Die ewige Suche nach der Bundeslade

Buchcover "Die Spur des Allerheilgstens"
Sie spielte in vielen mehr oder minder erfolgreichen, reißerisch fantastischen Kinoknüllern eine wichtige Rolle. Gewaltige Lichtstrahlenshows und auf der Stelle tot umfallende böse Zeitgenossen begleiteten oftmals ihre neuzeitliche Öffnung: Die Rede ist von der allseits gesuchten BUNDESLADE.
Dabei ist das biblische Ding wahrscheinlich längst zu Erde geworden, denn viel mehr als ein Sarg für ein paar wichtige Dinge wird sie allen Überlieferungen zum Trotz nicht gewesen sein.

Peter W. F. Heller, Archäologe seines Zeichens, einer der Jäger des verlorenen Schatzes, nimmt die Suche zeitlebens auf, begibt sich auf die Spur des Allerheiligsten. Und er kommt wohl dem sehr nah, wie es sich tatsächlich zugetragen haben könnte. Er stellt fest, dass es die Spielbergs, Lucas“ und Harrison Fords wahrscheinlich auch damals schon gegeben haben muss. Regisseure, Drehbuchschreiber und Schauspieler, die als Legenden in die Zukunft eingehen wollten – und dies wahrlich auch schafften.

Denn ganz ähnlich, wie bei der Entstehung des Neuen Testaments, waren auch bei der Aufarbeitung der frühen jüdischen Geschichte Autoren am Werk, die sich, ihrer Zeit und ihrem Umfeld Unsterblichkeit erhofften und nicht immer ganz sattelfeste Märchen und Geschichtchen verbreiteten, die Kleines groß, Sterbliches göttlich und verzierte Holzkisten wundersam machten. Die jedoch nicht damit rechnen wollten, dass es ein paar tausend Jahre später richtige Schatzsucher geben würde, die anhand von archäologischen Funden, diversen Hinweisen und in der Aufarbeitung der heiligen Schriften all die Unglaubwürdigkeiten und damaligen Phrasen entdecken.

Zeller räumt auf mit der Phantasterei und stellte fest, viele biblische Zeitangaben passen ganz einfach nicht zu den Funden. Die Bundeslade taucht im Alten Testament stets im Zusammenhang mit der jüdischen Staatsgründung auf, später aber ist sie verschwunden und bietet somit reichlich Stoff für die Skriptschreiber einer sich an Fantasien gegenseitig übertreffenden Filmindustrie. Heller kommt dabei der möglichen Geschichte recht nahe, die den Erzählungen um Moses, der Gesetzestafel, dem Bau des Tempels und der tatsächlichen Rolle der Bundeslade zugrunde liegt. Rein zeitlich betrachtet fällt auf, dass da in der Frühgeschichte von Juda und Israel nicht unbedingt Jahwe im Mittelpunkt der Kulthandlungen stand, sondern dass es wohl eher Bel und Aschera waren, die etwas älteren Gottheiten aus dem Zweistromland. Heller rekonstruiert für den nicht grabenden Leser nachvollziehbar, wie die berühmte Truhe ausgesehen haben könnte, welche Rolle sie einst spielte und weshalb Mikroorganismen wie Bakterien und Pilze aber auch böse Kleintiere wie Würmer und Asseln die Verantwortung tragen, dass die Lade einfach nicht mehr auffindbar – sprich verrottet ist.

Verschwundene Dinge sorgen immer wieder gern für Gesprächsstoff. Und so werden wir die Bundeslade wohl noch in einigen Werken und in schillernden Formen wieder treffen.

Autor und Archäologe Heller präsentiert ein hochinteressantes Buch, durch das der Leser die Suche nach der Bundeslade zwar weniger spektakulär, dafür aber realitätsnah miterleben darf.

Peter W.F. Heller:
„Die Spur des Allerheiligstens. Auf der Suche nach der Bundeslade“
ISBN 978-3-86901-507-1
1. Auflage 09/2009 im Engelsdorfer Verlag Leipzig
Sprache: deutsch, Paperback, 271 Seiten, zahlr. sw. Abb.
Preis: 14,00 EUR
www.engelsdorfer-verlag.de

Buchklappentext:
Peter W.F. Heller, Jahrgang 1948, Archäologe und Autor, folgt in diesem populärwissenschaftlichen Werk der Spur der geheimnisumwitterten Bundeslade von ihren Anfängen an. Die alttestamentlichen Bibeltexte offenbaren sich als falsche Fährten, absichtlich gelegt vor mehr als 2500 Jahren. In angemessener Balance zwischen wissenschaftlicher Korrektheit und Allgemeinverständlichkeit blättert Heller eine Biblische Geschichte auf, wie sie der Leser so noch nicht erlebt hat. Was war die Bundeslade wirklich, eine Manifestation Gottes oder ein Machtsymbol, eine Leben spendende Maschine oder eine todbringende Waffe? Und wurden in ihr tatsächlich die Tafeln mit den Zehn Geboten aufbewahrt? In welcher Schrift wurden die Gebote in die Tafeln gemeißelt und wer waren die Cherubim? Verbrannte Nebukadnezar die Bundeslade bei der Zerstörung des Jerusalemer Tempels? Oder konnte sie gerettet und von Kreuzrittern nach Europa gebracht werden? Nicht alles erweist sich am Ende als Wahrheit, was man zunächst glaubt zu sehen…

Quelle: fair-News.de