und partizipativen Projekt haben wir dies am Exzellenzcluster Bild Wissen Gestaltung im Projekt „Die Anthropozän-Küche. Das Labor der Verknüpfung von Haus und Welt“ versucht – herausgekommen ist der Wissenscomic „Die Anthropozän-Küche“, in der wir wir eine Kartographie der Ernährungsstile in globalem Maßstab – natürlich nur exemplarisch und so offen wie möglich versucht haben. Und vor allem – vom Menschen ausgehend. Wissensbasiertes Gärtnern heißt nicht nur, wissenschaftliche Erkenntnisse zu berücksichtigen. Dies ist zwar ein sehr wichtiger Schritt, aber genügt alleine nicht. Wir sollten auch Erfahrungen zusammentragen und berücksichtigen, egal, ob sie aus jahrhundertealten Traditionen stammen, aus neuen Ernährungsmoden resultieren, oder aus der Notwendigkeit heraus, Hungersnöte zu bekämpfen.

 

Also befragten wir zehn Personen aus zehn Ländern in fünf Kontinenten, was und wie sie essen, wo sie einkaufen, ob sie wissen, woher ihre Nahrung kommt und welche Rolle die Küche dabei spielt. Sie verrieten uns ihre Lieblingsrezepte, die für uns Ankerpunkt der Gespräche waren und die Sie nun gerne nachkochen können. Die Ergebnisse dieses Prozesses dienten als Ausgangspunkt unserer wissenschaftlichen Recherchen. In ständigem Austausch entstanden so nach und nach Geschichten, in denen unsere Gesprächspartner nun als Protagonisten in den einzelnen Kapiteln erlebbar sind.

Ein verbindendes Element – und in diesem Fall ist es wirklich ein Element –, das sich durch alle Kapitel durchzieht, ist der Phosphor. Phosphorverbindungen sind nicht nur essenziell für alles Leben auf der Welt, sondern als Phosphat auch einer von drei Hauptbestandteilen in allen Düngemitteln. Phosphat steigerte die weltweiten Agrarerträge um ein Vielfaches und machte die Ernährung einer schnell wachsenden Weltbevölkerung erst möglich. Seine Bedeutung als endliche und nicht erneuerbare Ressource ist vielen noch nicht bewusst. Das möchten wir gerne ändern, und so zieht sich Phosphor als roter Faden durch die Reise um die Welt und zeigt dabei seine vielseitigen Facetten.

Überhaupt geht es im Anthropozän eben nicht um einfache Lösungen sondern um Vielfalt, bei den Lösungsoptionen, die eben auch regionen- und kulturspezifisch sein können, ja vermutlich sogar sein müssen. Daher ist in diesem Buch noch einer ganz anderen Vielfalt zu begegnen, ja, sie wird sogar förmlich „ins Auge springen“. Wer könnte das Lebensgefühl, die Umgebung, die Essgewohnheiten oder den Lebensalltag der Protagonisten besser darstellen als Zeichner aus den Regionen, in denen die Geschichten spielen? So ist auch die bildliche Umsetzung von größter Diversität. Zwölf Künstler ließen sich auf dieses spannende Projekt ein und stellten sich der Aufgabe, wissenschaftliche Fakten und individuelle Erfahrungen in Bildgeschichten zu übersetzen. Die vollkommen verschiedenen Stile und Perspektiven sind eine große Bereicherung und spiegeln die kulturelle Vielfalt unserer Protagonisten, aber auch – wie wir meinen – der ganzen Welt wider.

Wie es im Anthropozän eben so ist, sind Lösungsansätze nicht unbedingt einfach, oder gar noch „sexy“, sondern bestehen aus einem möglichen Portfolio von Lösungsansätzen, die oft sogar alternativ sein können. Wir haben im Buch daher einerseits einen aus den Wissenschaften heraus entwickelten kurzen Abriss möglicher Lösungsansätze – vier Pfade in die Ernährungszukunft, mit ganz vielen Haltestellen, alternativen Ansätzen und unterschiedlichem Ethos. Sie entsprechen im Wesentlichen dem von mir auch fürs Haus der Zukunft entwickelten (und erstmalig hier auf Scilogs präsentierten) Pfadkonzept für mögliche Lösungswege. Vielleicht haben nach der Lektüre des Buches auch die Leser Ideen für sich gewonnen, wie sie selbst die Zukunft mitgestalten wollen, die vier Zukunftspfade mit ihren vielen Rastplätzen sollen dabei zusätzlich helfen, das für sich richtige zu finden.

 

Dem gegenüber setzen wir allerdings noch einen zweiten, eher künstlerischen Ansatz. Alle Künstler kamen nach Erstellung der einzelnen Länderkapitel zu einem Ernährungs- und Comicexpertensymposium und einem anschließenden Workshop zusammen und diskutierten zuerst geeinsam mit den internationalen Experten, dann untereinander die Zukunft unserer Ernährung. Für die Darstellung ihrer Überlegungen und Ergebnisse fanden die Künstler eine unerwartete Form – „konkrete Utopien“: Sie ließen die Protagonisten des Buchs in die Zukunft reisen, jeweils in ein anderes Land. Von dort schicken diese Postkarten und berichten über das Leben und die Ernährung im Jahr 2050. Auch hier gibt es wieder Vielfalt, sowie eine Mischung aus Dystopien und Utopien, wiederum mit einer gehörigen Portion Augenzwinkern.

Wir hoffen, dass wir den Lesern mit dem Buch neben den Kochrezepten also auch genügend Futter zum Reflektieren, Diskutieren und Ausprobieren mit an die Hand geben.

Dieses Buch ist das Ergebnis eines weltumspannenden Experiments mit vielen Beteiligten und der Welt als Labor. Vielleicht ist daher nicht verwunderlich, dass es in einem interdisziplinären Exzellenzcluster mit Namen Bild Wissen Gestaltung – Ein Interdisziplinäres Labor an der Humboldt-Universität zu Berlin entstanden ist, und zwar in unserem Forschungsprojekt „Die Anthropozän-Küche: Das Labor der Verknüpfung von Haus und Welt“, in dem Natur- und Kulturwissenschaftler, Designer, Architekten und Künstler eng zusammenarbeiten. Dank auch für die zusätzliche  Unterstützung durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt sowie die Freie Universität Berlin.

Die Mutter aller Labore ist natürlich die Küche, und die Ernährung im Anthropozän ist ein Großlaborversuch. Vielleicht geht ja die Liebe zu unserer Welt auch durch Ihren Magen. Dann hätten wir mit den neuen Narrativen zum Anthropozän vielleicht einen Hilfe gefunden, den Wandel einer parasitischen Lebensbeziehung zwischen Menschheit und Umwelt hin zu einer symbiontischen Beziehung zu ebnen.

(Dieser Beitrag basiert auf dem – für SciLogs leicht veränderten und mit Abbildungen ergänzten  –  Vorwort von Reinhold Leinfelder, Alexandra Hamann, Jens Kirstein und Marc Schleunitz zum ihrem Buch: Die Anthropozän-Küche. Matooke, Bienenstich und eine Prise Phosphor – In zehn Speisen um die Welt. 236 S., Springer Verlag, ISBN 978-3-662-49871-2. Die englische Version: Eating Anthropocene. Curd Rice, Bienenstich and a Pinch of Phosphorus – Around the World in Ten Dishes erscheint im September, ebenfalls bei Springer, ISBN 978-3-662-50402-4

Näheres siehe http://anthropocene-kitchen.com sowie http://www.springer.com/de/book/9783662498712 (auch mit Link zum Originalvorwort des Buchs)

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70 Jahre nach Detonation: Forscher berechnen Sprengkraft der ersten Atombombe

Am 14. Juli explodierte in New Mexiko erstmals eine Atombombe. Allein anhand von Bodenproben haben Nuklear-Forensiker nun die Sprengkraft des Trinity-Test bestimmt – mit verblüffender Genauigkeit. (Mehr in: SPIEGEL ONLINE – Wissenschaft)

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PC-Technik aus den 70ern steuert Atombomben

Kaum zu glauben…

PC-Technik aus den 70ern steuert Atombomben

Die IT-Welt ist kurzlebig und im steten Wandel. Nicht so im US-Verteidigungsministerium: Dort steuern jahrzehntealte Computer mit Atombomben bestückte Flugzeuge.

(Mehr in: COM! – Das Computer Magazin)

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Nordkorea: Kann ein Atombombentest einen Vulkan zum Ausbruch bringen?

Nordkoreas Atombombentest könne einen gigantischen Vulkan an der Grenze zu China ausbrechen lassen, glauben südkoreanische Wissenschaftler. Nun streiten Geoforscher über die Warnung. (Mehr in: SPIEGEL ONLINE – Wissenschaft)

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Massenvernichtungswaffen: „Von Wasserstoffbombe zu sprechen, ist Propaganda“

Für eine Bombe von solchem Ausmaß fehle Nordkorea das Know-how, sagt der Physiker und Rüstungsforscher Götz Neuneck. Eine Atombombe sei vorstellbar und schlimm genug. (Mehr in: ZEIT ONLINE: Mehr aus Forschung und Wissenschaft)

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Strahlung: Fukushima brachte kaum Radioaktivität nach Deutschland

Atombombenversuche und Reaktorkatastrophen: Immer wieder gelangten größere Mengen Radioaktivität in die Umwelt. Zuletzt war die Strahlenbelastung in Deutschland aber gering – trotz Fukushima. (Mehr in: SPIEGEL ONLINE – Wissenschaft)

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Atombombe: Ich war in Hiroshima, ich bereute, ich bin jetzt Pazifist

Claude Eatherly gab 1945 das Signal zum Abwurf der Atombombe. Sie machte den Piloten zur Symbolfigur der Anti-Atomwaffen-Bewegung. Doch seine Geschichte ist eine Legende. (Mehr in: ZEIT ONLINE: Mehr aus Forschung und Wissenschaft)

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Atombombe: Japan schweigt für Hiroshima

70 Jahre nach dem ersten Atombombenabwurf hat Japan der Opfer von Hiroshima gedacht. Ministerpräsident Abe will sich bei den UN für die Abschaffung der Waffen einsetzen. (Mehr in: ZEIT ONLINE: Mehr aus Forschung und Wissenschaft)

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Japan: Vor dem Verderben aus der Luft kapituliert

In Japan endete der Zweite Weltkrieg erst mit dem Abwurf zweier Atombomben. Noch im Angesicht des nuklearen Todes hielt das kaiserliche Militär an seinen Zielen fest. (Mehr in: ZEIT ONLINE: Mehr aus Forschung und Wissenschaft)

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Kampfroboter: Experten fordern Verbot von autonomen Waffensystemen

Bereits in wenigen Jahren könnten Kampfroboter selbstständig über ein Menschenleben entscheiden. Experten sehen darin eine mit der Atombombe vergleichbare Entwicklung. (Mehr in: ZEIT ONLINE: Alles digital)

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Atombomben auf Spatzen

Sie wollen in eine Atombombe investieren? Dann unterstützen Sie das „Emergency Asteroid Defense Project“ (EADP) aus Dänemark, das sucht nämlich „Crowdfunder“, die bei der Rettung der Menschheit vor dem Untergang durch Asteroideneinschläge helfen. Kein Witz: schon ab einem Euro sind Sie dabei. (Mehr in: BrainLogs)

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US-Zeitungsbericht: Nordkorea soll 20 Atombomben besitzen

Nordkorea prahlt gern mit militärischer Stärke. Doch es ist unklar, was dran ist an den Behauptungen von Diktator Kim Jong Un. Nun berichtet eine US-Zeitung: Das Land könnte über mehr Atomsprengköpfe verfügen als vermutet. (Mehr in: SPIEGEL ONLINE – Wissenschaft)

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Chemische Waffen in Syrien – ein Überblick

Syriens Chemiewaffenprogramm geht ursprünglich auf die vernichtende Niederlage der arabischen Armeen gegen Israel 1967 zurück. Der damalige Verteidigungsminister und spätere Staatschef Hafiz Al-Assad kam damals zu dem Schluss, dass Syrien ein strategisches Drohpotenzial brauchte, um Israels drückende konventionelle Überlegenheit auszugleichen. Nachdem Assad 1971 die Macht übernommen hatte, begann er, die syrische Armee mit chemischen Kampfstoffen und geeigneten Trägersystemen auszustatten.

C-Waffen: Atombombe des kleinen Mannes

(Mehr in: WissensLogs)

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US-Studie: Iran könnte in wenigen Wochen Material für Atombombe besitzen

Iran könnte schon bald genug Material für eine Atombombe produzieren. Wie lange das Mullah-Regime dann noch für eine Waffe bräuchte, wisse niemand, warnt ein US-Institut. Deshalb müsse man Teheran davon abhalten, noch mehr Spaltmaterial zu gewinnen.
Quelle: SPIEGEL ONLINE – Wissenschaft

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Google Doodle: Niels Bohr war mehr als nur Vater des Atommodells

Berühmt wurde Niels Bohr für sein Atommodell. Um einen Atomkern kreisen Elektronen auf festen Bahnen. 1922 erhielt der Däne, der später am Bau der Atombombe beteiligt war, den Nobelpreis für Physik.
Quelle: WELT ONLINE – Wissenschaft

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Bomben aus dem All: So wollen Forscher die Erde vor dem Crash retten

Um erdnahe Asteroiden davon abzuhalten, auf die Erde zu krachen, wollen Wissenschaftler sie mit Raumsonden von ihrem Kurs ablenken – oder eine Atombombe im Weltall zünden.
Quelle: WELT ONLINE – Wissenschaft

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Satellitenbild der Woche: Zauberhafte und gefährliche Ödnis

Sand und Geröll wohin das Auge blickt, dazu spektakuläre Felsformationen: Das Tanezrouft-Becken in der Sahara ist schroff und doch schön. Einst detonierten hier französische Atombomben. Aber das ist nicht der einzige Grund, warum der Ort für Reisende gefährlich ist.
Quelle: SPIEGEL ONLINE – Wissenschaft

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Nuklear-Forensik: Bodenprobe kann Herkunft einer Atombombe verraten

Der geschmolzene und wieder erstarrte Sand aus der Wüste von New Mexico erzählt die Geschichte der ersten nuklearen Detonation. Dies haben Forscher festgestellt, die Material von dem Testgelände untersucht haben. Die Methode könnte helfen, terroristische Angriffe aufzuklären.
Quelle: SPIEGEL ONLINE – Wissenschaft

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Astronomie: Tausende neuer Asteroiden im All entdeckt

Sie kommen aus dem All mit der Wucht einer Atombombe: Je tiefer Astronomen ins All blicken, desto mehr wächst die Erkenntnis wie verwundbar die Erde ist.
Quelle: WELT ONLINE – Wissenschaft

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Simulierte Detonationen: Wie Atombomben die Erde vor Asteroiden schützen

Was tun, wenn ein gigantischer Asteroid die Erde bedroht? Ein US-Physiker hält Atombomben für die beste Option. Sie könnten den kosmischen Brocken ablenken – oder in kleinere Stücke zerlegen. Die radioaktive Strahlung soll das Leben auf der Erde nicht bedrohen.
Quelle: SPIEGEL ONLINE – Wissenschaft

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Asteroiden-Einschlag: 500-Meter-Brocken trifft den Jupiter

Auf dem Jupiter ist ein Asteroid eingeschlagen – mit einer Kraft, die der von tausenden Atombomben entspricht. Zuerst bemerkte Hobby-Astronom Anthony Wesley den Einschlag, jetzt zeigt die Nasa Aufnahmen der Folgen. Wesley meldet derweil schon die nächste Entdeckung.
Quelle: stern.de – Wissenschaft & Gesundheit